Politik

Klimawandel – was ist zu tun? Ein etwas anderes Fazit der COP24

31. Dezember 2018

Von Roger Letsch – Die Klimakonferenz COP24 ist Geschichte und je nachdem, welchen Politiker oder Aktivisten man fragt, liegt die Bewertung des Erfolgs irgendwo zwischen „Meilenstein“ und „Totalversagen“. Und das sind wohlgemerkt nur die Stimmen der Befürworter, nicht von Kritikern der Klima-Hysterie und des alljährlichen Wanderzirkus COP. Der Wunsch der durch gut organisierte Lobbygruppen aufgehetzten Politiker, einst als Weltretter in die Geschichte einzugehen, lässt diese zu geradezu ekelhaften psychologischen Tricks greifen. Etwa, indem man ein fünfzehn Jahre junges Mädchen mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfen als Fackel der sofortigen Decarbonisierung Europas und der ganzen Welt auf eine wie Zunder brennende, aufgewiegelte Menge von Aktivisten los lässt, die zu jeder noch so absurden Selbstbezichtigung fähig sind. Mea culpa, mea maxima culpa! Ich berichtete darüber. Nun ist es eine Sache, eine Ideologie zu verspotten und als Budenzauber zu bezeichnen. Eine ganz andere jedoch, Vorschläge zu machen, wie es besser gehen soll. Schließlich seien bei dieser Art Konferenzen ausgewiesene Experten am Werk, da soll der Laie doch besser demütig schweigen.

Dieser Vorwurf, gedacht als Totschlagargument, ist als Abwehrreaktion verständlich, aber unzulässig. In einem Land mit 80 Millionen Bundestrainern sollte klar sein, dass Expertise nicht alles sein kann. Sonst würden wir heute wohl noch Hexen verbrennen, schließlich gab es „Experten“, die genau zu erkennen vorgaben, woran eine Hexe zu erkennen sei. Oder ein Klimawandel. Um es etwas populärer und mit Karl Kraus zu sagen: „Ich kann keine Eier legen, aber ich weiß, wenn eines schlecht ist.“ Im Bezug auf den Klima-Alarmismus, der die Decarbonisierung vorantreiben und noch im letzten Pfälzer Forst eine weitere Etage für Windräder einziehen möchte, ist es aber schon das vorgebliche Problem, über das die Kritiker eine gänzlich andere Einschätzung haben als jene, die der Ideologie hinterherlaufen oder von ihr profitieren. Um im Bild zu bleiben: es geht nicht darum, ob man eine Hexe verbrennen oder ersäufen solle, sondern um die Frage, ob es Hexen überhaupt gibt.

Medial ist diese Frage längst entschieden. Da fangen die Klebers und Gauses ihre Moderationen mit Sätzen an wie „In Zeiten des Klimawandels…“ und legen damit die politische Agenda axiomatisch fest. Kein Konjunktiv und keine Frage verunzieren die Festlegung, dass es immer wärmer werde, weil die Menschheit zu viel CO2 ausstoße und das müsse sofort enden, weil sonst die Welt untergehe.

Letztlich geht es aber um die Einschätzung, ob CO2 tatsächlich einen so großen Einfluss auf das Klima hat, wie Schellenhuber & Kollegen von der Kanzel verkünden und ob es unabhängig von der Antwort nicht auch positive Effekte gibt, die die negativen möglicherweise sogar bei weitem übertreffen. Auch muss man kritisch betrachten, ob CO2 und der Klimawandel, der mittelalterlichen Vorstellung vom Teufel gleich, tatsächlich für all die beobachteten und gefühlten Katastrophen verantwortlich ist oder ob andere Erklärungen nicht sehr viel näher liegen.

Dieser „Krieg der Grundannahmen“ wird mit Worten geführt und brachte Wortschöpfungen hervor wie „Klimakiller“, „Klimagift“ oder mein Lieblings-Totschlag-Wort „Klimaleugner“. Dem könnte man in einer sachlichen Diskussion gegenüberstellen, dass man den Klimawandel ebenso wenig leugnen kann wie die Schwerkraft und dass CO2 schlicht und einfach ein Grundnahrungsmittel ist, nämlich für Pflanzen. Die seit dem Beginn der Industrialisierung um etwa 50 ppm zugenommene Konzentration führte dazu, dass die Erde grüner wurde – und zwar messbar! Die leicht erhöhte Konzentration von CO2 hat erheblichen Einfluss auf die Erträge der Landwirtschaft, was in einer Situation, in der die Welt die rasante Bevölkerungsentwicklung komplett aus dem Blick verloren hat, eine bedeutende Rolle spielt.

