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Vera Lengsfeld: Wie die Medien die Pandemie groß schreiben

29. April 2021

Jan Josef Liefers ist für seinen Auftritt in #allesdichtmachen besonders stark angegriffen worden, weil er die dubiose Rolle persifliert, die von den Medien seit über einem Jahr in Sachen Corona gespielt wird. Sie schüren Alarm und damit Angst, statt neutral zu berichten. Liefers hätte übersehen, dass es viele nachdenkliche Berichte gegeben hätte. Hat er bestimmt nicht, aber die Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Ich dokumentiere deshalb die Schilderung eines meiner Leser, der Pressesprecher für fünf Krankenhäuser ist. Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die öffentliche Berichterstattung.

Liebe Frau Lengsfeld,

die Presse drängt mich täglich auf Horrormeldungen, mit denen ich jedoch nicht dienen kann. Darauf reagieren sie regelrecht verärgert. Ich kann nur die Zahlen nennen, die mir vorliegen: Stand heute haben wir 16 C-Infizierte, davon 3 auf der Intensivstation (bei mehr als 50 Beatmungsplätzen). Dies kann schon deshalb kein Überlastungszustand sein, weil wir Weihnachten 47 Infizierte hatten und zu dem Zeitpunkt ebenfalls nicht überlastet waren. Hier jedenfalls fehlt von einer dritten Welle jede Spur.

Man will jetzt wissen, wie viele junge Patienten auf der Intensivstation sterben. Auch dazu gibt es keine signifikanten Beobachtungen. Tatsächlich sterben täglich Menschen im Krankenhaus und das schon so lange es Krankenhäuser gibt. Wo bleiben die Gedenkveranstaltungen für die Krebstoten? Für die Toten nach Nierenversagen? Für die Herzinfarkt-Patienten – jedes Jahr sterben zirka 50.000 daran in Deutschland, an Krebs waren es 2018 insgesamt 238.345, über 50.000 an Lungenkrebs. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt die Sterblichkeitsrate bei 99 Prozent. Auch hier werden Viren als Verursacher zumindest mit in Erwägung gezogen. Beim C-Virus liegt die Sterblichkeit bei 0,2 Prozent, wobei noch nicht mal alle Infektionen registriert werden, da sie oft symptomlos verlaufen. Menschen mit Blutgruppe 0 erkranken übrigens kaum oder gar nicht an COVID-19, kleiner Geheimtipp, das wird nur unter Ärzten geredet.

Alles in allem: In unseren 5 Krankenhäusern sind 4 frei von C-Infizierten. Taucht dort einer auf, wird er nach Eberswalde verlegt. Hier sammeln sich die C-Infizierten und sind, wie gesagt, derzeit insgesamt 16 an der Zahl. Das können auch Leute mit einem Beinbruch sein, bei dem der Test positiv angeschlagen hat. Bei den Sterbenden können es auch Menschen sein, die ohnehin so schwer vorgeschädigt und alt waren, dass ihnen die C-Infektion praktisch den Rest gegeben hat. Das hätte auch eine MRSA-Infektion, eine Lungenentzündung, irgendein Keim sein können. Insofern ist das alles viel zu komplex, als dass Leser von Zeitungen oder Laien (Politiker) aus der Statistik irgendwelche sinnvollen Schlüsse ziehen könnten. Deshalb gebe ich den Journalisten immer statt Belegungszahlen eine verbale Einschätzung der Krankenhausleitung und die lautet derzeit: Die Lage ist angespannt, aber stabil.

Viele Grüße!

Angespannt ist die Lage übrigens seit Jahren, trotzdem sind 2020 zwanzig Krankenhäuser geschlossen worden! Aber die einschneidenden Corona-Maßnahmen werden nach wie vor damit begründet, dass man eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern müsse. Wie passen da Krankenhausschließungen ins Bild? Kritische Fragen, die von der Presse nicht gestellt werden.


Vera Lengsfeld – Erstveröffentlichung auf dem Blog der Autorin www.vera-lengsfeld.de