Gesundheit, Natur & Spiritualität

Erfüllter Kinderwunsch: Zyklusregulation nach Absetzen der Antibaby-Pille

13. Mai 2020

In dem folgenden Interview mit der Fruchtbarkeitexpertin Anne Zietmann finden Sie die besten Tipps, wie sich nach dem Absetzen der Antibaby-Pille schnell wieder ein regelmäßiger und natürlicher Zyklus einstellen kann sowie Ratschläge zur einer erfolgreichen Empfängnis. 

Liebe Anne, würdest Du dich bitte erst einmal kurz den Leser/innen vorstellen?  

Das mache ich sehr gerne lieber Arthur. Ich bin selbst zweifache Mama und arbeite als Fruchtbarkeitsexpertin. Das heißt, ich helfe Frauen u.a., allein durch die Bestimmung ihrer hochfruchtbaren Tage in der Zeit vor und nach ihrem Eisprung auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Mein absolutes Fachgebiet ist der weibliche Zyklus, daher ist es mir eine große Freude, dir heute in diesem Interview etwas über die Zyklusregulation nach dem Absetzen der Antibaby-Pille zu berichten.

Ich selbst habe schon sehr oft gehört, dass Frauen nach dem Absetzen der Pille einen stark gestörten Zyklus haben. Wie oft kommt das lt. deinen Erfahrungen bei gesunden Frauen vor?

 
Nun, etwa die Hälfte aller Frauen hat nach dem Absetzen der Pille einen ganz normalen Zyklus. Die andere Hälfte jedoch beschreibt verschiedene Symptome, wie einen sehr unregelmäßigen Zyklus bis sogar zum Ausbleiben der Menstruation sowie verstärktem Haarausfall oder Akne. Wie Frauen nach dem Absetzen reagieren, hängt u.a. auch davon ab, welche hormonelle Verhütung genutzt wurde und wie lange. 

Was können Frauen tun, wenn sie wegen eines Kinderwunsches die Pille absetzen, um schnell wieder einen normalen Zyklus zu bekommen?

Erst einmal muss man sagen, dass sich bei über 90% aller Frauen der Zyklus innerhalb eines Jahres nach dem Absetzen wieder normalisiert. Das heißt, dass man diese Zeit einfach abwarten bzw. einkalkulieren sollte, wenn man schwanger werden möchte.

Die Regulation kann sich jedoch wesentlich schneller einstellen, wenn man die Ursachen für das Chaos mit dem Zyklus sowie den anderen Beschwerden kennt und beachtet: Die künstlichen Hormone, die man mit der Antibaby-Pille einnimmt, speichert der Körper z.B. im Darm. Nach Absetzen der Pille kann der Körper diese erst ausleiten, was zu einer Überlastung der ausleitenden und entgiftenden Organen, wie der Leber, führen kann und daraus wiederum unangenehme Entgiftungserscheinungen entstehen können – wie Akne, Haarausfall, Kopfschmerzen etc.

Man kann diesem Prozess jedoch sehr gut mit einer Entgiftung, vor allem des Darms, entgegenwirken, welche man von Heilpraktiker/innen durchführen lassen sollte.

Diese Therapie wird individuell auf die Patientin abgestimmt, das Ziel jedoch bleibt gleich: die Ausleitung der Hormone.

Stimmt es, dass Mönchspfeffer zur Zyklusregulation eingesetzt werden kann?

Mit der Einnahme von Mönchspfeffer sollte man vorsichtig sein.

Die Basis der Therapie ist und bleibt erst einmal die Ausleitung der künstlichen Hormone. Weiterhin sollte man darauf achten, keine weiteren künstlichen Hormone durch die Nahrung aufzunehmen, die mittlerweile leider in vielen Lebensmitteln sind und z.B. durch Weichmacher in unsere Lebensmittel gelangen. Erst nach erfolgter Ausleitung können regulierende naturheilkundliche Mittel wie der Mönchspfeffer überhaupt erst optimal wirken – meist jedoch braucht man diese Mittel dann nicht mehr, weil sich alleine durch die Entgiftung der Zyklus regulieren kann.

Mönchspfeffer kann sogar im schlimmsten Fall den Zyklus negativ beeinflussen – daher sollte man sich vor der Einnahme von einem Naturheilkundler gut beraten lassen.

Du empfiehlst ja, dass man seinen Zyklus genau beobachten sollte. Warum ist es so wichtig, auf bestimmte Veränderungen wie die der Basaltemperatur und des Zervixschleims zu achten?