Ideal für die Photosynthese wären übrigens Konzentrationen von 600‑1600 ppm. Werte, von denen wir in der Praxis– außer unter den künstlichen Bedingungen in Gewächshäusern – weit entfernt sind. Die Vorstellung, CO2 wäre in irgendeiner Weise toxisch, darf man indes genauso rubrizieren wie die Aussage, eine Frau sei eine Hexe, weil sie an einer Alraunwurzel herumschnitzt. CO2 ist ein weitgehend inertes Gas, das keine giftigen Verbindungen bildet – schon gar keine für das Klima „giftigen“. Zudem ist CO2 ein Stoff, den die Energiewende-Experten als Heilsbringer in anderer Mission geradezu sehnsuchtsvoll anschmachten, nämlich, wenn sie den durch Windenergie und Elektrolyse erzeugten Wasserstoff (das energetisch wenig ergiebige Power-to-Gas-Verfahren) in besser transportierbares Methan umwandeln wollen. Das klappt aber nur dann einigermaßen effektiv, wenn das CO2 in ausreichender Konzentration bereitsteht. Und bevor sie jetzt annehmen, ich wolle die Atmosphäre mit CO2 sättigen, um den Power-to-Gas-Piloten einen guten Start zu verschaffen… bleiben sie ruhig, das würde nicht klappen. Die benötigten Werte kann die Atmosphäre nicht liefern, dafür braucht es CO2 im industriellen Maßstab, welches eben nur die Industrie liefern kann. Aber diese Abhängigkeit ist den grünen Bruchpiloten der Speichernetze erst recht unangenehm. Für Pflanzen jedoch machen 50 ppm mehr in der Luft schon einen gewaltigen Unterschied.

Tsunamis verursacht der Klimawandel sicher nicht, Herr Lauterbach!

Das Problem ist nun, festzustellen, welche Konzentration von CO2 und welche planetare Durchschnittstemperatur die „richtige“ ist. Dummerweise hat man beim Auspacken des Planeten Erde vergessen, den Beipackzettel oder die Betriebsanleitung aufzubewahren. Man kennt also beides schlicht nicht. Deshalb erklärt man kurzerhand einen scheinbar angenehmen Ist-Zustand zur Norm, indem man die Betriebstemperatur auf 15°C* und die ideale Konzentration von CO2 auf das „vorindustrielle“ Niveau von 350 ppm einstellen will. Man möchte buchstäblich ein dynamisches in ein statisches System verwandeln, was in meinen Augen die eigentliche Bedeutung der „Leugnung des Klimawandels“ ist. Das Klima möge konstant sein, so gehalten werden und sich nicht ändern. Schlimmer noch, man verbrennt all jene auf dem ideologischen Scheiterhaufen, die behaupten, Klimawandel sei etwas völlig Normales und wir müssten lernen, damit umzugehen – wie wir es immer schon getan haben.

Rückkehr ins vorindustrielle Paradies

Unser Außenminister glaubt, der Sicherheitsrat befasse sich mit dem Weltklima. Stimmt! Aber sicher nicht im physikalischen Sinn!

Warum man die Skeptiker, deren Anzahl nicht gerade klein ist, zur Paria macht und mit dem Wort „Klimaleugner“ belegt, lernt man in der Propagandistengrundschule. Oder in einer religiösen Schule, denn auch die Klimawandel-Verhinderer erfüllen alle Merkmale einer dualistischen Heilslehre von Gut und Böse. Es gibt Jünger und Apostel, die Zustandsberichte des IPCC sind die Enzykliken, man trifft sich auf Synoden, verehrt Heilige wie Al Gore oder Schellenhuber. Nicht zu vergessen die Omnipräsenz des Glaubens, der wie ein fester Teig über allen Phänomenen ausgebreitet wird und Außenstehende oft am Verstand der Protagonisten zweifeln lässt. Man denke nur an den Tweed von Karl Lauterbach, in dem er einen Vulkanausbruch mit Tsunami in Indonesien mit dem Klimawandel verknüpfte. Man bekämpft das Böse und erteilt Ablass, verspricht Erlösung und hat ein Paradies anzubieten.

