Kli­ma­wandel – was ist zu tun? Ein etwas anderes Fazit der COP24

Von Roger Letsch - Die Kli­ma­kon­ferenz COP24 ist Geschichte und je nachdem, welchen Poli­tiker oder Akti­visten man fragt, liegt die Bewertung des Erfolgs irgendwo zwi­schen „Mei­len­stein“ und „Total­ver­sagen“. Und das sind wohl­ge­merkt nur die Stimmen der Befür­worter, nicht von Kri­tikern der Klima-Hys­terie und des all­jähr­lichen Wan­der­zirkus COP. Der Wunsch der durch gut orga­ni­sierte Lob­by­gruppen auf­ge­hetzten Poli­tiker, einst als Welt­retter in die Geschichte ein­zu­gehen, lässt diese zu geradezu ekel­haften psy­cho­lo­gi­schen Tricks greifen. Etwa, indem man ein fünfzehn Jahre junges Mädchen mit Pippi-Lang­strumpf-Zöpfen als Fackel der sofor­tigen Decar­bo­ni­sierung Europas und der ganzen Welt auf eine wie Zunder bren­nende, auf­ge­wie­gelte Menge von Akti­visten los lässt, die zu jeder noch so absurden Selbst­be­zich­tigung fähig sind. Mea culpa, mea maxima culpa! Ich berichtete darüber. Nun ist es eine Sache, eine Ideo­logie zu ver­spotten und als Buden­zauber zu bezeichnen. Eine ganz andere jedoch, Vor­schläge zu machen, wie es besser gehen soll. Schließlich seien bei dieser Art Kon­fe­renzen aus­ge­wiesene Experten am Werk, da soll der Laie doch besser demütig schweigen.
Dieser Vorwurf, gedacht als Tot­schlag­ar­gument, ist als Abwehr­re­aktion ver­ständlich, aber unzu­lässig. In einem Land mit 80 Mil­lionen Bun­des­trainern sollte klar sein, dass Expertise nicht alles sein kann. Sonst würden wir heute wohl noch Hexen ver­brennen, schließlich gab es „Experten“, die genau zu erkennen vor­gaben, woran eine Hexe zu erkennen sei. Oder ein Kli­ma­wandel. Um es etwas popu­lärer und mit Karl Kraus zu sagen: „Ich kann keine Eier legen, aber ich weiß, wenn eines schlecht ist.“ Im Bezug auf den Klima-Alar­mismus, der die Decar­bo­ni­sierung vor­an­treiben und noch im letzten Pfälzer Forst eine weitere Etage für Wind­räder ein­ziehen möchte, ist es aber schon das vor­geb­liche Problem, über das die Kri­tiker eine gänzlich andere Ein­schätzung haben als jene, die der Ideo­logie hin­ter­her­laufen oder von ihr pro­fi­tieren. Um im Bild zu bleiben: es geht nicht darum, ob man eine Hexe ver­brennen oder ersäufen solle, sondern um die Frage, ob es Hexen über­haupt gibt.
Medial ist diese Frage längst ent­schieden. Da fangen die Klebers und Gauses ihre Mode­ra­tionen mit Sätzen an wie „In Zeiten des Kli­ma­wandels…“ und legen damit die poli­tische Agenda axio­ma­tisch fest. Kein Kon­junktiv und keine Frage ver­un­zieren die Fest­legung, dass es immer wärmer werde, weil die Menschheit zu viel CO2 aus­stoße und das müsse sofort enden, weil sonst die Welt untergehe.
Letztlich geht es aber um die Ein­schätzung, ob CO2 tat­sächlich einen so großen Ein­fluss auf das Klima hat, wie Schel­len­huber & Kol­legen von der Kanzel ver­künden und ob es unab­hängig von der Antwort nicht auch positive Effekte gibt, die die nega­tiven mög­li­cher­weise sogar bei weitem über­treffen. Auch muss man kri­tisch betrachten, ob CO2 und der Kli­ma­wandel, der mit­tel­al­ter­lichen Vor­stellung vom Teufel gleich, tat­sächlich für all die beob­ach­teten und gefühlten Kata­strophen ver­ant­wortlich ist oder ob andere Erklä­rungen nicht sehr viel näher liegen.
Dieser „Krieg der Grund­an­nahmen“ wird mit Worten geführt und brachte Wort­schöp­fungen hervor wie „Kli­ma­killer“, „Kli­magift“ oder mein Lieb­lings-Tot­schlag-Wort „Kli­ma­l­eugner“. Dem könnte man in einer sach­lichen Dis­kussion gegen­über­stellen, dass man den Kli­ma­wandel ebenso wenig leugnen kann wie die Schwer­kraft und dass CO2 schlicht und einfach ein Grund­nah­rungs­mittel ist, nämlich für Pflanzen. Die seit dem Beginn der Indus­tria­li­sierung um etwa 50 ppm zuge­nommene Kon­zen­tration führte dazu, dass die Erde grüner wurde – und zwar messbar! Die leicht erhöhte Kon­zen­tration von CO2 hat erheb­lichen Ein­fluss auf die Erträge der Land­wirt­schaft, was in einer Situation, in der die Welt die rasante Bevöl­ke­rungs­ent­wicklung kom­plett aus dem Blick ver­loren hat, eine bedeu­tende Rolle spielt.
Ideal für die Pho­to­syn­these wären übrigens Kon­zen­tra­tionen von 600‑1600 ppm. Werte, von denen wir in der Praxis– außer unter den künst­lichen Bedin­gungen in Gewächs­häusern – weit ent­fernt sind. Die Vor­stellung, CO2 wäre in irgend­einer Weise toxisch, darf man indes genauso rubri­zieren wie die Aussage, eine Frau sei eine Hexe, weil sie an einer Alraun­wurzel her­um­schnitzt. CO2 ist ein weit­gehend inertes Gas, das keine gif­tigen Ver­bin­dungen bildet – schon gar keine für das Klima „gif­tigen“. Zudem ist CO2 ein Stoff, den die Ener­gie­wende-Experten als Heils­bringer in anderer Mission geradezu sehn­suchtsvoll anschmachten, nämlich, wenn sie den durch Wind­energie und Elek­trolyse erzeugten Was­ser­stoff (das ener­ge­tisch wenig ergiebige Power-to-Gas-Ver­fahren) in besser trans­por­tier­bares Methan umwandeln wollen. Das klappt aber nur dann eini­ger­maßen effektiv, wenn das CO2 in aus­rei­chender Kon­zen­tration bereit­steht. Und bevor sie jetzt annehmen, ich wolle die Atmo­sphäre mit CO2 sät­tigen, um den Power-to-Gas-Piloten einen guten Start zu ver­schaffen… bleiben sie ruhig, das würde nicht klappen. Die benö­tigten Werte kann die Atmo­sphäre nicht liefern, dafür braucht es CO2 im indus­tri­ellen Maßstab, welches eben nur die Industrie liefern kann. Aber diese Abhän­gigkeit ist den grünen Bruch­pi­loten der Spei­cher­netze erst recht unan­genehm. Für Pflanzen jedoch machen 50 ppm mehr in der Luft schon einen gewal­tigen Unterschied.
Tsu­namis ver­ur­sacht der Kli­ma­wandel sicher nicht, Herr Lauterbach!

