Wach­sender Men­schen­handel und Gefahr von Kriegen! Zu viele Männer in China und Indien! (+Videos)

Die mit dem Ungleich­ge­wicht der Geschlechter in Indien und China ver­bun­denen Pro­bleme sind erschre­ckend. Ob auf Grund der chi­ne­si­schen Ein-Kind-Politik oder der Frau­en­feind­lichkeit, die in weiten Teilen der indi­schen Gesell­schaft herrscht. Laut neuen Berech­nungen, hat China einen Über­schuss von etwa 32 Mil­lionen Männern und in Indien sind es 40 Mil­lionen. Zum Ver­gleich: Die Gesamtzahl der Sol­daten, die von allen Streit­kräften der Welt ein­ge­setzt werden, liegt bei 65 Mil­lionen. Dies ist gleich­be­deutend mit diesen „über­zäh­ligen“ Männern, die niemals hei­raten, niemals ein „nor­males Leben“ führen können.Die Folgen sind gra­vierend, denn erst kürzlich wurde ein schreck­licher Men­schen­handel in Pakistan auf­ge­deckt. Mädchen und Frauen werden nach China gebracht, und zwar als Sex­sklaven. Und das bevöl­ke­rungs­reichste Land der Welt bekommt seine Ver­ge­wal­ti­gungen nicht in den Griff. Alle 30 Minuten wird in Indien ein Kind ver­ge­waltigt. 

Sowohl China als auch Indien sind für die Praxis selek­tiver Abtreibung weib­licher Föten bekannt. Mit ca. 30 000 Abtrei­bungen pro Tag hält China den trau­rigen Welt­rekord. In Indien werden jedes Jahr hun­der­tau­sende Mädchen wegen ihres Geschlechts getötet, oder nur weil es ein Mädchen ist, landen Neu­ge­borene  auf einer Müll­kippe. In der Geschichte der Menschheit ist so ein Geschlech­te­r­un­gleich­ge­wicht  noch nicht vor­ge­kommen. Die Folgen sind dra­ma­tisch, bis hin zu wach­sendem Men­schen­handel und der stei­genden Gefahr von Kriegen. Inter­na­tionale Regie­rungen wurden bereits vor Jahren dazu auf­ge­fordert, die mög­lichen Folgen des Ungleich­ge­wichts zwi­schen den Geschlechtern als neuen Faktor in ihre Sicher­heits­po­litik mit einzubeziehen.

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Wach­sender Men­schen­handel und Gefahr von Kriegen – Zu viele Männer in China und Indien!

Bereits im Jahr 2002 ver­öf­fent­lichten zwei Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rinnen, Valerie Hudson und Andrea M., was pas­sieren wird, wenn es einen gra­vie­renden Über­schuss an Männern in einem Land geben wird. Sie ver­öf­fent­lichten die Gefahren in einem alar­mie­renden Papier mit dem Titel „Män­ner­über­schuss, Frie­dens­de­fizit: Sicherheit und Geschlech­ter­ver­hält­nisse in Asiens größtem Land“. 2004 erwei­terten sie ihre Pro­gnosen und erwähnten auch die Gefahren, die es in Indien auf Grund der Frau­en­feind­lichkeit gegeben wird.

Sie trafen zwei spe­zi­fische Vor­her­sagen zu China und Indien. Sie pro­gnos­ti­zierten, dass China seine über­schüs­sigen Männer dazu ver­wenden wird, „Gewalt im Inland zu unter­drücken und sie durch Kolo­nia­li­sierung und Kriege ins Ausland zu exportieren“.

Etwa 20 Jahre später, zeigt sich, wie Recht die Wis­sen­schaft­le­rinnen mit ihrer Vor­hersage hatten. In Pakistan werden junge Frauen und Mädchen von chi­ne­si­schen Men­schen­händlern als Sex­sklaven nach China entführt.

