Singen und tanzen mit Egon Krenz (Screenshot YouTube)

„Sie war eine gute FDJ-lerin“: Die DDR 2.0 und Angela Merkel (Video)

In Dresden trat am letzten Sonntag der letzte Gene­ral­se­kretär des Zen­tral­ko­mitees der SED, Egon Krenz auf. Was er über das Ende der DDR und den Par­al­lelen zu heute zu sagen hat, ist aufschlussreich.
Erinnern Sie sich noch an Egon Krenz? Richtig, das war der „Kron­prinz“ Erich Hon­eckers. Ich muss im Zusam­menhang mit Krenz immer noch an jene Tage denken, als die Mauer fiel und zufällig meine Groß­tante Friedel aus Delitzsch zu Besuch bei meiner Familie in Bayern war. Ihre größte Sorge war damals, dass der „Kron­prinz“ an die Macht kommen möge, da sie allen Ernstes davon ausging, dass sie dann so was ähn­liches wie die Queen in England auch in der „Ostzone“ hätten.
Krenz kam aber nicht an die Macht, sondern ins Gefängnis. Er war 1997 wegen der Mau­er­toten  bzw. „wegen Tot­schlags“ zu sechs­einhalb Jahren ver­ur­teilt worden, von denen er aller­dings nur vier (Januar 2000 bis Dezember 2003) absitzen musste.
Ganz ohne dass dagegen jemand pro­tes­tiert hätte, konnte er nun am ver­gan­genen Wochenende in Dresden vor mehr als 200 Men­schen auf der „Theaterkahn“-Bühne auf­treten. Und er spricht über die größte Nie­derlage seines Lebens. Den Untergang der DDR. 
Ver­ant­wortlich dafür macht er vor allem die Tat­sache, dass es keinen wirk­lichen Dialog mehr mit den Bürgern gegeben habe. In der Blase des Polit­büros und der hörigen Medien ver­fangen, habe man über­haupt nicht bemerkt, was im vom „anti­fa­schis­ti­schen Schutzwall“ (der war damals noch aus Stein und hieß noch nicht NetzDG) behü­teten Land pas­siert sei.
Krenz will die heutige Situation nicht direkt mit 1989 ver­gleichen. Aber einige Par­al­lelen sind doch auf­fällig. Etwa wenn er kon­sta­tiert, dass
„die Ohn­macht, die damals herrschte, heute wieder herrscht“.  Die füh­renden Poli­tiker, die dieses Land regieren, seinen „genauso schlecht infor­miert wie wir 1989“.
Seinen Höhe­punkt erreicht der Abend dann, als er – wie die „Freie Presse“ zu berichten weiß – von dem Mode­rator „noch um ein gutes Wort über Angela Merkel gebeten wird“ Und Krenz ohne lange zu über­legen, antwortet:
„Sie war eine gute FDJ-lerin.“
Und weil es gar so schön ist, gibt es hier noch ein Video, das ein bezeich­nendes Licht auf Merkels Kar­riere in der DDR wirft:

YouTube

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Dieser her­vor­ra­gende Beitrag von David Berger wurde erst­ver­öf­fent­licht auf seinem Blog philosophia-perennis.com