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Und täglich grüßt Nawalny – Straflager, Hungerstreik und jetzt Krankenhaus

21. April 2021

Irgendwie hat „der Westen“ kein so glückliches Händchen mehr bei der Wahl seiner Umsturz-Agenten. In Venezuela ist es sehr ruhig geworden um den ach-so-beliebten Volkshelden Juan Guaidó. Selbst die EU hat ihn fallen lassen. Nachdem Herr Alexej Nawalny, der Zögling und die Hoffnung des Westens im bösen, bösen Russland, wegen seiner Vorstrafen nicht als Präsidentschaftskandidat antreten darf und daraufhin mal eben kraft eigener Machtvollkommenheit die Wahlen von vorneherein für illegitim erklärte, wurde er wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen verhaftet und in ein Straflager verbracht. Dort hat er seit über zwei Wochen einen Hungerstreik angefangen. Jetzt soll sein Zustand kritisch geworden sein und die westliche Welt fordert unter Drohungen seine Freilassung.

Alle Medien empören sich und tun so, als sei Nawalny der große Held in Russland, Millionen folgen ihm, und der russische Demokratie-Messias werde nun quasi vom finsteren Putin in Kerkermauern verrecken gelassen, nachdem der letzte Giftanschlag ja nicht funktioniert hat.  Welche Schande für Russland, seinen bekanntesten und beliebtesten Oppositionspolitiker so zu behandeln.

Ganz so ist es aber nicht. Thomas Röper, eine unentbehrliche Stimme aus Sankt Petersburg, die stetig diese und andere antirussische Hetze unermüdlich geraderückt, berichtet immer wieder, dass Herr Nawalny in Russland eigentlich nur eine kleine Anhängerschar hat und ansonsten gar nicht besonders ernst genommen wird. Über die Hintergründe haben wir bereits berichtet:

„Die Wahrnehmung des Herrn Alexej Nawalny könnte kaum unterschiedlicher sein als ‚im Westen‘ und Russland. Hier im Westen wird der Oppositionspolitiker als unterdrückter Freiheitsheld und der eigentliche ‚Präsident der Herzen‘ gefeiert, der von den finsteren Mächten des Kreml unterdrückt wird und einen Mordversuch nach dem anderen aus dem ‚Reich des bösen Zaren Putin‘ überlebt. In Russland dümpelt seine Beliebtheitsrate im einstelligen Prozentbereich.“

Im Westen wird es aber ganz anders dargestellt: Die Deutsche Welle meldet hierzu:

„Nawalny-Proteste: ‚Russland ohne Putin!‘ In ganz Russland haben Menschen gegen die erwartete Wiederwahl von Präsident Wladimir Putin demonstriert. Den bekannten Kremlkritiker Alexej Nawalny nahm die Polizei vorübergehend wieder fest.“

Alexej Nawalny musste also nun wegen seiner Verstöße gegen die Bewährungsauflagen in Haft. Quer durch die westlichen Medien ist er natürlich ein „Gewissensgefangener“, ein edler Kämpfer für das Gute. Was Thomas Röper aus Russland berichtet zeigt aber, dass der Edle in Russland auch seine wenigen Anhänger verliert:

„Navalny hat sich in dem letzten Prozess wegen Beleidigung eines Weltkriegsveteranen gesellschaftlich ins Abseits geschossen. Während seine Anhänger am ersten Verhandlungstag noch vor dem Gericht für seine Freilassung demonstriert haben, ist am dritten Verhandlungstag kein einziger mehr zur Unterstützung Navalnys vor dem Gericht erschienen.“

Das Trauma und der unglaublich hart erkämpfte Sieg Russlands im Zweiten Weltkrieg hat dort große Bedeutung. So sind russische Weltkriegsveteranen absolut sakrosankt. Thomas Röper übersetzt einen Kommentar aus den russischen Medien zu diesem Prozess und dem Urteil, den man unbedingt lesen sollte. Ein Zitat aus dem übersetzten, russischen Kommentar:

„Navalny hat objektiv im ausländischen Interesse gehandelt, im Interesse derer, die mit unverhohlenem Neid auf die Landkarte des größten Landes der Welt mit all seinen Reichtümern blicken. Und da Navalnys Sabotage auch noch von den Amerikanern vorbereitet wurde, hat ihn das zu einem einfachen Agenten gemacht und ihn aller Chancen einer politischen Zukunft beraubt.“

Dass Herr Nawalny tatsächlich ein ausgebildeter amerikanischer Einflussagent und professioneller Aufrührer ist, habe ich hier dargelegt:

