United Nations Photo Sahrawi Refugees at Smara Camp, Algeria - https://www.flickr.com/photos/un_photo/25550933633 - CC BY-NC-ND 2.0
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Die CSU und ihr „blabla“ im Bayernwahlkampf: Ausgesetzter Asyl-Nachzug startet jetzt wieder voll durch

21. Oktober 2018

Bayern/Erding – Nur einen Tag nach der bayerischen Landtagswahl landeten am Flughafen Erding nach langer Auszeit wieder die ersten Asyl-Familiennachzügler, obwohl das EU-Programm zur Übernahme von Flüchtlingen aus Griechenland und Italien bereits erfüllt wurde. Vor der Wahl war der Familiennachzug über den bayerischen Fliegerhorst ausgesetzt worden. Die SZ verkündet: „In den kommenden Wochen sollen viele weitere folgen!“

Am Montag – nur einen Tag nach der bayerischen Landtagswahl – landeten im Durchgangszentrum am Erdinger Fliegerhorst 177 Familienangehörige von bereits in Deutschland lebenden „Flüchtlingen“. Diese reisten – angeblich im Rahmen des Dublin-Abkommens – mit einem gecharterten Flug aus Athen über den nahe München gelegenen Flughafen ein. Die Presse sei – so die Süddeutsche Zeitung (SZ) am Montag „nicht so willkommen“ gewesen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe zum Beispiel keine Fotografen auf dem Gelände des Warteraums zugelassen, weiß die SZ zu berichten.

Der „Warteraum Asyl“ im Fliegerhorst Erding stand seit 28. März leer. Das EU-Programm zur Übernahme von Flüchtlingen aus Griechenland und Italien sei zu diesem Datum erfüllt gewesen, hieß es laut dem Münchner Merkur.  Ende 2016 hatte der „Warteraum Asyl“ des Bamf in Erding eine zentrale Rolle bei der Verteilung von Flüchtlingen in Europa gespielt. Im Rahmen des EU-Relocation-Programms kamen pro Monat etwa 1000 Zuwanderer aus Lagern in Griechenland und Italien dort an, um von hier aus, nach kurzem Aufenthalt von oft gerade einmal 24 Stunden, auf das Bundesgebiet verteilt zu werden. Bis August 2017 wurden so 7.622 Asylbewerber aus Griechenland und Italien aufgenommen (jouwatch berichtete).

Wenige Stunden nach der Landtagswahl in Bayern kommt jedoch wieder „Leben in die Bude“. Dass dem Bundesinnenministerium der am Montag gelandete Charterflug nicht bekannt gewesen ist, bezweifelt die linkspolitisch ausgerichtete SZ. Die Familienzusammenführung setze ein umfangreiches Prüfungsverfahren voraus, das viele Monate dauere und bei dem die deutschen Behörden lange vorher einbezogen seien.

Die Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigte die Ankunft der Neubürger und teilte mit, dass in den kommenden Wochen und Monaten viele weitere Charterflüge geplant seien. (SB)

 


Quelle: JouWatch