Verschwörungen, Enthüllungen & Unglaubliches

Das “Tier 666” Aleister Crowley und der Neosatanismus – Teil 2

12. September 2021

1912 initiierte Theodor Reuß, das Oberhaupt des Ordo Templi Orientis (O.T.O.), Crowley zum Leiter des britischen Ablegers des berüchtigten Okkult-Ordens. Später übernahm Crowley als »Bruder Baphomet« die Ober-Leitung der »orientalischen Templer« und erweiterte die dort geübten »magischen« Praktiken um die sexualmagische Komponente.

Während des Ersten Weltkrieges hielt Crowley sich in Amerika auf, nachdem die englische Armee ihn wegen »Charakterschwäche« vom Waffendienst ausgeschlossen hatte.

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Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches kehrte »Bruder Baphomet« nach Europa zurück und ließ sich schließlich 1920 auf Sizilien nieder. In der Nähe des ärmlichen Fischerdorfes Cefalu gründete er die Abtei »Thelema« (von griechisch: »Wille« ), ein »Gegenkloster der Lebensfreude und Lebensbejahung«.

Freude kam indes vorwiegend nur beim Meister selbst auf, der das Leben in seinem »Orden« als eine Art endloser Hexen-Sabbat inszenierte und über seine Anhänger ein ebenso hartes wie erbarmungsloses Regiment führte. Getreu seiner Selbstbezeichnung »To Mega Therion« ( »Das Große Tier 666« ) ließ Crowley sich neben Homosexualität keine noch so abartige sexuelle Erfahrung aus: Sodomie sowie die unterschiedlichsten Akte der Sexualmagie.

Die Zahl 666, in der Johannes-Offenbarung die »Zahl des Tieres«, pervertierte bei Crowley zum Symbol seiner übersteigerten libidinösen Grundstruktur (Sex, Sex, Sex) und zeigte zugleich die pathologische Komponente dieser Triebhaftigkeit an.

Das Schicksal derjenigen seiner Gespielinnen, die die zweifelhafte Ehre hatten, bei Crowleys sexualmagischen Praktiken die »Frau in Scharlach« zu mimen, bestand in der Regel entweder aus Irrenanstalt, Alkohol- beziehungsweise Drogensucht oder Selbstmord. (84)

Dass es in der »Hölle der Hure« (ein Begriff, den Crowley von dem französischen Humanisten Rabelais übernahm) auch zu Menschenopfern gekommen sei, wurde zwar behauptet, konnte aber nie bewiesen werden. Jedenfalls rühmte sich die »Bestie« selbst damit, zwischen 1912 und 1928 jährlich rund 150 Opfer erbracht zu haben. (85)

Wie auch immer wurden derlei Exzesse bald auch den italienischen Faschisten zu viel: Mussolini ließ den subversiven Schwarzmagier 1923 ausweisen. Dasselbe Schicksal ereilte Crowley 1929 in Frankreich. Der »gottloseste Mann der Welt« galt gar als »Sicherheitsrisiko«, wurde in den 1920er und 1930er Jahren sogar von Sicherheitsdiensten verschiedener Länder überwacht. (86)

Schließlich tauchte Crowley in Thüringen auf. In Leipzig heiratete er am 16. August 1929 Maria Teresa Ferrari und zog mit ihr weiter nach Berlin. Obwohl noch immer eine recht wunderliche Erscheinung (fett, kahlrasierter Schädel, stechender Blick), sah sich »Das große Tier« in der Reichshauptstadt mit einer solchen Vielzahl von schrillen Adepten der »schwarzen Künste« konfrontiert, dass er enttäuscht das Feld räumte.

Der Versuch der deutschen O.T.O.-Sektion, sich den ab 1933 regierenden Nationalsozialisten anzudienen, scheiterte. 1935 verboten die neuen Machthaber den »Orden« in Deutschland.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Crowley als Gast eines exzentrischen Lords im englischen Hastings.
Auch seine zweite Frau war mittlerweile in einer Heilanstalt gelandet.

Vereinsamt, rauschgiftsüchtig und geistig umnachtet starb der »gottloseste Mensch des Jahrhunderts« am 1. September 1947. Als offizielle Todesursache wurde Herzversagen infolge einer chronischen Bronchitis auf dem Totenschein eingetragen.

Der Crowley-Biograph und Satanismus-Insider Ralph Tegtmeier will wissen, dass die Asche des »Meisters« von dessen Nachfolger als Leiter des O.T.O. Karl Germer, in die Vereinigten Staaten überführt wurde. (87)

Ein nicht-ehelicher Sohn Crowleys namens Aleister Atatürk McAlpin soll in Paris gelebt haben und 1978 gestorben sein. (88) Eine »illegitime Tochter« will ein protestantischer Geistlicher in der ehemaligen DDR ausfindig gemacht haben. (89)


Guido Grandt – Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors  www.guidograndt.de