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Islamismus & Terror

Die Lage in Afghanistan eskaliert weiter: Frauen, die für Medien arbeiten, werden erschossen – Mädchen dürfen nicht mehr öffentlich singen (+Video)

21. April 2021

Die Lage in Afghanistan eskaliert weiter, das zeigen die kaltblütigen Morde an drei jungen Frauen, die für Medien arbeiteten. Sie wurden in der ostafghanischen Stadt Jalalabad erschossen, als sie von der Arbeit nach Hause gingen. Die Todesfälle durch Schüsse folgten auf den Mord an einer Reporterin des Senders und ihres Fahrers im Dezember. Journalisten, Religionswissenschaftler, Aktivisten und Richter wurden in jüngster Zeit von einer Welle politischer Attentate heimgesucht. Viele sind gezwungen, sich zu verstecken, andere sind aus dem Land geflogen. Erst 2020 erschütterte die grausame Tat, als afghanische Angreifer auf eine Entbindungsstation kamen, um die Mütter zu töten. Sie töteten 24 Frauen, Kindern und Babys in einem Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt. Die Lage in Afghanistan eskaliert weiter, es betrifft besonders Frauen und Mädchen. 

Armut, Gewalt und kulturelle Traditionen unterdrücken Millionen von Mädchen auf der ganzen Welt, so auch in Afghanistan. Rund 10 Millionen Kinder im vom Krieg zerstörten Afghanistan laufen Gefahr, 2021 nicht genug zu essen zu haben. Fast 20 Jahre, nachdem die Taliban durch eine US-geführte Militärintervention abgesetzt wurde, erhalten schätzungsweise zwei Drittel aller afghanischen Mädchen keine Schulbildung. Unsicherheit, Armut und Vertreibung zwingen heute viele Mädchen, nicht zur Schule zu gehen. Auch leben viele Kinder zu weit von der nächstgelegenen Schule entfernt, was Mädchen in besonderem Maße trifft, denn noch immer werden gerade Mädchen von den Taliban bestraft, wenn sie eine Schule besuchen. Afghanistan zählt zu den gefährlichsten Ländern für Frauen. Jetzt fordert das Bildungsministerium in Afghanistan sogar, dass  afghanische Schulmädchen öffentlich nicht mehr singen dürfen. Der jüngste Anstieg der Gewalt in ganz Afghanistan nimmt zu, trotzdem soll Deutschland jährlich etwa 430 Millionen Euro in Entwicklungshilfe für Afghanistan zahlen, davon mehr als 20 Millionen allein in die Sicherheit der Helfer.

Afghanistan zählt zu den gefährlichsten Ländern für Frauen und Mädchen

Afghanistan gilt nicht nur als das gefährlichste Land für Mädchen, sondern auch als eines der gefährlichsten Länder der Welt für Medienschaffende. Die Morde an den drei Medienarbeiterinnen, die in zwei getrennten Angriffen niedergeschossen wurden, nachdem sie ihren Fernsehsender verlassen hatten, haben die Zahl, der in den letzten sechs Monaten im Land getöteten Medienarbeiter, auf 15 erhöht. Die Morde haben zugenommen, seit im vergangenen Jahr Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban aufgenommen wurden – der jüngste Versuch, Jahrzehnte des Konflikts zu beenden.

 

Die Lage in Afghanistan eskaliert weiter, das zeigen die kaltblütigen Morde an 24 Frauen, Kindern und Babys in einem Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt. Die Afghanische Angreifer der Entbindungsstation kamen, um die Mütter zu töten. Afghanistan verzeichnete die tödlichste Woche nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und den Taliban. Die afghanischen Taliban haben ein Verbindungsbüro im Golf-Emirat Katar, in Doha. Deutschland und die USA waren mit den Taliban übereingekommen, dass sie ein Verbindungsbüro in Doha, der Hauptstadt des Emirats Katar, eröffnen sollten. Doch auch wenn Afghanistan: als „sicheres Herkunftsland“ Seitens der Regierung bezeichnet wird, gehören Bombenanschläge, bewaffnete Überfälle und Entführungen seit Jahren in allen Teilen von Afghanistan zum Angriffsspektrum. Afghanistan zählt zu den gefährlichsten Ländern für Frauen.  Siehe: Afghanistan – Der grausame Angriff auf Entbindungsstation -Sie kamen, um die Mütter zu töten – Afghan maternity ward attackers ‚came to kill the mothers‘

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Laut UN wurden zwischen Januar und September letzten Jahres fast 6.000 Menschen – ein Drittel davon Kinder – bei Kämpfen in Afghanistan getötet oder verwundet. Die Gewalt zwingt weiterhin Hunderttausende von Menschen, jedes Jahr aus ihren Häusern zu fliehen und den Zugang der Menschen zu Ressourcen wie Krankenhäusern und Kliniken zu beschränken.

Verbot, dass afghanische Schulmädchen öffentlich singen

Während des Taliban-Regimes zwischen 1996 und 2001 wurde das Singen und Hören von Musik sowie das Schreiben von Gedichten oder Liedern von der bewaffneten Gruppe strengstens verboten.

