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Milchpulverfabrik von Nestlé hat bei Reims in Frankreich ein Massenfischsterben verursacht (+Video)

30. September 2020

Erst im Mai 2020 deckte eine neue Recherche auf, dass Nestlé Water in den Vogesen einen Teil des Mineralwassers, das der Konzern unter den Marken Vittel, Contrex oder Hépar abfüllt, ohne Genehmigung bezieht. Ein Bauer in Frankreich darf nicht einmal Wasser aus seinem Land schöpfen, da es Nestlé gehört!

Nestlé kontrolliert in Vittel Wasser und Politik. Jetzt gibt es neuen Ärger für Nestlé, denn in den französischen Ardennen gab es einen Zwischenfall in einer Fabrik von Nestlé. „Dies ist das erste Mal, dass ich eine solche Fischsterblichkeit in einem solchen Bach sehe. Es ist traumatisch“, sagt Michel Adam, der Präsident des Fischereiverbandes der Ardennen, der die Schäden in Brécy-Brières sah und Nestlé jetzt verklagt. In der Nähe von Reims produziert Nestlé Milchpulver für die Dolce-Gusto-Linie. Alles starb in einem Gebiet von sieben Kilometern Länge. Insgesamt habe man drei Tonnen Fische aus dem Fluss gefischt. Es ist nicht das erste Mal, dass Nestlè wegen Fischsterben beschuldigt wird. Im Norden Guatemalas wurde wegen Palmöl ein Fluss vergiftet und ein Massensterben von Fischen und Wildtieren verursacht. Und wie Nestlé das Wasser in Nigeria kontaminierte, berichtete Amos Abba aus Nigeria, der für seine Recherche ausgezeichnet wurde, genau zu dem Zeitpunkt, während Nestlé in Davos von der Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project, zu deren Partnern in Deutschland die KPMG AG und der WWF Deutschland gehören, für den Klimaschutz ausgezeichnet wurde. Jetzt also in den französischen Ardennen. „Ich bin seit vierzig Jahren beim Verband, ich habe noch nie eine Verschmutzung dieses Ausmaßes gesehen“, so der Fischereiverband der Ardennen.

Ardennen: eine Klage gegen Nestlé nach dem Tod von Tausenden von Fischen

Der Präsident der Ardennen Fishing Federation gab bekannt, dass er am Mittwoch, dem 12. August 2020, eine Beschwerde gegen Nestlé nach der Verschmutzung der Aisne eingereicht hat, bei der Tausende von Fischen starben, berichtet lefigaro.fr. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in der Nähe von Challerange, 50 km von Reims entfernt, die Verschmutzung des Flusses festgestellt. Auf Grund der Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Wasser kam es zu einer sehr hohen Fischsterblichkeit, so die Präfektur der Ardennen in einer Pressemitteilung.

Wir haben gerade eine Beschwerde gegen Nestlé France wegen Verschmutzung und Verstoßes gegen Artikel 432.2 des Umweltgesetzbuchs eingereicht „, sagte Michel Adam, Präsident der Ardennes Fishing Federation, gegenüber AFP. Es sei ein Damm gebaut worden, um die Ausbreitung der Verschmutzung einzudämmen.

„Ein Disaster“

Etwa 14 Arten seien betroffen, darunter geschützte Arten wie Aale und Neunaugen. Insgesamt habe man drei Tonnen Fische aus dem Fluss gefischt, so Michel Adam, Präsident des Fischereiverbandes der Ardennen.

Nestlé selbst bestätigte einen «vereinzelten und unfreiwilligen Überlauf von biologischem Schlammabfluss ohne die Anwesenheit von Chemikalien». Das Überlaufen habe insgesamt 3 Stunden gedauert. Die Stadtpolizei von Challerange bestätigte die Behauptung, dass der Sauerstoffmangel im Wasser den Schaden in dem als „grüner Tourismus“ bekannten Gebiet verursacht habe.

Fabrik Nestlé Challerange: Ein Schuss der Ardennen in Ihrem Kaffee

Die Nescafé Dolce Gusto ist ein im Jahr 2005 eingeführtes Kaffeekapselsystem des Unternehmens Nestlé.

