Politik

Fachkräftemangel in der Bundeswehr: Polen, Italiener und Rumänen Welcome!

28. Dezember 2018

Die Bundeswehr braucht Leute. Irgendwie haben die Deutschen nicht so recht Lust, unter Führung von Frau Bundesverteidigungsministerin von der Leyen ohne Ausrüstung, nicht einmal Unterwäsche, in den Krieg gegen Russland und China zu ziehen.

Daher prüft der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, die Möglichkeit, Ärzte, IT-Spezialisten und andere Fachkräfte aus anderen EU-Ländern anzuwerben. Oder auch Rumänen. Nach Auskunft der Sprecherin des Verteidigungsministeriums gibt es hierzu bereits Konsultationen zwischen der Bundesregierung und anderen EU-Partnern.

Das anvisierte, „Quantitative Potential“, das die Bundeswehr anzapfen möchte, lässt sich in Zahlen ausdrücken. 255.000 Polen, 185.000 Italiener und 155.000 Rumänen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren leben in Deutschland. Wenn 10% davon für die Bundeswehr zu gewinnen wären, kämen 50.000 Männer als Verstärkung.

Damit die Neuzugänge auch verstehen, was ein über den Kasernenhof gedonnertes „Stillgestanden“ bedeutet, soll sixh das neue Bundeswehr-„Konzept“ nur auf EU-Ausländer beziehen, die schon mehrere Jahre in Deutschland leben und fließend Deutsch sprechen. Damit will man die anderen EU-„Partner“ beruhigen und keinen Argwohn wecken, die deutsche Bundeswehr könnte ihnen ihrer eigenen Soldaten durch besseren Sold abwerben.

Andererseits ist das raffinierte Konzept der Bundeswehr überhaupt nicht neu. Auch andere EU-Länder nehmen gerne EU-Ausländer in ihre Reihen auf: Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und Spanien praktizieren das schon länger mit Erfolg.

Die bereits genannten Konsultationen mit den EU-Partnern sollen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben, lässt das Verteidigungsministerium wissen.

Die bulgarische Regierung hält beispielsweise nicht viel von den deutschen Anfragen. Bei der eigenen Armee besteht bereits deutlicher Personalmangel. 20 % der Dienstposten können auch dort schon nicht mehr besetzt werden. Im Vergleich zu Bulgarien sind die Armeegehälter in Deutschland deutlich höher, und so befürchtet man in Bulgarien, Rumänien und Griechenland „katastrophale Folgen“ für die Personaldecke der eigenen Armeen.

Auch andere EU-Partner aus Osteuropa, so räumt man ein, reagierten offenbar „zurückhaltend“ auf diese Option. Vor allem aus dem umworbenen Polen signalisiert der Außenminister „Skepsis“. Schon wieder haben die Osteuropäer die EU-Identität nicht begriffen. Und beharren auf ihrem Nationsgedanken. Polens Außenminister Jacek Czaputowicz kritisierte: „Der Armeedienst ist eng verbunden mit der Nationalität.“ Genau wie im diplomatischen Dienst oder bei der Polizei seien überall auf der Welt nur die eigenen Staatsbürger erlaubt.

Vermutlich spielt er dabei auf den Fakt an, dass jemand nur zur Verteidigung des eigenen Vaterlandes, seiner Familie und seines Volkes wirklich bereit sein könnte, das eigene Leben zu opfern. Denn wie die Erfahrung zeigt, ist auf Söldner, die das nur als Job machen, im Zweifelsfall kein Verlass. Und auch Söldner, wie die von Akademi (ehemals Blackwater), Securitas, DynCorp oder Asgaard bieten ihre Dienste nicht gerade für Billigsold an. Zwischen 800 und 1500 Dollar pro Tag verdient man als Söldner. Das kann die Bundeswehr nicht bieten.

Frau Verteidigungsministerin von der Leyen möchte auf jeden Fall verhindern, dass Begriffe wie „Fremdenarmee“ oder „Fremdenlegion“ in diesem Zusammenhang fallen. Die EU-Ausländer sollen auch nicht für den Dienst an der Waffe eingesetzt werden. Bei den Spezialkräften und den Kampfeinheiten sollen nach wie vor nur Deutsche eingesetzt werden.


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