So verkündet man, „vor der Industriezeit“, da liegt das Paradies, aus dem wir nach dem Sündenfall „Industrialisierung“ vertrieben wurden und dort wollen wir wieder hin. Die Annehmlichkeiten unseres sündigen industriell-konsumorientierten Lebens wollen wir aber dorthin mitnehmen und weil die Güter, schmutzig wie sie sind, nicht ins Paradies dürfen, müssen sie angepasst und in den Zustand der Unschuld zurückversetzt werden. Wir fahren Rad, essen laktosefrei und vegan und reisen gern mit leichtem Gepäck. Besonders ideologisch, denn da ist die Welt eingeteilt in Dinge, die dem Klima und somit der Erlösung nutzen (Verzicht, Askese, Bio-Produkte, Windkraft, Migration) und solche, die ihm schaden und in die Verdammnis führen (Konsum, Verkehr, Industrie, Kohle, sogar Bargeld).

Nachfolgend möchte ich versuchen, anhand einiger Aspekte ein Bild von dem zu entwerfen, was im „Klimaschutz“ falsch läuft und warum. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sicher kann man das alles auch unter anderen Blickwinkeln sehen. Ich bemühe mich, einige der Hysterien zu erden, mit denen wir medial seit Jahren aufgeladen werden. Was das Klima der Welt angeht, sieht die Zukunft nämlich weit weniger düster aus, als uns die Alarmisten von COP, IPCC, PIK und Politik glauben machen wollen.

1) Das Richtige aus den falschen Gründen tun

Das Vertrackte an der Klimaretterei ist, dass nicht alle ergriffenen Maßnahmen per se falsch sind. Manches ist durchaus sinnvoll, nur eben aus anderen Gründen. Deshalb ist es auch oft so schwierig, die Klima-Agenda in Bausch und Bogen zu verdammen. Dass die gut gemeinten Maßnahmen am Ende dann oft scheitern, liegt daran, dass man den Staat oder sogar internationale Organisationen mit der Durchführung betraut und dort, wo sich keine Märkte bilden wollen, Steuergeld mit vollen Händen ausgibt. Dabei ist es ja durchaus sinnvoll, zum Beispiel Ressourcen sparsam einzusetzen. Bei gleicher Ausstattung und identischem Preis, wer führe nicht lieber ein Auto, das 5 Liter verbraucht, als eines, das 10 Liter auf 100 km verschleudert? Wer würde sich nicht für ein Elektroauto entscheiden, wenn es den Verbrennern technisch und im Gebrauchswert tatsächlich überlegen wäre? Und tatsächlich passen die aktuellen E-Autos durchaus auf bestimmte, sehr eingeschränkte Nutzungsprofile wie Kurzstrecken oder „von-A-nach-B-pendeln”, wenn in A und B Ladeinfrastruktur existiert, das Laden subventioniert wird und nicht zu viele A-B-Pendler unterwegs sind.

Der Gebrauchswert ist jedoch immer entscheidend und um den zu betrachten, darf man nicht nur die Benutzung ins Kalkül ziehen, sondern Herstellung, praktische Eignung im Betrieb, Entsorgung und so weiter. Auch ein Windrad muss erst hergestellt, transportiert und dann gewartet werden und nach 20 Jahren müssen die bröseligen Fundamente zurückgebaut werden. Ressourcenschonend ist die Sache also nicht, es sind nur andere Ressourcen, die verschleudert werden und man nimmt diese nicht so gern in den Blick. Es gilt aber durchaus langfristig so viele Prozesse wie möglich in Stoffkreisläufen zu organisieren, um sogenannte „Senken“ zu vermeiden. Das heißt, zu verhindern, dass Stoffe (Metalle, Kohle, Öl…) durch die Nutzung durch den Menschen erst konzentriert, dann aber verstreut werden und nur noch schwer nutzbar sind. Wir sind da schon auf einem guten Weg, wenn man zum Beispiel an die Wiederverwendungsquoten von Metallen denkt.

Für Öl und Kohle ist das schwieriger, weshalb es sehr sinnvoll ist, Alternativen zur Verbrennung fossiler Lagerstätten zu finden, weil wir diese langfristig sinnvoller in anderen Bereichen einsetzen können, wo sich Recycling-Kreisläufe besser einrichten lassen. Einen Liter Benzin zu verbrennen ist eine schnelle Sache. Es dauert aber unter Umständen Millionen Jahre, bis wir dieselben Kohlenstoff-Atome erneut in einem Liter Treibstoff finden werden. Das Bestreben, die vorhandenen Ressourcen möglichst sparsam und sinnvoll einzusetzen, ist also – um es in der Kalauermelodie eines Moritz Neumeier zu sagen – nicht Klimaschutz, sondern logisch.

