Politik

Was wäre wenn… Der Crash des Euro & der EU!

16. Juni 2019

Stellen Sie sich vor, der Euro crasht und damit auch die EU! Längst liegen die Pläne für ein solches Krisenszenario vor! Nur Sie erfahren nichts davon! Bis jetzt!

In meinem Wirtschafts-Thriller 2018 – Deutschland nach dem Crash habe ich bereits 2013 (3. Aktualisierte Auflage 2016) ein genau recherchiertes Crash-Szenario aufgezeigt, das nach wie vor seine Gültigkeit, Aktualität und vor allem seine Brisanz hat. Denn längst schon wissen Regierungen, Militärs, Geheimdienste, Wirtschaftsunternehmen, Banken und Versicherungen etwas, was Ihnen bislang verborgen bleibt: wie ein mögliches Crash-Szenario aussehen könnte! Glauben Sie mir: Die Vorbereitungen dazu laufen bereits und sind grundgesetzlich abgesegnet. Dabei haben die entsprechenden Notfallpläne rein gar nichts mit Fake News oder Verschwörungstheorien zu tun!

Dazu erwies sich beispielsweise Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), Wissenschafts-Philosoph, Friedensforscher, Physiker und Bruder des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker[1], als zuverlässiger Prophet. Er sagte nicht nur den Niedergang des Sowjet-Kommunismus voraus, sondern skizzierte in seinem letzten großen Werk, seinen politischen Aufsätzen[2], schon in den 1990er-Jahren[3] genau das, was nun einzutreten scheint (Auszüge) [4]:

  • Mit dem Bankrott des Staates werden alle Sozialsysteme zusammenbrechen. Die Rentenzahlungen zuerst. Auslöser dafür ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheurer Dimension, entfacht von Spekulanten.
  • Die Löhne werden auf ein noch nie dagewesenes Minimum sinken.
  • Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen.
  • Zirka 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus[5] werden in Deutschland wieder Menschen hungern.
  • Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch.
  • Die ergebenen Handlanger des »Geld-Adels« sind korrupte Politiker.
  • Schuld an einem neuen menschenverachtenden (politischen) System ist ein »unkontrollierbarer Kapitalismus«.

Wie genau von Weizsäcker damit (unter anderem) auch die Euro-Krise und ihre Folgen beschrieb, wird noch aufzuzeigen sein.

Dementsprechend schockte der Titel des Wirtschaftsmagazins Focus Money im August 2012 nicht nur die Bevölkerung und die Politik, sondern gleich den ganzen Mainstream: »In 18 Monaten ist der Euro kaputt«. Und der Untertitel tat sein Übriges dazu: »Die Wahrheit hinter den Kulissen der Schuldenkrise – Was ein prominentes Mitglied der Regierungspartei FOCUS MONEY über die Gemeinschaftswährung verrät«.[6] Der Chefredakteur erklärte an Eides statt, dass »alles, was Sie auf folgenden Seiten lesen, genauso ausgesprochen wurde«, und nahm damit Bezug auf ein »prominentes Mitglied der Regierungspartei«, das in »Sachen Euro auspackte. Hinterher wollte dieser es aber nicht mehr als Interview lesen.«

Kaum zu verdenken, versetzte der anonyme Politiker mit seinen Aussagen doch die Europagläubigkeit aller Parteien erheblich in Zweifel. So sprach Mister Anonymus wahrhaftig Klartext: »In der Geschichte gab es selten Phasen mit mehr als 60 Jahren politischer Stabilität, so wie wir sie in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg erleben. Wir werden gerade Zeugen eines Epochenumbruchs, so viel ist sicher. Wohin uns das führt, ist noch unklar«. Und weiter: »Ich bin mir sicher: Die europäische Währungsunion wird in ihrer heutigen Form nicht fortbestehen. Dazu sind die Interessen und Stärken der einzelnen Mitgliedsländer zu unterschiedlich (…) Wie auch immer das im Detail ablaufen wird, eines scheint sicher: Innerhalb der nächsten 18 Monate wird die Währungsunion auseinanderbrechen.«[7] Gemäß dieser Prognose würde der Euro also spätestens im Februar 2014 »crashen«.

