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DNA-Hacking: Drei Chips im Körper – Politikerin wirbt auf „RTL“ für Implantate

20. April 2021

Im „RTL“-Nachtjournal präsentierte sich eine Bäuerin aus Niedersachsen, die den örtlichen Mittelstandsverband der Union leitet, stolz mit drei Chip-Implantaten in der Hand. Ein Spezialist spricht bereits jetzt von DNA-Hacking als Zukunftsvision.

Die im Februar zur Vorsitzenden der Mittelstandsunion (MIT) von Nordostniedersachsen gewählte Bäuerin Juliane von der Ohe aus Natendorf-Haarstorf (Landkreis Uelzen) stand am Mittwoch (24.3.) im Mittelpunkt des „RTL-Nachtjournals“.

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Der Grund für die Aufmerksamkeit: Seit 2019 trägt die Landwirtin nach eigenen Angaben drei Chip-Implantate unter der Haut. Diese dienen ihr unter anderem zum Bezahlen im Dorfladen, zum Entsperren von Computern und Haustüren und zum Steuern der Katzenklappe.

Berührungsängste hat sie nach eigenen Angaben keine: Immerhin, so erklärt sie, würden auch Tiere wie Hunde oder Pferde auf ihrem Hof, in Niedersachsen seit längerem schon gechippt, was dieses zu einer „ganz alten, erprobten Technologie“ mache.

Bedenken, die viele Menschen wegen des Gedankens haben, ein permanentes Mitführen von Daten unter der Haut könne gefährliche Konsequenzen haben, versteht von der Ohe nicht:

„Das sind dann die Leute, die über Google ihren Weg suchen und die über Facebook ihre ganzen Daten preisgeben, die dann vor dieser Technologie aber Angst haben.“

Juliane von der Ohe wünscht sich eigenen Angaben zufolge auch ein Implantat, das ihre Ausweis- und Gesundheitsdaten permanent vorrätig macht – damit im Notfall ein Arzt potenziell lebensrettende Daten an Ort und Stelle bekommen könne.

„Kein Unterschied zum Mitführen von Karten“

Arzt und Medienjournalist Dr. Christoph Specht hält es zwar für „theoretisch zumindest möglich“, dass jemand, der sich in der Nähe der Person befindet, die Datenchips unter der Haut trägt, diese zumindest auslesen könne.

Anfangen könnte damit jedoch keiner etwas, da die Daten verschlüsselt würden. Im Ergebnis sehe er keinen Unterschied zur bereits jetzt üblichen Praxis, die eigenen Daten, die auf bestimmten Karten gespeichert seien, mit sich zu führen.

Auch in Schweden wurden bereits zahlreiche Experimente unter anderem der schwedischen Bahn abgebrochen. Grund dafür war, dass die Technologie nicht einwandfrei funktioniert und die Chips immer neu beschrieben werden müssen, um die Funktion zu gewährleisten. Durch das häufige Re-Implantieren der Chips sei das Risiko von Infektionen jedoch größer als der gewonnene Nutzen.

Die Gewerkschaften haben die Technologie beim Einsatz in Unternehmen bislang skeptisch beobachtet. „Es geht neben ethischen oder philosophischen Aspekten darum, welche Vorteile die Verwendung von Mikrochips den Beschäftigten überhaupt bietet und welchen Preis sie dafür am Ende zahlen“, sagte Oliver Suchy, Digitalexperte beim DGB-Bundesvorstand.

„Ein bisschen mehr Bequemlichkeit steht gerade im Arbeitsleben in keinem Verhältnis zur digitalen Überwachung und der Gefahr einer analytischen Vermessung durch den Arbeitgeber.“

Die meisten Geschichten würden vielleicht noch harmlos klingen, doch am Ende sei Chipping ein weiterer Baustein auf dem Weg zum gläsernen Beschäftigten. Deshalb müsse das Implantieren eines Chips in jedem Fall freiwillig bleiben.