Das Problem ist nun, fest­zu­stellen, welche Kon­zen­tration von CO2 und welche pla­netare Durch­schnitts­tem­pe­ratur die „richtige“ ist. Dum­mer­weise hat man beim Aus­packen des Pla­neten Erde ver­gessen, den Bei­pack­zettel oder die Betriebs­an­leitung auf­zu­be­wahren. Man kennt also beides schlicht nicht. Deshalb erklärt man kur­zerhand einen scheinbar ange­nehmen Ist-Zustand zur Norm, indem man die Betriebs­tem­pe­ratur auf 15°C* und die ideale Kon­zen­tration von CO2 auf das „vor­in­dus­trielle“ Niveau von 350 ppm ein­stellen will. Man möchte buch­stäblich ein dyna­mi­sches in ein sta­ti­sches System ver­wandeln, was in meinen Augen die eigent­liche Bedeutung der „Leugnung des Kli­ma­wandels“ ist. Das Klima möge kon­stant sein, so gehalten werden und sich nicht ändern. Schlimmer noch, man ver­brennt all jene auf dem ideo­lo­gi­schen Schei­ter­haufen, die behaupten, Kli­ma­wandel sei etwas völlig Nor­males und wir müssten lernen, damit umzu­gehen – wie wir es immer schon getan haben.

Rückkehr ins vor­in­dus­trielle Paradies

Unser Außen­mi­nister glaubt, der Sicher­heitsrat befasse sich mit dem Welt­klima. Stimmt! Aber sicher nicht im phy­si­ka­li­schen Sinn!

Warum man die Skep­tiker, deren Anzahl nicht gerade klein ist, zur Paria macht und mit dem Wort „Kli­ma­l­eugner“ belegt, lernt man in der Pro­pa­gan­dis­ten­grund­schule. Oder in einer reli­giösen Schule, denn auch die Kli­ma­wandel-Ver­hin­derer erfüllen alle Merkmale einer dua­lis­ti­schen Heils­lehre von Gut und Böse. Es gibt Jünger und Apostel, die Zustands­be­richte des IPCC sind die Enzy­kliken, man trifft sich auf Synoden, verehrt Heilige wie Al Gore oder Schel­len­huber. Nicht zu ver­gessen die Omni­präsenz des Glaubens, der wie ein fester Teig über allen Phä­no­menen aus­ge­breitet wird und Außen­ste­hende oft am Ver­stand der Prot­ago­nisten zweifeln lässt. Man denke nur an den Tweed von Karl Lau­terbach, in dem er einen Vul­kan­aus­bruch mit Tsunami in Indo­nesien mit dem Kli­ma­wandel ver­knüpfte. Man bekämpft das Böse und erteilt Ablass, ver­spricht Erlösung und hat ein Paradies anzubieten.
So ver­kündet man, „vor der Indus­triezeit“, da liegt das Paradies, aus dem wir nach dem Sün­denfall „Indus­tria­li­sierung“ ver­trieben wurden und dort wollen wir wieder hin. Die Annehm­lich­keiten unseres sün­digen indus­triell-kon­sum­ori­en­tierten Lebens wollen wir aber dorthin mit­nehmen und weil die Güter, schmutzig wie sie sind, nicht ins Paradies dürfen, müssen sie ange­passt und in den Zustand der Unschuld zurück­ver­setzt werden. Wir fahren Rad, essen lak­to­sefrei und vegan und reisen gern mit leichtem Gepäck. Besonders ideo­lo­gisch, denn da ist die Welt ein­ge­teilt in Dinge, die dem Klima und somit der Erlösung nutzen (Ver­zicht, Askese, Bio-Pro­dukte, Wind­kraft, Migration) und solche, die ihm schaden und in die Ver­dammnis führen (Konsum, Verkehr, Industrie, Kohle, sogar Bargeld).
Nach­folgend möchte ich ver­suchen, anhand einiger Aspekte ein Bild von dem zu ent­werfen, was im „Kli­ma­schutz“ falsch läuft und warum. Ich erhebe keinen Anspruch auf Voll­stän­digkeit und sicher kann man das alles auch unter anderen Blick­winkeln sehen. Ich bemühe mich, einige der Hys­terien zu erden, mit denen wir medial seit Jahren auf­ge­laden werden. Was das Klima der Welt angeht, sieht die Zukunft nämlich weit weniger düster aus, als uns die Alar­misten von COP, IPCC, PIK und Politik glauben machen wollen.

