Glücks­bringer, Aber­glaube und Co. — Gibt es Glück und Pech wirklich?

Wenn es um das Thema Aber­glaube und Glück geht, scheiden sich die Geister. Manche glauben fest an ihre Rituale, andere ver­trauen nur wis­sen­schaftlich belegten Fakten. Dabei gibt es jedoch zahl­reiche Aspekte zu bedenken, wenn wir über Themen wie Glück, Zufall und Aber­glaube sprechen. Was wirklich dahinter steckt und ob es Sinn ergibt, gewisse Glauben anzu­nehmen, wollen wir genauer erläutern!

Was ist eigentlich Zufall?

Um die Frage des Glücks zu beant­worten, muss man sich erst einmal die Frage stellen: Was ist eigentlich Zufall und was nicht? Trifft etwas besonders Erfreu­liches ein, so sprechen die einen von einer glück­lichen Fügung, die anderen meinen, dass es sich nur um ein zufäl­liges Ereignis handelt. Tat­sächlich gibt es eine wis­sen­schaft­liche Defi­nition für ver­schiedene Arten von Zufall. Der erste und einzige phy­si­ka­lisch „echte“ Zufall, ist der objektive Zufall. Als solches wird eine Situation beschrieben, die wirklich keine Ursache hat. Das bedeutet aller­dings, dass ein Geschehen kein Glied in einer Kau­sal­kette ist, sondern wirklich will­kürlich auf­tritt. Dieser Fall ist in der Natur kaum vor­handen. Bei­spiele findet man nur in der Quan­ten­physik, da hier viele Ereig­nisse zu unbe­stimmten Zeit­punkten und ohne defi­nier­baren Grund auf­treten. Dazu zählt z. B. der Zerfall radio­ak­tiver Atome in einer Stoff­menge, die nicht vor­her­sehbar ist. Die zweite Form des Zufalls ist dann gegeben, wenn es eine Ursache gibt, diese aller­dings nicht erkennbar ist. Hier spricht man jedoch nicht mehr von einem objek­tiven Zufall. Die dritte Form tritt dann ein, wenn es eine Ursache für ein Ereignis gibt, man dazu auch die Ein­fluss­fak­toren kennt, diese aber nicht messen kann. Dies ist z. B. bei dem Rou­let­te­spiel der Fall. Zwar wissen wir, dass der Ball im Rou­let­terad gewissen phy­si­ka­li­schen Gesetzen folgt und damit die Bewegung theo­re­tisch vor­her­gesagt werden könnte, dies ist aller­dings kaum messbar. Wer Rou­lette in der Spielbank spielt oder auf eine digitale Variante im Online Casino zurück­greift, weiß genau, dass man sich im Spiel nur auf das Glück – oder eben den Zufall – ver­lassen kann. Nur dieser ent­scheidet letzt­endlich, wo die Kugel liegen bleiben wird. Die letzte Form des Zufalls wird als jene bezeichnet, bei der ein Ereignis eine Ursache hat, diese aller­dings noch nicht bekannt ist.

Das Glück und der Placebo-Effekt

Nachdem wir geklärt haben, was Zufall wirklich ist, wird schnell klar, dass sehr viele Ereig­nisse im Leben als zufällig bezeichnet werden können. Das Spielen im Casino oder die Ziehung im Lotto unter­liegen damit ganz klar dem Zufall. Viele Men­schen setzen trotzdem regel­mäßig auf ihre Glücks­zahlen und sind der festen Über­zeugung, dass sie damit mehr Erfolg haben, als mit einer zuge­wie­senen Zah­len­folge. In diesem Fall kann man tat­sächlich kaum von einer Wirkung sprechen, denn der Aber­glaube des Spielers hat keinen Ein­fluss auf den Spiel­verlauf. Anders sieht dies bei Tätig­keiten aus, die eine Leistung von dem Teil­nehmer ver­langen. Wer z. B. einen Marathon läuft, eine Prüfung absol­viert oder ein stra­te­gi­sches Spiel wie Poker spielt, kann mit­hilfe eines Glücks­bringers tat­sächlich eine Wirkung erzielen. Dabei spricht man von dem soge­nannten Placebo-Effekt, der aus der Medizin stammt. Pla­cebos sind wir­kungslose Medi­ka­mente, die bei einigen Pati­enten trotzdem zu einer Bes­serung führen konnten – alleine durch die Macht ihrer posi­tiven Gedanken. Wer denkt, dass er ein heil­sames Medi­kament ver­ab­reicht bekommt, fühlt sich erleichtert und kann seine Sorgen los­lassen. Oft reicht dies bereits, um ver­schiedene Krank­heiten oder Pro­bleme zu lindern. Das Gleiche gilt für einen ner­vösen Teil­nehmer an einer Prüfung. Glaubt er fest daran, dass ihm sein Glücks­bringer das nötige Wissen ver­mitteln wird, kann er sich besser kon­zen­trieren. Im Umkehr­schluss kann auch das Ver­gessen eines Glücks­bringers dazu führen, dass er so nervös wird und damit schlechtere Ant­worten gibt.

Aber­glaube in ver­schie­denen Ländern

Neben dem per­sön­lichen Glauben an das Glück, gibt es natürlich auch Aber­glauben, die ein gesamtes Land mit­ein­ander teilt. Einige davon sind bereits Jahr­hun­derte alt und wirken in der heu­tigen Zeit besonders skurril. Besonders in Bezug auf Zahlen haben vielen Men­schen einen starken Glauben. Die Unglückszahl 13 wird sogar in einigen Flug­zeugen und Hotels nicht ver­wendet, um inter­na­tio­nalen Gästen kein bedrü­ckendes Gefühl zu ver­mitteln. Wer in Reihe 13 im Flieger sitzt, sorgt sich viel­leicht die gesamte Zeit über die sichere Landung des Gefährts, wer im 13. Stock im Hotel wohnt, schläft viel­leicht besonders schlecht aus Sorge um die Unglückszahl. In Peru sieht man es als schlechtes Omen, im dunklen das Haus zu fegen, in Russland darf man nicht noch einmal in die Wohnung zurück­gehen, wenn man etwas ver­gessen hat. Viele der Regeln aus dem Aber­glauben haben einen Ursprung, der einst Sinn ergeben hat, heute aber nicht mehr bekannt ist. Trotzdem ver­binden die kleinen Rituale und Regeln Men­schen mit­ein­ander und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Das per­sön­liche Glück gibt es von wis­sen­schaft­licher Warte betrachtet natürlich nicht. Ob man trotzdem daran glauben möchte, bleibt jedem selbst über­lassen. In einigen Fällen kann ein Glücks­bringer oder Ritual jedoch tat­sächlich die Leistung steigern, denn die posi­tiven Gedanken helfen bereits.