Ein schreck­licher Men­schen­handel wurde im Mai 2019  in Pakistan auf­ge­deckt. Mädchen und Frauen werden nach China gebracht, und zwar als Sex­sklaven. 14 chi­ne­sische Staats­an­ge­hörige wurden bereits fest­ge­nommen. Der China-Pakistan Eco­nomic Cor­ridor (CPEC) stellt eine der bislang größten chi­ne­si­schen Aus­land­in­ves­ti­tionen im Rahmen der One Belt, One Road«-Initiative dar. Doch hinter dem Hype wegen des CPEC-Pro­jekts wurde noch etwas anderes, Schreck­liches geschaffen, der Men­schen­handel mit jungen Frauen und min­der­jäh­rigen Mädchen. Ihr Schicksal in China ist grausam. Seit letztem Jahr wurden Hun­derte von christlich-paki­sta­ni­schen Mädchen, gerade erst 13 Jahre alt, nach China ver­schleppt, um als Braut ver­kauft zu werden!

Die beiden Wis­sen­schaft­le­rinnen sagten 2004 Indien eine eth­nisch hete­rogene Gesell­schaft voraus.

Eine erheb­liche Anzahl von unver­hei­ra­teten Männern kann einen „unver­kenn­baren erschwe­renden und ver­stär­kenden Effekt“ auf die all­ge­meine Rechts­ordnung haben. Es kann vor­kommen, dass es auf dem Sub­kon­tinent zu grö­ßeren Kon­flikten zwi­schen den Gemein­schaften kommt.

Bei den in der Studie befragten jungen Erwach­senen ist die Ehe ein zen­trales Element im Leben. Fast alle drückten aus, dass sie eine Ehe ein­gehen werden oder bereits ein­ge­gangen sind. Die Inter­views ergaben einige inter­es­sante Erkennt­nisse zum Ver­ständnis des Ehezwanges.

Etwa 20 Jahre später in Indien:

Nicht nur, dass Neu­ge­borene auf dem Müll landen, weil sie Mädchen sind, sondern in Indien werden Babys mit­hilfe von Ärzten oder Kran­ken­schwestern aus Kran­ken­häusern gestohlen und an „Adop­ti­ons­willige“ verkauft. Indien ist für Mädchen und Frauen das gefähr­lichste Land der Welt. Ca. 50 Prozent der Mädchen in Indien werden als Min­der­jährige ver­hei­ratet, denn in vielen Gemeinden werden Mädchen als wirt­schaft­liche Belastung gesehen und somit wird durch eine Ehe die Ver­ant­wortung auf ihren Ehemann über­tragen. Armut und Hei­rats­kosten wie Mitgift können dazu führen, dass eine Familie in jungem Alter ihre Tochter ver­hei­raten muss, um diese Kosten zu senken. Junge Männer gibt es im Über­fluss, etwa 40 Mil­lionen Männer, die ver­zweifelt eine Frau für die Ehe suchen.

In Bihar sind es sogar etwa 70 % Mädchen, die jung hei­raten. Sie müssen ihre Aus­bildung unter­brechen, ent­weder weil sie nicht in die Schule zurück­kehren dürfen oder wegen einer frühen Schwan­ger­schaft. Siehe Indien ist für Mädchen und Frauen das gefähr­lichste Land der Welt

In Indien, zum Bei­spiel in Haryana, einem indi­schen Bun­des­staat mit rund 25,4 Mil­lionen Ein­wohnern, werden die Arbeits­lo­sigkeit und die vielen allein­ste­henden Männer der Roh­stoff für alle Unruhen sein, so die Wis­sen­schaftler. 2019 sind bestimmte Dörfer in Haryana bereits für Ver­brechen so berüchtigt geworden, dass die Men­schen ihre Töchter nicht in diesen Dörfern ver­hei­raten wollen. Hier sind jetzt schon Ver­ge­wal­ti­gungen von Kindern an der Tages­ordnung. Fünf  Ver­ge­wal­ti­gungen, haupt­sächlich von Min­der­jäh­rigen, innerhalb von fünf Tagen, haben das Thema sexu­eller Gewalt wieder in den Fokus gerückt, doch geändert hat es nichts. 

