Wirtschaft

Konkurrenzdruck der Sportwettenanbieter dünnt Sponsoring im Fußball aus

10. März 2019

Es gab Zeiten, in denen jeder Fußballklub der 1. Bundesliga von einem Sportwettenanbieter gesponsert wurde. Seit der Saison 2018/19 sind fünf Vereine der Beletage des deutschen Fußballs ohne offiziellen Partner in Bezug auf Sportwetten. Offenbar können sich viele Anbieter das kostspielige Engagement nicht mehr leisten. Die Fülle der Marktteilnehmer im Bereich Sportwetten erhöht den Konkurrenzdruck und lässt die Umsätze sinken.

Bet-at-Home steigt bei Hertha BSC Berlin aus

Mit dem Ende des Engagements von Bet-at-Home beim Hauptstadtklub Hertha BSC verschwand der letzte Sportwettenanbieter von den Trikots der Bundesligisten. Damit sind alle Wettanbieter ins dritte Glied der Sponsorenebene zurückgetreten. Weder ein Hauptsponsor noch ein Trikotsponsor kommt aus der Zunft der Glücksspielbranche.

Je nach Verein hat die dritte Ebene der Sponsoren einen anderen Namen:

  • Premium Partner: Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Schalke 04, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, TSG Hoffenheim
  • Platin Partner: Bayern München
  • Champion Partner: Borussia Dortmund
  • Top-Sponsor: Werder Bremen
  • Co-Sponsor: Borussia Mönchengladbach
  • Exklusiv Partner: Hertha BSC Berlin, Hannover 96

Betway ist dreimal vertreten

Häufigstes Mitglied bei Sponsoren der Erstligaklubs aus dem Wettbereich ist derzeit der auf Malta residierende Anbieter Betway. Werder Bremen, Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf haben sich für Betway als offiziellen Wettpartner entschieden. Wer den Betway Testbericht liest, wird bemerken, dass der Anbieter vor allem mit einem hervorragenden Kundenservice überzeugt. Mit gut zwei Millionen Kunden gehört Betway zu den größeren Anbietern der Branche. Von den Hauptstandorten in Malta, Guernsey und London aus hat Betway zahlreiche Wettmärkte erobert und hält auch Lizenzen von acht europäischen Regulierungsbehörden, darunter Großbritannien, Malta und Schleswig-Holstein.

Die Branchengrößen sponsern nur noch Top-Klubs

Offenbar scheint sich ein Engagement bei Fußballvereinen für Sportwettenanbieter nur noch zu lohnen, wenn die Klubs oben mitspielen. Tatsache ist, dass Branchengrößen wie Tipico, BWIN oder Unibet derzeit allesamt bei Klubs investieren, die nach dem 23. Spieltag der Saison 2018/19 auf Champions League Kurs liegen:

  • Tipico: Platin Partner von Bayern München (Platz 2)
  • BWIN: Champion Partner von Borussia Dortmund (Platz 1)
  • Unibet: Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig (Plätze 3 und 4)

Bet-at-Home ist nur noch bei Schalke 04 involviert und noch bis 2021 an den Klub gebunden. Nach dem hervorragenden zweiten Platz im Vorjahr hatten beide Seiten den Vertrag vorzeitig verlängert. Nach dem bisherigen Saisonverlauf könnte der Linzer Sportwettenanbieter diesen Schritt schon bereut haben. Immerhin zahlt Bet-at-Home gut 2,3 Millionen Euro jährlich an Schalke.

Kleingeld von Start-ups und No-Name-Anbietern

Bis auf Interwetten (TSG Hoffenheim) sind in der 1. Fußballbundesliga nur noch kleinere Sportwettenanbieter vertreten. Betano ist eine Marke der österreichischen Firma Betkick und sponsert den VfB Stuttgart mit 1,5 Millionen Euro jährlich. Hertha BSC Berlin hat MoPlay als Ersatz für Bet-at-Home gefunden. Die Marke des Sportwettenanbieters Addison Global Limited ist in Deutschland noch relativ unbekannt, sponsert aber in England Manchester United und den FC Watford.

Seit 2016 ist Tipwin Sponsor von Bayer Leverkusen. Der Vertrag läuft noch bis zum Ende der aktuellen Saison. Damit ist für Tipwin aber nicht Schluss in der Beletage. Egal ob beide Seiten den Vertrag verlängern oder nicht, ab dieser Saison ist Tipwin für die nächsten drei Jahre auch Sponsor bei Eintracht Frankfurt. Auch Tipwin ist relativ unbekannt in Deutschland. Deshalb schätzen Experten, dass die Erlöse für die Eintracht bei unter 1 Million Euro liegen dürften.

Vier Klubs setzen beim Glücksspiel auf Lotto

Vier Bundesligaklubs haben gar keinen offiziellen Wettpartner mehr und werden aus dem Bereich des Glücksspiels lediglich von der entsprechenden Landeslotteriegesellschaft des Deutschen Lotto und Totoblocks gesponsert. Dabei ist auffallend, dass alle vier Vereine im Süden der Republik angesiedelt sind:

  • FSV Mainz 05: Lotto Rheinland-Pfalz (Exklusiv-Partner)
  • FC Augsburg: Lotto Bayern (Exklusiv-Partner)
  • FC Nürnberg: Lotto Bayern (Premium Partner)
  • SC Freiburg: Lotto Baden-Württemberg (Premium Sponsor)

Nur ein Klub ist ohne Sponsor aus der Glücksspielbranche

Ganz ohne Sponsor aus dem Bereich Wetten oder Glücksspiel kommt der VfL Wolfsburg aus. Ob das an der Philosophie des Vereins liegt oder am Desinteresse der Wettanbieter, ist nicht bekannt. Fakt ist, dass die Niedersachsen zwei Jahre in Folge den Relegationsplatz belegten. Das ist nicht unbedingt ein Aushängeschild für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sponsoren. Dass der VfL in dieser Saison ganz gut dasteht, war nicht zu erwarten. Trainer Labbadia hat den Klub erfolgreich von den Abstiegssorgen der letzten beiden Spielzeiten befreit. Trotzdem machte in dieser Woche das Gerücht die Runde, dass der VfL Wolfsburg die Zusammenarbeit mit Labbadia zum Ende der Saison wohl beenden wird.

 

 


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