Islamismus & Terror

Imad Karim: Und der Haifisch, der hat Zähne …

14. Oktober 2018

„Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht und Macheath, der hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht“, heißt es in der Moritat von Mackie Messer, der von Bertolt Brecht getexteten und von Kurt Weill vertonten Moritat aus dem Theaterstück Die Dreigroschenoper von 1928.

Schreiend, mahnend und anflehend wende ich mich als Filmemacher, jahrelanger Fernsehautor und vor allem als Mensch an Sie alle: Schriftsteller, einflussreiche Medien- und Meinungsmacher, Redaktionsmitglieder von Spiegel, Focus, taz, Bild und andere KollegenInnen. An berühmte und wenig berühmte Schauspieler und Idole, an alle Wortführer und Trendgeber in unserer Mitte, an sämtliche Künstler aller Genre. 

Ich wende mich als stets linksliberaler politisch aktiver Bürger dieser Republik an alle Volksparteien, an Die Grünen, Die Linke, an sämtliche Aktivisten der Antifa und alle freiheitleibenden Menschen in unserer Gesellschaft. Ich wende mich als Ex-Moslem und heute religionsfreier Mensch an die großen Kirchen deutscher Katholiken und Protestanten, die kleinen Kirchengemeinden, alle demokratischen Vereine und Organisationen unserer Zivilgesellschaft.

Wachen Sie auf!

Wachen Sie auf, unsere Freiheit, unsere Grundwerte und unser Eigenschutz sind in großer Gefahr und ohne diese können wir niemandem zur Freiheit verhelfen. Wenn wir selber um unseren eigenen Schutz, um die Erhaltung unserer Freiheit und unserer Grundwerte kämpfen müssen, können wir keinen anderen schützen. Niemanden!

Ich bin entschieden gegen Identitätsverlust von Völkern und gegen die Installierung von freiheitsfeindlichen Dogmen und Lehren.

Hören Sie bitte auf, die einzigen Pächter von Moral unserer Gesellschaft sein zu wollen, denn die überwiegende Mehrheit Ihrer Leser, Zuschauer, Mitstreiter, Ihre Kirchenmitglieder und der ehrenamtlichen Aktivisten Ihrer Vereine und Verbände sind wahre Demokraten und mündige Bürger.

Verlassen Sie Ihren Weg der Arroganz und kehren Sie zurück zu den Menschen, ohne die Sie nicht das wären, was Sie sind. Nehmen Sie heute noch Abschied von Ihrem vermeintlichen Selbstverwirklichungstrip. Die Demokratie ist alt, die Freiheit aber, in der wir leben, ist jung, zart und sehr zerbrechlich.

Ich bin ein Niemand und dennoch jemand. Jemand, der mit 19 Jahren aus Beirut (Libanon) als Student in Ihr Land kam. Mit dem Glück, in einer proforma islamischen Familie aufgewachsen zu sein, verschlang ich Ihre wunderbaren von Ihren Vorfahren über Jahrhunderte erkämpften Grundwerte der Freiheit und der Toleranz. Es ist 38 Jahre her, 38 wunderbare Jahre.

Als alter Phönizier, war und bin ich niemals gegen Völkerwanderung, aber ich bin entschieden gegen Identitätsverlust von Völkern und gegen die Installierung von freiheitsfeindlichen Dogmen und Lehren. Menschen, die kommen und sich ins freiheitliche Wertesystem unserer Grundordnung einfügen, die sich assimilieren, sind zweifelsohne eine Bereicherung. Aber nur und ausschließlich diese Menschen! Denn sie sind ein Teil der historischen Dialektik und des zivilisatorischen Prozesses. Alles andere aber ist antizivilisatorisch.

Niemanden kann auf Dauer, um sich die Welt schön zu malen, die Realität ausblenden

Ob Sie die Realität einsehen und anerkennen wollen oder nicht, es bleibt die Realität – egal, wie sehr Sie diese zu ignorieren, verleugnen und mit Ihrem starken Einfluss rücksichtslos zu zertrampeln versuchen. Weder Sie als Meinungsmacher noch als einflussreiche Politiker und Prominenz können die Wahrheit ändern oder auf Dauer fälschen.