Doch nicht nur in Indien wird die Frau­en­feind­lichkeit zunehmen, sondern auch in China. Das ging aus einer erneuten Studie aus 2010 hervor. Es gibt ein Zusam­menhang zwi­schen der zuneh­menden männ­lichen Geschlechts­do­minanz und der zuneh­menden Häu­figkeit von Gewalt aller Art, ins­be­sondere gegen Frauen. In China werden Ver­ge­wal­ti­gungen und sexuelle Beläs­ti­gungen immer häu­figer vor­kommen und es ist unwahr­scheinlich, dass die Knappheit von Frauen ihre Position in der Gesell­schaft ver­bessert. Es wird eine stei­gende Nach­frage nach Sex­arbeit und der Ent­wicklung von wach­sendem Men­schen­handel geben, denn der Mangel an Bräuten führt dazu, dass man sich diese „stehlen“ oder kaufen wird.

Inter­na­tionale Regie­rungen wurden auf­ge­fordert, die mög­lichen Folgen des Ungleich­ge­wichts zwi­schen den Geschlechtern als neuen Faktor in ihre Sicher­heits­po­litik mit einzubeziehen.

Bereits vor Jahren wurden sowohl Indien und auch China von Wis­sen­schaftlern dazu auf­ge­fordert eine Politik zu ver­folgen, die die mög­lichen Folgen des Ungleich­ge­wichts zwi­schen den Geschlechtern berück­sichtigt. Inter­na­tionale Regie­rungen sollten diese „neue Gefahr“ in ihre Sicher­heits­po­litik mit ein­be­ziehen. Die Wis­sen­schaftler behaupten, dass eine beträcht­liche Anzahl von unver­hei­ra­teten Männern einen „unver­kenn­baren erschwe­renden und ver­stär­kenden Effekt“ auf das all­ge­meine Recht und die Ordnung haben könnte.

Ganz deutlich wird es, wenn Indiens Tiger und Chinas Drache streiten, denn Regie­rungschef Narendra Modi ver­tritt Indiens Inter­essen in der Region aggres­siver als seine Vor­gänger. Mit dem Ziel, das eigene Arsenal gegen wie­der­holte feind­liche Ein­fälle chi­ne­si­scher Truppen auf­zu­rüsten, hat sich Indien in den USA ein­ge­deckt. In dem Indien-China-Kon­flikt stattete sich Indien mit der neu­esten Droh­nen­tech­no­logie made in USA aus.

Vor mehr als 50 Jahren, im Oktober 1962, führten Indien und China einen kurzen, aber hef­tigen Grenz­krieg. China drang damals weit in den indi­schen Bun­des­staat Aru­n­achal Pradesh ein und bean­sprucht dort noch heute fast 90 000 Qua­drat­ki­lo­meter Land. Genauso bean­sprucht Indien die fast 40 000 Qua­drat­ki­lo­meter große stra­te­gisch wichtige Aksai-Chin-Region nord­östlich von Kaschmir, die unter chi­ne­si­scher Besatzung steht. Dass Indien seit 1959 der vom Dalai Lama ange­führten Exil­re­gierung Tibets Zuflucht gewährt, ist ein wei­terer Stachel in den chi­ne­sisch-indi­schen Beziehungen.

Zu viele Männer: China und Indien kämpfen mit den Folgen des Geschlechterungleichgewichts

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In den bevöl­ke­rungs­reichsten Ländern der Welt sind mehr als 70 Mil­lionen Männer gegenüber Frauen in der Überzahl. Die Folgen von zu vielen Männern, die inzwi­schen erwachsen sind,  sind weit­rei­chend: Nicht nur die Gefahr von Kriegen, sondern auch Ein­samkeit, Aus­wir­kungen auf den Arbeits­markt, stei­gende Spar­quote, sin­kender Konsum, stei­gende Immo­bi­li­en­preise, stei­gende Kri­mi­na­lität und Pro­sti­tution, wach­sender Menschenhandel.

