Politik

Eine Woche nach Lucke: Errichtet die Linke eine Terrorherrschaft? De Maizière muss in ein Restaurant fliehen

23. Oktober 2019

Die brutale Nötigung von Professor Lucke an der Hamburger Uni ist erst etwa eine Woche her, da lesen wir schon die nächste Meldung dieser Art. Nur, dass das Opfer der neuen Hetzattacke vorher noch in ein Restaurant ausweichen kann, um dem Mob den Aktivisten zu entkommen.

In Göttingen findet zur Zeit der „Göttinger Literaturherbst“ statt. Autoren werden eingeladen, aus ihren Werken zu lesen. So auch der ehemalige Innen- und Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Er war dort hingekommen, um aus seinem Buch „Regieren“ zu lesen. Also machte sich Herr de Maizière am Montagabend zusammen mit seinem Göttinger Fraktionskollegen Fritz Güntzler zu Fuß zum Veranstaltungsort, dem Alten Rathaus von Göttingen, auf.

Der ehemalige Minister, der sich Ruhm verdiente, indem er gewisse Auskünfte ablehnte, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, scheint aber selber von einem weltfernen Geborgenheitsgefühl umwölkt zu sein, oder von naiver Arglosigkeit. Denn trotz aller Informationen und Erfahrungen, die er als Innen- und Verteidigungsminister gesammelt haben muss, wähnte er sich vor jeder Gefahr und bösem Willen sicher.

Erst, als er einen Telefonanruf erhielt, dass die Eingänge zum Alten Rathaus von etwa 100 gewaltbereiten „Aktivisten“ blockiert sind, sich einige sogar an Bäume angekettet haben und auf ihn warten, wurde der Herr Minister gewahr, dass es auch für ihn Informationen gibt, die ihn beunruhigen könnten. Die beiden Herren beschlossen also, gar nicht erst mit den heldenhaften Kämpfern für das Wahre, Gute und Schöne in Kontakt zu kommen. Über die Gotmarstraße schlichen sich beide – unbemerkt von den Aktivisten – über einen Hintereingang in die Räume des Restaurants Bullerjahn, im Keller des Alten Rathauses.

Die 300 Gäste, die Eintrittskarten gekauft hatten, saßen jedoch im Saal und warteten und warteten, jedoch Herr de Maizière erschien nicht. Das erinnert ein wenig an das Gedicht von Ringelnatz „Publikum noch stundenlang – wartete auf Bumerang“.

Wer waren die tapferen „Aktivisten“ vor dem Alten Rathaus und was war ihre Mission?

Die Aktivisten in Göttingen nennen sich selbst „InternationalistInnen in Solidarität mit Rojava“ und sind nach Dafürhalten der Basisdemokratischen Linken Göttingens – Achtung! „Teilnehmende KriegsgegnerInnen“. Tatsächlich war es die Antifaschistische Linke, die da herumholzte und den vollkommen geschockten Geschäftsführer des Göttinger Literaturherbstes, Johannes-Peter Herberhold einfach mal verprügelten. Sein Hemd und seine Jacke wurden dabei in Fetzen gerissen. Die Aktivisten hätten ihn „beim Betreten des Rathauses nicht nur aufgehalten, sondern tätlich angegriffen“. Die Gäste wiederum wurden von den Friedliebenden daran gehindert, das Alte Rathaus zu verlassen.

Interessant: Es waren auch Vertreter von FridaysForFuture unter den Blockierern.

Es habe noch nie beim Göttinger Literaturherbst solche Tätlichkeiten gegen Autoren und Veranstalter gegeben, meinte Herr Herberhold fassungslos. Den ebenfalls geschockten Gästen verkündete Geschäftsführer Herberhold:

„Niemand hat damit gerechnet. Die Polizei hält es für zu gefährlich, wir müssen uns der Gewalt beugen.“

