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Die Moralapostel: 40 Jahre „Deutscher Herbst“

27. Juni 2017

Im September 1977 lief der bundesdeutsche Fahndungsapparat auf Hochtouren. Und um es gleich zu Beginn zu sagen: Obwohl die Behörden damals über weit weniger technische Mittel verfügten und die Terroristen nur eine Handvoll Typen waren, die – im Gegensatz zu hunderttausenden von Asylanten, die Terror gegen unsere Frauen und Kinder verüben, unsere Sozialsysteme plündern und die Scharia mit Hilfe der SPD in Deutschland einführen wollen – hatte der Staat alle Mittel (technisch und finanziell) zur Verfügung, die damals möglich waren.

Der „deutsche Herbst“ ist nun 40 Jahre her und manch junger Mensch kennt die Ereignisse aus dieser Zeit nur noch vom Hörensagen. Damals wollten die Verbrecher in der RAF mit aller Gewalt (Flugzeugentführung und Geiselnahmen) den Staat in die Knie zwingen. Und – welch Zufall aber auch – sie arbeiteten mit den Islamisten von der PLO eng zusammen. Die RAF versteckte sich zunächst im Bereich Südwestdeutschland (wo heute die RAF-Freunde von den Grünen den Ministerpräsidenten stellen in Person des Dorfschullehrers Kretschmann) und agierte von hier aus. Im Jahre 1977 fanden die „Stars“ aus der RAF auch hier ihr endgültiges Ende im Gefängnis von Stuttgart Stammheim. Sie brachten sich kurzerhand um (Irmgard Möller überlebte), feige und unsinnig wie sie nun einmal waren.

Doch wer glaubt, damit sei der RAF-Terror in Deutschland im Jahr 1977 erledigt, liegt sehr falsch. Aus Rache verübten die Terroristen noch mehr Anschläge als zuvor. Und die RAF ist heute noch nicht tot, lebt weiter in Gestalt von Daniela Klette, Ernst Volker Staub und Burkhard Garweg, die inzwischen in einem Alter sein dürften, in dem normale Menschen ihre Enkel morgens zum Kindergarten bringen und Nachmittags zum Spielplatz begleiten. Auch in den 80er Jahren, als der Autor dieses Artikels Student war und an der Uni Essen-Duisburg auch Kontakt zu RAF-Kadern hatte – ohne zu wissen, um wen es sich handelte – die in der Düsseldorfer Hausbesetzerszene an der Kiefernstraße aktiv waren (Luitgard Hornstein und Christian Kluth, sowie eine weitere Frau) machte die RAF weiter von sich reden, und zwar auf brutalste Art und Weise.  Einige Jahre später wurden Hornstein und Kluth bei einem Treffen mit einer RAF-Terroristin (Eva Haule-Frimpong)  in der Rüsselsheimer Eisdiele „Dolomiti“ von der Polizei überrascht und festgenommen.

Es folgten weitere Anschläge: Auf den Gefängnisneubau Weiterstadt z.B., ein Raketenangriff auf die US-Botschaft in Bonn, nachdem die Fahnder erstmals ein professionelleres Vorgehen der Terroristen, die sonst nur mit selbstgebauten Sprengsätzen hantierten,  ausgemacht hatten. Dieses Mal war in einer Wohnung gegenüber der Botschaft ein Raketenwerfer aufgebaut worden, der erheblichen Schaden verursachte. Dann folgte, wiederum professionell ausgeführt, ein Anschlag auf den Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Hans Neusel, der an diesem Tag seinen Dienstwagen selber steuerte, die Sprengladung schlug in den Rücksitz ein, wo er gewöhnlich saß. Er überlebte nur, weil sein Fahrer an diesem Tag frei hatte.

Hinter den Kulissen suchten BKA und bundesdeutsche Geheimdienste fieberhaft nach den Attentätern und deren Waffen – doch kein Fahndungserfolg wollte sich einstellen. Die Analyse seitens der Behörden zu den Anschlägen beinhaltete folgende Erkenntnisse: Nicht mehr die erste Reihe der Politiker wurde angegriffen, sondern die zweite, die für die Ausarbeitung der Tischvorlagen verantwortlich war und weitaus weniger Schutz genoss. Diese Riege der Politik war es, die als Denker und Strategen galt, die Gesetzesvorhaben ausarbeitete und Beschlüsse formulierte. Sie wurde jetzt angegriffen, also Leute, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt waren. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, es müsse eine große Organisation, womöglich sogar ein Staat hinter den Anschlägen stecken. Wie sich herausstellen sollte, hatten sie am Ende Recht.