Nach 35 Jahren schaffte China zwar die Ein-Kind-Politik ab und chi­ne­sische Ehe­paare sollen nicht wie bisher nur ein Kind, sondern zwei Nach­kommen haben dürfen, doch nun kommen die immensen Kosten für den Nach­wuchs. Viele Familien können sich einfach nur noch ein Kind leisten. Unter­stützt durch ein 20-Mil­lionen-Dollar-Dar­lehen der Weltbank, den UN-Bevöl­ke­rungs­fonds  und die Inter­na­tio­nalen Ent­wick­lungs­be­hörden begann Indien bereits in den 1970er Jahren massiv damit, die Bevöl­ke­rungs­zahlen ein­zu­dämmen. Frauen werden bis heute ste­ri­li­siert. Fast 4 Mio Ste­ri­li­sie­rungen werden jährlich an Frauen durch­ge­führt. Viele sterben bei dem Ein­griff. Beide Länder ver­suchen, die Politik in den Griff zu bekommen, die diese Generation der Geschlech­te­r­un­gleichheit erschaffen hat.

Die Gefahren, die in meh­reren Publi­ka­tionen von den  beiden Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rinnen, Valerie Hudson und Andrea M., ver­öf­fent­licht wurden, sind heute, 20 Jahre später, ein­ge­troffen, wie der fol­gende Beitrag von Simon Deny­er­annie Gowen zeigt. In China wurde zwar die Ein-Kind-Politik gelo­ckert, aber es gibt wei­terhin ein men­schen­ver­ach­tendes Kon­troll­system. Auch in Indien gehen neuere Schät­zungen von 2–5 Mil­lonen selektiv abge­trie­benen weib­lichen Föten pro Jahr aus.

China’s gender imba­lance is having an impact on society. Picture: Alamy

In der Geschichte der Menschheit ist so etwas noch nicht vorgekommen.

Eine Kom­bi­nation von kul­tu­rellen Prä­fe­renzen, Regie­rungs­de­kreten und moderner medi­zi­ni­scher Tech­no­logie in den größten Ländern der Welt hat ein Gender-Ungleich­ge­wicht kolos­salen Aus­maßes erschaffen. Männer sind in Indien und China gegenüber Frauen um 70 Mil­lionen in der Überzahl. Die Folgen von zu vielen Männern, die inzwi­schen erwachsen sind, sind weit­rei­chend: Ein­samkeit, Aus­wir­kungen auf den Arbeits­markt, stei­gende Spar­quote, sin­kender Konsum. stei­gende Immo­bi­li­en­preise, stei­gende Kri­mi­na­lität und Pro­sti­tution, wach­sender Menschenhandel.

Diese Folgen beschränken sich nicht auf China und Indien, sondern reichen weit in ihre asia­ti­schen Nach­bar­länder hinein und beein­flussen [auch] die Wirt­schafts­gefüge der euro­päi­schen und der ame­ri­ka­ni­schen Staaten. Diese Ent­wicklung, bislang kaum zur Kenntnis genommen, steht erst am Anfang.

Unter den 1,4 Mil­li­arden Chi­nesen gibt es beinahe 34 Mil­lionen mehr Männer als Frauen – mehr als die gesamte Bevöl­kerung Malaysias – die niemals Ehe­frauen finden und nur selten Sex haben werden. Chinas offi­zielle Ein-Kind-Politik, in Kraft von 1979 bis 2015, hat wesentlich dazu bei­getragen, denn Mil­lionen Paare wollten, dass ihr ein­ziges Kind ein Sohn sein sollte.

 

Indien mit seiner tief ver­an­kerten Prä­ferenz für Söhne und männ­liche Erben, hat einen Män­ner­über­schuss von 37 Mil­lionen laut der jüngsten Volks­zählung. Die Zahl neu­ge­bo­rener Mädchen ist weiter stark gesunken, obwohl Ent­wicklung und Wohl­stand gestiegen sind. Das Ungleich­ge­wicht führt zu einem Jung­ge­sel­len­über­schuss und fördert Men­schen­handel, sowohl im Hin­blick auf Bräute und mög­li­cher­weise auch für Pro­sti­tution. Beamte schreiben dies der geschlechts­se­lek­tie­renden Tech­no­logie zu, die es seit 30 Jahren gibt. Sie ist zwar [inzwi­schen] ver­boten, wird aber immer noch sehr ver­breitet angewendet.

In den beiden Ländern sind 50 Mil­lionen der über­schüs­sigen Männer unter 20 Jahre alt. Beide Länder ver­suchen nun ver­spätet, diese Situation in den Griff zu bekommen. Demo­graphen sagen voraus, dass es Jahr­zehnte dauern wird, bis sie sich ver­bessern wird.

