Wirtschaft & Finanzen

Glücksbringer, Aberglaube und Co. – Gibt es Glück und Pech wirklich?

15. Januar 2021

Wenn es um das Thema Aberglaube und Glück geht, scheiden sich die Geister. Manche glauben fest an ihre Rituale, andere vertrauen nur wissenschaftlich belegten Fakten. Dabei gibt es jedoch zahlreiche Aspekte zu bedenken, wenn wir über Themen wie Glück, Zufall und Aberglaube sprechen. Was wirklich dahinter steckt und ob es Sinn ergibt, gewisse Glauben anzunehmen, wollen wir genauer erläutern!

Was ist eigentlich Zufall?

Um die Frage des Glücks zu beantworten, muss man sich erst einmal die Frage stellen: Was ist eigentlich Zufall und was nicht? Trifft etwas besonders Erfreuliches ein, so sprechen die einen von einer glücklichen Fügung, die anderen meinen, dass es sich nur um ein zufälliges Ereignis handelt. Tatsächlich gibt es eine wissenschaftliche Definition für verschiedene Arten von Zufall. Der erste und einzige physikalisch „echte“ Zufall, ist der objektive Zufall. Als solches wird eine Situation beschrieben, die wirklich keine Ursache hat. Das bedeutet allerdings, dass ein Geschehen kein Glied in einer Kausalkette ist, sondern wirklich willkürlich auftritt. Dieser Fall ist in der Natur kaum vorhanden. Beispiele findet man nur in der Quantenphysik, da hier viele Ereignisse zu unbestimmten Zeitpunkten und ohne definierbaren Grund auftreten. Dazu zählt z. B. der Zerfall radioaktiver Atome in einer Stoffmenge, die nicht vorhersehbar ist. Die zweite Form des Zufalls ist dann gegeben, wenn es eine Ursache gibt, diese allerdings nicht erkennbar ist. Hier spricht man jedoch nicht mehr von einem objektiven Zufall. Die dritte Form tritt dann ein, wenn es eine Ursache für ein Ereignis gibt, man dazu auch die Einflussfaktoren kennt, diese aber nicht messen kann. Dies ist z. B. bei dem Roulettespiel der Fall. Zwar wissen wir, dass der Ball im Rouletterad gewissen physikalischen Gesetzen folgt und damit die Bewegung theoretisch vorhergesagt werden könnte, dies ist allerdings kaum messbar. Wer Roulette in der Spielbank spielt oder auf eine digitale Variante im Online Casino zurückgreift, weiß genau, dass man sich im Spiel nur auf das Glück – oder eben den Zufall – verlassen kann. Nur dieser entscheidet letztendlich, wo die Kugel liegen bleiben wird. Die letzte Form des Zufalls wird als jene bezeichnet, bei der ein Ereignis eine Ursache hat, diese allerdings noch nicht bekannt ist.

Das Glück und der Placebo-Effekt

Nachdem wir geklärt haben, was Zufall wirklich ist, wird schnell klar, dass sehr viele Ereignisse im Leben als zufällig bezeichnet werden können. Das Spielen im Casino oder die Ziehung im Lotto unterliegen damit ganz klar dem Zufall. Viele Menschen setzen trotzdem regelmäßig auf ihre Glückszahlen und sind der festen Überzeugung, dass sie damit mehr Erfolg haben, als mit einer zugewiesenen Zahlenfolge. In diesem Fall kann man tatsächlich kaum von einer Wirkung sprechen, denn der Aberglaube des Spielers hat keinen Einfluss auf den Spielverlauf. Anders sieht dies bei Tätigkeiten aus, die eine Leistung von dem Teilnehmer verlangen. Wer z. B. einen Marathon läuft, eine Prüfung absolviert oder ein strategisches Spiel wie Poker spielt, kann mithilfe eines Glücksbringers tatsächlich eine Wirkung erzielen. Dabei spricht man von dem sogenannten Placebo-Effekt, der aus der Medizin stammt. Placebos sind wirkungslose Medikamente, die bei einigen Patienten trotzdem zu einer Besserung führen konnten – alleine durch die Macht ihrer positiven Gedanken. Wer denkt, dass er ein heilsames Medikament verabreicht bekommt, fühlt sich erleichtert und kann seine Sorgen loslassen. Oft reicht dies bereits, um verschiedene Krankheiten oder Probleme zu lindern. Das Gleiche gilt für einen nervösen Teilnehmer an einer Prüfung. Glaubt er fest daran, dass ihm sein Glücksbringer das nötige Wissen vermitteln wird, kann er sich besser konzentrieren. Im Umkehrschluss kann auch das Vergessen eines Glücksbringers dazu führen, dass er so nervös wird und damit schlechtere Antworten gibt.

Aberglaube in verschiedenen Ländern

Neben dem persönlichen Glauben an das Glück, gibt es natürlich auch Aberglauben, die ein gesamtes Land miteinander teilt. Einige davon sind bereits Jahrhunderte alt und wirken in der heutigen Zeit besonders skurril. Besonders in Bezug auf Zahlen haben vielen Menschen einen starken Glauben. Die Unglückszahl 13 wird sogar in einigen Flugzeugen und Hotels nicht verwendet, um internationalen Gästen kein bedrückendes Gefühl zu vermitteln. Wer in Reihe 13 im Flieger sitzt, sorgt sich vielleicht die gesamte Zeit über die sichere Landung des Gefährts, wer im 13. Stock im Hotel wohnt, schläft vielleicht besonders schlecht aus Sorge um die Unglückszahl. In Peru sieht man es als schlechtes Omen, im dunklen das Haus zu fegen, in Russland darf man nicht noch einmal in die Wohnung zurückgehen, wenn man etwas vergessen hat. Viele der Regeln aus dem Aberglauben haben einen Ursprung, der einst Sinn ergeben hat, heute aber nicht mehr bekannt ist. Trotzdem verbinden die kleinen Rituale und Regeln Menschen miteinander und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Das persönliche Glück gibt es von wissenschaftlicher Warte betrachtet natürlich nicht. Ob man trotzdem daran glauben möchte, bleibt jedem selbst überlassen. In einigen Fällen kann ein Glücksbringer oder Ritual jedoch tatsächlich die Leistung steigern, denn die positiven Gedanken helfen bereits.