In den Ardennen haben sich die Erzeuger hauptsächlich auf die Herstellung von Milchpulver konzentriert und Partnerschaften mit großen Industriekonzernen in der Region aufgebaut: Nestlé und die Lactalis-Gruppe. Champagne-Ardenne ist die führende Agrarregion mit 62% ihrer Fläche für diesen Sektor und fördert seit vielen Jahren die lokale Produktion, einschließlich Milchprodukte, so blog.ardennes-developpement.com.

Im September 2006 gab die EU-Kommission ihr Einverständnis für ein zum Jahresende 2006 beginnendes Joint-Venture von Lactalis (60 %) mit Nestlé (40 %) im Bereich Frischeprodukte unter dem Namen Lactalis Nestlé Produits Frais (LNPF). Das Kooperationsprojekt erstreckt sich auf 8 EU-Staaten (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Vereinigtes Königreich, Irland, Spanien, Italien, Portugal), sowie die Schweiz. Durch diese Aktion rückte Lactalis auf den zweiten Platz in der weltweiten Milchindustrie hinter Nestlé. Ende 2017 wurden mit Salmonellen verseuchte Säuglingsmilchkisten entdeckt. Mehr als zwölf Millionen Packungen wurden zurückgerufen. Siehe auch: Babynahrungsskandal Frankreich! 83 Länder bereits betroffen! – Lactalis scandal: 83 countries affected by salmonella found in baby milk powder

 

Kaffee-Kapseln stehen immer wieder als Umweltsünder in der Kritik. Weltweit werden etwa 12.300 Tassen Alu-Kapsel-Kaffee getrunken. Gutes Geschäft für Nestlè, denn etwa 6 Gramm Kaffee sind in einer Kapsel und so zahlt der Verbraucher für ein Kilo Kaffee sogar über 60 Euro.  Nachdem die Kaffeekapseln vermehrt in der Kritik standen, hat Nespresso-Nestlé 2017 eine großangelegte Studie vorgestellt, die in einem Ökobilanzvergleich die Umweltverträglichkeit des Kaffees vom Kaffeeanbau über die Zubereitung bis hin zum Abfall von Kapsel-, Filter- und Vollautomatenkaffee vergleichen sollte. Das Ergebnis, wer hätte es gedacht:  Kapselkaffee kann ökologisch mit den anderen Zubereitungsarten mithalten, wenn nicht sogar besser. Dazu auch: Diese „coolsten“ Marketingtricks bescheren Konzerne Milliarden Umsatz – der Verbraucher zahlt sogar für Luft!

 Mit 442 Fabriken in 86 Ländern und mehr als 2.000 vermarkteten Marken erzielt Nestlé einen Umsatz von 90 Milliarden Franken, davon laut ardennes-developpement.com 4,8 Milliarden Euro mit NESTLE France. Um seine Position als Marktführer zu behaupten, investiert der Schweizer Riese mit 34 Forschungszentren in Forschung und Entwicklung. Die Einführung einer seiner wichtigsten Innovationen – Kaffeekapseln – im Jahr 2009 wurde das Werk in Challerange in den Ardennen in ein Kompetenzzentrum für Milchpulver verwandelt. Der Grund für diesen Standort: die sehr hohe Milchqualität in der Region, so ardennes-developpement.com. Das Produktionszentrum ist auf einer Fläche von 47.000 m² und beschäftigt  hundert Mitarbeiter. Ab 2011 setzte der Konzern den ersten Holzkessel ein und verbrennt Holzspäne aus lokalen Wäldern. Im Jahr 2014 beschloss Nestlé, 12 Millionen Euro in den Standort Challerange zu investieren, um einen zweiten Verdampfer zu erwerben. Seit 2016 soll diese Investition die jährliche Milchpulverproduktion um etwa 50% steigern und zehn Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen verarbeitet jährlich 80 Millionen Liter Milch von mehr als 200 lokalen Produzenten.

Wie es heißt, wurde dieser Standort von Nestlé auf Grund der hohen Milchqualität in der Region gewählt. In dieser Region kommt es von den Milchbauern auch immer wieder zu Demonstrationen. „Nackt statt gezupft“! Dies war der Slogan, die sich vor der Lactalis-Fabrik in Rouvroy-sur-Audry in den Ardennen versammelten. Sie prangern immer wieder einen Milchpreis an, der unter den Produktionskosten liegt.