 

Teil Eins: Sta­gnie­rende Lebensläufe

Die wach­sende Zahl hei­rats­fä­higer Männer, die keine Frau finden können, hat große Aus­wir­kungen auf die tra­di­tio­nellen Rhythmen des Fami­li­en­lebens: Erwachsene Söhne leben bei ihren Müttern und in einigen Fällen bei ihren Groß­müttern. Chi­ne­sische Frauen mit einer starken Prä­ferenz für Söhne altern. Sie haben immer noch die Last, für ihre Söhne zu kochen und zu waschen, was ihrer Gesundheit abträglich ist. […] Die Gender-Schieflage könnte die „Männ­lichkeit“ in eine Krise stürzen, weil tra­di­tio­nelle Rollen umge­kehrt werden und Männer auf ver­altete Hal­tungen zum Beweis ihrer Männ­lichkeit zurück­greifen. Dies sagt Prem Chowdhry, For­scher und Sozi­al­wis­sen­schaftler in New Delhi. „Men­schen werfen ihre Männ­lichkeit ab. Wenn sie Singles bleiben, werden sie über­haupt nicht mehr als Männer ange­sehen. In der länd­lichen Gesell­schaft ist die grund­le­gende Rolle des Mannes, eine Familie zu haben und sich um sie zu kümmern.“ 

„In länd­lichen Gegenden werden sie [jedoch] zu Rand­fi­guren, denn ihre Inte­gration in die Dorf­ge­mein­schaft ist schwierig“, sagt Therese Hesketh, Pro­fes­sorin für Globale Gesundheit am Uni­versity College in London. „Diese Jungs leiden unter Depressionen“.

„Mein Leben ist lang­weilig und einsam“

Con­struction worker Li Weibin, 30, has never had a girl­friend. Picture: Giulia Marchi

Li Weibin hatte nie eine Freundin. In dem abge­le­genen Bergdorf, in dem er auf­wuchs, gab es viel mehr Jungen als Mädchen, ebenso in den Fabriken, in denen er als Teenager arbeitete, und auch auf den Bau­stellen, wo er jetzt eine bescheidene Summe verdient.

Heute, mit 30 Jahren, wohnt er zusammen mit fünf anderen Männern in einem kahlen, sti­ckigen Schlafsaal in der Stadt Dongguan, Provinz Guangdong. Stock­betten stehen an der Wand. Der Boden ist voll von Zigarettenkippen.

„Ich möchte eine Freundin finden, aber ich habe nicht das Geld für eine Mög­lichkeit, sie zu treffen. Mädchen sind sehr anspruchsvoll. Sie möchten ein Haus und ein Auto. Sie wollen nicht mit mir sprechen“.

Lis Problem ist nicht nur die Armut, sondern der Män­ner­über­schuss in China. In diesem Land bedeutet eine Ehe sozialen Status. Außerdem üben Eltern großen Druck hin­sichtlich der Zeugung von Enkel­kindern aus.

Jung­ge­sellen wie Li werden abwertend als „kahle Äste“ bezeichnet wegen ihrer Unfä­higkeit, den Fami­li­en­stammbaum zu erweitern. Aber, wie jeder Förster weiß, stellen „kahle Äste“ eine Gefahr dar, und das nicht nur für sie selbst.

In Donguan, wo es sta­tis­tisch 118 Männer in Relation zu 100 Frauen gibt, hat es Li de facto auf­ge­geben, eine Freundin zu finden In seiner Freizeit spielt er Spiele auf seinem Smart­phone oder er begleitet seine Kol­legen zum Karaoke oder zu einer Fuß­massage. „Da gibt es nur mich“, sagt er. „Mein Leben ist lang­weilig und einsam“.

