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Marokko liefert einen Ex-Priester an die USA aus – die Kinderschänder-Bestie wütete Jahrzehnte lang

27. September 2018

Ein ehemaliger Priester aus New Mexico, der vor Jahrzehnten wegen Missbrauchsvorwürfen an Kindern aus den USA geflohen war, muss nun vor Gericht. Er versuchte, seine Taten damit zu entschuldigen, dass er Krebs habe, was aber – laut Staatsanwaltschaft – nicht stimmt. Arthur Perrault muss dort vor dem US-Landgericht von Albuquerque zur Einweisung in die Untersuchungshaft erscheinen. Die Staatsanwaltschaft will ihn bis zum Strafprozess in Haft nehmen.

Wie das US-Portal „TIME“ berichtet, geht aus den Akten hervor, dass die betroffenen Zeugen ihn als jemanden beschreiben, der Pfeife raucht, seidene Unterwäsche trägt, seine Opfer mit Geschenken überschüttet und zum Essen einlädt, bevor er sie missbraucht. Aus den Akten geht weiterhin hervor, dass er den Eltern eines seiner Opfer einen Entschuldigungsbrief schrieb, in dem er seine Taten auf eine Krebserkrankung schob. Laut Staatsanwaltschaft ist bei dem Mann jedoch nie Krebs diagnostiziert worden.

Perrault wurde vor kurzem von Marokko in die USA ausgeliefert. Es geht um Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Die Fälle sollen sich zwischen 1991 und 1992 auf der Kirtland Air Force Basis und dem Santa Fe Nationalfriedhof zugetragen haben. Perrault war Pastor in der Gemeinde Sankt Bernadette in Albuquerque. Er war einer der vielen Priester von überall her aus den USA, die nach New Mexico geschickt wurden, um sich dort unter anderem wegen Pädophilie behandeln zu lassen.

Der 80jährige Ex-Priester plädierte bei seinem ersten Erscheinen vor Gericht auf „nicht schuldig“. Er gab an, er habe vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitten, sei auf einem Ohr taub und habe Gehprobleme.

Zeugenaussagen, Rechtsanwälte und Kirchenunterlagen belegen, dass der damalige Priester quer durch New Mexoco in Gemeinden und Schulen versetzt wurde, darunter vorzugsweise in Gemeinden von amerikanischen Ureinwohnern und Latinos.

Im Jahr 1992, wenige Tage bevor ein Staatsanwalt zwei Klagen gegen die Erzdiözese einreichte, verschwand Perrault spurlos. Die Klagen beschuldigten Perrault, sieben Kinder in seiner Gemeinde sexuell missbraucht zu haben. Nach Erkenntnissen des FBI floh Perrault zuerst nach Kanada und von da aus nach Tanger (Marokko). Dort arbeitete es bis letztes Jahr an einer englischsprachigen Schule für Kinder.

Perrault bestritt in einem handgeschriebenen Brief an einen Richter, jemals Kinder sexuell belästigt oder missbraucht zu haben und dass er mit dort zur Anzeige gebrachten Fällen von Kindesmissbrauch in Albuquerque nichts zu tun habe. Ein Richter in New Mexico hatte letztes Jahr Kirchenakten öffentlich freigegeben, denen zu entnehmen ist, dass Perrault in weiteren Strafprozessen wegen sexuellen Missbrauches von 38 Jungen angeklagt ist.

Überdies zeigen die Unterlagen, dass Perrault bereits 1965 zu den „Dienern des Heiligen Geistes“ geschickt wurde – ein religiöser Orden, der in Jemez Springs (New Mexico) ein Behandlungszentrum für pädophile Priester betreibt. Das geschah, nachdem er wegen sexueller Belästigung junger Männer angeklagt wurde, als er in Connecticut als Priester wirkte.