Während des ganzen Krawalls waren auf dem Marktplatz vor dem Rathaus aus einem dort aufgebauten Lautsprecher Schüsse und Sirenen zu hören, die auf deutsche Waffenlieferungen an die Türkei aufmerksam machen sollten. Die Botschaft: „Wir protestieren heute, weil Thomas de Maizière und seine Partei eine besondere Verantwortung für die Waffenlieferungen haben“, rief eine Sprecherin der Antifaschistischen Linken. Man forderte, die Bundesregierung müsse die Lieferungen einstellen. Außerdem habe de Maizière als Innenminister den Überwachungsstaat kräftig ausgeweitet. Die Aufklärung des Terrornetzwerkes NSU sei von de Maizière verhindert worden. Und: „De Maizière ist mit seiner Politik verantwortlich für die Verfolgung linker und progressiver Kräfte.“

Offenbar haben die friedliebenden „Teilnehmenden KriegsgegnerInnen“ keinen Zweifel daran aufkommen lassen, in ihrem kompromisslosen Einsatz gegen Gewalt und Brutalität auch ihrerseits Gewalt und Brutalität anzuwenden. Die Polizei gab den aufgebrachten Besuchern den Hinweis, man könne ja auch eine Strafanzeige wegen Nötigung stellen. Immerhin seien das ja Straftaten, die da begangen worden sind.

Aber nein, nicht doch. Das kommt heute auf den Blickwinkel an. Es zählt heute nicht mehr die Tat, so wie es seit alters her in den Gesetzen gehandhabt wird: Diebstahl, Körperverletzung, Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Beleidigung … es ist alles sehr relativ geworden. Heute zählt, aus welchem politischen Lager der Betreffende kommt und aus welchem Lager der Betroffene. Würden „Rechte“ einen linken Professor unter Schubsen und Anbrüllen und anderen Tätlichkeiten an seiner Vorlesung hindern, wäre die Republik in Aufruhr über den „Terror des braunen, faschistischen Nazimobs“. Sind es aber „Linke“, die einen als rechts apostrophierten Professor ebenso misshandeln, sind sie lobenswerte, hochmoralische „Aktivisten“, die einen angeblichen „Nazi“ mit Fug und Recht daran hindern, sein braunes Gedankengut zu verbreiten. Nicht die Tat begründet  Verwerflichkeit oder nicht, sondern die Gesinnung dahinter.

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Nur das dumme Volk hat die gerechte Aktion mal wieder nicht kapiert:

Unverständnis kam von den Gästen der ausverkauften Lesung: „Ich bin schockiert, wie die Antifa diese wunderbare Veranstaltung torpediert. Ich habe absolut kein Verständnis für den Protest. Das ist unmöglich, das ist kriegerisch.“

Herr Ex-Minister de Maizière ist nicht der Einzige, der noch in naiver Ahnungslosigkeit lebt. Auch seine Parteikollegen waren geschockt über die Vorfälle und die Ausmaße dieser Protestaktion. „Jeder darf in Deutschland seine Meinung äußern und demonstrieren. Wenn aber Menschen tätlich angegriffen werden und man nicht zu einer argumentativen Auseinandersetzung bereit ist, dann sind die Grenzen des Tolerierbaren erreicht“ sagte CDU-Mitglied Fritz Güntzler. „Unsere Gesellschaft lebt vom Diskurs miteinander“, sagt Olaf Feuerstein (CDU). Man sei erschüttert über das Verhalten der Demonstranten.

Ach wirklich? Jeder darf in Deutschland seine Meinung äußern? Das wäre schön. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus, wie auch die Befragung der Shell-Studie unter den jungen Leuten ergeben hat. Man darf es eben nicht, wenn man sich nicht dem Diktat des linksgrünen Zeitgeistes unterordnet. Das Bejammern des Verlustes der Meinungsfreiheit ist schlicht Heuchelei. Gerade unter der CDU-Kanzlerin Frau Dr. Angela Merkel hat sich die Machtübernahme der politisch korrekten Linksdiktatur vollzogen. Diskurs ist nicht mehr. Es gibt nur noch winzige Spielarten der einzig legitimen Meinung. Das Plärren gefeierter Bühnenstars ungestraft in die jubelnde Menge. Und Ihr habt es nicht nur zugelassen, sondern mitgemacht und applaudiert.

Und was wurde aus unserem tapferen, geliebten, ehemaligen Innen- und Verteidigungsminister Thomas de Maizière? Eine Zivilstreife der Göttinger Polizei holte ihn etwa eine Stunde später wieder am Hintereingang des Alten Rathauses ab, ohne dass die „Aktivisten“ das mitbekamen.

 


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