1) Das Richtige aus den fal­schen Gründen tun

Das Ver­trackte an der Kli­ma­ret­terei ist, dass nicht alle ergrif­fenen Maß­nahmen per se falsch sind. Manches ist durchaus sinnvoll, nur eben aus anderen Gründen. Deshalb ist es auch oft so schwierig, die Klima-Agenda in Bausch und Bogen zu ver­dammen. Dass die gut gemeinten Maß­nahmen am Ende dann oft scheitern, liegt daran, dass man den Staat oder sogar inter­na­tionale Orga­ni­sa­tionen mit der Durch­führung betraut und dort, wo sich keine Märkte bilden wollen, Steu­ergeld mit vollen Händen ausgibt. Dabei ist es ja durchaus sinnvoll, zum Bei­spiel Res­sourcen sparsam ein­zu­setzen. Bei gleicher Aus­stattung und iden­ti­schem Preis, wer führe nicht lieber ein Auto, das 5 Liter ver­braucht, als eines, das 10 Liter auf 100 km ver­schleudert? Wer würde sich nicht für ein Elek­troauto ent­scheiden, wenn es den Ver­brennern tech­nisch und im Gebrauchswert tat­sächlich über­legen wäre? Und tat­sächlich passen die aktu­ellen E‑Autos durchaus auf bestimmte, sehr ein­ge­schränkte Nut­zungs­profile wie Kurz­strecken oder „von-A-nach-B-pendeln”, wenn in A und B Ladein­fra­struktur exis­tiert, das Laden sub­ven­tio­niert wird und nicht zu viele A‑B-Pendler unterwegs sind.
Der Gebrauchswert ist jedoch immer ent­scheidend und um den zu betrachten, darf man nicht nur die Benutzung ins Kalkül ziehen, sondern Her­stellung, prak­tische Eignung im Betrieb, Ent­sorgung und so weiter. Auch ein Windrad muss erst her­ge­stellt, trans­por­tiert und dann gewartet werden und nach 20 Jahren müssen die brö­se­ligen Fun­da­mente zurück­gebaut werden. Res­sour­cen­schonend ist die Sache also nicht, es sind nur andere Res­sourcen, die ver­schleudert werden und man nimmt diese nicht so gern in den Blick. Es gilt aber durchaus lang­fristig so viele Pro­zesse wie möglich in Stoff­kreis­läufen zu orga­ni­sieren, um soge­nannte „Senken“ zu ver­meiden. Das heißt, zu ver­hindern, dass Stoffe (Metalle, Kohle, Öl…) durch die Nutzung durch den Men­schen erst kon­zen­triert, dann aber ver­streut werden und nur noch schwer nutzbar sind. Wir sind da schon auf einem guten Weg, wenn man zum Bei­spiel an die Wie­der­ver­wen­dungs­quoten von Metallen denkt.
Für Öl und Kohle ist das schwie­riger, weshalb es sehr sinnvoll ist, Alter­na­tiven zur Ver­brennung fos­siler Lager­stätten zu finden, weil wir diese lang­fristig sinn­voller in anderen Bereichen ein­setzen können, wo sich Recy­cling-Kreis­läufe besser ein­richten lassen. Einen Liter Benzin zu ver­brennen ist eine schnelle Sache. Es dauert aber unter Umständen Mil­lionen Jahre, bis wir die­selben Koh­len­stoff-Atome erneut in einem Liter Treib­stoff finden werden. Das Bestreben, die vor­han­denen Res­sourcen mög­lichst sparsam und sinnvoll ein­zu­setzen, ist also – um es in der Kalau­er­me­lodie eines Moritz Neu­meier zu sagen – nicht Kli­ma­schutz, sondern logisch.

