Politik

Das Märchen von den Flüchtlingen

16. September 2017

Es war einmal eine kurzbeinige Pastorentochter aus Pommern. Die hatte es bis zur Kanzlerin Deutschlands gebracht. Zunächst tat sie ganz bescheiden. Darum wählten die Bürger sie mehrmals aufs Neu. Weil sie einem Gemeinwesen mit wackerer Wirtschaft vor stand, schmeichelten ihr Vertreter anderer Länder, die hofften ein Stück vom Kuchen ab zu bekommen.

Der Schmus stieg der Pommeranze offenbar zu Kopf. Bald glaubte sie wohl selber groß, ja großartig zu sein und fing an selbstherrliche und unüberlegte Entscheidungen zu treffen. Die verursachten ihrem Land unnötige Schwierigkeiten und Kosten. Schließlich beging sie einen verhängnisvollen Fehler.

Als immer mehr Fremde aus aller Welt nach Europa drängten, um an dessen Wohlstand teilzuhaben, wähnte Frau Murksel anscheinend eine Gelegenheit als großer und guter Mensch in die Geschichte einzugehen. Sie lud die Wanderer nach Deutschland ein und löste damit eine Lawine aus. Die Migranten verbreiteten die Nachricht von dem wohligen Empfang mit ihren Handys und Smartphones über alle Erdteile. Daraufhin schwoll der Zustrom weiter an.

Einmal richtig in Fahrt beim Drang nach dem Heiligenschein eilte die Streberin den Ankömmlingen entgegen und posierte mit Hinz und Kunz, Achmed und Ali für sogenannte Selfies, Selbstbildnisse mit Dame. Auch diese Fotos gingen unverzüglich um den Globus. Jetzt brandeten Millionen gegen Deutschland heran.

Kurz entschlossen erklärte die Kanzlerin selbst oder ihr durch ihren Hofstaat alle Ankömmlinge zu „Hilfsbedürftigen“, „Schutzsuchenden“ und „Flüchtlingen“, denen Gastrecht oder Asyl in Deutschland zu stünde. Freilich wußte zu diesem Zeitpunkt noch niemand, wer da kam und woher, geschweige denn, ob er geflüchtet war.

Der ratlose Bürgermeister einer Grenzstadt beklagte, daß die Toiletten seiner Gemeinde verstopft seien, weil die Fremden ihre Pässe und Ausweise hinein geworfen hätten. Die mutmaßlichen „Flüchtlinge“ suchten offenbar ihre Herkunft zu verschleiern, um unter falschen Voraussetzungen Bleiberecht zu ergattern. Der Bundes-Innenminister gab bekannt, über achtzig Prozent der Asylbewerber würden keine oder gefälschte Personalpapiere vorweisen.

Viele „Schutzsuchende“ gaben sich als Syrer aus, um ihre Aussichten auf die lockende Rundum-Versorgung zu verbessern. In Syrien war Krieg. Das ließ sich als Grund einer Flucht verwerten. Bei Asylverfahren vor den Verwaltungsgerichten stellte sich indessen heraus, daß mancher mutmaßliche Syrer gar kein Syrisch verstand. Das machte Bayerns Ministerpräsident im Fernsehen öffentlich.

Auch Iraker und Afghanen, so sie denn welche waren, gaben an vor Krieg zu flüchten. Aber die Kämpfe im Nahen und Mittleren Osten waren schon viele Jahre oder gar Jahrzehnte vor der Völkerwanderung im Gang, ohne daß die Bewohner nach Europa drängten. Der Krieg in Syrien ging zudem dem Ende entgegen. Dort wäre tatkräftige Hilfe beim Wiederaufbau angesagt gewesen.

Dorothea Dampf in allen Gassen wischte solche Bedenken mit wirschen Worten in holperigem Deutsch hinweg: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen, dafür daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mehr mein Land.“

Not drohte indessen eher den Deutschen, die nicht wußten, wohin mit den vielen fremden Menschen. Darum sprach man bald von einer Asyl-Krise. Aber die Sorgen der eigenen Landsleute kümmerten die Rauten-Frau scheinbar herzlich wenig. Sie legte die Hände vor dem Bauch zu einer Raute zusammen, was ihre den Namen eintrug, und behauptete: „Wir schaffen das.“

Vergebens verwiesen rechtschaffene Zeitgenossen darauf, daß wahllose, unkontrollierte Aufnahme von jedermann einen Verstoß gegen deutsche Gesetze und europäische Verträge darstelle. Angesichts des hohen Anteils von Muslimen unter der Zuwanderern warnten sie vor den unerwünschten Folgen einer kulturellen Überfremdung. Unbeeindruckt beschied sie die dickfellige Teflon-Kanzlerin: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

Zuvor, im Jahr 2004, hatte es noch ganz anders geklungen. Seinerzeit erklärte die wetterwendische Politikerin: „Die multikulturelle Gesellschaft ist grandios gescheitert.“ Bei den Muslimen bemängelte sie einen unzureichende Bereitschaft zur Eingliederung in die „deutsche Leitkultur“.

Allerdings war sie zu der Zeit noch Führerin der Opposition im Bundestag und rieb der rotgrünen Regierung all zu viel Nachsicht gegenüber Ausländern unter die Nase. Dabei hielt sich die Zahl der Zuwanderer im Vergleich zu 2015 noch in Grenzen.

