Ibi­zagate: Bewusste Mani­pu­lation und Sturz der Regierung Öster­reichs durch Spiegel und SZ? (+Videos)

Während in Öster­reich auch die Haupt­medien vor­be­haltlos aner­kennen, dass die neu auf­ge­tauchten Pas­sagen aus dem berüch­tigten Ibiza-Video den FPÖ-Chef und Vize­kanzler Heinz-Christian Strache sowie auch FPÖ Klub­obmann Johann Guderus weit­gehend ent­lasten, hörte man im deut­schen Qua­li­täts­blät­terwald erst einmal nichts als dröh­nendes Schweigen. Die absichtlich unter­schla­genen, ent­las­tenden Pas­sagen stammen aus Abschriften von Jus­tiz­akten und belegen, dass Spiegel und Süd­deutsche ganz bewusst ein stark ein­ge­färbtes, mög­lichst dif­fa­mie­rendes Bild von Guderus und Strache ver­brei­teten. Ein böser Ver­dacht taucht auf: Ist durch eine gezielten Mani­pu­lation zweier deut­scher Leit­medien die Regie­rungs­ko­alition ÖVP und FPÖ gestürzt worden?

Zur Erin­nerung: Die von Spiegel und Süd­deut­scher Zeitung ver­öf­fent­lichten Sequenzen aus einem Video wurden in Ibiza gedreht. Strache und Guderus waren im Haus einer angeb­lichen Olig­archen-Nichte „Aljona Makarova“ zu Gast. Die Nichte war nicht echt und ihr höchst groß­zü­giges Angebot auch nicht. Es ging um Spenden, um Gemau­schel, unlautere Geschäfte und viel Geld.

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Die beiden Poli­tiker waren recht locker und wähnten sich unbe­ob­achtet. Was da berichtet wurde, erweckte den Ein­druck, dass die sich auf die unsau­beren Geschäfte ein­ge­lassen haben. Doch in den Ermitt­lungs­akten der öster­rei­chi­schen Behörden finden sich Pas­sagen, die klar belegen, dass das unmo­ra­lische Angebot ein­deutig abge­lehnt wurde. Fünf Minuten lang ver­wahrte sich Heinz Christian Strache unmiss­ver­ständlich gegen die Annahme des Vor­schlages der scheinbar stink­reichen, angeb­lichen Oligarchennichte.

In den neu auf­ge­tauchten Film­pas­sagen sagt der­jenige, der die beiden Poli­tiker als Mit­telsmann in die Falle lockte — der Pri­vat­de­tektiv Julian H. — zu Strache und seinem der­zei­tigen Par­tei­kol­legen Gudenus: „Schau, sie (die angeb­liche Olig­archen-Nichte) will hören: Ich bring 270 Mil­lionen, innerhalb von so und so viel Zeitraum bekomme ich das zurück und ihr bekommt’s das.“ Dar­aufhin ent­gegnet Strache: „Ja, aber das spielt’s nicht.“ (das läuft nicht) Ein zweites Mal sagt Strache auf einen neuen Vorstoß des Mit­tels­mannes: „No way, mach ich nicht. Und bei mir nur gerade Geschichten, ganz gerade Geschichten“ Und weiter: „Ich hab es daher nicht not­wendig, bei mir gibt’s nichts Angreif­bares, die können mich durch­leuchten was sie wollen, sie finden nichts, weil ich mir nichts zuschulden kommen lasse, was es da gibt. Der größte Fehler wäre, einmal anders zu handeln. So, die anderen machen’s, sollen sie machen.“ Später, an einer wei­teren Stelle des Gespräches gibt Strache eine Antwort darauf, dass unge­setz­liche Angebote im Osten voll­kommen üblich seien – so á la „nun haben Sie sich mal nicht so“. Er sagt: „Nein, nein. Aber jetzt sind wir ehrlich. Mit jedem anderen Scheiß machst du dich angreifbar und ich will nicht angreifbar sein. Ich will ruhig schlafen. Ich will in der Früh auf­stehen und sagen: Ich bin sauber.“

Der zweite Mann, Johann Guderus reagiert ähnlich und unmiss­ver­ständlich: „Dass wir nichts Ille­gales machen, Punkt.“ Beide Männer haben immer wieder beteuert, sie hätten mehrfach klar­ge­stellt, nichts „Unred­liches“ mit­zu­machen. Doch niemand glaubte ihnen.

