Die "Lifeline" bei der Einfahrt in den Hafen von Malta, Screenshot Youtube
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Jan Böhmermann bettelt um Geld für Schlepperbanden

4. Juli 2018

„Held des Tages“ , „Böhmermann sammelt Geld für Seenotretter“, „Mission Lifeline“ und andere, Beifall klatschende Überschriften bejubeln die neueste Aktion von Jan Böhmermann. 90.000 Euro hat er gesammelt für die „Flüchtlingsretter der Lifeline“. Im Selbstvermarkten ist er recht begabt und so fertigte er auch noch ein Video an, in dem er sich erstmal selbst als „Influencer“ und „Celebrity“ feiert. Er hat Urlaub und es geht ihm gut. Er hat zwar soviel Geld, dass er „die Scheine nur so raushaut“, geigt aber seine Fans an, sie sollen spenden für die Mannschaft der Lifeline. Diese habe tagelang mit den Flüchtlingen auf hoher See ausharren müssen, ohne Essen, Trinken und medizinische Versorgung – und die sich jetzt auch noch für die Rettung der Flüchtlinge vor Gericht verantworten müsse. Dass die Crew Angst um ihr Leben hatte und um Anlegeerlaubnis bettelte, weil ihre „Fracht“ aggressiv wurde, wird gern unerwähnt gelassen.

 

 

Das Schiff „Lifeline“ kurvte sechs Tage auf Wartestand im Mittelmeer herum, vollgestopft mit 234 aus dem Meer aufgenommenen Migranten aus Nordafrika. Kein Land wollte es anlanden lassen. Malta ließ schließlich aus humanitären Gründen das Schiff in den Hafen einlaufen, verhaftete dann jedoch den Kapitän Claus-Peter Reisch. Der Prozess begann bereits am Montag. Er müsse sich nun dafür vor Gericht rechtfertigen, Flüchtlinge gerettet zu haben, schreiben die Medien. Eine Unverschämtheit gegenüber der maltesischen Seegerichtssbarkeit. Malta ist kein rechtloser Bananenstaat, wo man Willkürprozesse führt.

Das Seerecht ist ein Jahrhundertealtes, ausgefeiltes, international anerkanntes Regelwerk, das auf allen Schiffen dieser Welt gilt, wo Wasser unter’m Kiel ist, einschließlich Hafen. Die rechtlichen Verhältnisse auf See benötigen strenge Regeln, denn, wie es so schön heißt: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Wer sich nicht daran hält, untergräbt ein aus gutem Grund strenges Rechtssystem und befördert die Piraterie.

Das Seerecht befiehlt obligatorisch die Rettung Schiffbrüchiger. Das ist unzweifelhaft so vorgeschrieben.

Ganz wichtig ist aber die Frage der Registrierung. Ein Schiff, das unter unter deutscher Flagge fährt, muss in Deutschland registriert sein und ist deutsches Hoheitsgebiet, deutscher Boden, solange es auf offener See ist. Im Hafen eines fremden Landes ist dies dem Moment „eingeschränkt“, in dem es dort „festmacht“. Wäre die Lifeline ein deutsches Schiff, hätten die aufgenommenen Schiffbrüchigen dort, auf deutschem Boden, bereits bei Kapitän Claus-Peter Reisch einen Asylantrag stellen können.

Der Knackpunkt: Dem ist nicht so. Die Presse schreibt aber sehr gern vom „deutschen Schiff Lifeline“.

Kapitän Reisch behauptete wider besseren Wissens, die Lifeline sei ein in den Niederlanden registriertes Schiff, was die holländische Regierung abstritt. Es stellte sich heraus, dass die Lifeline nur bei einem niederländischen Sportbootverein registriert war und kein Recht hatte, die niederländische Flagge zu führen: „Dieses Schiff hätte überhaupt nicht in See stechen dürfen. Es hat auch höchstwahrscheinlich nicht ordentlich ausklariert, ebenso wie sich alle Personen an Bord, Mannschaft und Passagiere, nicht gemäß einem ordentlichen Ablauf an Bord befanden. Man darf dieses Schiff getrost ein Piratenschiff nennen und Nämliches dürfte für die meisten Schiffe gelten, die im Mittelmeer Schlepperdienste leisten. So darf man sich nicht wundern, dass der Kapitän der „Lifeline“ auf Malta sofort verhaftet wurde.“