„Mögest du eine Mutter von 100 Söhnen sein“

Om Pati with her sons (from left) Sandeep, Sanjay and Suresh. Picture: Poras Chaudhary

Om Pati, eine Bau­ersfrau im Dorf Bass, Bun­des­staat Haryana, bekam ins­gesamt sieben Söhne, obwohl sie sich sehn­lichst Mädchen wünschte. [Im Gegensatz zu ihr] waren ihre Nachbarn des­wegen überglücklich. […]

Immerhin werden in dieser Kultur männ­liche Kinder vor allem gewünscht – um den Schei­ter­haufen bei hin­du­is­ti­schen Begräb­nissen anzu­zünden, um Eigentum zu erben und um für die alternden Eltern zu sorgen. Ein Segens­spruch des Sanskrit lautet: „Mögest Du eine Mutter von 100 Söhnen sein“. […]

Om tröstete sich mit dem Gedanken, eines Tages Schwie­ger­töchter zu haben, um sich mit ihnen Geschichten zu erzählen, mit ihnen den Haushalt zu führen. Und natürlich Enkel­kinder von ihnen zu bekommen.

Als jedoch ihr ältester Sohn Sanjay, nunmehr 38 Jahre alt und von Beruf Koch, im hei­rats­fä­higen Alter war, […] suchten sie und ihr Mann eine geeignete Braut für eine arran­gierte Hochzeit, wie es immer noch die Norm war, aber es gab keine. […]

Heute ist Om Pati 60 Jahre alt und kocht und wäscht täglich für ihren Mann und ihre erwach­senen Söhne, die zwi­schen 22 und 38 Jahre alt sind. Sie ver­schlingen so viele Fla­den­brote, die sie alle mit ihren schwie­ligen Händen knetet, dass sie mehrere Pfund Mehl täglich verbackt.

„Es gibt keine Alter­native“, sagt sie. „Wir haben es nicht in der Hand.“

Teil zwei: Die ver­zwei­felte Suche nach einer Braut

Man braucht ein Haus, Erspar­nisse und einen guten Job, um eine Braut zu gewinnen. Chi­ne­sische Männer arbeiten [immer] härter und nehmen gefähr­li­chere und unan­ge­nehmere Arbeiten an, um zum Ziel zu kommen. Auch die Eltern ver­suchen, ihre Söhne finan­ziell zu unter­stützen. „Auf dem Hei­rats­markt herrscht ein Wett­rüsten“, sagt Shang-Jin Wie, Wirt­schafts­wis­sen­schaftler der Columbia Uni­versity, USA. Die hohe Spar­quote in den Haus­halten erklärt zum Teil Chinas rie­sigen Export­über­schuss. Ein Mann, der billige Schuhe für den Export her­stellt, gibt seinen Lohn nicht für impor­tierte Kon­sum­güter aus. Statt­dessen spart er für ein Haus und eine Braut. Eine wei­terer unbe­ab­sich­tigter Effekt: Preise für Häuser in urbanen Gegenden explodieren.

Männ­liche Freier bezahlen in China einen „Braut­preis“ für die Zustimmung, ihre „Zukünftige“ hei­raten zu dürfen. Wegen des Ungleich­ge­wichts stieg dieser von ein paar hundert Dollar vor ein bis zwei Jahr­zehnten auf beinahe 30.000 $ in manchen Gegenden Chinas an. Familien legen dieses Geld zurück, anstatt es aus­zu­geben. Söhne zu haben bedeutete einst die Ver­si­cherung gegen Armut im Alter. Inzwi­schen opfern sich Eltern dafür auf, damit ihre Söhne als hei­rats­fähig dastehen und um ihre Söhne zu unter­stützen, die keine Braut finden. Von Schwie­ger­töchtern wurde einst erwartet, dass sie sich um die Eltern ihrer Männer kümmern. In Mil­lionen Familien ist dies nicht mehr möglich.

Teil drei: Der Import von Bräuten

Zehn­tau­sende fremder Frauen strömen zwecks Heirat nach China, getrieben von Armut in ihrer Heimat und ange­lockt von Chinas Frau­en­mangel. Chi­ne­sische Männer besuchen Web­seiten, die aus­län­dische Bräute anbieten und viele bezahlen 8.00 $ und mehr für eine Tour, um eine Braut zu finden. Für die Bräute ist dies ein großes Spiel: Sie werden mit Jobs ange­lockt und einige landen in einer Falle und quasi in eine Ehe gekauft. In ihren neuen Familien haben Schwie­ger­töchter oft den nied­rigsten Status.