2) Tech­no­logie & Subvention

Seit Jahren schon wird dem Bürger erzählt, die pro­gressive Politik wolle die Welt retten, während der rück­schritt­liche freie Markt am liebsten bis in alle Ewigkeit Kohle und Öl ver­brennen wolle – und zwar mög­lichst schmutzig. Doch das ist Blödsinn und lenkt von einer Abhän­gigkeit ab, in die sich Ener­gie­ver­sorger und Industrie schon vor langer Zeit begeben haben. Es ist der Staat, der mit Sub­ven­tionen und Inves­ti­tionen winkt. Hier bildete sich mit der Zeit eine höchst unselige Sym­biose aus Lob­by­ismus und Poli­tik­be­trieb, die, solange sie funk­tio­niert, zu immer mehr Sub­ven­tionen führt. „Pecunia no olet“, das wusste schon Kaiser Hadrian, und Geld aus staat­lichen För­der­töpfen sieht in den Unter­neh­mens­bi­lanzen nicht schlechter aus als Umsätze auf echten Märkten mit freiem Wettbewerb.
Man muss sich nur mal fragen, warum und wann in Deutschland Atom­kraft­werke gebaut wurden. Es war ja nicht so, dass Siemens oder RWE das unbe­dingt wollten. Gewollt war es von der Bun­des­re­gierung, die ein gigan­ti­sches För­der­pro­gramm dafür auf­legte. Die Kraft­werks­be­treiber wollten vor allem Wasser heiß machen, Dampf erzeugen, damit Tur­binen antreiben und Strom ver­kaufen. Ob ein Kern­re­aktor oder ein Hamster im Laufrad dies bewerk­stel­ligen würde, war ihnen egal. Geld gab es aber nur für den Kern­re­aktor, nicht für den Hamster. Die Lang­zeit­kosten blendete man bei der För­derung aus. Auch die Frage, ob die damals ver­fügbare Technik über­haupt geeignet war, im Sinne von Punkt 1) weiter oben, weil die Res­source Spalt­ma­terial nur zu wenigen Prozent genutzt werden konnte und dann für Mil­lionen Jahre als „Abfall“ Ärger machte. Die Wie­der­auf­be­reitung änderte daran nur wenig.
Heute wissen wir, dass es auch anders geht. Man kann Kern­re­ak­toren neuerer Genera­tionen mit einer Ener­gie­aus­beute betreiben, die um Grö­ßen­ord­nungen besser und deren Abfall­problem um hun­dert­tau­sende Jahre kurz­le­biger ist. Wir haben also durch fehl­ge­leitete Sub­ven­tionen einer­seits eine teure Lern­kurve hinter uns, nur um dann ande­rer­seits auf­grund einer völlig unbe­grün­deten Panik infolge eines Tsu­namis in Japan kom­plett aus der Tech­no­logie aus­zu­steigen. Warum um alles in der Welt sind wir nur so sicher, dass der aktuelle staatlich orga­ni­sierte Förder- und Sub­ven­ti­ons­wahnsinn der „erneu­er­baren Energien“ zu anderen, bes­seren Ergeb­nissen führen wird?
Und während wir in Deutschland durch Sub­ven­tionen, Verbote, Volks­er­ziehung und Bestrafung unsere Wirt­schaft auf links drehen, glauben wir ernsthaft, die Länder der Dritten Welt würden uns aus tiefster Über­zeugung auf dem Weg der Kli­ma­rettung folgen. Der 100 Mil­li­arden Dollar schwere Honigtopf, den die UN-Kli­ma­fonds pro Jahr auf den Tisch stellen, sehen unsere Poli­tiker nicht als Ursache der Hiobs­bot­schaften aus den Regionen der „Kli­ma­ka­ta­strophe“, sondern als legitime Salbe für die Wunden der dritten Welt, der „wir“ etwas schuldig seien. Bei der COP23 in Bonn, deren Gast­geber eigentlich Fidschi war, spielte die demo­kra­tische Legi­ti­mation des Regie­rungs­chefs keine Rolle, der sich zweimal durch einen Putsch die Macht sicherte. Die Kli­ma­kirche absol­viert bereit­willig jeden Blut­fleck auf der poli­ti­schen Weste, solange beim Dik­tator das Glau­bens­be­kenntnis und die Opfer­rolle richtig sitzen.
Dabei ist das Bei­spiel Fidschi geradezu typisch für die Fehl­in­ter­pre­tation von unbe­streit­baren Pro­blemen, deren Zuschreibung an das Klima und den dadurch ver­ur­sachten Anstieg des Mee­res­spiegels, eine „con­clusio lau­ter­bachii“ gewis­ser­maßen. Die Fidschi-Inseln seien besonders stark vom Anstieg des Mee­res­spiegels betroffen, so die pro­pa­gan­dis­tisch befeuerte Meinung. Dabei scheint der Mee­res­spiegel auf den ent­le­ge­neren Inseln Fidschis, dort, wo Regierung, „Zivi­li­sation“ und Kli­ma­retter nicht hin­schauen, sogar zu sinken! Wie kann das sein?
Ganz einfach: Es handelt sich nicht um den Kli­ma­wandel, sondern um Erosion und die ist in der Tat men­schen­ge­macht. Aber nicht durch die­sel­ver­bren­nende Europäer, sondern durch Unwis­senheit der lokalen Bevöl­kerung. An den Küsten der Haupt­insel wurden jah­relang exzessiv See­gurken gesammelt und als teure Deli­ka­tesse an China ver­kauft, unge­achtet der Tat­sache, dass es aus­ge­rechnet diese Tiere sind, die ver­hin­derten, dass der Sand ihrer Inseln weg­ge­spült wurde. Den auf die Bei­nahe­aus­lö­schung der Bestände fol­gende Ero­si­ons­er­schei­nungen der Strände begegnete man dann mit völlig unge­eignete Küs­ten­schutz­maß­nahmen, etwa durch kleine Stein­mauern auf dem Sand. Man stelle sich mit nackten Füßen in die Brandung und beob­achte, ob das eigene Gewicht in der Lage ist, den Sand unter den Füßen zu schützen. Man muss kein Hell­seher sein, um zu erkennen, dass sich die Lage auf diese Weise nur noch ver­schlechtert. Aber egal! Auf nach Bonn, unsere Inseln ver­schlingt der Klimawandel!