Man muss hier einmal in aller Deutlichkeit sagen, dass das Flüchtlings-Schlepper-Geschäft der NGOs ein schändliches ist. Die Menschen, die dort in die vollkommen überfüllten Schlauchboote gepfercht werden und einfach auf See hinaustuckern, können mit diesen Schlauchbooten in keinem Fall die ca. 500 Kilometer entfernte Küste Siziliens erreichen. Selbst wenn sie großes Glück hätten und die See die ganze Zeit spiegelglatt bliebe: Die überfüllten Boote führen weder genügend Trinkwasser, noch für die zwei bis drei Tage ausreichend Proviant für alle Insassen, noch genügend Diesel mit sich. Es gibt auch keinen Fall, in dem ein solches Schlauchboot in Italien angekommen ist.

Hier werden Menschen mit dem Versprechen, man werde sie direkt hinter der Küste aufsammeln, in lebensgefährliche Situationen gebracht. Funktioniert das verabredete, nächtliche Rendez-Vous mit einem Schlepperschiff nicht, sind die Menschen in den Booten so gut wie verloren. Sie haben keinerlei nautische Erfahrung, der Treibstoff geht sehr bald zu Ende. Sie sitzen hilflos in einem seeuntauglichen Boot und ertrinken jämmerlich.

Aber das Schleppergeschäft blüht und eine Bootsladung Flüchtlinge bringt ordentlich Geld für die ganze Schlepperkette. Die reicht bis tief nach Afrika hinein. Es erinnert an die alten Sklavenstraßen, nur dass die Menschen heute nicht eingefangen werden, um als Arbeitssklaven verschifft zu werden. Sie gehen freiwillig vor Ort zu den Kontaktpunkten der Schleuserbanden, das zusammengekratzte Geld der Familie in der Tasche. Sie bezahlen Tausende für eine halbwegs sichere Passage unter dem Schutz schwer Bewaffneter – quer durch Afrika von Camp zu Camp, durch Wüsten und unsichere Gebiete bis an die nordafrikanischen Küste. Im Land sind es die Warlords, an der Küste die Schleuserbanden mit den untauglichen Booten und das nächste Glied in der Menschenhändlerkette sind dann die NGOs, die von Soros-Organisationen finanziert werden.

Jeder weiß mittlerweile, dass die Schlepperboote schon in sehr kurzer Entfernung vor der Küste auf die Flüchtlingsboote warten. Das sind keine Schiffe, die auf ihren Handelsrouten zufällig in Seenot geratene Seeleute oder Schiffspassagiere retten. Die Seenot ist einvernehmlich zwischen den Menschenhändlern an Land und denen auf den Schiffen geplant und wird wissentlich herbeigeführt. Auch unter Inkaufnahme von hunderten Todesopfern.

Ganz klar wird die Sache, wenn man weiß, dass die aus Seenot Geretteten nur an den nächsten sicheren Ort gebracht werden müssen, von wo aus „die Überlebenden an ihren nächsten Bestimmungsort ausgeschifft werden“ (Kurzinformation des deutschen Bundestages: Inhalt der völkerrechtlichen Verpflichtung zur Seenotrettung). Heißt: Die NGO-Schleuserschiffe fahren vor der Küste Nordafrikas auf und ab und warten darauf, die absichtlich in Seenot gebrachten Schleuserboote anzusteuern. Doch anstatt die Geretteten an die ein paar Kilometer entfernte Küste zurückzubringen, werden sie nach Italien befördert. Das ist keine Seenotrettung, sondern Menschenhandel unter dem Vorwand und Missbrauch der Seenotrettung.

Dennoch schreiben auch „seriöse Hauptmedien“ wie die „Welt“, dass die Schiffsbesatzung der „Lifeline“ sich nach der „Rettung von 230 Menschen vor Gericht verantworten“ müsse. Das ist geradezu eine blanke Lüge, denn die Redakteure der „Welt“ sind ausgebildete Journalisten und wissen ganz genau, dass der Kapitän vor Gericht steht, weil er wissentlich mit einem nicht korrekt registrierten (Piraten)Schiff, was niemals hätte in See stechen dürfen, Menschenhandel unterstützt hat.

Jan Böhmermann ruft auch noch zu Spenden für solche kriminellen Schlepperbanden auf und das naive Volk finanziert Piraten- und Menschenhändler-Crews aus lauter Gutmenschentum und hilft damit aktiv, noch mehr Flüchtende anzulocken.