Gesundheit, Natur & Spiritualität

Bald Pompeji in der Eifel? Unter Deutschlands Boden gibt es aktive Vulkane

12. Januar 2019

Wir alle wissen, dass es „Vulkaneifel“ heißt und dass die bewaldeten Berge dort einmal eine Feuer- und Lavahölle gewesen sind. In Heimat- und Sachkunde gab es beeindruckende Illustrationen, wie die schöne Eifel damals ausgesehen hat, aber das ist ja Geschichte aus grauer Vorzeit und heute ist es eine idyllische Landschaft mit Wandertourismus… denken wir.

Die Benediktinerabtei Maria Laach ist eine romanische Klosteranlage aus dem Hochmittelalter aus 1093. Sie gilt als eines der schönsten Baudenkmäler ihrer Zeit und liegt in direkter Nähe zum Laacher See. Ein wunderschönes Fleckchen Erde.

Dieser fast runde, malerische See ist eine Caldera (Spanisch: Kessel), also eine kesselförmige Lavagesteinsstruktur.  Da er durch eine vulkanische Dampfexplosion entstanden ist, gehört er zu den Maaren. So beschaulich und malerisch wie die ganze Szenerie anmutet, so unheimlich ist das, was sich darunter im Untergrund abspielt.

Denn die Hölle von vor 13.000 Jahren hat nur geschlafen. In geologischen Zeiträumen sogar eigentlich nur ein Nickerchen gemacht und wacht gerade langsam auf. Seismologen haben nämlich Hinweise darauf gefunden, dass sich die Magmakammer unter dem Krater langsam wieder mit flüssiger Lava füllt. Das beschreibt jedenfalls eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Geophysical Journal International“ erschienen ist. Der Vulkan unter dem alten Kloster ist nie erloschen, heißt es darin, sondern befinde sich in einer Art Langzeitschlaf. Bemerkbar gemacht haben sich die Vorgänge durch Erdbeben mit sehr niedriger Frequenz, bis zu 40 Kilometer tief im Erdmantel, die immer auf die Bewegung von Materialmassen in den Röhrensystemen von Vulkanen schließen lassen. Man spürt sie nicht an der Erdoberfläche, dazu sind sie zu „langsam“. Die Seismologen haben in den letzten fünf Jahren vier Gruppen solcher DLF-Erdbeben gemessen (DLF = Deep Low Frequency).

Das Team um den Geophysiker Martin Hensch vom Verbund der Landeserdbebendienste, dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die Daten ausgewertet und sieht keinen Grund zur Panik. Ein Ausbruch stehe nicht unmittelbar bevor, erklären die Forscher in einer offiziellen Mitteilung des GFZ.

„Dank eines umfangreichen Ausbaus der seismologischen Messnetze in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Gebieten, ließen sich 2013 erstmals tiefe und tieffrequente Erdbeben unter der Osteifel registrieren“, heißt es darin. Bis jetzt seien „acht Episoden“ solcher DLF-Beben in einer Dauer von 40 Sekunden bis zu acht Minuten registriert worden. Das bedeute, dass ein Ausbruch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei, denn, so die Mitteilung: „Der Aufstieg von Magma in die flache Erdkruste geht in aller Regel mit hochfrequenten Erdbebenschwärmen einher. Eine solche Aktivität war in der Osteifel bis jetzt nicht zu beobachten. Außerdem fehlen Hinweise auf Hebungen der Erdoberfläche, die bei massiven Magmenaufstiegen deutlich feststellbar sein müssten.“

Das können wir alle auch nur hoffen, denn die Beschreibung, die der Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke vom letzten Ausbruch des Vulkans von Laach geliefert hat, ist mehr als beeindruckend: „Allein im Umkreis von 55 Kilometern vom Laacher Vulkansee wurde damals eine Fläche von 1.400 Quadratkilometern unter einer ein bis 50 Meter dicken Bimssteinschicht begraben. Die Aschewolken wehten bis Norditalien und Schweden und hüllten das Land grau ein. Glutlawinen rasten die Abhänge hinab, im Rheintal lagerte sich eine sechs Meter hohe Ascheschicht ab. Im Krater bildete sich der Laacher See. Voluminöse pyroklastische Ströme (zerstörerische, partikelgespickte Wolken, die am Boden entlang schossen) aus festen und gasförmigen Stoffen erreichten über ein Seitental in acht Kilometern Entfernung vom Krater den Rhein und stauten ihn zu einem riesigen See auf.“

 

 

Zum Glück scheint uns so ein Inferno in den nächsten paar tausend Jahren noch nicht ins Haus zu stehen. Untersuchungen des Gesteins vom letzten Ausbruch vor 13.000 Jahren lassen nach Ansicht der Wissenschaftler darauf schließen, dass die Magma-Kammer damals etwa 30.000 Jahre brauchte, um sich bis zum Ausbruch zu füllen. Da bleibt uns Gott-sei-Dank doch noch etwas Zeit.

In Deutschland und Europa gibt es durchaus viele Vulkane, die zur Zeit freundlicherweise alle friedlich sind. Auch unter der Schwäbischen Alb liegen ganze Vulkanfelder, die vor etwa 11 Millionen Jahren mit gewaltigen Wasserdampfexplosionen vor dem eigentlichen Magmaausbruch die ganze Region zertrümmerten.

 

 

 

 


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