3) Täten wir nichts, wäre alles schon viel schlimmer…wirklich?

Fühlt sich ein Kli­ma­retter argu­men­tativ umzingelt, ver­weist er nach meiner Erfahrung gern auf die Erfolge, die das besin­nungslose Geld­aus­geben schon gezeitigt hätten. Besonders der Umbau der deut­schen Ener­gie­ver­sorgung sei doch eine Erfolgs­ge­schichte und auch für die Erneuerung von Kohle-Kraft­werken und Lei­tungen hätte man viel Geld inves­tieren müssen. Außerdem hört man immer wieder das Argument, die „alte Ener­gie­wirt­schaft“ hätte schließlich eben­falls mas­senhaft Sub­ven­tionen kas­siert. Beides stimmt natürlich. Man denke nur an die Kern­energie oder die Infra­struktur der Ener­gie­über­tragung, die einst staatlich errichtet wurde. Mal ganz abge­sehen davon, dass die Pri­va­ti­sierung des Strom­marktes eigen­artig mono­po­lis­tische Gebilde her­vor­brachte, statt einen Markt zu schaffen. Ein Gegen­modell hatte ich hier kurz skiz­ziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auch die künftige Ener­gie­ver­sorgung staatlich her­bei­sub­ven­tio­nieren sollte. Außerdem fällt das Ersetzen ver­al­teter, amor­ti­sierter Anlagen längst nicht so stark ins Gewicht, wie der par­allele Betrieb zweier hoch­sub­ven­tio­nierter Ener­gie­systeme: eines für die Erneu­er­baren und dazu ein kon­ven­tio­neller Backup-Kraft­werkspark, für den Fall, dass die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.
Ver­gleicht man zudem die Situation in der (auch) sub­ven­tio­nierten ener­ge­ti­schen Ver­gan­genheit mit der heu­tigen unter der Ägide des EEG, stellt man fest, dass die Belas­tungen der Bürger durch Steuern und Abgaben zwar gestiegen sind, die Ener­gie­preise jedoch geradezu explo­dierten. Die Anzahl der Haus­halte, denen der Strom abge­stellt wurde, lag 2018 bei 344.000, mehr als 4,6 Mil­lionen sind mit den Zah­lungen in Verzug. Die Zahlen sind erschre­ckend und so hoch wie nie und ange­sichts der momentan posi­tiven Wirt­schaftslage wirken sie sogar bedrohlich. Wo liegen die Zahlen wohl in der nächsten Wirtschaftsflaute?
Die Pro­fi­teure des Kreuzzugs gegen das CO2 mit Namen „Ener­gie­wende“ sind Haus­be­sitzer mit Platz für Pho­to­voltaik, Land­be­sitzer mit Platz für Wind­räder und Kapi­tal­be­sitzer, die die Sub­ven­ti­ons­vor­teile dort nutzen können, wo sie sich bieten. Es handelt sich also um eine staatlich sub­ven­tio­nierte Umver­tei­lungs­pumpe von unten, wo die Ener­gie­preise bezahlt werden müssen, nach oben. Ein­ge­fädelt übrigens von Hermann Scheer (SPD), dem geis­tigen Vater des EEG.
Doch wir sind schon so gut kon­di­tio­niert, dass wir die Umver­teilung kaum kri­ti­sieren. Als Friedrich Merz den Bürgern riet, mehr Aktien zu kaufen, kam ein Shit­storm über ihn. Wenn unsere Poli­tiker den Bürgern zu E‑Autos, Solar­an­lagen und Inves­ti­tionen in Wind­energie raten, applau­diert die Menge und das Wohl­wollen der Presse ist gesi­chert. Doch wo genau ist der Unter­schied zwi­schen beiden Vor­schlägen? Mit Markt­wirt­schaft hat die Ener­gie­wende und der Kampf gegen CO2 nichts zu tun, denn in einem Markt gewinnen unter dem Strich stets beide, Anbieter und Kunde. Die heutige Ener­gie­wirt­schaft ist pure Plan­wirt­schaft, das zeigen bereits die Zeit­räume, für die dem ver­dutzten Beob­achter Zahlen und Hoch­rech­nungen prä­sen­tiert, pro­gnos­ti­ziert und ver­si­chert werden.