Hierfür gibt es noch andere Voraussagen und Berechnungen: Diplom-Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Bernd-Thomas Ramb entwarf eine »Wahrscheinlichkeitskurve« für eine Währungsreform, basierend auf der demografischen Entwicklung Deutschlands. Demnach würde im Jahr 2017 diese Kurve 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erreichen. 2018 dann wäre die Wahrscheinlichkeit für eine Währungsreform größer, als dass diese nicht käme, so Ramb.[8] Unser Nachbarland Schweiz sorgte jedenfalls schon mal vor: Im Oktober 2012 produzierte das Schweizer Fernsehen (SF) aus »arbeitsökonomischen Gründen« einen Bericht über den »Euro-Crash«, der für viel Verwunderung sorgte.[9]

Die düsteren Prophezeiungen eines Untergangs der europäischen Gemeinschaftswährung sind nicht mehr zu übersehen. Zeit also für jeden Bürger, über dieses Szenario nachzudenken. Denn ein »Euro-Crash« hat weitreichende, dramatische Konsequenzen – für jeden Einzelnen. Natürlich sprechen die Politiker landauf und landab nicht offen darüber.

Also höchste Zeit dafür, Ihnen diesbezüglich die Wahrheit zu sagen, die die Politiker Ihnen verschweigen.

Lesen Sie nachfolgend, was geschehen könnte – aber nicht zwingend muss – wenn die Euro-Währungszone tatsächlich zusammenbricht! Wie bereits erwähnt, sind die Sicherheitsbehörden längst schon auf innere Unruhen, auf Aufstände und selbst auf einen Bürgerkrieg vorbereitet. Das nachfolgende Szenario ist ein Auszug aus 2018 – Deutschland nach dem Crash und wurde von mir für das vorliegende Buch leicht aktualisiert. Alle dazugehörigen Fakten habe ich belegt. Der Rest ist fiktiv und dementsprechend vermerkt.

Dieses Szenario hat von seiner Brisanz und Aktualität nichts, aber auch gar nichts verloren. Ganz im Gegenteil: Die Zeichen stehen heute noch mehr auf Sturm, als zu dem Zeitpunkt, als 2018 zum ersten Mal veröffentlicht wurde!

Schon damals stand im Spiegel zu lesen: »Ein Zerreißen des Euro bedroht die Welt, wie wir sie in den vergangenen Jahrzehnten kennen und vor allem lieben gelernt haben.«[i]

Jorgen Randers, Professor an der BI Norwegian Business School, meinte: »Die Menschen in den reifen Volkswirtschaften vermelden keine Steigerung des Wohlergehens mehr. Ihr Pessimismus ist begründet. In Zukunft wird es ihnen schlechter gehen (…) In reifen Märkten wird es mehr Arme und mehr Ungerechtigkeit geben (…) Diese Minderheit (ein Fünftel der Weltbevölkerung) wird einen Sturz aus ehemaliger Herrlichkeit erleben aufgrund stagnierenden Produktivitätswachstums und steigender Spannung, die aus Ungerechtigkeit entsteht.«[ii]

Und Christina von Braun, Professorin für Kulturtheorie an der Berliner Humboldt-Universität, erklärte: »In jeder Krise des Geldes – in der Inflation der zwanziger Jahre in Deutschland, der großen Depression von 1929 oder der Finanz- und Bankenkrise, die 2007 begann und uns noch immer im Würgegriff hält – müssen Menschen auf ganz existentielle Weise den Preis für den Verlust der Glaubwürdigkeit des Geldes zahlen: mit Arbeitslosigkeit, Entzug ihrer Behausung und sozialer Ausgrenzung.«[iii]

Doch lesen Sie selbst, welches Szenario auf Sie zukommen könnte…

Crash-Szenario – Stufe 1: Kollaps[iv]

