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Autismus – die Rolle von Impfung und Bak­terien (+Video)

Die plötz­liche, welt­weite Zunahme von Autismus gibt den Medi­zinern Rätsel auf. Bisher kam von der Schul­me­dizin nur ein ach­sel­zu­ckendes „solche Gehirn­schä­di­gungen kommen einfach vor“. Dass die rapide Zunahme dieses Phä­nomens seine Ursachen haben muss, liegt aller­dings nahe. Vieles spricht dafür, dass es in der Folge von Masern-Mumps-Röteln-Imp­fungen zu dieser Ent­wicklung kommen kann. Seit 2012 gibt es neue Hin­weise, dass es sich aber auch um die Folge einer gestörten Darm­bak­te­ri­en­fauna handelt könnte. Mög­li­cher­weise sind die beiden Ursachen aber auch kombiniert.

Autismus ist in den Indus­trie­na­tionen die Ent­wick­lungs­störung mit der höchsten Zuwachsrate, mehr als 600 % Zuwachs in den ver­gan­genen 20 Jahren. Die Doku­men­tation begleitet Wis­sen­schaftler, die sich u.a. mit der kom­plexen mensch­lichen Darm­flora befassen, um dort Indizien für die Ursache der Störung zu finden. Eine Doku­men­tation von Marion Gruner und Chris­topher Sumpton, Kanada 2012:

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Medizin-Nobel­preis­träger Prof. Luc Mon­ta­gnier leitet seit 2017 ein aus pri­vaten Mitteln finan­ziertes For­schungs­pro­gramm. Zusammen mit einem Team aus For­schern und Ärzten werden autis­tische Kinder vom Klein­kind­alter bis zum Teenager unter­sucht. Die Ergeb­nisse dieser For­scher­gruppe sollen noch dieses Jahr ver­öf­fent­licht werden.

„Unsere Ver­suchs­gruppe besteht aus 150 Kindern im Alter von 2 bis 15 Jahren in Frank­reich, Belgien und den USA.  Sie leiden unter regres­sivem Autismus, das heißt, sie waren bis zum Alter von 2 bis 3 Jahren beschwer­defrei und haben sich nach und nach von der Außenwelt zurück­ge­zogen“, erklärt Luc Mon­ta­gnier. Bei allen Kindern zeigen ein­ge­hende Blut­un­ter­su­chungen, ob das „Mikrobiom“, also die gesamte Besie­delung eines mensch­lichen Körpers mit Bak­terien und Keimen, bak­te­rielle Ano­malien auf­weist: Mon­ta­gnier hierzu: „In 85 % der Fälle konnte in der Darm­flora der Kinder das Sut­terella-Bak­terium nach­ge­wiesen werden, das erst kürzlich von Prof. Ian Lipkin von der Uni­versity of Columbia in New York ent­deckt wurde. Dieses Bak­terium, das mit der Ent­stehung von Autismus in Zusam­menhang steht, tritt bei sym­ptom­freien Kindern nicht auf.“

Der oben beschriebene, „regressive Autismus“ ist die Variante der Erkrankung, bei der Aus­sicht auf Heilung besteht. Unter Einsatz bestimmter Anti­biotika und Medi­ka­menten gegen Para­si­ten­befall des Körpers, zeigen sich deut­liche Bes­se­rungen bei den Kindern. Diese Behandlung kann Monate oder Jahre dauern, je nachdem, wie lange der Autismus schon besteht.

Prof. Mon­ta­gnier hierzu: „Der deutlich erkennbare Zusam­menhang zwi­schen dem Ver­schwinden des Bak­te­riums aus dem Blut auf­grund der Behandlung und der Ver­bes­serung des kli­ni­schen Zustandes der autis­ti­schen Kinder ist erstaunlich. Dies beweist, dass es für Ent­stehung von Autismus mit­ver­ant­wortlich ist, auch wenn dadurch natürlich weitere Fak­toren nicht aus­ge­schlossen sind.“