Nur wer die Zeichen seines Körpers, wie Veränderungen des Zervixschleims und  der Basaltemperatur, beobachtet, kann wirklich zweifelsfrei feststellen, ob ein Eisprung stattgefunden hat oder nicht. Ebenso lässt sich der Zeitraum des Eisprungs bis auf wenige Tage genau eingrenzen. Durch dieses Beobachten und der Temperaturmessung kann man außerdem feststellen, ob eine Schwäche des Gelbkörperhormons vorliegt und wie hoch die Regulationsstörungen durch die Einnahme der künstlichen Hormone sind.

Die Gelbkörperschwäche ist eine sehr häufige Ursache des unerfüllten Kinderwunsches, die man nur durch die oben genannten genauen Beobachtungen feststellen kann.

Kann man eine Gelbkörperschwäche denn nicht durch einen Hormontest beim Gynäkologen feststellen lassen?

Auftretende Zykluslänge innerhalb eines Jahres von über 200 Frauen

aus dem Buch „Natürliche Familienplanung heute“, erschienen beim Springer-Verlag

Das Problem der Hormonbluttests ist die stichprobenartige Durchführung etwa 2-3 Mal während eines Zyklus‘. Durch die natürlichen Schwankungen des Menstruationszyklus‘ (bei den meisten Frauen zwischen 23 und 35 Tagen) ist es aber schwer, den richtigen Zeitpunkt für die Blutentnahme zu bestimmen, wodurch die Fehlerquote dieser Tests relativ hoch ist. Besser wäre, die Möglichkeiten der Zyklusdiagnostik mit Hilfe der oben genannten Zyklusbeobachtung durchzuführen, um genauere Ergebnisse zu bekommen.

Ich persönlich habe schon sehr viele Frauen betreuen dürfen, die laut dem Hormonbluttest keinen Eisprung haben sollten. Durch die genaue Beobachtung der Temperaturkurve und des Zervixschleimes zeigte sich jedoch häufig, dass die Frauen sehr wohl einen Eisprung haben, aber eine Gelbkörperschwäche oder andere Besonderheiten vorliegen. Deshalb stimmen die Aussagen der Gynäkologinnen oder Gynäkologen oft nicht, was die Unfruchtbarkeit der Frauen angeht. Auch die Empfehlung, die Reproduktionsmedizin zu nutzen, ist somit häufig völlig unnötig. Eine Gelbkörperschwäche lässt sich z.B. sehr gut auf natürlichem Weg therapieren und sogar diagnostizieren.

Und überhaupt – dass eine Frau wirklich in jedem Zyklus keinen Eisprung hat, ist sehr sehr selten. In meiner Praxis hatte ich noch nie solch einen Fall.

Wie hoch sind eigentlich die Chancen, mithilfe der natürlichen Familienplanung (NFP) zur Bestimmung der fruchtbaren Tage, schwanger zu werden?

Ich empfehle die symptothermale Methode zur Bestimmung der hochfruchtbaren Tage. Sympto steht hierbei für die Beobachtung der Anzeichen des Körpers wie Muttermund oder Zervixschleim, und thermal steht für die Messung der Körpertemperatur beim Auswachen morgens. Laut einer Studie wurden mit Hilfe dieser natürlichen symptothermalen Methode innerhalb von 6 Monaten etwa 81% der Frauen schwanger. Bei Frauen, die diese Methode nicht anwandten, lag die Schwangerschaftsrate bei nur 60%.

Durch das Ergebnis der Studie wird klar, dass man mit der Methode der natürlichen Familienplanung tatsächlich schneller schwanger werden kann. Weil die Fruchtbarkeit mit fortschreitendem Alter allmählich abnimmt, empfehle ich besonders Paaren über 35 Jahren diese Methode.

Was kannst Du abschließend Frauen und Paaren bei Kinderwunsch mit auf den Weg geben?

 
Man sollte selbst aktiv werden und die NFP-Methode anwenden – es lohnt sich wirklich. Es ist ein sehr effektives Werkzeug, um die fruchtbaren Tagen zu bestimmen und sich aus der Abhängigkeit von Ärzten zu lösen. Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht den Rat von Ärzten holen sollte, aber man kann mit dieser Methode die Verantwortung für sich selbst übernehmen. Mit der Zeit wird man dann auch selbst einer Zyklus-Expertin…

Hormontests können dann auch – in der richtigen Zyklusphase durchgeführt – unterstützend zur Körperbeobachtung und Diagnosefindung beitragen.

Auf jeden Fall steigen die Chancen auf natürlichem Weg schwanger zu werden und endlich das Wunschkind in den Armen zu halten, mit dieser Methode stark an – einer natürlichen und preiswerten Methode.

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.