Wirtschaft & Finanzen

Was bedeuten die verschiedenen Begriffe beim Trading?

6. Juli 2021

Wer an der Börse handelt, muss nicht nur den Markt analysieren können. Trader haben mit vielen Begrifflichkeiten zu tun, die im Kontext mit dem Marktgeschehen oder dem Trading selbst stehen. Um die Materie zu begreifen und erfolgreich zu traden, sollten Händler die wichtigsten Begriffe kennen.

Das Auf und Ab der Börse

An der Börse gibt es viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Hier lassen sich nicht nur Aktien handeln, sondern auch Währungen. Indizes, Rohstoffe, ETFs oder Anleihen. Die Kurse können steigen und fallen. Bewegen sich die Kurse über einen längeren Zeitraum in eine Richtung, sprechen die Händler über einen Trend. Diesen verkörpern an der Börse zwei Tiere. Der Bulle steht für steigende Kurse, während bei fallenden Preisen der Bär die Oberhand hat. Deshalb nennen die Börsianer einen steigenden Trend „bullish“ und fallende Kurse „bearish“.

Wer einen Trade macht, öffnet eine Position. Hier wird zwischen „long“ und „short“ unterschieden. Eine Long-Position bedeutet einen Vermögenswert zu kaufen. Diese verschiedenen Vermögenswerte werden auch Assets genannt. Wer eine Verkaufsposition öffnet, geht „short“. Das Schließen einer Position wird meist „Glattstellen“ genannt. Häufig wird dieser Begriff im Optionshandel verwendet.

Die Kurse und die Kurslücke

Wer tradet, wird feststellen, dass es beim Broker zu jedem Asset zwei Kurse gibt. „Ask“ ist der Briefkurs, zu dem Anleger einen Vermögenswert kaufen können. Der etwas verkaufen möchte, tut dies zum Geldkurs, der „Bid“ genannt wird. Eine ausführliche Bid und Ask Erklärung gibt es hier.

Brief- und Geldkurs unterscheiden sich immer ein wenig. Diese Preisdifferenz ist der „Spread“. Er ist gleichbedeutend mit der Gebühr, die ein Trader an seinen Broker entrichten muss. Wer einen günstigen Online-Broker finden möchte, vergleicht also am besten die Spreads. Teilweise gibt es erhebliche Unterschiede. Dies wirkt sich vor allem auf Trader aus, die viele Positionen handeln.

Natürlich sollten der Service sowie mögliche Ein- und Auszahlungsgebühren bei der Wahl des richtigen Brokers auch nicht vernachlässigt werden. Broker handeln verschiedene Assets auf fremde Rechnung, sie vermitteln also das Börsengeschäft. Dafür kassieren sie Gebühren, meist als Spread. Manchmal kommen weitere Gebühren hinzu.

Die Kurse im Chart

Um die Kursentwicklung zu verfolgen und daraus Trends abzuleiten, verwenden die Trader Charts. Am gebräuchlichsten sind Kerzencharts, bei denen ein Kerzenkörper einen bestimmten Zeitraum abbildet. Die Zeiträume variieren stark. Bei einem Minutenchart umfasst jede Kerze den Zeitraum einer Minute. Gebräuchlich sind auch der

  • 5-Minuten-Chart
  • 15-Minuten-Chart
  • Stundenchart
  • 4-Stunden-Chart
  • Dailychart (für einen Tag)
  • Wochenchart

Generell lässt sich zu jedem Zeitintervall ein Chart anzeigen. Die Kerzencharts funktionieren folgendermaßen: Am Ende eines Zeitintervalls wird eine neue Kerze begonnen. Sie bewegt sich dann je nach Kurs nach oben oder unten und übergibt dann an die nächste Kerze. Manchmal gibt es einen Kurssprung, sodass zwischen dem Endkurs der letzten und dem Anfangskurs der neuen Kerze eine Lücke entsteht. Diese Kurslücke wird „Gap“ genannt.

Diese Lücken können für Trader, die einen „Stop-Loss“ gesetzt haben, gefährlich sein. Mit diesem Instrument lässt sich der Verlust begrenzen, indem beim Erreichen des Stopp-Loss-Kurses der Trade geschlossen wird. Entsteht ein Gap, kann eine Position erst zum nächstmöglichen verfügbaren Kurs geschlossen werden, was einen höheren Verlust bedeutet. Die Gefahr von Gaps ist besonders bei Assets hoch, bei denen es Handelspausen gibt. Ein Beispiel ist der Aktienhandel, der über Nacht und am Wochenende aussetzt. Da aber auch in der Nacht und am Wochenende Faktoren eintreten, welche die Kurse beeinflussen, kann der Anfangskurs am nächsten Tag vom Schlusskurs deutlich abweichen.

Das Gegenstück zum Stop-Loss ist der „Take-Profit“, der den Trade bei einem bestimmten Kurs schließt, um den Gewinn mitzunehmen.