Euro – aus und vorbei

2020–2025: die »Euro-Retter-Staaten« haben den Wettlauf gegen die Zeit verloren: Die Wirtschaft in den Krisenstaaten Südeuropas kommt trotz der Abermilliarden ESM-Hilfen, für die Deutschland mehrheitlich haftet, nicht in Schwung, Wachstum und Konjunktur liegen am Boden. Alle Sparmaßnahmen und Wirtschaftsreformen reichen nicht aus, eine tragbare Schuldensituation zu schaffen und für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstums zu sorgen. Im Gegenteil: Die Sparzwänge führen in den EU-Krisenländern zu erheblichem Wohlstandsverlust und sozialen Unruhen. Das Szenario aus der Weimarer Republik scheint sich zu wiederholen: Auf die Weltwirtschaftskrise 1923 reagierte die damalige Regierung ebenfalls mit einem eisernen Sparkurs, der (zusammen mit der einsetzenden Kapitalflucht) die Nation in eine Katastrophe aus Hyperinflation, Depression, Massenarbeitslosigkeit und politischen Radikalismus durch die Nationalsozialisten führte.[10]

Die von den Regierungen verordneten Reformen in den EU-Krisenländern stellen sogar die Notverordnungen der Weimarer Regierung Brüning weit in den Schatten. In diesen Tagen sprechen linke Europäer wieder von einem »sozialen Angriff« auf das Volk und zaubern Karl Marx’ »Geschichte von den Klassenkämpfen« aus dem verstaubten Hut der Zeitgeschichte: »Nicht Vernunft und hehre Ideale bestimmen die Politik der herrschenden Klasse, sondern handfeste soziale Interessen (…) Der Finanzsektor hat sich, insbesondere während des Börsenbooms der 90er-Jahre, von der realen Produktion abgehoben und ein unkontrollierbares Eigenleben entwickelt«, schrieb Peter Schwarz auf der World Socialist Web Site, die vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale (IKVI) herausgegeben wird. »Es ist eine unersättliche Finanzaristokratie entstanden, die im Namen der ‚Rettung des Euro’ einen hemmungslosen Raubzug gegen alle sozialen Errungenschaften führt, die sich die Arbeiterbewegung in den vergangenen 65 Jahren erkämpft hat. Politik und Medien liegen ihr dabei zu Füßen.«[11]

Außerdem sind die Löhne und Preise in einem deflationären Prozess nicht gesenkt, sondern lediglich die Löhne gekürzt und die Preise angehoben worden. Dies hat die Wettbewerbsfähigkeit noch mehr gemindert statt wieder hergestellt oder gar gesteigert.

Weiterhin wurde mit der Ratifizierung des ESM im Jahr 2012 der Weg in die Inflation geradezu vorgezeichnet: In einem fast schon »historischen Experiment« hat die EZB die Zentralbank-Geldmenge immens vermehrt und damit faktisch eine »Kreditschöpfung aus dem Nichts« geschaffen. Eine solche spricht gegen jede Geldwertstabilität, zu deren Erhaltung sich die EZB eigentlich verpflichtet hat. Durch den Aufkauf kurzfristiger Anleihen von maroden Staaten und deren schlechten Banken in unbegrenzter Höhe explodieren die Zinsen und die durch keinerlei Sachwerte gedeckte Geldmenge geradezu. Hinzukommt, dass die einzelnen Geldinstitute die verzinslichen Termineinlagen von der Zentralbank nicht in dem Maße aufkaufen, wie das Geld in das Währungssystem hineinkommt.

Banken versuchen, durch die Vergabe von Krediten (mit Zinsen praktisch zum Nulltarif) die Konjunktur wieder anzukurbeln. Doch einige Güter werden knapp, während die Nachfrage danach unvermindert steigt und damit auch die Preise (siehe dazu Kapitel Crash-Szenario – Stufe 2: Überleben).

So schafft es die EZB mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten nicht, die in den Wirtschaftskreislauf gepumpte Geldmenge schnell wieder aus dem Markt herauszunehmen. Auch die einzelnen Staatsschuldner können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Damit die Gläubiger keine Verluste erleiden, wird immer mehr Geld gedruckt und in Umlauf gebracht. Für einen Schuldenschnitt der einzelnen Krisenländer ist es bereits zu spät. Hinzukommen die höheren Inflationserwartungen der Menschen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade sie Einfluss darauf haben, wie hoch die Inflation am Ende tatsächlich ausfällt.