Aus den Unter­su­chungen der Darm­flora sahen Wis­sen­schaftler einer anderen For­schungs­gruppe der Arizona State Uni­versity (ASU) in Tempe aber auch, dass bei den Kindern in der autis­ti­schen Gruppe im Ver­gleich zu den gesunden Kindern durchweg eine geringere Vielfalt an Darm-Mikroben vorlag. Ins­be­sondere fehlten drei Spezies an Darm­bak­terien, die für die Ver­ar­beitung der Koh­len­hy­drate in der Nahrung und deren Ver­gärung erfor­derlich sind, um die Nähr­stoffe für den Körper ver­wendbar zu machen. Auch diese Anders­ar­tigkeit in der Zusam­men­setzung der Darm­mi­kroben haben offenbar mit der Ent­stehung von Autismus zu tun. Der Gastro-Ente­rologe Dr. Andrew Wake­field hat diese Beob­achtung schon vor über 10 Jahren gemacht und trat mit seiner Ver­mutung an die Öffent­lichkeit, dass ein Zusam­menhang mit der Schä­digung der Darm­flora durch Imp­fungen und dem Aus­bruch der Krankheit „Autismus“ vor­liegen könnte. Das brachte ihm eine Ver­nich­tungs­kam­pagne der Phar­ma­in­dustrie ein, den Entzug der Appro­bation und eine Ver­nichtung seiner Repu­tation. Obwohl er später reha­bi­li­tiert wurde, war Dr. Wake­fields Ruf  und seine Existenz voll­kommen zer­stört. Ihm kommt nun – sehr ver­spätet – mög­li­cher­weise der uner­mess­liche Ver­dienst zu, als einer der ersten Medi­ziner eine Ver­bindung zwi­schen Imp­fungen in der Kindheit und Schä­di­gungen des Magen-Darm-Trakts erkannt und in Zusam­menhang gebracht zu haben. Wie viel Leid hätte man Kindern und ihren Familien ersparen können, hätte man diesen enga­gierten, klugen Arzt nicht mit einem Ver­nich­tungs­feldzug zum Schweigen gebracht, sondern wäre seiner Ent­de­ckung nachgegangen.

Immer mehr stellt sich nämlich heraus, dass ein geschä­digter Darm nicht in der Lage ist, die not­wendige Auf­nahme von Nähr­stoffen in den Körper zu leisten, die dieser für die gesunde Ent­wicklung braucht. Ganz besonders her­an­wach­sende Kinder, deren Hirn­struktur und Ner­ven­system noch struk­tu­riert und ent­wi­ckelt wird, könnten durch eine defekte Darm­flora und den dadurch bedingten Mangel an den benö­tigten Stoffen ein Ent­gleisen des Aufbaus ihres Ner­ven­systems erleiden. Langsam beginnen medi­zi­nische Wis­sen­schaftler diese Ver­bindung zwi­schen einer durch Impf­stoffe indu­zierten Schä­digung des Mikro­bioms im Darm und der Störung in der Ent­wicklung des Ner­ven­systems und des Gehirns zu erkennen. Der so genannte Autismus wäre also keine Gehirn­er­krankung, sondern eine Fehl­ent­wicklung infolge einer mas­siven Darm­schä­digung – mög­li­cher­weise durch giftige Impfseren.

Denn Signale aus dem Darm können in manche — nicht in alle — Hirn­be­reiche reichen. Der viel­ge­rühmte Volksmund lässt das mit Rede­wen­dungen, wie “Bauch­gefühl”, das “macht mir Bauch­schmerzen”, “einfach so aus dem Bauch raus”, das “hat er nicht ver­dauen können” sehr nach­voll­ziehbar mit anklingen. Der Darm und seine Tätigkeit ist tat­sächlich, medi­zi­nisch nach­voll­ziehbar, wichtig für das “Ich-Gefühl“, die Gefühls­ver­ar­beitung, Moral, Angst­emp­finden, Gedächtnis und Moti­vation. Diese damit ver­bun­denen Hirn­be­reiche werden über ver­schiedene bio­che­mische Mecha­nismen regu­liert und beein­flusst. Bei all diesen Vor­gängen spielen die Darm­bak­terien eine wichtige Rolle.
Ver­suche der For­schungs­gruppe um Viorica Bra­niste vom Karo­linska Institut in Schweden an Mäusen zeigten im Jahr 2014, dass das Darm­mi­krobiom zudem die wichtige Blut-Hirn-Schranke mit­re­gu­liert. Dies ist eine Art Filter zwi­schen Körper und Gehirn, der viele schäd­liche Sub­stanzen davon abhält, ins Gehirn zu gelangen. Der Ein­fluss der Lebe­wesen im Darm ist bedeutsam — und gibt Hoffnung für neue Behand­lungs­an­sätze. Nicht nur bei Darm­er­kran­kungen, sondern auch bei Depres­sionen und Angst­stö­rungen, und mög­li­cher­weise auch, wie sich immer mehr zeigt, bei Autismus.