4) Kli­ma­schutz tötet Umweltschutz

Das Bei­spiel Fidschi zeigt den Irrsinn der Ver­wechslung von Ursache und Wirkung. Etwas salopp gesagt, drehen wir in Deutschland heute lieber die Heizung her­unter, als den Ein­wohnern von Fidschi zu raten, den Handel mit See­gurken stark ein­zu­schränken und den Küns­ten­schutz zu ver­bessern. Der Regierung von Fidschi ist das nur recht, denn es winken groß­zügige För­der­gelder, die man dann in die eigene Tasche oder in frag­würdige Kli­ma­pro­jekte lenken kann. Aus­baden müssen diesen Irrsinn auf allen Seiten die schwächsten der Gesell­schaft, sowohl auf Fidschi, als auch in Europa. Der Umwelt- und Arten­schutz und auch die Pflege von Kul­tur­land­schaften kommen dabei voll­ständig unter die Räder. Mais-Raps-Mono­kul­turen zur Ener­gie­ge­winnung werden im Gegensatz zu Pes­ti­ziden nie mit dem Rückgang der Insek­ten­po­pu­la­tionen in Ver­bindung gebracht. Das wäre poli­tisch nicht opportun.
Ebenso zeigt die Hys­terie um den „Hambi“, dass Kli­ma­schutz heute einen Forst vor der Koh­le­ge­winnung rettet, während ein paar Kilo­meter weiter die­selben Bäume einer Schneise für die Errichtung eines Wind­parks weichen müssen. Hatten grüne NGOs für ihren Kampf für Arten­vielfalt, gegen Über­fi­schung und gegen die Ver­müllung unserer Meere noch meine Unter­stützung, kann ich ihnen bei der Rettung des Welt­klimas nicht mehr folgen, weil sie ihre eigenen Grund­sätze bereit­willig mit Füßen treten, indem sie diese einem „höheren Ziel“ opfern. Genau genommen erweisen sich leider auch viele der früher halb­herzig beschrit­tenen Wege im Umwelt­schutz und die vor­geb­lichen Erfolge als Mogel­pa­ckung. Man denke nur an den blü­henden Export von Müll in die Dritte Welt oder von Elek­tronik­schrott nach Afrika oder die Ver­la­gerung von Pro­duk­ti­ons­stand­orten nach China, was unserer CO2-Bilanz natürlich guttat. „Aus dem Auge, aus dem Gewissen“ lautet hier das abge­wan­delte Sprichwort und auch in Zukunft möchten unsere Welt­kli­ma­retter so ver­fahren, wenn sie die Ener­gie­er­zeugung mit Kohle und Atom in den Nach­bar­ländern frech ins Kalkül ziehen, um die Ener­gie­si­cherheit in Deutschland beim Abschalten unserer Koh­le­kraft­werke sauber herbeizurechnen.

5) Bildung statt Ideologie

Wie weit die Kli­ma­retter auf ihrem Holzweg bereits gegangen sind, erkennt man, wenn man deren Ziele mit den Maß­nahmen abgleicht, die ergriffen wurden. Die CO2-Bilanz von E‑Autos ist geradezu ver­heerend und den im Ver­gleich zum Ben­ziner CO2-freund­li­cheren Diesel hat man der Fein­staub­de­batte geopfert. Die „Ver­kehrs­wende“ fällt also schon mal aus, weshalb man ideo­lo­gisch bereits daran arbeitet, den Indi­vi­du­al­verkehr ins­gesamt für obsolet zu erklären – die Land­be­völ­kerung, die weit weg von S‑, U- und Die Bahn lebt, ballt schon die Fäuste in den Taschen. In der „Ener­gie­wende“ sieht es keinen Deut besser aus, zumal beides ohnehin unglücklich auf­ein­ander aufbaut. Hier kommen in den nächsten zwei Jahren die ersten Wind­an­lagen nach ins­gesamt 20 sub­ven­ti­ons­s­atten Jahren an ihr För­derende, zahl­reiche müssen rück­gebaut werden. Das kann pro Anlage schon mal eine Million Euro kosten.
Ganz gleich wohin man schaut, die Grenz­werte und Maß­nahmen, die Jahr für Jahr auf COP-Kon­fe­renzen beschlossen werden, taugen offen­sichtlich nicht dazu, die Rea­lität zu ver­ändern. Ein Grund mehr für die Kli­ma­retter, darauf zu beharren, dass zumindest die Theorie stimmt. Doch auch die bekommt immer mehr Risse, die man mit immer grö­ßerem medialem Aufwand zukleistern muss. Die Politik assis­tiert hier bereit­willig, schließlich möchte man nicht erleben, dass die Schar­latane vom Hof gejagt werden und sie sich Fragen stellen müssen, was sie all die Jahre mit dem Geld der Steu­er­zahler gemacht haben. Einer der Hei­ligen der Kli­ma­kirche, Al Gore, der mit Preisen und Lob­prei­sungen für seinen Film „Eine unbe­queme Wahrheit“ über­schüttet wurde, musste bereits vor Gericht zahl­reiche Fehler einräumen.
Legendär ist in diesem Zusam­menhang ein Interview von Stuart McNish mit Freeman Dyson, einem 95-jäh­rigen und äußerst renom­mierten ame­ri­ka­ni­schen Phy­siker, der sich seit mehr als 60 Jahren mit dem Erd­klima befasst.
McNish: „Ich habe Al Gores Film „Eine unbe­queme Wahrheit“ gesehen und dort sagt er, wenn man Was­ser­dampf mal bei­sei­telässt, ist CO2 für 30% des Treib­haus­ef­fekts verantwortlich.“
Dyson: „Das stimmt“
McNish: „Aber […] der Ein­fluss von Was­ser­dampf beträgt 90%!“
Dyson: „Ja“
McNish: „Aber wenn der so hoch ist, wie kann man ihn dann beiseitelassen?“
Dyson: „Kann man nicht [lacht]. Das würde nur passen, wenn man vom Mars spräche.“
McNish: „Weil es dort keinen Was­ser­dampf gibt?“
Dyson: „Genau!“
Auch John Coleman, Meteo­rologe und Fern­seh­wet­ter­frosch-Urge­stein, geht hart mit Al Gore ins Gericht, indem er dessen Mentor Roger Revelle zitiert, einen der ersten Wis­sen­schaftler, die dem anthro­po­genen CO2 die Haupt­schuld am Kli­ma­wandel unter­stellten. Revelle ent­schul­digte sich kurz vor seinem Tod im Jahr 1991 für die Schluss­fol­ge­rungen seiner For­schungen, die so viele Men­schen „in die falsche Richtung“ geführt hätten. Es ist also durchaus nicht so, dass die alar­mis­tische Vor­stellung vom Kli­ma­wandel all­gemein Konsens wäre, vor allem nicht in der Peer-Group aus Kli­ma­for­schern, Geo­logen, Meteo­ro­logen und anderen, auch wenn das IPCC dies gern so dar­stellt. Es gibt sie schlicht nicht, die 97%ige „Über­ein­stimmung“, was Ursachen und Folgen der Erd­er­wärmung angeht.
In den Papers des IPCC oder der COP-Kon­fe­renzen werden sie zum Bei­spiel nicht lesen, dass es seit 1997 eine Petition des Inhaltes gibt, dass die unter­zeich­nenden Wis­sen­schaftler anzweifeln, dass es Beweise für einen anthro­po­genen Kli­ma­wandel gäbe. Und während 31.487 Wis­sen­schaftler Art Robinsons „Petition Project“ unter­zeichnet haben, dar­unter zahl­reiche Meteo­ro­logen, Astro­phy­siker, Geo­logen und andere Phy­siker, ver­fassten den IPCC-Bericht „AR5″ von 2014 ganze 51 Autoren. Das muss man nicht eigen­artig finden, kann man aber.

