Wirtschaft

Zollkrieg zwischen China und den USA: And the winner iiiiiis… Donald Trump!!!

23. November 2018

2016: Trump wird niemals gewählt werden! Trump ist doof und böse, ein Grenzdebiler, ein Trampeltier! Huch? Doch gewählt? Ohmeingott, die Welt geht unter!
2017: Aber
er wird kein Jahr im Amt durchstehen, niemals!
2018: Wie? Bald zwei Jahre im Amt? Und bei den Midterms bestätigt? Aber Einfuhrzölle??? Geht gar nicht! Um Gottes Willen!
Ökonomen rauften sich die Haare: Trump isoliert die USA und führt sie ins Verderben.

Bsssssttt…! Wir spulen vor… November 2018:

Der Handelskrieg zwischen China und den USA wird seit einem Dreivierteljahr mit harten Bandagen geführt. Man schenkt sich nichts. China wird sauer, die USA erheben Einfuhrzölle auf Aluminium, Stahl und Tech-Güter. Die billigen, chinesischen Solarpaneele sind mit Zöllen zu teuer, nicht mehr konkurrenzfähig und daher im USA-Land nur noch schwer zu verkaufen. Die Drucker, Scanner und Handys liegen bleischwer in den Lagern. Zu teuer.

Im März führte der US-Präsident globale Abgaben auf Stahl und Aluminium ein, woraufhin die Importe aus China dramatisch fielen: nämlich um 45 Prozent. Noch härter traf es chinesische Solarmodule, auf die Trump bereits ab Januar Zölle erhebt. Dort gab es einen Rückgang um 70 Prozent!

Aber China schlägt zurück: Einfuhrzölle auf US-Landwirtschaftsprodukte – zack! Die Farmer in den sogenannten „Midwestern“, Minnesota, Missouri, Iowa, Illinois und Wisconsin, das Land der riesigen Farmen bis zum Horizont, bleiben auf ihren Ernten sitzen und suchen nach neuen Abnehmern. Aber Vietnam, Korea und Japan kaufen noch.

Ökonomen barmen um die US-Wirtschaft. Doch nein, ein Blick in die Zahlen zeigt das Gegenteil. Das Institut „Oxford Economics“ hat sich der Armeen der Zahlen angenommen. Das britische Wirtschaftsforschungsinstitut (hat auch einen Sitz in Frankfurt), examinierte die Finanzmärkte und stellt erstaunt fest: „Die Investoren küren Amerika zum bisherigen Gewinner“, sagt der Ökonom Adam Slater.

  • Die Wall-Street Börse entwickelt sich unter den „Trumponomics“ recht vorteilhaft
  • Der Dollar hat gegenüber dem Yuan deutlich zugelegt
  • China muss im Handelskrieg mehr Federn lassen als die USA
  • US-amerikanische Importeure tätigen immer weniger Neukäufe in China
  • Speziell Konsumgüter werden für die Amerikaner teurer und sie kaufen mehr einheimische Produkte

Aber die Daumenschrauben für China werden wahrscheinlich noch weiter angezogen. Bisher haben sich die Güter aus China, die mit Zöllen belegt worden sind, um 250 Milliarden insgesamt verteuert. Präsident Trump stellt noch weitere 250 Milliarden Zölle – diesmal auf alle chinesischen Güter – in Aussicht. Es sei denn, der chinesische Präsident Xi Jinping wird bei dem bald anstehenden Gespräch nachgeben. Konkret heißt das: China soll seinen Markt weiter für US-amerikanische Firmen öffnen. Außerdem sollen verbindliche Regelungen getroffen werden, um das massenhafte, chinesische Plagiieren von Technologie zu unterbinden. Und der Staat solle nicht weiter so hohe Subventionen für die Wirtschaft bezahlen, das verzerre den Wettbewerb. Eine riesige Kröte für Präsident Jinping. Man darf gespannt sein.

Insider vermuten, dass Präsiden Jinping nachgeben muss.