2) Technologie & Subvention

Seit Jahren schon wird dem Bürger erzählt, die progressive Politik wolle die Welt retten, während der rückschrittliche freie Markt am liebsten bis in alle Ewigkeit Kohle und Öl verbrennen wolle – und zwar möglichst schmutzig. Doch das ist Blödsinn und lenkt von einer Abhängigkeit ab, in die sich Energieversorger und Industrie schon vor langer Zeit begeben haben. Es ist der Staat, der mit Subventionen und Investitionen winkt. Hier bildete sich mit der Zeit eine höchst unselige Symbiose aus Lobbyismus und Politikbetrieb, die, solange sie funktioniert, zu immer mehr Subventionen führt. „Pecunia no olet“, das wusste schon Kaiser Hadrian, und Geld aus staatlichen Fördertöpfen sieht in den Unternehmensbilanzen nicht schlechter aus als Umsätze auf echten Märkten mit freiem Wettbewerb.

Man muss sich nur mal fragen, warum und wann in Deutschland Atomkraftwerke gebaut wurden. Es war ja nicht so, dass Siemens oder RWE das unbedingt wollten. Gewollt war es von der Bundesregierung, die ein gigantisches Förderprogramm dafür auflegte. Die Kraftwerksbetreiber wollten vor allem Wasser heiß machen, Dampf erzeugen, damit Turbinen antreiben und Strom verkaufen. Ob ein Kernreaktor oder ein Hamster im Laufrad dies bewerkstelligen würde, war ihnen egal. Geld gab es aber nur für den Kernreaktor, nicht für den Hamster. Die Langzeitkosten blendete man bei der Förderung aus. Auch die Frage, ob die damals verfügbare Technik überhaupt geeignet war, im Sinne von Punkt 1) weiter oben, weil die Ressource Spaltmaterial nur zu wenigen Prozent genutzt werden konnte und dann für Millionen Jahre als „Abfall“ Ärger machte. Die Wiederaufbereitung änderte daran nur wenig.

Heute wissen wir, dass es auch anders geht. Man kann Kernreaktoren neuerer Generationen mit einer Energieausbeute betreiben, die um Größenordnungen besser und deren Abfallproblem um hunderttausende Jahre kurzlebiger ist. Wir haben also durch fehlgeleitete Subventionen einerseits eine teure Lernkurve hinter uns, nur um dann andererseits aufgrund einer völlig unbegründeten Panik infolge eines Tsunamis in Japan komplett aus der Technologie auszusteigen. Warum um alles in der Welt sind wir nur so sicher, dass der aktuelle staatlich organisierte Förder- und Subventionswahnsinn der „erneuerbaren Energien“ zu anderen, besseren Ergebnissen führen wird?

Und während wir in Deutschland durch Subventionen, Verbote, Volkserziehung und Bestrafung unsere Wirtschaft auf links drehen, glauben wir ernsthaft, die Länder der Dritten Welt würden uns aus tiefster Überzeugung auf dem Weg der Klimarettung folgen. Der 100 Milliarden Dollar schwere Honigtopf, den die UN-Klimafonds pro Jahr auf den Tisch stellen, sehen unsere Politiker nicht als Ursache der Hiobsbotschaften aus den Regionen der „Klimakatastrophe“, sondern als legitime Salbe für die Wunden der dritten Welt, der „wir“ etwas schuldig seien. Bei der COP23 in Bonn, deren Gastgeber eigentlich Fidschi war, spielte die demokratische Legitimation des Regierungschefs keine Rolle, der sich zweimal durch einen Putsch die Macht sicherte. Die Klimakirche absolviert bereitwillig jeden Blutfleck auf der politischen Weste, solange beim Diktator das Glaubensbekenntnis und die Opferrolle richtig sitzen.

Dabei ist das Beispiel Fidschi geradezu typisch für die Fehlinterpretation von unbestreitbaren Problemen, deren Zuschreibung an das Klima und den dadurch verursachten Anstieg des Meeresspiegels, eine „conclusio lauterbachii“ gewissermaßen. Die Fidschi-Inseln seien besonders stark vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen, so die propagandistisch befeuerte Meinung. Dabei scheint der Meeresspiegel auf den entlegeneren Inseln Fidschis, dort, wo Regierung, „Zivilisation“ und Klimaretter nicht hinschauen, sogar zu sinken! Wie kann das sein?

