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Wirtschaft

UBS: Immobilienblase in Deutschland – kein Wunder bei Money for Nothing

22. Oktober 2019
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Alle Jahre wieder veröffentlicht die Schweizer Bank UBS ihre Analyse der weltweiten Immobilienmärkte: Highlight immer die Aussage zu den Blasenrisiken. Schon seit Jahren belegt dort München einen der Top-Plätze, nun ist es geschafft. München hat nach Auffassung der Bank das höchste Blasenrisiko. Spätestens, wenn die Welle an Arbeitsplatzverlusten über den Süden der Republik rollt, wenn also die Folgen von Rezession und mutwilliger Zerstörung der industriellen Basis unseres Wohlstandes richtig durchschlagen und das Märchen vom reichen Land endet, dürfte auch diese Blase platzen.

Die Ursache kennen wir natürlich auch: Ein Zinsniveau, das viel zu tief ist, befeuert einen Immobilienboom hierzulande, ähnlich wie Anfang der 2000er-Jahre in den heutigen Krisenländern der Eurozone (außer Italien). Aber so ist das nun mal, eine der weiteren üblen Nebenwirkungen des Notenbanksozialismus. Die FINANZ und WIRTSCHAFT berichtet:

  • „Immobilienkäufer in München und Frankfurt sollten jetzt aufpassen. Wegen eines explosiven Preisanstiegs ist die Gefahr einer Immobilienblase in den zwei deutschen Wirtschaftsmetropolen gemäss dem Blasenindex der UBS  sehr hoch. ‘Der Index hat in der Vergangenheit eine gute Vorhersagekraft gezeigt’ (und) ‘Der Wert für München ist ein extremer Ausreisser’ (…).“

Quelle: UBS, FuW

  • „Zum zweiten Mal in Folge seien die Immobilienpreise in Frankfurt in zwölf Monaten über 10% gewachsen, (…) Über die vergangenen fünf Jahre liegt die Preissteigerung nun bei 8% jährlich. In München sind die Preise über die vergangenen fünf Jahre ähnlich stark gewachsen.“ – Daniel Stelter: Es muss nicht bedeuten, dass es morgen bergab geht. Klar ist aber, dass man auf diesem Niveau keinen großen Zuwachs mehr erwarten darf.
  • „In Madrid, Paris und Amsterdam hat sich Wohnraum ebenfalls stark verteuert. Und das gegen den Trend: Im Durchschnitt sind die Preise in den von UBS betrachteten vierundzwanzig Metropolen so gut wie gar nicht gestiegen. Inflationsbereinigt ist die Dynamik im Durchschnitt über die betrachteten Immobilienmärkte so schwach wie seit 2012 nicht mehr.“ – Daniel Stelter: Das zeigt, dass wir uns dem Ende der Aufwärtsbewegung nähern. Wie schnell sich das ändern kann, sieht man an Vancouver. Zwar immer noch in einer Blase sieht man sehr schön einen deutlichen Preisrückgang in den letzten zwölf Monaten. Es ist eben keine Einbahnstraße.

Quelle: UBS, FuW

  • „Der Blasenindex arbeitet mit Abweichungen vom Mittelwert: Steigen die Preise stark gegenüber Einkommen und Mieten und werde viele Hypotheken vergeben, ist das ein Zeichen, dass der Markt überhitzt. (…) In einigen Metropolen war die Blasenwarnung der richtige Zeitpunkt auszusteigen. In Stockholm, London, Vancouver und Sydney kommen die hohen Bewertungen nun zurück, die Preise sinken.“ – Daniel Stelter: und werden damit für jene, die sich mit dem Gedanken des Auswanderns tragen, wieder interessanter. Gerade auf London könnte man auch mit Blick auf den Pfundkurs daran denken, sich etwas umzuschauen.
  • „In der Eurozone sind nun Frankfurt, Amsterdam, München und Paris mit dem Etikett «Blasengefahr» behaftet. Getrieben wird die Entwicklung durch starkes Wirtschaftswachstum und niedrigere Zinsen, (…).“ – Daniel Stelter: Damit ist es ein ungesunde Entwicklung.
  • „Die durch niedrige Hypothekensätze angeheizten Preise werden Immobilien in den meisten Städten immer weniger erschwinglich machen (…) 2009 konnte eine ‘Fachkraft im Dienstleistungssektor’ eine 60-Quadratmeter-Wohnung in München für das Fünffache eines Jahresgehalts kaufen (schwarzer Kreis). Heute entspricht der Kaufpreis acht Jahren (dunkelroter Kreis). Damit sind Wohnungen in Zürich und Genf erschwinglicher als in der bayrischen Hauptstadt. Am unerschwinglichsten sind Wohnungen in Hongkong (21 Jahre Gehalt für eine Wohnung), Paris (15 Jahre) und London (14 Jahre).“ – Daniel Stelter: ohne billiges Geld und großzügige Beleihung nicht denkbar.
  • „Die Grenze, bei der ein normaler Angestellter sich noch eine Wohnung kaufen kann, (liegt) beim Achtfachen des Jahresgehalts (…) Sonst seien die Preise von den Käufen grosser Investoren abhängig, etwa aus dem Ausland. Damit ist der Preis in den deutschen Metropolen an der Grenze des noch Erschwinglichen.“ – Daniel Stelter: Aber jetzt kommen doch Mietendeckel und zwangsweise Ertüchtigung für den Klimaschutz ohne Möglichkeit der Umlage auf die Mieter. Dann hat sich das mit der Blase schnell wieder.

Dr. Daniel Stelter – www.think-beyondtheobvious.com