Im Jahr 2010 wiederholte sie als Chefin einer schwarzgelben Regierung ihre Schelte: „Der Ansatz von Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert.“ Für deren „Integration“, – auf Deutsch Eingliederung – müsse man die Migranten nicht nur fördern sondern auch fordern. Das sei bislang vernachlässigt worden.

Wieder zwei Jahre später, nämlich 2017, stand sie an der Spitze einer großen Koalition und sah bei den Ausländern schon keinen Unterschied mehr zu den Deutschen. Mit dem Feingefühl einer Planierraupe, auch Bulldozer oder Flachbagger genannt, entschied sie: „Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt.“

Jetzt erhielten Hofschranzen und Geschäftemacher viel Geld, um alle Ankömmlinge zu beköstigten, zu beherbergen, zu kleiden und sonstwie zu umhegen. Sie ließen es an nichts fehlen und verdienten selber gut daran.

Die ungebetenen Gäste spielten unterdessen den lieben langen Tag mit ihren Handys oder Smartphones. Brave Bürger des Landes gingen zur Arbeit und taten ihre Pflicht. Etliche der Einheimischen waren derweil so bedürftig, daß sie die Mülleimer nach Brauchbarem durchsuchten. Mehr als eine Million Kinder wuchsen in der Armut von Haushalten mit Hartz IV heran.

Zugleich wandte die Regierung jährlich mindestens vierzig Milliarden Euro für den Unterhalt wildfremder Menschen auf. Diese runde Summe räumte man zu Berlin offen ein. Wahrscheinlich waren die Kosten viel höher. Jedenfalls hätte das Geld gereicht, um allen Not leidenden Einheimischen ein Auskommen zu sichern.

Da aber Wahlen zum Bundestag ins Haus standen, versuchten Politiker das Elend unter den Teppich zu kehren. Nicht alle ließen sich davon ins Bockshorn jagen. Wütende Bürger riefen: „Die Migranten sind ja gar keine Flüchtlinge. Es sind lauter gesunde, junge Männer, die sich ein schönes Leben machen wollen. Die sollten doch besser daheim bleiben. Dort würden sie dringend gebraucht, um für ihre Länder zu arbeiten und zu streiten.“

Statt pflichtgemäß über die Mißstände zu berichten, die zum Himmel schrien, machten Fernsehsender und Presseorgane den Bürgern blauen Dunst vor. Verlogene Vertreter der Medien sahen eine Gelegenheit selbst mehr Macht zu ergattern. Sie hätschelten die kinderlose Kanzlerin als „Mutti“ und lobten ihren schlimmen Mißgriff zu einer „Willkommens-Kultur“ hoch.

Das Deutsche Fernsehen filmte einfältige Leute auf den München Hauptbahnhof, die Ankömmlingen aus dem Ausland Beifall klatschten. Ein anderer Sender karrte dunkelhäutigen Asylanten in ein vormals überschwemmtes Gebiet, drückte ihnen Eimer in die Hand und wies sie an eine Kette zu bilden. Das Zweite Deutsche Fernsehen, ZDF, verbreitete die nachgestellte Szene als echte Hilfsaktion von Asylbewerbern, obwohl sich die Flut längst verlaufen hatte.

Bald begannen die müßig gehenden, ungebetenen Gäste sich zu langweilen. Sie fingen an sich unter einander zu prügeln. Andere belästigten Frauen, vergewaltigten sie oder mordeten, stahlen, raubten und brachen in Wohnungen ein. Die Kriminalität explodierte. Die Polizei bezeichneten Deutschland als „Paradies für Einbrecher“.

Fanatiker unter den Fremdlingen fuhren mit Kraftfahrzeugen wahllos in eine wehrlose Menschenmenge, um im Namen ihres fremden Gottes möglichst viele Einheimische zu zerquetschen. Sie zünden Sprengstoffladungen bei Konzerten, schossen auf arglose Besucher oder Kunden eines Kaufmarkts, gingen mit der Axt auf Fahrgäste der Bahn los oder stachen zufällig vorbei kommende Fußgänger nieder.

Politik und die Medien versicherten den erschrockenen Deutschen, es handle sich um bloße Einzelfälle. Gelegentlicher Terror sei eine unmaßgebliche Begleiterscheinungen einer wünschenswerten, bunten „Vielfalt“, eine „Bereicherung“ durch „reines Gold“ und warnten vor jedem „Generalverdacht“ gegenüber den „Flüchtlingen“. Das wäre „Rassismus“, und „Fremdenfeindlichkeit“.

Damit endete das Märchen und geriet zum blutigen Alltag. Wie in der Erzählung von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“ gingen den genarrten Leuten die Augen auf. Bei Andersen hatte ein unbefangenes Kind gerufen: „Er hat ja gar nichts an.“ Die Hofschranzen waren entlarvt und wurden davon gejagdt.

An der Bezeichnung „Flüchtlinge“ war genau so wenig dran wie an des Kaisers neuen Kleidern. Aber anders als bei Andersen beharrte eine verstockte Oberschicht von Nutznießern dennoch auf diesem Wort und entwerteten es immer mehr. Und wenn sie nicht gestorben sind, reden sie immer noch so irreführend daher.

 

 

(Mehr zu den Hintergründen der Asylkrise findet sich in dem Buch „Sturmflut der Völker“ vom selben Verfasser)


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