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Hun­dert­tau­sende Kin­derehen und Ver­ge­wal­ti­gungen! So geht man in der isla­mis­ti­schen Türkei mit Mädchen und Frauen um!

Der tür­kische Men­schen­rechts­verband (IHD) hat einen furcht­erre­genden Bericht über die Ver­letzung von Kin­der­rechten in der Türkei ver­öf­fent­licht. Demnach haben “seit 2002 unter der Herr­schaft der AKP (Partei der Gerech­tigkeit und Ent­wicklung) 440.000 Kinder unter 18 Jahren ein Kind zur Welt gebracht”.
“Jede vierte Ehe in der Türkei ist eine Kin­derehe”, sagte Selen Doğan, Mit­glied der “Flie­gender Besen Frau­en­kom­mu­ni­ka­tions- und For­schungs­ver­ei­nigung” in Ankara.
Nach dem tür­ki­schen Bür­ger­lichen Gesetzbuch können Männer und Frauen nicht hei­raten, bevor sie 18 Jahre alt sind.
“Es gibt nur wenige Aus­nahmen, die es jemandem erlauben, zu hei­raten, bevor er 18 wird. Einer 17-jäh­rigen Person kann mit Zustimmung ihrer Eltern oder Erzie­hungs­be­rech­tigten die Erlaubnis zur Ehe­schließung erteilt werden, und einer 16-jäh­rigen Person kann die Erlaubnis zur Ehe­schließung durch eine gericht­liche Ent­scheidung und mit Zustimmung ihrer Eltern oder Erzie­hungs­be­rech­tigten erteilt werden.”
Dennoch sagte Zelal Coşkun, Mit­glied der Kin­der­rechts­kom­mission des IHD, dass Kin­derehen in den letzten Jahren zuge­nommen haben:
“Nach den Angaben von TÜİK [Tür­ki­sches Sta­tis­ti­sches Institut] wurden in den letzten 10 Jahren 482.908 [min­der­jährige] Mädchen mit Geneh­migung des Staates ver­hei­ratet. In den letzten sechs Jahren sind 142.298 Mütter geworden und die meisten haben bei reli­giösen [isla­mi­schen] Zere­monien geheiratet.”
Diese miss­bräuch­lichen Akte finden in vielen Teilen der Welt statt, aber in mus­li­mi­schen Gesell­schaften wird die Praxis der min­der­jäh­rigen Ehen von vielen herzlich tole­riert; in einigen Fällen werden die Täter von den Behörden geschützt. Dass isla­mische Schriften frühe Ehen fördern — für Mädchen ab neun Jahren — scheint auch dazu benutzt zu werden, miss­bräuch­liche Hand­lungen zu nor­ma­li­sieren, ein­schließlich Kin­derehen und min­der­jährige Mütter. Leider hat die Praxis der Kin­derehen eine lange Tra­dition in mus­li­mi­schen Gemein­schaften auf Basis einer theo­lo­gi­schen Grundlage. Mohammed, der Gründer des Islam, hei­ratete Aisha, als sie sechs Jahre alt war und vollzog seine Ehe mit ihr, als sie neun Jahre alt war. Er war 54 Jahre alt. Der Koran befür­wortet eben­falls diese Praxis.
“Eine Liste der Schande, die die Türkei erschüttern wird”, so der Titel eines Berichts der tür­ki­schen Zeitung Hür­riyet, der die Namen von 115 min­der­jäh­rigen Mädchen enthält, die 2017 in nur einem Kran­kenhaus in Istanbul, dem Kanuni Sultan Süleyman Edu­cation and Research Hos­pital, während bloß fünf Monaten ein Kind geboren haben.
Schlimmer noch, der Skandal wurde von der Ver­waltung des Kran­ken­hauses ver­tuscht. Sie haben es ver­säumt, die Polizei oder die Justiz zu infor­mieren — obwohl sie gesetzlich und durch Vor­schriften dazu ver­pflichtet sind, wenn sie fest­stellen, dass eine Min­der­jährige schwanger ist oder sexu­ellem Miss­brauch aus­ge­setzt war.
Statt­dessen wurde die Sozi­al­ar­bei­terin, die den Skandal auf­ge­deckt hat, Iclal Nergiz, vom Kran­kenhaus und anderen Behörden ver­folgt. Eine Ermittlung ist gegen sie ein­ge­leitet worden, ihr Arbeitsort wurde zweimal geändert und sie war starkem Druck und Beläs­ti­gungen aus­ge­setzt. “Seit der Vorfall auf­ge­deckt wurde, hat sich nichts geändert, außer meiner Strafe [durch das Kran­kenhaus]”, sagte Nergiz in einem Interview.