Die britischen Marktanalysten sind mit ihrer Einschätzung nicht allein. Auch das deutsche ifo-Institut sieht die Lage ähnlich. Zumal die finanzielle Belastung zum weitaus größten Teil an den chinesischen Herstellern hängen bleibt. Diese müssen die Zölle zu 75% stemmen, sonst wird der Preis für den amerikanischen Endkunden so hoch, dass die Ware in den USA unverkäuflich wird.

Den Vereinigten Staaten von Amerika aber spülen die Zölle Geld in die ausgetrocknete Kasse.

Die Verblüffung der Medien, dass Präsident Trump mit seinem bösen Protektionismus Erfolg hat, zeugt von ideologischer Verblendung. Weil seit Jahren der „Globalismus“ und der weltweite „Freihandel“ so positiv bewertet wird und das Wort „Protektionismus“ vor dieser Kulisse den Anhauch unmoralischer Erpressung bekommen hat, kann Protektionismus ja keinesfalls Vorteile haben.

Aber sicher, die hat er. Das Wort kommt vom Lateinischen „protegere“ = schützen, „protectus sum“ = ich bin geschützt. Man schützt also die eigenen Märkte und die eigene Wirtschaft, indem man verhindert, dass ein Fremder durch niedrige Löhne, billige Rohstoffe oder andere Vorteile die eigene Wirtschaft ruiniert, weil die nicht mithalten kann. Dadurch verlieren die Firmen des eigenen Marktes die Kunden an den Fremden und gehen bankrott. Die Beschäftigten dieser Firmen werden arbeitslos und müssen vom Staat unterstützt werden. Arbeitslosengeld ist immer knapp bemessen, so können diese ehemaligen Angestellten nicht nur keine Steuern mehr zahlen, sondern kosten Geld und werden sich erst recht billige Produkte kaufen müssen. Aber auch die anderen Steuerzahler werden gleichzeitig durch steigende Sozialabgaben für die Arbeitslosen belastet und müssen gleichzeitig mit weniger Lohn mehr produzieren, um gegen die billigen Einfuhren bestehen zu können.

So stellt laut der Onlinezeitung „Welt“ der Ökonom Gabriel Felbermayr vom ifo-Institut lapidar fest: Das Problem mit dem Protektionismus ist, dass er sich tatsächlich wirtschaftlich vorteilhaft auf die USA auswirken kann.“

Man könnte auch sagen, dass man als ökonomischer Laie doch Bauklötze staunt, dass sich nun seit zwei Jahren die Ökonomen und Top-Manager weltweit einig waren, dass Präsident Trump – pardon – „strunzdumm“ sei und mit seinen mittelalterlichen Zöllen die USA in den Abgrund stoßen werde. Um nun nach zwei Jahren schmallippig zugeben zu müssen, dass „America first“ und der schröckliche, schröckliche Trump-Protektionismus den USA offenbar doch auf die Beine hilft.

22,5 Milliarden Dollar mehr in der Staatskasse allein durch Zölle. Den Nettogewinn veranschlagen die Wirtschaftswissenschaftler auf 18,4 Milliarden Dollar. Die sinkenden Einfuhren aus China werden überdies das Handelsdefizit der USA mit China beträchtlich senken.

Umgekehrt kann China mangels Export-Masse aber nicht sehr viel an Zöllen gegenüber den USA erheben. Ein Duell Bazooka gegen Luftgewehr geht selten gut für den Besitzer des Luftgewehrs aus.

Außerdem leidet nicht nur China unter dem Handelsstreit, sondern die gesamte Region. So sind auch Japan, Korea, Taiwan und Thailand als wichtige Zulieferer für China betroffen, denn sie produzieren wichtige Bauteile für chinesische Exportgüter.

Sicher werden die US-Amerikaner nun mehr Geld für chinesische Produkte ausgeben müssen als bisher. Aber das soll sie ja gerade dazu bringen, eher US-produzierte Produkte zu kaufen und damit wieder Arbeitsplätze und beschäftigte, kaufkräftige Steuerzahler zu schaffen.

Nun, beobachten wir, ob dieser harte Kurs von Präsident Trump zusammen mit der Steuerreform tatsächlich das Ruder herumreißt und die USA aus ihrer Talfahrt wieder herauskommen. So „strunzdumm“ ist er ja anscheinend doch nicht.


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