Politik

Das Napoleonsyndrom 2.0

4. November 2018

Linke Parteien verlieren überall an Zuspruch. Und wenn sie doch einmal etwas dazu gewinnen (so wie jüngst die Grünen in Bayern), dann liegt das nicht an den Arbeitern und Proletariern, die ihre Liebe zu den Marx`schen Theorien wiederentdeckt haben, sondern es liegt paradoxerweise an Leuten, die sich das heutige Links-Sein leisten können müssen: In Bayern gewannen die Grünen am meisten in München dazu – und zwar vor allem über die Wähler aus den bürgerlichen Segmenten.

Endzeit

Das ist das vernichtendste Urteil, das die Sozialdemokratie jemals erleben musste: Einerseits laufen ihr die Wähler Richtung Rechts-Parteien davon, andererseits wählen heute gerade jene links, die früher eher konservativ waren und aus verschiedenen Gründen diese Einstellung aufgegeben haben. Und diese Neu-Linken wählen nicht das traditionelle Rot, sondern sie entscheiden sich für Grün.

Was sind die Ursachen?

Es ist wie immer: Nicht der Wähler ist schuld, sondern die Partei, die nicht gewählt wird, erzeugt die Ursachen für ihre Abwahl selber. Und in den politischen Bewegungen sind wiederum die Leute, die ganz vorn stehen und die Inhalte vorgeben, für das Wohl und Wehe ihrer Truppe verantwortlich.

Bei den Linken sind es nicht nur die visionslosen, dafür aber umso arroganteren Politiker selber, die ihren eigenen Untergang bereiten, sondern es sind auch die vielen linksideologisch beeinflussten Medienleute mitbeteiligt, die mit einer unfassbaren Überheblichkeit seit Jahren dem Volk erklären wollen, was politisch, moralisch und „haltungsmäßig“ richtig oder falsch ist. Sowohl die öffentlich-rechtlichen wie auch die gerne sogenannten Qualitäts-Medien, beherbergen ganze Kohorten von Meinungsbildnern, die wie eine Armee von kleinen Napoleons auf der von ihnen erzeugten Welle des Hypermoralismus dahinsurfen und mit ihren Sendungen, Essays und Kolumnen Europa auf die linke Art erobern wollen.

Der Napoleon-Komplex

Wie wir wissen, hat es aber nur einen wirklichen Napoleon gegeben und auch er ist nach großen Erfolgen bitter gescheitert. Der Napoleon-Komplex ist seit seinem Namensgeber, dem Psychologen Alfred Adler, ein weithin bekannter Begriff und er bezeichnet ursprünglich das aufgeplusterte Verhalten kleiner Männer, die wegen ihrer geringen Körpergröße an kompensatorischer Geltungssucht leiden.

Mit vielen altlinken und neulinken Medienleuten und Politikern ist es im übertragenen Sinne ähnlich: Wegen ihrer immer geringer werdenden Bedeutung müssen sie sich immer mehr aufblähen und ihre moralistischen Meinungen durch den Blätterwald krähen, weil sie meinen, dann besser gehört zu werden.

Dass dieses Verhalten auf haarsträubenden Irrtümern beruht, fällt ihnen nicht auf, trotzdem oder gerade weil ihre Gegner (nämlich die von ihnen so bezeichneten bösen rechten Populisten) ununterbrochen politische Erfolge einfahren. Ein krähender Hahn neigt nun mal nicht zur Selbstreflexion, er kann höchstens noch wilder herumflattern und noch lauter krähen.

Der Migrationspakt

Ein wunderbares Beispiel des Napoleonsyndroms 2.0 kann man aktuell an den empörten Reaktionen der UN-Migrationspakt-Unterstützer beobachten, die sich ganz fürchterlich darüber mokieren, dass Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache den Pakt einhellig ablehnen. Die beiden tun das zu Recht und mit der klaren und rationalen Begründung, dass dieser unselige Pakt die Massenmigration fördern und die Souveränität Österreichs gefährden würde. Wer sich die Zeit nimmt und den Pakt durchliest, wird zu keinem anderen Ergebnis kommen – ausser, er ist linksideologisch eingeengt, ein Profiteur der Massenmigration oder eben ein hypermoralistischer Napoleon-Komplexler.

Die Engstirnigkeit hält an

Die Neu- und Altlinken sowie die so gern als liberal daherkommenden Modernisten und die arroganten Adoranten des grenzenlosen Europas haben noch immer nicht begriffen, dass die Migration aus dem Orient und aus Afrika das größte Problem seit 1945 darstellt, weil sie sämtliche Lebensbereiche der Bürger am intensivsten tangiert. Und sie haben vor allem nicht kapiert, dass dem Volk die eigene Nation und deren Sicherheit zu Recht wichtiger ist als diverse Probleme irgendwo auf der Welt, die man laut der internationalen Zeigefinger-Wackler angeblich nur „gemeinsam“ lösen kann.

Sache der Nationen

Freilich, die internationale Kooperation zur Lösung der global auftretenden Migrationsprobleme ist notwendig und man kann sich dem nicht völlig verschliessen. Aber zunächst ist es Angelegenheit jeder einzelnen Nation, für sich die grundsätzlichen Entscheidungen zu treffen, wie man mit Millionen von potenziellen Immigranten umgehen will. Und es ist das gute Recht und sogar die Pflicht jedes souveränen Staates, zur ungehemmten Zuwanderung „Nein!“ zu sagen. Da können sich die Napoleons aufplustern wie sie wollen, sie werden trotzdem immer wieder ihr Waterloo erleben.

 


Dr. Marcus Franz – www.thedailyfranz.at


Jetzt eintragen und News kostenlos per E-Mail erhalten:

Ad
Ad
Ad
Ad
Ad