Schon in der Vergangenheit warnte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann vor dieser Politik, wie sie die EZB betreibt. Er sah einen »potentiell gefährlichen Zusammenhang von Papiergeldschöpfung, Staatsfinanzierung und Inflation«, weil die die Stabilität des Euro gefährde.[12]

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Max Otte, Publizist und ordentlicher Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms, schloss sich dem an: »Jetzt ist es wieder möglich, durch politischen Entscheid Geld zu schaffen – eine Technik, die in den USA und England unter dem Namen ‚Quantitative Easing’ schon seit Ausbruch der Finanzkrise praktiziert wird. Ist der Selbstbedienungsladen der Notenbank aber einmal für die Politik eröffnet, führt der Weg mit großer Wahrscheinlichkeit in den Abgrund.«[13]

Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH, sagte zu dieser »Kicking the can down the road«-Strategie (der »Ein-Problem-vor-sich-herschieben«-Strategie) der EZB, die die Wirtschaft immer wieder mit neuen Kreditspritzen in Bewegung hält: »Der Papiergeld-Boom wird in der Rezession-Depression enden. Mehren sich die Anzeichen der Krise, wird in der Öffentlichkeit (…) nach immer mehr Geld gerufen, um das Unausweichliche abzuwenden. Das ebnet den Weg zu einer hohen, mitunter sehr hohen Geldentwertung.«[14]

Und auch die fünf Wirtschaftsweisen (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) warnten davor, dass die »Mitgliedsstaaten des Euro-Raums in eine Solvenzkrise abgleiten«.[15]

Das sahen auch 57 Prozent der deutschen Profi-Investoren so: Sie glaubten, »dass das Anwerfen der Notenpresse zur Finanzierung maroder Staats- und Bankfinanzen früher oder später den Geldwert ruinieren wird« (Financial Times Deutschland).[16]

Schon der französische Dichter und Philosoph der Aufklärung, Voltaire, erkannte: »Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – null.«

Die Maßnahmen der Eurorettungs-Politik führen lediglich zu einer Risikoumverteilung: Durch die umfassenden Ankäufe fauler Staatsanleihen oder, anders ausgedrückt, die fortschreitende Verstaatlichung von nationalen Insolvenzrisiken übernimmt die EZB erhebliche Kreditrisiken, die alle EU-Mitgliedsländer gemeinsam tragen. Diese Kosten der verschleppten Staatsinsolvenzen bescheren der EZB nicht nur eine toxische Bilanz, sondern fordern sie, genauso wie den ESM, geradezu auf, immer wieder einzugreifen, bis »nichts mehr geht«. Die Kaufkraft des Euro, also sein Wert, sinkt, die Teuerungsrate steigt. Auch die Märkte verlieren ihr Vertrauen in den trudelnden Euro, verstärken den Abwärtstrend damit noch mehr. Hinzu kommen die hohen Liquiditätshilfen für die angeschlagenen Banken und die enorm ansteigende Kapitalflucht aus den maroden Regionen.

Die Staatsanleihenblase platzt endgültig – genauso wie die Derivatenblase -, erstere hervorgerufen durch politisch gewollte, stetige und ungehemmte EZB-Kreditvergabe von völlig ungedecktem Geld, das so in den Wirtschaftskreislauf hinein-, aber nicht mehr herausgelangt. Diese öffentliche »Falschmünzerei« führt zum endgültigen Zusammenbruch der Papierwährung. Die zunächst »schleichende Inflation«[17] wird zu einer »galoppierenden Inflation«, einer »Hyperinflation« (siehe dazu Kapitel Inflationsangst).

Zusammen mit den massiven Verlusten aus Kreditrisiken der Kernstaaten stürzt die Tragfähigkeit ihrer Schuldenlast schließlich ein. Die EU-Währungsunion bricht auseinander. Vor allem Deutschland hat sich in der Vergangenheit »über-bürgt«: Die Handlungsfähigkeit des Staats ist durch den riesigen Schuldenberg dermaßen eingeschränkt, dass mit sämtlichen Konjunkturprogrammen nicht mehr ausreichend gegengesteuert werden kann. Der Bettelstab des deutschen Staates zerbricht: Die Bundesrepublik ist bankrott…


Guido Grandt – Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors www.guidograndt.de

 


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