In jeder Alters­gruppe wird ein Teil der Männer keine Braut finden, aber sie bleiben Teil des Hei­rats­markts und kon­kur­rieren mit jün­geren Männern um jüngere Frauen. Das Ungleich­ge­wicht wächst weiter. Chris­tophe Guilmoto, fran­zö­si­scher Demo­graph, schätzt, dass bis 2010 zwi­schen 150 und 190 Männer auf 100 Frauen auf Chinas Hei­rats­markt kommen werden.

Der Frau­en­mangel im länd­lichen China ist umso größer, da Frauen dort oft „nach oben“ Männer mit etwas höherem Bil­dungs­stand, Wohl­stand oder Sozi­al­status hei­raten. Das ent­zieht den Dörfern die Frauen […] und macht es für die zurück­blei­benden Männer umso schwieriger.

„Du bist meine Sklavin“

Suresh Kumar says the suf­fo­cation he feels as a single 35-year-old is pal­pable. Picture: Poras Chaudhary

Liu Hua kaufte eine Frau aus Kam­bo­dscha. Sie war zusammen mit anderen nach China zwecks Part­ner­suche gekommen.

„Erst pro­phe­zeiten mir die Dorf­be­wohner, Lili würde weg­laufen. Aus­län­dische Frauen seien nicht so gut wie chi­ne­sische“, sagt Liu, der in Leping in der süd­öst­lichen Provinz Jiangxi lebt. „Aber das tat sie nicht. Lili war freundlich zu den Nachbarn und behan­delte sie höflich. Sie gewann schnell deren Sympathie“.

Leping ist zu einem Zentrum für den Handel mit kam­bo­dscha­ni­schen Frauen geworden. Sie sind leicht zu erkennen. Sie kümmern sich um Kinder, holen sie von der Schule ab oder sitzen draußen, um ihren Männern beim Mahjong zuzusehen.

„Unser Dorf hat 50 oder 60 unver­hei­ratete Männer und nur eine oder zwei unver­hei­ratete Frauen“, sagt Liu. „Für ältere Männer sind kam­bo­dscha­nische Frauen wie eine zweite Chance“.

Jedoch ist es für die betrof­fenen Frauen ein Risiko wegen des nied­rigen sozialen Status‘ von Schwie­ger­töchtern in chi­ne­si­schen Familien, besonders des von aus­län­di­schen, die „gekauft“ wurden. Kein Wunder, dass sie Lili nicht gehen lassen wollte. […]

In Kam­bo­dscha erwartet man von Töchtern, dass sie die Familie finan­ziell unter­stützen. Lilis Vater war gestorben und sie hatte noch drei min­der­jährige Brüder. In ihrem Dorf gab es keine Jobs.

Lili wurde ein Betrag in Höhe von 450 $ plus Reis­kosten bezahlt und ein relativ gut bezahlter Job in einer chi­ne­si­schen Fabrik nach ihrer Ankunft ver­sprochen, vor­aus­ge­setzt, sie stimmt der Heirat zu. „Ich wollte das Geld für meine Mutter haben“, sagt sie.

Liu und Lili bekunden beide, zufrieden zu sein. In ihrem Haus hängen Bilder von ihrer Hochzeit und von ihren beiden Kindern: Siyiuan, ein 4‑jähriger junge und Sisi, seine ein­jährige Schwester.

Beide bestehen darauf, dass ihre Heirat echt ist und keine bloße Trans­aktion. Zum Glück ist Lilis Mutter zufrieden damit. Dennoch fühlt Lili sich betrogen. Sie fand heraus, wie viel ihr Mann für sie bezahlt hatte. Der ver­spro­chene Job war ein Flop. Und sie ist wütend auf die Hei­rats­ver­mitt­lerin, die fast das ganze Geld ein­ge­strichen hatte.

Lili ver­bringt ihre Tage mit der Sorge für ihre Kinder. Ihr Mann, ein Maler und Deko­rateur, ist oft fort wegen der Arbeit, aber ihre Schwie­ger­mutter ist wohl­wollend und sogar stolz auf die junge Frau, die ihr zwei Enkel­kinder geschenkt hat.