Ganz einfach: Es handelt sich nicht um den Klimawandel, sondern um Erosion und die ist in der Tat menschengemacht. Aber nicht durch dieselverbrennende Europäer, sondern durch Unwissenheit der lokalen Bevölkerung. An den Küsten der Hauptinsel wurden jahrelang exzessiv Seegurken gesammelt und als teure Delikatesse an China verkauft, ungeachtet der Tatsache, dass es ausgerechnet diese Tiere sind, die verhinderten, dass der Sand ihrer Inseln weggespült wurde. Den auf die Beinaheauslöschung der Bestände folgende Erosionserscheinungen der Strände begegnete man dann mit völlig ungeeignete Küstenschutzmaßnahmen, etwa durch kleine Steinmauern auf dem Sand. Man stelle sich mit nackten Füßen in die Brandung und beobachte, ob das eigene Gewicht in der Lage ist, den Sand unter den Füßen zu schützen. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich die Lage auf diese Weise nur noch verschlechtert. Aber egal! Auf nach Bonn, unsere Inseln verschlingt der Klimawandel!

3) Täten wir nichts, wäre alles schon viel schlimmer…wirklich?

Fühlt sich ein Klimaretter argumentativ umzingelt, verweist er nach meiner Erfahrung gern auf die Erfolge, die das besinnungslose Geldausgeben schon gezeitigt hätten. Besonders der Umbau der deutschen Energieversorgung sei doch eine Erfolgsgeschichte und auch für die Erneuerung von Kohle-Kraftwerken und Leitungen hätte man viel Geld investieren müssen. Außerdem hört man immer wieder das Argument, die „alte Energiewirtschaft“ hätte schließlich ebenfalls massenhaft Subventionen kassiert. Beides stimmt natürlich. Man denke nur an die Kernenergie oder die Infrastruktur der Energieübertragung, die einst staatlich errichtet wurde. Mal ganz abgesehen davon, dass die Privatisierung des Strommarktes eigenartig monopolistische Gebilde hervorbrachte, statt einen Markt zu schaffen. Ein Gegenmodell hatte ich hier kurz skizziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auch die künftige Energieversorgung staatlich herbeisubventionieren sollte. Außerdem fällt das Ersetzen veralteter, amortisierter Anlagen längst nicht so stark ins Gewicht, wie der parallele Betrieb zweier hochsubventionierter Energiesysteme: eines für die Erneuerbaren und dazu ein konventioneller Backup-Kraftwerkspark, für den Fall, dass die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Vergleicht man zudem die Situation in der (auch) subventionierten energetischen Vergangenheit mit der heutigen unter der Ägide des EEG, stellt man fest, dass die Belastungen der Bürger durch Steuern und Abgaben zwar gestiegen sind, die Energiepreise jedoch geradezu explodierten. Die Anzahl der Haushalte, denen der Strom abgestellt wurde, lag 2018 bei 344.000, mehr als 4,6 Millionen sind mit den Zahlungen in Verzug. Die Zahlen sind erschreckend und so hoch wie nie und angesichts der momentan positiven Wirtschaftslage wirken sie sogar bedrohlich. Wo liegen die Zahlen wohl in der nächsten Wirtschaftsflaute?

Die Profiteure des Kreuzzugs gegen das CO2 mit Namen „Energiewende“ sind Hausbesitzer mit Platz für Photovoltaik, Landbesitzer mit Platz für Windräder und Kapitalbesitzer, die die Subventionsvorteile dort nutzen können, wo sie sich bieten. Es handelt sich also um eine staatlich subventionierte Umverteilungspumpe von unten, wo die Energiepreise bezahlt werden müssen, nach oben. Eingefädelt übrigens von Hermann Scheer (SPD), dem geistigen Vater des EEG.

Doch wir sind schon so gut konditioniert, dass wir die Umverteilung kaum kritisieren. Als Friedrich Merz den Bürgern riet, mehr Aktien zu kaufen, kam ein Shitstorm über ihn. Wenn unsere Politiker den Bürgern zu E-Autos, Solaranlagen und Investitionen in Windenergie raten, applaudiert die Menge und das Wohlwollen der Presse ist gesichert. Doch wo genau ist der Unterschied zwischen beiden Vorschlägen? Mit Marktwirtschaft hat die Energiewende und der Kampf gegen CO2 nichts zu tun, denn in einem Markt gewinnen unter dem Strich stets beide, Anbieter und Kunde. Die heutige Energiewirtschaft ist pure Planwirtschaft, das zeigen bereits die Zeiträume, für die dem verdutzten Beobachter Zahlen und Hochrechnungen präsentiert, prognostiziert und versichert werden.