„Nawalny (…)  gilt als der perfekte Kandidat, um ein rechtsextremes Bündnis zwischen Faschisten, Oligarchen und Teilen des oberen Kleinbürgertums zu schaffen, dessen Ziel die Einsetzung eines pro-amerikanischen Marionettenregimes wäre. Und dementsprechend wurde der junge Mann von den USA und ihren Strukturen aufgebaut und gefördert, um in Russland als ‚Oppositionspolitiker‘, Spaltpilz und Einflussagent der USA eingesetzt zu werden. Im Jahr 2010 kam er im Rahmen eines Stipendiums in das ‚Yale World Fellows-Programm‘. Nicht wenige Absolventen dieses Programms sind im Folgenden direkt in der Maidan-Revolution in der Ukraine aktiv geworden und auf Funktionärsposten aufgestiegen. Der Kern dieses Yale ‚World Fellows‘-Programms ist eine 15-wöchige Ausbildung in ‚globalen Angelegenheiten‘, wo die Eleven fit gemacht werden, als zukünftige ‚ausländische Führungskräfte‘ in ihrem Heimatland Politik und Einflussnahme für die US-Interessen zu verfolgen und auszuüben. Es sind die Agitatoren der berühmten ‚Farbrevolutionen‘ und Nawalny ist einer davon.“

Seine durchaus rechtsextreme Gesinnung und sein blanker Rassismus wird hier im Westen komplett verschwiegen. Auf Twitter findet man beispielsweise heute noch ein rassistisches Video von ihm, wo er Menschen aus dem Südkaukasus und andere Migranten mit Ungeziefer und Kakerlaken vergleicht: Muslimische Migranten seien Kakerlaken, sagt er da, während eklige Ungeziefer-Horror-Puppen eingeblendet werden. Am Ende erschießt er einen solchen Migranten:

Navalnys Antisemitismus ist seit langem bekannt. Viele seiner Posts hat er zwar gelöscht, aber was noch da ist, ist empörend genug: ‚Geplant ist, den Drecksjuden die Werkstätten aufheizen‘, sagt Navalny. (Anm. d. Übers.: Das russische Wort жид, das Navalny benutzt, ist die härteste Beschimpfung, die die russische Sprache zu bieten hat und ich übersetze sie sinngemäß mit ‚Drecksjuden‘)“

Amnesty International hatte Herrn Nawalny den Status eines „Gewissensgefangenen“ (Prisoner of Conscience) bzw. eines „gewaltlosen politischen Gefangenen“ zugeteilt, diesen aber aufgrund von Herrn Nawalnys zahlreichen, diskriminierenden, rassistischen, gewaltverherrlichenden Äußerungen wieder aberkannt. Man fordert aber dennoch seine Freilassung.

Ungeachtet all dessen überschlagen sich wieder die Medien in Solidaritätsbekundungen zu Herrn Nawalny, der nun durch seinen Hungerstreik in Lebensgefahr geraten sein soll. Berichten zufolge ist er in ein Krankenhaus in einer anderen Strafeinrichtung verlegt worden und hat dort einer Supplementierung mit Vitaminen und Spurenelementen zugestimmt.

Die Frankfurter Rundschau berichtete am Montag davon und dass Herr Nawalny und seine Unterstützer in Russland zu Massenprotesten aufrufen. Seine Vertreter, Herr Leonid Wolkow und Herr Iwan Schdanow bezeichnen den Zustand des Häftlings (in Russland wird Herr Nawalny auch gern der „Berliner Patient“ genannt in Anspielung auf seine Behandlung nach der mutmaßlichen Vergiftung in Deutschland) als „dramatische Verschlechterung seines Zustandes“. Er sei gefährlich krank und könne „jede Minute sterben“. In einem Video wurde sogar von „Mord“ an Herrn Nawalny gesprochen:

„‘Haben Sie jemals mit eigenen Augen gesehen, wie ein Mensch ermordet wird? Sie sehen es gerade jetzt‘, sagte Wolkow. Er fügte hinzu: ‚Wenn wir uns jetzt nicht zu Wort melden, stehen uns die dunkelsten Zeiten für freie Menschen bevor. Russland wird in völliger Hoffnungslosigkeit versinken‘.“

Die russische Gefängnisbehörde dagegen teilte mit, dass Herr Nawalny in ein Krankenhaus für Häftlinge verlegt werde und sein Zustand „akzeptabel“ sei.

Selbstverständlich droht die neue US-Regierung mit „Konsequenzen, sollte Nawalny sterben“. Da gebe es verschiedene Möglichkeiten, drohte US-Präsident Joe Bidens nationaler Sicherheitsberater  Jake Sullivan im Fernsehsender CNN. Und auch unser Bundesaußenminister, Herr Heiko Maas, beobachtet die Vorgänge um den russischen Oppositionsführer intensiv. Er laste Russland in dem „Fall Nawalny“ Menschenrechtsverletzungen an.

Da braucht unser hochgeschätzter Außenminister gar nicht intensiv bis Russland zu schauen. Die findet er hier auch. Und letztendlich hat sich Herr Nawalny ohne jeden Zwang zu einem Hungerstreik entschlossen. Möglicherweise sogar auf Anraten seiner westlichen Unterstützer, die die „Causa Nawalny“ am Kochen und die Moskauer Regierung unter Druck halten wollen.

Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Presse bei uns geflissentlich all diese Dinge verschweigt, obwohl sie bekannt sind. Sie machen sich zu Erfüllungsgehilfen einer Politik, die immer deutlicher auf einen sehr ernsten Konflikt mit Russland zusteuert. Warum? Haben wir nichts aus der jüngeren Geschichte gelernt?