6) Pro­blemen die rich­tigen Ursachen zuordnen

Hur­rikans in der Karibik, Taifune in Asien, Tsu­namis in Erd­be­ben­ge­bieten, Vulkane auf dem pazi­fi­schen Feu­erring, Küs­ten­erosion, zer­störte Häuser, Stark­regen, Dürre, Miss­ernten und Hit­ze­wellen und schon wieder keine „weiße Weih­nacht“ in Berlin-Fried­richshain – die Mel­dungen über Natur­ka­ta­strophen werden von Jahr zu Jahr dichter. Aber häufen sich auch die Ereig­nisse oder eher die Mel­dungen und deren mediale Poten­zierung und damit auch die Fehl­in­ter­pre­ta­tionen? Fakt ist, dass die Schäden steigen (außer in Berlin-Fried­richshain viel­leicht), was Sta­tis­tiken der großen Ver­si­che­rungen und Rück­ver­si­che­rungen belegen. Aber handelt es sich tat­sächlich um Folgen des Kli­ma­wandels oder treffen hier Wahr­nehmung und poli­tische Agenda nur perfekt auf­ein­ander? Die meteo­ro­lo­gi­schen Effekte, die zur Bildung von Hur­rikans führen, haben seit je her mit der Sahara, dem Wasser des Atlantiks und der Erd­ro­tation zu tun, nicht mit dem Kli­ma­wandel. Auch die Anzahl und Inten­sität der tro­pi­schen Mega­stürme hat nicht signi­fikant zuge­nommen. Gestiegen ist nur die Höhe der Schäden, die sie anrichten. An diesem Fakt kommt man nicht vorbei.
Doch woran liegt das? Gibt es anthro­pogene Ursachen? Und tat­sächlich, die gibt es! Denn gerade in der Karibik und Süd­ost­asien hat in den letzten 20–30 Jahren der Tou­rismus massiv zuge­nommen, ebenso die wirt­schaft­liche Abhän­gigkeit der Insel­staaten und Über­see­ge­biete vom Tou­rismus. Und wohin zieht es die son­nen­hung­rigen Europäer und Ame­ri­kaner? Ans Wasser, an die Strände. Die Infra­struktur wird also aus­ge­rechnet dort errichtet, wo zum Bei­spiel in der Karibik seit Men­schen­ge­denken die soge­nannte „Tornado-Alley“ durch­zieht. Deshalb wachsen die Schäden, deshalb wächst die Auf­merk­samkeit der Medien. Es hatte Gründe, warum die Ein­wohner von Dominica oder den Bahamas früher am Strand eher Hütten errich­teten und ansonsten etwas weiter im Inse­lin­neren lebten. Eine Hütte war nach den regel­mä­ßigen Herbst­stürmen schnell wie­der­auf­gebaut, der Schaden über­schaubar. In den Buchten ihrer Inseln wim­melten vor 30 Jahren auch noch nicht die Yacht-Flotten von Char­ter­firmen, die der Hur­rikane „Irma” zu hun­derten auf Land drückte und demo­lierte. Ver­si­cherer wissen dies und rechnen die Gefahr in die Prämien ein. Es ist zum Bei­spiel ver­dammt teuer für einen Boots­eigner, sein Schiff nördlich von 12,5° Nord in der Karibik zu parken – und zwar aus gutem Grund. Die Bezeichnung „Inseln unter dem Wind“ hatten Aruba, Bonaire und Curaçao schon, als es den Begriff „Kli­ma­ka­ta­strophe“ noch gar nicht gab. Die liegen allesamt unter der Tornado-Straße, die sich durch die Karibik bis ungefähr nach Hon­duras im Süden und den Caro­linas im Norden erstreckt. Immer schon. Dies ist nur ein Bei­spiel von vielen, wie Wet­ter­phä­nomene oder lokal unan­ge­passtes und kurz­sich­tiges mensch­liches Ver­halten zur überall am Werk befind­lichen Kli­mahexe auf­ge­blasen wird. Doch das Klima ist an derlei Phä­no­menen gänzlich unschuldig.
Ent­wick­lungs­pro­jekte, die Ziegen nach Äthiopien bringen (wo sie, poten­ziert durch die wach­sende Bevöl­kerung die ohnehin spär­liche Vege­tation weg­fressen und zur Ver­wüstung bei­tragen), Über­be­völ­kerung ganz all­gemein, Raubbau von Küs­tensand (Thailand, Vietnam) und Grund­wasser (etwa in Jakarta, Indo­nesien) oder Fluss­wasser (Aralsee), Ver­salzung von Böden… es gibt endlos viele Bei­spiele und ebenso endlos sind die Ver­suche, dies alles und die unmit­tel­baren Folgen dem Kli­ma­wandel in die Schuhe zu schieben. Wundert es, dass zahl­reiche Ent­wick­lungs­länder in das­selbe Horn blasen? Nein, denn so bekommen kor­rupte und des­po­tisch regierte Staaten die per­fekte Ent­schul­digung für ihr Handeln, weil die west­lichen Demo­kratien plötzlich die alleinige Schuld bei sich selbst zu finden glauben. Womit wir wieder beim „Mea-culpa-Kult“ vom Anfang sind.