“Die Kran­ken­haus­funk­tionäre denken, dass ich das Land ver­raten und dass ich das Image des Kran­ken­hauses zer­stört habe! Ich bin einer Politik der Unter­drü­ckung und Ein­schüch­terung aus­ge­setzt”, sagte Nergiz in einem anderen Interview.
Der Skandal kam ans Licht, als Nergiz fest­stellte, dass die Akten einer 17-jäh­rigen Schwan­geren und die Anzeige, die bei der Polizei ein­ge­reicht werden musste, beide in den Kran­ken­haus­akten fehlten. Dann bat sie die Kran­ken­haus­ver­waltung und die Staats­an­walt­schaft um Hilfe.
“Ich bemerkte, dass viele schwangere Jugend­liche, 15-Jährige, 16-Jährige, 18-Jährige, ins Kran­kenhaus kamen. Einige waren mit ihrem zweiten Kind schwanger. Fast alle waren schon zuvor in unser Kran­kenhaus gekommen… Doch jah­relang wurden sie nie­mandem gemeldet.
…Diese Kinder sollen per Imam-Ehe ver­hei­ratet worden sein. Ich würde das nicht als Ehe bezeichnen. Was zählt, ist die offi­zielle Ehe. Und diese Kinder sind nicht offi­ziell ver­hei­ratet.…. Ich sah ein 16-jäh­riges syri­sches Kind, das mit ihrem zweiten Kind schwanger war. Sie gebar ihr erstes Kind, als sie 12 Jahre alt war. Ich kann sie nicht vergessen.”
Nergiz sagt weiter:
“Etwa 250 schwangere Mädchen unter 18 Jahren wurden im Kran­kenhaus über einen Zeitraum von fünf Monaten und neun Tagen behandelt. Ich erkannte, dass die Fälle von 115 dieser Mädchen nicht bei der Polizei gemeldet wurden. Sie wurden auch nicht in den Pro­to­kollen der Kran­ken­haus­po­lizei festgehalten.
… Jedes Jahr werden etwa 450 bis 500 schwangere Mädchen in dieses Kran­kenhaus gebracht… Es gibt keine einzige Tür, an die ich im Kran­kenhaus nicht geklopft hätte, was diese 115 Kinder betrifft. Doch am Ende wurde ich ausgegrenzt.”
Nach tür­ki­schem Recht gelten Men­schen unter 18 Jahren als Kinder. Aller­dings, sagt Nergiz:
“… nach Angaben der Kran­ken­haus­ver­waltung und des Gou­ver­neurs sind sie keine [Kinder]… Sie melden keine schwan­geren Min­der­jäh­rigen an irgendwen. Weil es ihnen egal ist. Deshalb ist die Situation so schrecklich. Für sie ist es einfach normal. Wenn ich von 115 schwan­geren Kindern spreche, ist das eine opti­mis­tische Zahl. Es gibt Ärzte, die Kin­der­schwan­ger­schaften nicht einmal an die Sozi­al­ab­teilung melden. Die tat­säch­liche Zahl ist also noch viel höher.”
Die erste Gerichts­ver­handlung, an der die­je­nigen angehört wurden, die die Justiz nicht über den Skandal infor­miert haben, fand am 25. Juni statt.
Akif Akça, die stell­ver­tre­tende Chef­ärztin, und Nazlıcan Dilber, eine Sozi­al­ar­bei­terin, die wegen der Ver­tu­schung von Kin­der­schwan­ger­schaften vor Gericht steht, sagten aus. Beide wiesen Vor­würfe zurück, dass die Anwe­senheit von schwan­geren Mädchen im Kran­kenhaus nicht den Behörden gemeldet wurde: “Die Ver­fahren wurden nach den Anwei­sungen des Gesund­heits­mi­nis­te­riums durch­ge­führt, und es gab keine Fahrlässigkeit.”
Zum Abschluss der ersten Anhörung hob das Gericht das gegen Akça und Dilber ver­hängte Verbot von Aus­lands­reisen auf. Sie sind nun frei, die Türkei zu ver­lassen. Das Gericht teilte den beiden auch mit, dass sie nicht ver­pflichtet sind, an zukünf­tigen Anhö­rungen in diesem Fall teilzunehmen.