Diese nun neu­er­dings ent­deckte Wech­sel­wirkung zwi­schen der mensch­lichen Bak­te­ri­en­fauna und deren Aus­wir­kungen auf das Gehirn — besonders im Ent­wick­lungs­stadium —  sind nun Gegen­stand wei­terer For­schungen und ein neues Gebiet medi­zi­ni­scher Erkennt­nisse. Es ist nicht einmal allzu lange her, dass die Medizin ver­standen hat, dass die dichte Besie­delung des Men­schen mit den ver­schie­densten Bak­terien wichtig, und kei­nes­falls ein zu bekämp­fendes Phä­nomen ist. Im Gegenteil: Die Sym­biose zwi­schen dem Men­schen und den ihn bewoh­nenden Bak­terien macht im Grunde ein Gesamt­wesen aus. Die zum Men­schen gehö­renden Bak­terien stehen sogar in direkter Kom­mu­ni­kation unter­ein­ander und mit den mensch­lichen  Zellen. Feh­lende, aber lebens­wichtige, pro­bio­tische Bak­terien, sowie das über­mäßige Ein­dringen von Feinden in dieses System wird – auf diesem Hin­ter­grund gesehen – daher auch ver­hee­rende Wirkung in diesem Mikrobiom und dem dazu­ge­hö­rigen Men­schen verursachen.

Die For­schung zu den Gründen des Autismus in der Darm­flora ist relativ neu und wir sollten das auf­merksam ver­folgen. Eltern von erkrankten Kindern haben so viel­leicht die Mög­lichkeit, die Folgen dieser Krankheit sehr abzu­mildern, viel­leicht sogar wieder rück­gängig zu machen. Behand­lungen mit den oben genannten Anti­biotika und anti-para­si­tären Medi­ka­menten zeigen hoff­nungs­spen­dende Erfolge: Die Kinder ver­lieren nach und nach ihre Scheu davor, ange­fasst zu werden, sie werden langsam wieder fähig, anderen Men­schen in die Augen zu sehen, sie können letzt­endlich sogar wieder sprechen.

Quellen und weitere Informationen:

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0068322

http://www.huffingtonpost.co.uk/2012/01/10/bacteria-in-gut-of-autistic-children-different_n_1196455.html

https://www.mailman.columbia.edu/public-health-now/news/it-takes-guts

http://future.arte.tv/de/autismus/wird-autismus-von-bakterien-hervorgerufen

http://www.bild.de/lifestyle/ozy/autismus/eine-sache-von-kopf-und-bauch-40235762.bild.html

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/aur.1586/abstract;jsessionid=DE3DB3F1F3F24F683C6175E4AEB0E70F.f02t03

http://www.sciencedaily.com/releases/2012/01/120109211825.htm

http://www.cell.com/abstract/S0092-8674(13)01473–6

http://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674%2816%2930730–9

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/aur.1586/abstract

http://spectrumnews.org/news/single-microbe-may-restore-social-behaviors-in-mice/

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/darmbakterien-koennten-medizin-revolutionieren-a-1016522.html

http://www.huffingtonpost.de/john-rodakis/vielleicht-ist-autismus-doch-nicht-das-was-uns-immer-weisgemacht-wird_b_7210872.html