Fazit: Kommt damit klar!

Das Klima der Erde hat sich zu allen Zeiten ver­ändert. Wir kennen eine ganze Reihe von ent­spre­chenden Zyklen, die jedoch nicht mit dem CO2-Gehalt der Atmo­sphäre kor­re­lieren, geschweige denn, mit diesem in ursäch­lichem Zusam­menhang stehen. Der Ein­fluss, den CO2 auf das Erd­klima hat, ist viel zu gering für die Effekte, die man ihm zuschreibt. Mit ver­än­derten Umwelt­be­din­gungen ist der Mensch bislang immer fertig geworden, sofern er sich auf Anpassung ver­legte und nicht voller Jammer und Angst, Rettung von einer höheren Instanz erhoffte. Wenn man in der Kälte sitzt, wärmt es nicht, um Feuer zu beten – man muss eines anzünden. Das­selbe gilt auch für die Her­aus­for­de­rungen, vor denen die Menschheit steht. In 10.000 – 15.000 Jahren steht bei­spiels­weise wieder eine richtige Eiszeit an, spä­testens dann (aber sehr wahr­scheinlich schon viel früher) wird die Hys­terie der Erd­er­wärmung einer noch hys­te­ri­scheren Angst vor der Abkühlung weichen. Die Älteren werden sich erinnern, dass uns dieses Schicksal vor 20 Jahren auch schon pro­phezeit wurde – für das Jahr 2100!
Doch bis dahin haben wir genug zu tun, egal ob es etwas wärmer oder kälter wird oder der Hahn doch nur auf dem Mist kräht und mit unserem Klima über­haupt nichts geschieht, was man außerhalb sta­tis­ti­scher Schwan­kungen erkennen oder mit Modell­rech­nungen simu­lieren könnte. Küs­ten­schutz, Umwelt­ver­schmutzung, Über­be­völ­kerung, Stoff­kreis­läufe schließen, neue ergiebige und preis­werte Ener­gie­quellen tech­nisch ent­wi­ckeln… die Liste ist geradezu endlos. Lasst uns doch erst mal das alles erle­digen und nicht aus­ge­rechnet einem Spu­rengas hin­ter­her­laufen, das nicht unser Feind ist, sondern bei der Ernährung der Welt und der Wie­der­auf­forstung von Gebieten, die VOR der Indus­tria­li­sierung vom Men­schen ent­waldet wurden, sogar unser Ver­bün­deter. Die 100 Mil­li­arden Dollar, die zur Abwendung einer nicht ein­treten wol­lenden „Kata­strophe” Jahr für Jahr auf den Tisch gelegt werden, wären an anderer Stelle sicher besser investiert.
* In Wirk­lichkeit ändert sich auch die Defi­nition dieses „Kli­ma­op­timums“ immer wieder und geht ten­den­ziell nach unten. Heute liest man oft schon von 14°C. Und schwupps, schon hat sich durch die Absenkung der Bezugs­größe die Erde um 1°C erwärmt. Doch diese Erwärmung ist nur durch die geän­derte Bezugs­größe entstanden.


Dieser her­vor­ra­gende Text wurde erst­ver­öf­fent­licht auf dem Blog des Autors Roger Letsch — www.unbesorgt.de