Ein ganz anderes Urteil wurde jedoch in Bezug auf Nergiz gefällt, die den Skandal auf­ge­deckt hat. Obwohl sie nicht bei der ersten Gerichts­ver­handlung anwesend war, da sie die­jenige ist, die den Skandal auf­ge­deckt und eine Beschwerde bei der Staats­an­walt­schaft ein­ge­reicht hat, ent­schied der Richter, dass Nergiz an der nächsten Ver­handlung teil­nehmen muss.
Die Rea­lität, die sie in diesem Kran­kenhaus zu ent­hüllen half, ist die Rea­lität im ganzen Land, sagte Nergiz. “Die Situation ist in der gesamten Türkei gleich. Außerdem ist das, was in diesem Kran­kenhaus auf­ge­deckt wurde, nur die Spitze des Eisbergs.”
Wie viele dieser Mädchen waren bereits ver­hei­ratet, als sie zur Geburt ins Kran­kenhaus kamen, und in welchem Alter haben sie gehei­ratet? Oder wurden sie außerhalb der Ehe sexuell miss­braucht? Wie viele wurden später gezwungen, ihre Täter zu hei­raten? Was ist mit ihren Babys pas­siert? Wie viele andere Kinder in der Türkei sind Opfer ähn­licher Miss­bräuche? Es scheint, dass diese Fragen unbe­ant­wortet bleiben werden.
Bekannt ist, dass Kin­derehen, Ver­ge­wal­ti­gungen von Kindern, Mädchen, die Mütter werden, obwohl sie selbst noch Kinder sind und andere Formen des sexu­ellen Miss­brauchs von Kindern in der Türkei zunehmend an der Tages­ordnung sind.
“Die Türkei ist das Land mit der höchsten Zahl von Kin­derehen in Europa”, heißt es in einem Bericht der Orga­ni­sation für Gewalt­prä­vention und Reha­bi­li­tation und des Praxis- und For­schungs­zen­trums für Kri­mi­na­lität und Gewalt der Uni­ver­sität Acı­badem in Istanbul. “Aber da reli­giöse [vom Imam geschlossene] Ehen weit ver­breitet sind, war es nicht möglich, die tat­säch­liche Anzahl von Kin­derehen in der Türkei zu bestimmen.” Der Bericht beschreibt auch die schreck­lichen, medi­zi­ni­schen, psy­cho­lo­gi­schen und sozialen Aus­wir­kungen von Kin­der­schwan­ger­schaften sowohl auf min­der­jährige Mütter als auch auf deren Babys.
Sexu­eller Miss­brauch von Kindern in der Türkei nahm in den 10 Jahren bis 2017 um 700% zu, laut der Anwalts­kammer Diyarbakir.
“Laut dem Türkei-Bericht 2015 der Orga­ni­sation ECPAT (Been­digung von Kin­der­pro­sti­tution und Men­schen­handel) sind Kinder die Gruppe, die in der Türkei am meisten sexu­eller Gewalt aus­ge­setzt ist”, sagte Zelal Coşkun, Mit­glied der Kin­der­rechts­kom­mission des IHD, auf einem Sym­posium in Istanbul.
Coşkun betonte, dass auf­grund früher Ehen viele Mädchen unge­bildet und arbeitslos bleiben:
“In der Türkei liegen die Netto-Beschu­lungs­quoten von Frauen auf allen Ebenen mit Aus­nahme des Fern­un­ter­richts unter denen von Männern. Die Zahl der Mädchen, die nach der Grund­schule die Mit­tel­stufe fort­setzen, wird immer niedriger.
Nach den Angaben des Minis­te­riums für Nationale Bildung sind 97,4% der­je­nigen, die ihre Aus­bildung auf­grund von Kin­derehen und ‑ver­lo­bungen nicht fort­setzen können, Mädchen.”
Obwohl das Rechts­system der Türkei noch nicht auf dem isla­mi­schen Scharia-Recht basiert, prägen isla­mische Lehren und Tra­di­tionen immer noch weit­gehend das Denken und Ver­halten vieler Men­schen — ein­schließlich ihrer Ansichten über Kin­derehe und Kin­des­miss­brauch. Die größten Opfer der Isla­mi­sierung von Gesell­schaften sind nach wie vor Mädchen und Frauen.


Quelle: Gate­stone Institute
Uzay Bulut, eine Jour­na­listin aus der Türkei, ist ein ange­se­hener Senior Fellow am Gate­stone Institute. Sie hat derzeit ihren Sitz in Washington D.C.