Chip-Implantate machen Daten „sicherer als alles andere“

Auch ein Anbieter der Technologie, der die Chips mittels einer Spritze unter die Haut implantiert, kommt im „RTL“-Beitrag zu Wort: Digiwell-Gründer Dr. Patrick Kramer gibt an, es kämen mittlerweile „ganze Familien“ zu ihm, „vom Soldaten über den Maurer bis hin zum Rechtsanwalt“.

Die Chips würden nach dem Prinzip einer Zimmerkarte im Hotel funktionieren. Ohne dass eine Batterie benötigt würde, senden die Chips Daten, die von einer Quelle in der Nähe registriert werden können. Besonders die Bezahlfunktion und der Wunsch, medizinische Notfallinformationen permanent bei sich zu tragen, machten den Gedanken an ein Implantat populär, berichtet „RTL“.

Kramer nennt speziell das von der EU geplante Immunitätszertifikat – auch als „digitaler Impfausweis“ bekannt – als potenziellen Anwendungsbereich der Chip-Implantats-Technologie. Dort, so Kramer, seien die Daten „sicherer als alles andere“.

Bereits 20 unterschiedliche Anwendungsfälle

„RTL“ zufolge sollen in Deutschland bereits zum jetzigen Zeitpunkt etwa 30.000 Menschen über irgendeine Form von Chip-Implantaten verfügen, die dafür sorgen, dass bestimmte Daten des Trägers diesen 24 Stunden 7 Tage die Woche an jeden Ort begleiten.

Im Interview mit dem Blog „Der Brutkasten“ erklärt Patrick Kramer, dass es bis dato bereits 20 unterschiedliche Anwendungsbereiche für Chip-Implantate unter der Haut gäbe:

„Von der Messung der Körpertemperatur für die Familienplanung bis zu Magnet-Implantaten, um elektromagnetische Felder zu spüren. Damit kann man zum Beispiel hinter einer Wand die stromführenden Kabel ertasten oder einen Induktionsherd ohne Zuhilfenahme eines Magneten einschalten.“

Er selbst verwende an sich selbst fünf Implantate und habe selbst 2.500 eingesetzt. Kramer selbst wechsele aber seine ständig, weil „ich immer wieder alte Implantate raus und neue rein gebe, um zu testen, welche Möglichkeiten es gibt“.

Die Arbeit mit der Technologie sei für ihn „nichts Besonderes mehr“, erklärt Kramer. Er wolle aber auch „nie wieder zum vorherigen Status zurück“.

Keine RFID-Überwachung

Kommt der RFID-Chip bald für alle? Angeblich hat der Milliardär Rockefeller einmal gesagt: Das Ziel der Agenda ist es, eine Weltregierung zu schaffen. Das funktioniert aber nur, wenn alle Menschen gleichgeschaltet sind. Das, was damals wie Science-Fiction oder wie eine Verschwörungstheorie klang, ist inzwischen vielfach schon Realität.

In den USA gab es 2004 einen Modellversuch in einigen Krankenhäusern. Patienten wurde ungefragt ein RFID-Chip unter die Haut gepflanzt, um sie besser identifizieren und medizinisch versorgen zu können. Diese RFID-Überwachung hatte aber einen bitteren Beigeschmack, da der Pharmakonzern Roche die Chips entwickelt hatte.

Besorgnis um die Volksgesundheit

Roche entwickelte einen RFID-Chip für Menschen, die unter Diabetes leiden. 2004 gründete das Pharmaunternehmen 82 Zentren in der Bundesrepublik mit dem Ziel, RFID-Chips zu implantieren. Die Besorgnis um die Gesundheit der Bundesbürger stand dabei im Vordergrund, so ein Sprecher des Unternehmens. Von einer RFID-Überwachung war in diesem Zusammenhang natürlich nicht die Rede.

Heute klingt das alles ein wenig anders, denn die RFID-Überwachung ist in vielen Ländern, wie beispielsweise Schweden, schon etwas Alltägliches. Viele Menschen sind deshalb besorgt, sie fürchten eine totale RFID-Überwachung, die mit großen Schritten vorangetrieben wird. Das passiert unbemerkt von der Bevölkerung, die aber beginnt sich zu wehren.


Quelle: pravda-tv.com