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38 Prozent der Kinder haben Migrationshintergrund

26. August 2017

Derzeit haben 38 Prozent der Kinder unter sechs Jahren einen Migrationshintergrund. Das heißt ein Elternteil wurde ohne deutschen Pass geboren. Die Zahl der Herkunftsdeutschen fällt rapide.

In Deutschland gibt es auch weiterhin mehr Todesfälle als Geburten. Dennoch wächst die Bevölkerung hierzulande. Denn die starke Migration macht das Minus wett. Inzwischen haben rund 23 Prozent der 82 Millionen in Deutschland lebenden Menschen einen Migrationshintergrund.

Dass der Bevölkerungswandel sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird, zeigt eine Auswertung des Mikrozensus für das Jahr 2016 durch das Statistische Bundesamt ergab. Demnach hat nur jeder zehnte Mensch über 65 Jahren einen Migrationshintergrund. Bei den Kindern unter sechs Jahren sind es hingegen 38 Prozent.

In Westdeutschland (inklusive Berlin) haben 42 Prozent der Kinder unter sechs Jahren mindestens ein Elternteil, das ohne deutschen Pass geboren wurde, berichtet die WELT. In Bremen haben 53 Prozent der unter Sechsjährigen und 31 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund.

Auch in Hessen haben 50 Prozent der Kinder unter sechs Jahren und 30 Prozent aller Einwohner einen Migrationshintergrund. In Frankfurt am Main liegt der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund laut einer Studie schon heute bei 51 Prozent, bei den Kindern unter 15 Jahren sind es sogar 69 Prozent.

Der Anteil der Migranten steigt aber bundesweit nicht nur wegen der starken Zuwanderung so schnell an. Hinzu kommt die etwa in gleichem Maße zurückgehende Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Das zeigt sich an der trotz jahrzehntelanger Zuwanderung relativ konstanten Bevölkerungsgröße.

Immer weniger Menschen ohne Migrationshintergrund

Im Jahr 2011 lebten noch 65,4 Millionen Menschen ohne Migrationshintergrund im Land, im Jahr 2015 waren es noch 64,3 Millionen. Und im vergangenen Jahr ist diese Zahl der Herkunftsdeutschen laut Mikrozensus auf 63,8 Millionen gesunken. Das ist ein Rückgang um eine halbe Million Menschen innerhalb nur eines Jahres.

Zudem bedeutet Migrationshintergrund lediglich, dass mindestens eines ihrer Elternteile ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurde. Daher gelten etwa die Enkel eingebürgerter Gastarbeiter aus der Türkei heute als Herkunftsdeutsche. Denn bei ihnen wurden beide Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren.

Mehr als die Hälfte der 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund ist im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Mehr als zwei Drittel sind selbst nach Deutschland zugewandert. In der Sprache des Mikrozensus sind diese 12,7 Millionen Menschen „die Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung“.

Bei den 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund beziehungsweise ihren Eltern handelt es sich unter anderem um

  • 4 Millionen Menschen aus den seit 2004 zur EU beigetretenen osteuropäischen Staaten,
  • 3,2 Millionen Spätaussiedler,
  • 2,8 Millionen Menschen aus der Türkei,
  • 2,6 Millionen Menschen aus anderen EU-Ländern,
  • 2 Millionen Menschen aus weiteren europäischen Staaten,
  • 1,3 Millionen Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten (ohne Kasachstan) und
  • 744.000 Menschen aus Afrika.

Asylbewerber werden relevanter für die Bevölkerungsentwicklung

Allerdings haben die Statistiker des Bundesamtes diese Zahlen auf Grundlage des Mikrozensus nur hochgerechnet. Bei dieser Stichprobenerhebung wird jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt. Doch wegen der ungeordneten Massenzuwanderung der Jahre 2015 und 2016 seien nicht alle Asylsuchenden erfasst.

Denn bei der überwiegenden Mehrheit der Aufnahmeeinrichtungen habe es sich nicht um Wohngebäude gehandelt. Daher habe man die dort lebenden Menschen für den Mikrozensus nicht befragt. Die Hochrechnung des Mikrozensus könne „nur auf die in Privathaushalten befindlichen Personen zurückgreifen“.

Früher waren Asylbewerber für die Bevölkerungsentwicklung weniger relevant. Doch mit der starken irregulären Zuwanderung der letzten Jahre hat sich das geändert. Zwar dürfen Flüchtlinge rein rechtlich nur zeitlich befristet in Deutschland bleiben und abgelehnte Bewerber eigentlich gar nicht. Doch am Ende bleiben sie meist dauerhaft.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:  https://www.berlinjournal.biz/aneil-kinder-mit-migrationshintergrund/


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