4) Klimaschutz tötet Umweltschutz

Das Beispiel Fidschi zeigt den Irrsinn der Verwechslung von Ursache und Wirkung. Etwas salopp gesagt, drehen wir in Deutschland heute lieber die Heizung herunter, als den Einwohnern von Fidschi zu raten, den Handel mit Seegurken stark einzuschränken und den Künstenschutz zu verbessern. Der Regierung von Fidschi ist das nur recht, denn es winken großzügige Fördergelder, die man dann in die eigene Tasche oder in fragwürdige Klimaprojekte lenken kann. Ausbaden müssen diesen Irrsinn auf allen Seiten die schwächsten der Gesellschaft, sowohl auf Fidschi, als auch in Europa. Der Umwelt- und Artenschutz und auch die Pflege von Kulturlandschaften kommen dabei vollständig unter die Räder. Mais-Raps-Monokulturen zur Energiegewinnung werden im Gegensatz zu Pestiziden nie mit dem Rückgang der Insektenpopulationen in Verbindung gebracht. Das wäre politisch nicht opportun.

Ebenso zeigt die Hysterie um den „Hambi“, dass Klimaschutz heute einen Forst vor der Kohlegewinnung rettet, während ein paar Kilometer weiter dieselben Bäume einer Schneise für die Errichtung eines Windparks weichen müssen. Hatten grüne NGOs für ihren Kampf für Artenvielfalt, gegen Überfischung und gegen die Vermüllung unserer Meere noch meine Unterstützung, kann ich ihnen bei der Rettung des Weltklimas nicht mehr folgen, weil sie ihre eigenen Grundsätze bereitwillig mit Füßen treten, indem sie diese einem „höheren Ziel“ opfern. Genau genommen erweisen sich leider auch viele der früher halbherzig beschrittenen Wege im Umweltschutz und die vorgeblichen Erfolge als Mogelpackung. Man denke nur an den blühenden Export von Müll in die Dritte Welt oder von Elektronikschrott nach Afrika oder die Verlagerung von Produktionsstandorten nach China, was unserer CO2-Bilanz natürlich guttat. „Aus dem Auge, aus dem Gewissen“ lautet hier das abgewandelte Sprichwort und auch in Zukunft möchten unsere Weltklimaretter so verfahren, wenn sie die Energieerzeugung mit Kohle und Atom in den Nachbarländern frech ins Kalkül ziehen, um die Energiesicherheit in Deutschland beim Abschalten unserer Kohlekraftwerke sauber herbeizurechnen.

5) Bildung statt Ideologie

Wie weit die Klimaretter auf ihrem Holzweg bereits gegangen sind, erkennt man, wenn man deren Ziele mit den Maßnahmen abgleicht, die ergriffen wurden. Die CO2-Bilanz von E-Autos ist geradezu verheerend und den im Vergleich zum Benziner CO2-freundlicheren Diesel hat man der Feinstaubdebatte geopfert. Die „Verkehrswende“ fällt also schon mal aus, weshalb man ideologisch bereits daran arbeitet, den Individualverkehr insgesamt für obsolet zu erklären – die Landbevölkerung, die weit weg von S-, U- und Die Bahn lebt, ballt schon die Fäuste in den Taschen. In der „Energiewende“ sieht es keinen Deut besser aus, zumal beides ohnehin unglücklich aufeinander aufbaut. Hier kommen in den nächsten zwei Jahren die ersten Windanlagen nach insgesamt 20 subventionssatten Jahren an ihr Förderende, zahlreiche müssen rückgebaut werden. Das kann pro Anlage schon mal eine Million Euro kosten.

Ganz gleich wohin man schaut, die Grenzwerte und Maßnahmen, die Jahr für Jahr auf COP-Konferenzen beschlossen werden, taugen offensichtlich nicht dazu, die Realität zu verändern. Ein Grund mehr für die Klimaretter, darauf zu beharren, dass zumindest die Theorie stimmt. Doch auch die bekommt immer mehr Risse, die man mit immer größerem medialem Aufwand zukleistern muss. Die Politik assistiert hier bereitwillig, schließlich möchte man nicht erleben, dass die Scharlatane vom Hof gejagt werden und sie sich Fragen stellen müssen, was sie all die Jahre mit dem Geld der Steuerzahler gemacht haben. Einer der Heiligen der Klimakirche, Al Gore, der mit Preisen und Lobpreisungen für seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit“ überschüttet wurde, musste bereits vor Gericht zahlreiche Fehler einräumen.

Legendär ist in diesem Zusammenhang ein Interview von Stuart McNish mit Freeman Dyson, einem 95-jährigen und äußerst renommierten amerikanischen Physiker, der sich seit mehr als 60 Jahren mit dem Erdklima befasst.