Eine in Afghanistan ansässige NGO hat eine Entscheidung der Behörden verurteilt,  Schulmädchen das  Singen bei öffentlichen Veranstaltungen zu verbieten und erklärt, sie sollten „keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts fördern“.Das afghanische Bildungsministerium  sagte in einem Brief, der am Mittwoch, den 10 März 2021, durchgesickert war, dass Schülerinnen über 12 Jahren nicht mehr in öffentlichen Zeremonien singen dürfen, es sei denn, die fragliche Veranstaltung war rein weiblich. Es wurde auch gesagt, dass die Schülerinnen nicht von männlichen Musiklehrern unterrichtet werden dürfen.„Bildung, Redefreiheit und Zugang zu künstlerischen Fähigkeiten sind die Grundrechte aller Kinder, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Kinder, Mädchen und Jungen können ihre Rechte im Rahmen des Gesetzes gleichermaßen und frei ausüben “, sagte die Unabhängige Menschenrechtskommission Afghanistans (AIHRC) in einer Erklärung auf Twitter.Najiba Arian, eine Sprecherin des Bildungsministeriums, bestätigte das Verbot gegenüber der lokalen Nachrichtenagentur TOLONews und sagte, die Entscheidung sei für alle 34 Provinzen des Landes anwendbar.

Sie fügte hinzu, dass „die Entscheidung aufgrund von Beschwerden von Familien über die hohe Belastung des Studiums auf den Schultern der Schüler der High School und der Mittelschule getroffen wurde“.

Das Ministerium erklärte jedoch nicht, warum das Verbot nur für Mädchen gilt oder warum ausschließlich weibliche Veranstaltungen ausgenommen waren. In der Erklärung des AIHRC heißt es weiter, dass das Bildungsministerium die Freiheit, Gleichheit und den Schutz von Kindern unterstützen und „keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts fördern sollte“.

Schulkinder in Afghanistan singen oft bei Zeremonien oder offiziellen Veranstaltungen. Die Entscheidung löste unter afghanischen Social-Media-Nutzern weit verbreitete und heftige Kritik aus, die erklärte, die Regierung bereite sich darauf vor, die Rückkehr der Taliban zu begrüßen. Ironischerweise wiesen die Social-Media-Nutzer auf eine kürzliche Bemerkung des Ersten Vizepräsidenten Amruallah Saleh hin und baten ihn, seine eigenen Regierungsentscheidungen zu prüfen. In seinen Äußerungen gegen den der afghanischen Regierung und den Taliban vorgeschlagenen Entwurf eines US-Friedensabkommens, insbesondere gegen die Einrichtung eines hohen Rates für islamische Rechtsprechung, hatte Saleh erklärt, er werde diesen Vorschlag niemals akzeptieren, da er es Absolventen von Haqqania Madrassa ermöglichen werde, „religiöse Tests“ abzulegen ”.

Seit dem Sturz der Taliban bei einer Invasion durch US-geführte Streitkräfte haben afghanische Frauen eine Reihe von Rechten erlangt, von denen sie befürchten, dass sie jetzt untergraben werden, wenn die afghanische Regierung versucht, ein Friedensabkommen mit den bewaffneten Gruppe, Talibans,  auszuhandeln.

Letztes Jahr sah sich das Bildungsministerium einer Gegenreaktion gegenüber, als es festlegte, dass die Schüler während ihrer ersten drei Schuljahre in Moscheen alle Unterrichtsstunden erhalten, um den Schülern einen „islamischen Geist“ zu verleihen. Die Entscheidung wurde rückgängig gemacht.

Noch am 28.6.2019: bei einem Treffen mit Außenminister Rabbani: Minister Müller bekräftigt deutsche Unterstützung für Afghanistan

Deutschland ist nach den USA zweitgrößter bilateraler Geber Afghanistans. Die Bundesregierung hatte Afghanistan bei der letzten großen Geberkonferenz 2016 in Brüssel Unterstützung von bis zu 430 Millionen Euro pro Jahr bis 2020 für den zivilen Wiederaufbau zugesagt, bis zu 250 Millionen Euro davon aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Unterstützung des BMZ ist dabei an Bedingungen geknüpft: Bei ausbleibenden Reformfortschritten werden Teile der Gelder nicht ausgezahlt, so das BMZ

Dazu auch: Die am besten finanzierten Spezialeinheiten der Welt – überwachen Soziale Netzwerke und wollen Krieg in Afghanistan wegen Rohstoffen „privatisieren“

Trotz jahrzehntelanger internationaler Hilfe und Investitionen haben Afghanen aufgrund von Unsicherheit, Entfernung, Kosten und der Tatsache, dass vielen Gesundheitseinrichtungen das Personal und die Ausrüstung fehlen, die sie benötigen, immer noch Schwierigkeiten, Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Notfallversorgung zu erhalten, sagte Médecins Sans Frontières (MSF) in der Pressemitteilung eines neuen Berichts, Reality Check: Afghanistans vernachlässigte Gesundheitskrise. 

Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org