Und die Wahrheit ist: 95 Prozent der Menschen, die zu uns kommen, lehnen unsere Werte, die Werte der freiheitlichen Demokratie vollkommen ab. Diejenigen aber, die wirklich unsere Hilfe brauchen, schaffen es meist gar nicht, zu uns zu kommen, denn sie haben keine 10.000 Euro, um die Schlepper bezahlen zu können, und sie beherrschen nicht das Spiel der Propaganda mit hilflosen Kindern.

Sie, die Gutmenschen (Heuchler), helfen damit niemandem, sondern sie richten großen Schaden an. Ihre Kinder und unsere Kinder werden Jahrzehnte mit Waffen kämpfen müssen, um ihre Freiheit wiederzuerlangen. Sie werden kämpfen müssen, und es wird ein langjähriger und blutiger Krieg werden!

Versucht nicht, mir rechtsradikales Gedankengut unterzujubeln!

Nein, Sie können mir keinen Faschismus vorwerfen und auch kein Ariertum, denn ich bin ein zugezogener Deutscher mediterraner Herkunft. Meine Gene stammen aus dem östlichen Mittelmeerraum. Und an euch junge „Antifa-Aktivisten“ gerichtet: Versucht nicht, mir rechtsradikales Gedankengut unterzujubeln! Ich habe bereits in den Achtzigern die Internationale gesungen und gegen Nato und Nato-Doppelbeschluss sowie gegen die Stationierung der Pershing-Raketen demonstriert, als viele von Euch noch nicht geboren waren. Nein, Sie alle können mir kein Ressentiment gegenüber Flüchtlingen unterstellen, denn ich verließ meine Heimat zwar als Student und nicht als Flüchtling, aber in einer Zeit, als Beirut wegen der religiösen Kriege brannte.

Als Fernsehautor und Filmemacher warb ich bereits in den Neunzigern über meine Fernsehfilme und Reportagen für Verständnis für Flüchtlinge und politisch Verfolgte (Dann lieber ins falsche Paradies). Als Fernsehautor und Filmemacher warb ich auch in meinen Fernsehfilmen und Reportagen für gegenseitige Verständigung der Völker (Pauschal total – Eine Reise, zwei Ansichten). Als Fernsehautor und Filmemacher verurteilte ich auch in meinen Fernsehfilmen und Reportagen jegliche Form von Rassismus (Kumpel Charly), und ich drehte auch in Ko-Autorenschaft einen Film über Cem Özdemir, den späteren Bundesvorsitzendern der Partei Bündnis 90/Die Grünen, als er ein junger unbekannter Lokalpolitiker und noch nicht bekannt war. (Zweimal Deutschland – der Spätzletürke). Ich schreibe hier nicht, um Ihnen allen meinen Lebenslauf zu präsentieren, sondern um zu versuchen, Ihnen zu verdeutlichen, was meines Erachtens auf uns zukommen wird.

Die Ablehnung einer aggressiven, freiheitsfeindlichen Weltanschauung ist kein Rassismus, sondern eine demokratische Bürgerpflicht.

Ich kenne die Menschen im Nahen Osten und in Nordafrika, von wo ich jahrelang fürs Deutsche Fernsehen berichtete. Ich machte Reportagen unter anderem in Syrien, Libanon, Irak, Ägypten, Tunesien und Marokko. Dort gibt es zweifelsohne großartige aufgeklärte Menschen, und die sind zum größten Teil dort geblieben. Die Masse könnte auch aufgrund der Güte, die sie in sich trägt, wunderbare Zeitgenossen werden. Aber ihnen wird durch den religiösen Fanatismus jegliches Bewusstsein für Recht entnommen.

Wir helfen diesen Menschen nicht, indem wir sie, die ihren religiösen Fanatismus im Koffer mitschleppen, hierher kommen lassen. Wir helfen niemandem, wenn wir diesen Konflikt hierher verlagern. Ein fataler Schritt, der uns weit zurück ins Mittelalter katapultieren wird, sollten wir, sollten vor allem Sie als Meinungsmacher nicht endlich aufwachen.

Ich zitiere hier einige Zeilen, deren Urheber mir leider nicht bekannt ist:

Die Ablehnung einer intoleranten und mittelalterlichen Weltanschauung ist kein Rassismus, sondern eine hohe Verantwortung eines jeden denkenden Menschen. Wenn wir der ungehinderten Ausbreitung jener Menschenverächter nichts entgegen setzen, bringen wir unzählige Menschen in ernste Gefahr.“

Diese unzähligen Menschen sind Sie und wir alle.

Imad Karim, Ex-Moslem, Humanist & Deutschlandbekenner


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