McNish: „Ich habe Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“ gesehen und dort sagt er, wenn man Wasserdampf mal beiseitelässt, ist CO2 für 30% des Treibhauseffekts verantwortlich.“
Dyson: „Das stimmt“
McNish: „Aber […] der Einfluss von Wasserdampf beträgt 90%!“
Dyson: „Ja“
McNish: „Aber wenn der so hoch ist, wie kann man ihn dann beiseitelassen?“
Dyson: „Kann man nicht [lacht]. Das würde nur passen, wenn man vom Mars spräche.“
McNish: „Weil es dort keinen Wasserdampf gibt?“
Dyson: „Genau!“

Auch John Coleman, Meteorologe und Fernsehwetterfrosch-Urgestein, geht hart mit Al Gore ins Gericht, indem er dessen Mentor Roger Revelle zitiert, einen der ersten Wissenschaftler, die dem anthropogenen CO2 die Hauptschuld am Klimawandel unterstellten. Revelle entschuldigte sich kurz vor seinem Tod im Jahr 1991 für die Schlussfolgerungen seiner Forschungen, die so viele Menschen „in die falsche Richtung“ geführt hätten. Es ist also durchaus nicht so, dass die alarmistische Vorstellung vom Klimawandel allgemein Konsens wäre, vor allem nicht in der Peer-Group aus Klimaforschern, Geologen, Meteorologen und anderen, auch wenn das IPCC dies gern so darstellt. Es gibt sie schlicht nicht, die 97%ige „Übereinstimmung“, was Ursachen und Folgen der Erderwärmung angeht.

In den Papers des IPCC oder der COP-Konferenzen werden sie zum Beispiel nicht lesen, dass es seit 1997 eine Petition des Inhaltes gibt, dass die unterzeichnenden Wissenschaftler anzweifeln, dass es Beweise für einen anthropogenen Klimawandel gäbe. Und während 31.487 Wissenschaftler Art Robinsons „Petition Project“ unterzeichnet haben, darunter zahlreiche Meteorologen, Astrophysiker, Geologen und andere Physiker, verfassten den IPCC-Bericht „AR5″ von 2014 ganze 51 Autoren. Das muss man nicht eigenartig finden, kann man aber.

6) Problemen die richtigen Ursachen zuordnen

Hurrikans in der Karibik, Taifune in Asien, Tsunamis in Erdbebengebieten, Vulkane auf dem pazifischen Feuerring, Küstenerosion, zerstörte Häuser, Starkregen, Dürre, Missernten und Hitzewellen und schon wieder keine „weiße Weihnacht“ in Berlin-Friedrichshain – die Meldungen über Naturkatastrophen werden von Jahr zu Jahr dichter. Aber häufen sich auch die Ereignisse oder eher die Meldungen und deren mediale Potenzierung und damit auch die Fehlinterpretationen? Fakt ist, dass die Schäden steigen (außer in Berlin-Friedrichshain vielleicht), was Statistiken der großen Versicherungen und Rückversicherungen belegen. Aber handelt es sich tatsächlich um Folgen des Klimawandels oder treffen hier Wahrnehmung und politische Agenda nur perfekt aufeinander? Die meteorologischen Effekte, die zur Bildung von Hurrikans führen, haben seit je her mit der Sahara, dem Wasser des Atlantiks und der Erdrotation zu tun, nicht mit dem Klimawandel. Auch die Anzahl und Intensität der tropischen Megastürme hat nicht signifikant zugenommen. Gestiegen ist nur die Höhe der Schäden, die sie anrichten. An diesem Fakt kommt man nicht vorbei.

Doch woran liegt das? Gibt es anthropogene Ursachen? Und tatsächlich, die gibt es! Denn gerade in der Karibik und Südostasien hat in den letzten 20–30 Jahren der Tourismus massiv zugenommen, ebenso die wirtschaftliche Abhängigkeit der Inselstaaten und Überseegebiete vom Tourismus. Und wohin zieht es die sonnenhungrigen Europäer und Amerikaner? Ans Wasser, an die Strände. Die Infrastruktur wird also ausgerechnet dort errichtet, wo zum Beispiel in der Karibik seit Menschengedenken die sogenannte „Tornado-Alley“ durchzieht. Deshalb wachsen die Schäden, deshalb wächst die Aufmerksamkeit der Medien. Es hatte Gründe, warum die Einwohner von Dominica oder den Bahamas früher am Strand eher Hütten errichteten und ansonsten etwas weiter im Inselinneren lebten. Eine Hütte war nach den regelmäßigen Herbststürmen schnell wiederaufgebaut, der Schaden überschaubar. In den Buchten ihrer Inseln wimmelten vor 30 Jahren auch noch nicht die Yacht-Flotten von Charterfirmen, die der Hurrikane „Irma” zu hunderten auf Land drückte und demolierte. Versicherer wissen dies und rechnen die Gefahr in die Prämien ein. Es ist zum Beispiel verdammt teuer für einen Bootseigner, sein Schiff nördlich von 12,5° Nord in der Karibik zu parken – und zwar aus gutem Grund. Die Bezeichnung „Inseln unter dem Wind“ hatten Aruba, Bonaire und Curaçao schon, als es den Begriff „Klimakatastrophe“ noch gar nicht gab. Die liegen allesamt unter der Tornado-Straße, die sich durch die Karibik bis ungefähr nach Honduras im Süden und den Carolinas im Norden erstreckt. Immer schon. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, wie Wetterphänomene oder lokal unangepasstes und kurzsichtiges menschliches Verhalten zur überall am Werk befindlichen Klimahexe aufgeblasen wird. Doch das Klima ist an derlei Phänomenen gänzlich unschuldig.