Straches Anwalt bewertet die neu auf­ge­tauchten Pas­sagen so: „Diese Stellen sind bewusst nicht gezeigt worden“.

Das aber würde bedeuten, wenn es wirklich so ist, dass die beiden deut­schen Zei­tungen die Öffent­lichkeit getäuscht haben. Dass hier in Kauf genommen wurde, mit einer Falsch­dar­stellung die Regierung eines anderen Landes zu stürzen. Das wäre ein Medi­en­skandal mit unab­seh­baren Folgen.

Und nicht nur das. Der Skandal wurde regel­recht gefeiert im deut­schen Blät­terwald. Ent­rüstung quer durch alle Gazetten, Spiegel und Süd­deutsche vor­nedran. Und nun? Kommt eine Ent­schul­digung? Zeigt man Reue? Ist man ent­setzt über das, was man ange­richtet hat? Mit­nichten. Tagelang dröh­nende Stille. Die Bou­le­vard­zeitung „Bunte“ berichtet auch noch, dass wegen des inkri­mi­nierten Videos jetzt auch noch Heinz-Christian Straches Ehe womöglich zer­bricht. Die öster­rei­chi­schen Medien berichten dagegen offen und unvoreingenommen:

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Schaut man sich in der Redaktion von Spiegel und SZ die Taktik des schwei­genden Aus­sitzens der großen Mutter Europas, Frau Bun­des­kanz­lerin Dr. Angela Merkel ab? Und warum haben Spiegel und Süd­deutsche damals nicht das kom­plette Video gezeigt? Es ist voll­kommen unglaub­würdig, dass ihnen die jetzt ans Tages­licht gekom­menen Pas­sagen irgendwie ent­gangen sein könnten.

Nun ermitteln die öster­rei­chi­schen Behörden in der Ange­le­genheit. Der Haupt­ver­dächtige ist jener Mit­telsmann Julian H. Die Frage steht im Raum, ob dieser ganz auf eigene Faust gehandelt hat und dann das Video an die meist­bie­tenden ver­kauft hat, oder ob er im Auftrag von jemandem drittem das Treffen und die Fil­merei orga­ni­sierte, viel­leicht sogar im Auftrag von Spiegel und Süd­deutsche Zeitung? Man darf gespannt sein, was die Ermitt­lungen ergeben.

Im Moment scheint der Ball bei der FAZ zu liegen, die Kol­legen her­aus­zu­hauen. Unter dem Titel „Wende im Fall Strache — Neue Passage aus dem ‚Ibiza-Video‘ auf­ge­taucht“ ver­öf­fent­lichen sie den Versuch einer Recht­fer­tigung des Vor­gehens von Spiegel und Süddeutsche:

„Aus dem berühmten ‚Ibiza-Video‘, das in Öster­reich die Regierung von ÖVP und FPÖ zu Fall brachte, ist ein neuer Passus auf­ge­taucht. Damit sieht sich der einstige FPÖ-Chef Strache ent­lastet. Die Jour­na­listen, die das Video sei­nerzeit brachten, sehen das anders.“

Sie meinen, schreibt die Faz, dass diese Pas­sagen an dem „Gesamt­ein­druck“ nichts änderten. Die neuen Pas­sagen seien alles andere als neu und auch nicht ent­lastend. Und man habe auf diese Pas­sagen in der Bericht­erstattung auch hin­ge­wiesen. Das ist nur irgendwie nie­mandem aufgefallen.

Seltsam nur, dass bei so viel aus­ge­wo­gener Bericht­erstattung nur ein kleiner Aus­schnitt des belas­tenden Videos gezeigt wurde und aus­ge­rechnet die Pas­sagen, die Strache und Guderus ent­lasten, darin nicht vor­kamen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass bisher erst ein kleiner Teil des Videos ver­schriftet worden ist. Schauen wir mal, was noch so ans Tages­licht kommt.