Nestlés Molkereiunternehmen wegen Tiermissbrauchs angeklagt; Kühe werden geschlagen, getreten, gefoltert

Nestlé ist nicht nur der weltgrößte Mineralwasserproduzent, sondern auch Milchunternehmer und es bezieht mehr als 12 Millionen Tonnen Frischmilchäquivalente aus mehr als 30 Ländern. Immer mehr Grausamkeiten aus der Milchindustrie werden aufgedeckt, so auch aus einem Milchbetrieb, der Nestlè beliefert. So schreckliche Zustände wurden aufgedeckt, dass einige Aufnahmen wegen Brutalität nicht in den Medien gezeigt werden konnten. In den vergangenen zehn Jahren wurde Nestlé von vielen Experten und Organisationen auf der ganzen Welt wegen unethischer Geschäftspraktiken in der Art und Weise, in der das Unternehmen seine Geschäfte tätigt, beschuldigt. Die Milchwirtschaft gehört zu den stärksten Wachstumsmotoren der ländlichen Entwicklung, so Nestlé in einer Broschüre von 2010, und Nestlé braucht viel Milch. In den USA wurde jetzt ein Molkereiunternehmen von Nestlé wegen Tiermissbrauchs angeklagt; Kühe werden geschlagen, getreten und brutal misshandelt..Eine neue Untersuchung durch die Organisation Compassion over Killing zeigt, wie Kühe in einer US-amerikanischen Molkerei, die Nestlé beliefert, gefoltert werden. Das Filmmaterial wurde in Martin Farms, einer großen Molkerei in Pennsylvania, USA, aufgenommen. In einem Fall schoss ein  Angestellter eine erschöpfte Kuh in den Kopf. Sie litt fast eine Minute lang unter Qualen, bevor man erneut auf sie schoss und sie starb. Siehe: Nestlés Molkereiunternehmen wegen Tiermissbrauchs angeklagt; Kühe werden geschlagen, getreten, gefoltert – Nestlé dairy supplier accused of animal abuse; cows being punched, kicked, stomped on

Vogesen: Nestlé hat den Kampf ums Wasser gewonnen

 

Die Menschen in den Gemeinden Vittel, Contrexéville und Bulgnéville waren wütend, denn während Nestlé weiterhin Wasser abpumpen kann, sollen sie Wasser durch eine Pipeline von einem 10 Kilometer entfernten Quelle bekommen.

Wie die Luft, die wir atmen, glauben wir, dass das unterirdische Wasser für jedermann zugänglich ist, doch die wertvolle Ressource gehört in den Vogesen Nestlé. Benoît ist ein Schafzüchter, der sich 2015 in den Vogesen niedergelassen hat, um eine Plantage mit 30.000 Apfelbäumen zu retten. Für seine 500 Schafe braucht er Wasser, doch er darf das Wasser auf seinem Land nicht verwenden, denn es gehört Nestlé. Er fährt bis zu fünfmal am Tag zu einem etwa zehn Kilometer entfernten Dorf, um dort seinen 1.000-Liter-Tank zu füllen. Seit vielen Jahren pumpt das multinationale Unternehmen Nestlé das tiefste Grundwasser der Vogesen in Hülle und Fülle, um jährlich 1,5 Milliarden Flaschen Mineralwasser für einen Umsatz von etwa 1 Milliarde Euro zu produzieren. Zu den verschiedenen Marken gehören Contrex, Hepar und Vittel. Angeblich hat Nestlé nicht einmal eine Genehmigung, so die aktuelle Recherche aus Frankreich. Bei dieser Geschwindigkeit sollte diese seltene und kostbare Ressource bald verschwinden.

Daniel Drivière, Präsident der Fischerei Challerange, sagte: „Wir haben sogar tote Fische gefunden, die länger als 1,5 Meter sind. Es ist eine Katastrophe.“ Es werden Analysen durchgeführt, insbesondere um mögliche chemische und / oder bakteriologische Verschmutzungen festzustellen.“ Ob wir je das Ergebnis erfahren werden? Fischer reichen eine Beschwerde gegen Nestlé wegen Umweltverschmutzung ein. „Alles ist tot“ über einen 7 Kilometer langen Abschnitt der Aisne in der Nähe von Challerange in den Ardennen.“

Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org