Entwicklungsprojekte, die Ziegen nach Äthiopien bringen (wo sie, potenziert durch die wachsende Bevölkerung die ohnehin spärliche Vegetation wegfressen und zur Verwüstung beitragen), Überbevölkerung ganz allgemein, Raubbau von Küstensand (Thailand, Vietnam) und Grundwasser (etwa in Jakarta, Indonesien) oder Flusswasser (Aralsee), Versalzung von Böden… es gibt endlos viele Beispiele und ebenso endlos sind die Versuche, dies alles und die unmittelbaren Folgen dem Klimawandel in die Schuhe zu schieben. Wundert es, dass zahlreiche Entwicklungsländer in dasselbe Horn blasen? Nein, denn so bekommen korrupte und despotisch regierte Staaten die perfekte Entschuldigung für ihr Handeln, weil die westlichen Demokratien plötzlich die alleinige Schuld bei sich selbst zu finden glauben. Womit wir wieder beim „Mea-culpa-Kult“ vom Anfang sind.

Fazit: Kommt damit klar!

Das Klima der Erde hat sich zu allen Zeiten verändert. Wir kennen eine ganze Reihe von entsprechenden Zyklen, die jedoch nicht mit dem CO2-Gehalt der Atmosphäre korrelieren, geschweige denn, mit diesem in ursächlichem Zusammenhang stehen. Der Einfluss, den CO2 auf das Erdklima hat, ist viel zu gering für die Effekte, die man ihm zuschreibt. Mit veränderten Umweltbedingungen ist der Mensch bislang immer fertig geworden, sofern er sich auf Anpassung verlegte und nicht voller Jammer und Angst, Rettung von einer höheren Instanz erhoffte. Wenn man in der Kälte sitzt, wärmt es nicht, um Feuer zu beten – man muss eines anzünden. Dasselbe gilt auch für die Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht. In 10.000 – 15.000 Jahren steht beispielsweise wieder eine richtige Eiszeit an, spätestens dann (aber sehr wahrscheinlich schon viel früher) wird die Hysterie der Erderwärmung einer noch hysterischeren Angst vor der Abkühlung weichen. Die Älteren werden sich erinnern, dass uns dieses Schicksal vor 20 Jahren auch schon prophezeit wurde – für das Jahr 2100!

Doch bis dahin haben wir genug zu tun, egal ob es etwas wärmer oder kälter wird oder der Hahn doch nur auf dem Mist kräht und mit unserem Klima überhaupt nichts geschieht, was man außerhalb statistischer Schwankungen erkennen oder mit Modellrechnungen simulieren könnte. Küstenschutz, Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Stoffkreisläufe schließen, neue ergiebige und preiswerte Energiequellen technisch entwickeln… die Liste ist geradezu endlos. Lasst uns doch erst mal das alles erledigen und nicht ausgerechnet einem Spurengas hinterherlaufen, das nicht unser Feind ist, sondern bei der Ernährung der Welt und der Wiederaufforstung von Gebieten, die VOR der Industrialisierung vom Menschen entwaldet wurden, sogar unser Verbündeter. Die 100 Milliarden Dollar, die zur Abwendung einer nicht eintreten wollenden „Katastrophe” Jahr für Jahr auf den Tisch gelegt werden, wären an anderer Stelle sicher besser investiert.

* In Wirklichkeit ändert sich auch die Definition dieses „Klimaoptimums“ immer wieder und geht tendenziell nach unten. Heute liest man oft schon von 14°C. Und schwupps, schon hat sich durch die Absenkung der Bezugsgröße die Erde um 1°C erwärmt. Doch diese Erwärmung ist nur durch die geänderte Bezugsgröße entstanden.


Dieser hervorragende Text wurde erstveröffentlicht auf dem Blog des Autors Roger Letsch – www.unbesorgt.de


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