Heinz-Christian Strache, Wikimedia Commons, Christian Jansky, CC BY-SA 3.0
Politik & Aktuelles

Ibizagate: Bewusste Manipulation und Sturz der Regierung Österreichs durch Spiegel und SZ? (+Videos)

25. August 2020

Während in Österreich auch die Hauptmedien vorbehaltlos anerkennen, dass die neu aufgetauchten Passagen aus dem berüchtigten Ibiza-Video den FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sowie auch FPÖ Klubobmann Johann Guderus weitgehend entlasten, hörte man im deutschen Qualitätsblätterwald erst einmal nichts als dröhnendes Schweigen. Die absichtlich unterschlagenen, entlastenden Passagen stammen aus Abschriften von Justizakten und belegen, dass Spiegel und Süddeutsche ganz bewusst ein stark eingefärbtes, möglichst diffamierendes Bild von Guderus und Strache verbreiteten. Ein böser Verdacht taucht auf: Ist durch eine gezielten Manipulation zweier deutscher Leitmedien die Regierungskoalition ÖVP und FPÖ gestürzt worden?

Zur Erinnerung: Die von Spiegel und Süddeutscher Zeitung veröffentlichten Sequenzen aus einem Video wurden in Ibiza gedreht. Strache und Guderus waren im Haus einer angeblichen Oligarchen-Nichte „Aljona Makarova“ zu Gast. Die Nichte war nicht echt und ihr höchst großzügiges Angebot auch nicht. Es ging um Spenden, um Gemauschel, unlautere Geschäfte und viel Geld.

Die beiden Politiker waren recht locker und wähnten sich unbeobachtet. Was da berichtet wurde, erweckte den Eindruck, dass die sich auf die unsauberen Geschäfte eingelassen haben. Doch in den Ermittlungsakten der österreichischen Behörden finden sich Passagen, die klar belegen, dass das unmoralische Angebot eindeutig abgelehnt wurde. Fünf Minuten lang verwahrte sich Heinz Christian Strache unmissverständlich gegen die Annahme des Vorschlages der scheinbar stinkreichen, angeblichen Oligarchennichte.

In den neu aufgetauchten Filmpassagen sagt derjenige, der die beiden Politiker als Mittelsmann in die Falle lockte – der Privatdetektiv Julian H. – zu Strache und seinem derzeitigen Parteikollegen Gudenus: „Schau, sie (die angebliche Oligarchen-Nichte) will hören: Ich bring 270 Millionen, innerhalb von so und so viel Zeitraum bekomme ich das zurück und ihr bekommt’s das.“ Daraufhin entgegnet Strache: „Ja, aber das spielt’s nicht.“ (das läuft nicht) Ein zweites Mal sagt Strache auf einen neuen Vorstoß des Mittelsmannes: „No way, mach ich nicht. Und bei mir nur gerade Geschichten, ganz gerade Geschichten“ Und weiter: „Ich hab es daher nicht notwendig, bei mir gibt’s nichts Angreifbares, die können mich durchleuchten was sie wollen, sie finden nichts, weil ich mir nichts zuschulden kommen lasse, was es da gibt. Der größte Fehler wäre, einmal anders zu handeln. So, die anderen machen’s, sollen sie machen.“ Später, an einer weiteren Stelle des Gespräches gibt Strache eine Antwort darauf, dass ungesetzliche Angebote im Osten vollkommen üblich seien – so á la „nun haben Sie sich mal nicht so“. Er sagt: „Nein, nein. Aber jetzt sind wir ehrlich. Mit jedem anderen Scheiß machst du dich angreifbar und ich will nicht angreifbar sein. Ich will ruhig schlafen. Ich will in der Früh aufstehen und sagen: Ich bin sauber.“

Der zweite Mann, Johann Guderus reagiert ähnlich und unmissverständlich: „Dass wir nichts Illegales machen, Punkt.“ Beide Männer haben immer wieder beteuert, sie hätten mehrfach klargestellt, nichts „Unredliches“ mitzumachen. Doch niemand glaubte ihnen.

Straches Anwalt bewertet die neu aufgetauchten Passagen so: „Diese Stellen sind bewusst nicht gezeigt worden“.

Das aber würde bedeuten, wenn es wirklich so ist, dass die beiden deutschen Zeitungen die Öffentlichkeit getäuscht haben. Dass hier in Kauf genommen wurde, mit einer Falschdarstellung die Regierung eines anderen Landes zu stürzen. Das wäre ein Medienskandal mit unabsehbaren Folgen.

Und nicht nur das. Der Skandal wurde regelrecht gefeiert im deutschen Blätterwald. Entrüstung quer durch alle Gazetten, Spiegel und Süddeutsche vornedran. Und nun? Kommt eine Entschuldigung? Zeigt man Reue? Ist man entsetzt über das, was man angerichtet hat? Mitnichten. Tagelang dröhnende Stille. Die Boulevardzeitung „Bunte“ berichtet auch noch, dass wegen des inkriminierten Videos jetzt auch noch Heinz-Christian Straches Ehe womöglich zerbricht. Die österreichischen Medien berichten dagegen offen und unvoreingenommen:

Schaut man sich in der Redaktion von Spiegel und SZ die Taktik des schweigenden Aussitzens der großen Mutter Europas, Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ab? Und warum haben Spiegel und Süddeutsche damals nicht das komplette Video gezeigt? Es ist vollkommen unglaubwürdig, dass ihnen die jetzt ans Tageslicht gekommenen Passagen irgendwie entgangen sein könnten.

Nun ermitteln die österreichischen Behörden in der Angelegenheit. Der Hauptverdächtige ist jener Mittelsmann Julian H. Die Frage steht im Raum, ob dieser ganz auf eigene Faust gehandelt hat und dann das Video an die meistbietenden verkauft hat, oder ob er im Auftrag von jemandem drittem das Treffen und die Filmerei organisierte, vielleicht sogar im Auftrag von Spiegel und Süddeutsche Zeitung? Man darf gespannt sein, was die Ermittlungen ergeben.

Im Moment scheint der Ball bei der FAZ zu liegen, die Kollegen herauszuhauen. Unter dem Titel „Wende im Fall Strache – Neue Passage aus dem ‚Ibiza-Video‘ aufgetaucht“ veröffentlichen sie den Versuch einer Rechtfertigung des Vorgehens von Spiegel und Süddeutsche:

„Aus dem berühmten ‚Ibiza-Video‘, das in Österreich die Regierung von ÖVP und FPÖ zu Fall brachte, ist ein neuer Passus aufgetaucht. Damit sieht sich der einstige FPÖ-Chef Strache entlastet. Die Journalisten, die das Video seinerzeit brachten, sehen das anders.“

Sie meinen, schreibt die Faz, dass diese Passagen an dem „Gesamteindruck“ nichts änderten. Die neuen Passagen seien alles andere als neu und auch nicht entlastend. Und man habe auf diese Passagen in der Berichterstattung auch hingewiesen. Das ist nur irgendwie niemandem aufgefallen.

Seltsam nur, dass bei so viel ausgewogener Berichterstattung nur ein kleiner Ausschnitt des belastenden Videos gezeigt wurde und ausgerechnet die Passagen, die Strache und Guderus entlasten, darin nicht vorkamen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass bisher erst ein kleiner Teil des Videos verschriftet worden ist. Schauen wir mal, was noch so ans Tageslicht kommt.