  1. November 1989, Bad Homburg: Der umstrittene Banker Herrhausen (Vorstand der Deutschen Bank) fährt in seinem gesicherten Mercedes mit Fahrer zum Büro nach Frankfurt. Herrhausen ist in der Banken-Szene umstritten, forderte er doch öffentlich eine Entschuldung der Dritte-Welt-Länder und war einer der sogenannten Napola-Schüler, jener besonders begabten und in der Nazi-Zeit zwangsweise geförderten Schüler. An einer Straßenkreuzung plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, der Mercedes ist nur noch Schrott und Herrhausen auf der Rückbank eingeklemmt. Er verblutet vor den Augen des Fahrers. Kurz darauf übernimmt die RAF die Verantwortung für den Anschlag in einem Selbstbezichtigungsschreiben.

Nicht nur die Brutalität erschreckte die Ermittler, auch die professionelle Ausführung des Anschlags ließ sie aufhorchen. Hinter vorgehaltener Hand äußerte so mancher den Verdacht, ein Geheimdienst müsse hinter der Tat gesteckt haben.

Erst nach der Wende stellt sich heraus, dass zahlreiche RAF-Terroristen Unterschlupf in der DDR gefunden hatten, wo Ulrike Meinhof sich schon in den 70er Jahren aufhielt. Die Stasi bildete die Terroristen zu „richtigen“ Attentätern aus, besorgte die Mittel für die Anschläge und sprengte unliebsame Wirtschaftsführer in die Luft, besonders Mitte bis Ende der 80er Jahre, wo es zusehends mit der DDR bergab ging.

In der gleichen Zeitperiode erfolgte der Anschlag auf Neusel und noch ein bis heute ungeklärtes Attentat auf Detlef Carsten Rohwedder in Düsseldorf, dessen Verursacher noch immer nicht gefunden wurden.

Nach der Wende wurde es zunehmend eng für die RAF, sowohl für die „Rentner“, die in der DDR Unterschlupf gefunden hatten, als auch für die Aktiven, denen plötzlich Ausbildung und Finanzen abhandengekommen waren. Ohne schützende Hand durch die DDR standen die Terroristen alleine da. Und wie üblich in diesem Geschäft, wurden sie verleugnet. So kam es zum endgültigen Showdown in Bad Kleinen, einem beschaulichen Ort, wo sich die RAF-Angehörigen Birgit Hogefeld, Wolfgang Grams und der staatliche V-Mann Steinmetz trafen, um wahrscheinlich neue Aktionen zu planen. Durch Steinmetz waren die Behörden im Vorfeld in Kenntnis über dieses Treffen gesetzt worden und hatten sich am Bahnhof postiert.

Als die drei Terroristen eintrafen, stürmten die Beamten auf den Bahnsteig, Grams drehte sich um und feuerte auf die Beamten, wobei er den aus Aachen stammenden GSG-9-Beamten Michael Newrezella tödlich traf. Anschließend verübte Grams im Gleisbett, in das er gestürzt war, Selbstmord mittels eines Kopfschusses.

Dieses war die letzte Aktion der RAF, bei der ein Mensch ums Leben gekommen war. Die Grünen, RAF-Freunde der ersten Stunde (als diese Gruppe 1983 in den Bundestag einzog, äußerte ein CDU-Abgeordneter, jetzt habe die RAF ihren legalen Arm sogar im Deutschen Bundestag, namentlich durch die früheren RAF-Anwälte Otto Schily und Christian Ströbele, der noch immer, bis September,  alt und weißhaarig im Deutschen Bundestag sitzt).

Jetzt begehen die „großartigen Freiheitskämpfer“ nur noch Überfälle auf Geldtransporter, damit sie sich ihr tägliches Brot kaufen können. Sie müssen sich versteckt halten, wahrscheinlich in einer ausländischen Großstadt und kehren dann und wann zurück als gemeingefährliche Gangster, die jene mit dem Tod bedrohen, für die sie sich doch eigentlich einsetzen wollten. Kleine Geldbotenfahrer, die das Salz nicht in der Suppe haben und sich von euch ganz gewöhnlichen und erbärmlichen Verbrechern im Zweifelsfall abknallen lassen müssen.

Wie armselig endet die RAF nur…