Wang, 24, came to Guangdong when he was 14, and he has been working in a shoe factory for four years. Picture: Giulia Marchi

Einer 32-jäh­rigen Kam­bo­dscha­nerin erging es nicht so gut. Sie wurde nach China mit dem Ver­sprechen eines Jobs gelockt. Als sie dort ankam, wurde sie gezwungen, einen Mann zu hei­raten, den sie nicht mochte. „Mein Mann sagte zu mir: ‚du bist meine Sklavin. Ich habe dich gekauft. Ich kann alles mit dir anstellen.’“ Ihre neue Familie sperrte sie im Haus ein. Ihr Mann ver­langte viermal am Tag Sex. Wenn sie sich wei­gerte, wurde sie geschlagen. Schließlich bekam sie eine Tochter. Sieben Tage nach der Geburt, for­derte ihr Mann wieder Sex, sie wei­gerte sich und wurde wieder geschlagen. Zwei Jahre danach hatte sie eine Fehl­geburt. Die Familie ihres Mannes ver­wei­gerte ihr medi­zi­nische Ver­sorgung und sie wäre beinahe gestorben.

Inzwi­schen lebt sie in einem grausam zer­ris­senen Zustand. Sie konnte ihre chi­ne­sische Familie ver­lassen, musste aber ihre Tochter zurück­lassen. Sie arbeitet jetzt für einen geringen Lohn in einer Klei­der­fabrik am Rande von Phnom Penh. Selten geht sie in ihr Hei­matdorf, aus Angst, dort stig­ma­ti­siert zu werden. Ihre Tochter hat sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen. „Ich weine jeden Tag“, sagt sie.

Auch rus­sische Frauen, die auf ihrer Män­ner­suche eher nach Westen ori­en­tiert sind, suchen ver­mehrt in China

Auch rus­sische Frauen, die auf ihrer Män­ner­suche eher nach Westen ori­en­tiert sind, suchen ver­mehrt in China, sagt Elena Bar­a­bantseva von der Uni­ver­sität Man­chester, die ein inter­na­tio­nales Projekt über Hei­rats­mi­gration nach China leitet. In China sie sie [=die rus­si­schen Frauen] die begehr­testen Bräute, geschätzt wegen ihrer hellen Haut und ihres euro­päi­schen Aus­sehens. Sie gelten als gebildet, aber offen, und als weniger eman­zi­piert als west­liche Frauen. Diese Frauen landen eher in grö­ßeren Städten und bei rei­cheren Männern.

Kom­mer­zielle Hei­rats­reisen nach Russland und in die Ukraine bieten chi­ne­si­schen Männern die Chance, 10 oder 20 Frauen zum Preis von 5000 $ innerhalb weniger Tage zu treffen, der sich im Erfolgsfall auf 8000 $ erhöht.

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Jedoch kommt eine viel größere Zahl von Frauen aus Vietnam. Die Hei­rats­mi­gration über die durch­lässige Grenze begann vor zwei Jahr­zehnten und sie hält an, sagt Caroline Grillot, die das Phä­nomen seit 10 Jahren unter­sucht, kürzlich auch zusammen mit Bar­a­bantseva in Manchester.

Viet­na­me­sische Frauen gelten als weniger anspruchsvoll als chi­ne­sische Frauen und als fokus­sierter auf tra­di­tio­nelle Fami­li­en­werte. Auch sind sie wegen ihrer hellen Haut, ihrer großen Augen und ihrer schlanken Taillen begehrt, so Grillot. Im Gegenzug ziehen sie chi­ne­sische Ehe­männer ihren Lands­leuten vor, nicht nur wegen des Geldes, sondern auch, weil sie sie für arbeitsam und fami­li­en­ori­en­tiert halten.

Andere Frauen kommen aus Myanmar und Laos in Chinas relativ arme Provinz Yunnan im Südwesten.

Letzt­endlich ersetzen sie ein­hei­mische Frauen, die selbst in wohl­ha­bendere Gegenden im Zentrum Chinas migrierten, wo sie Ehe­männer fanden, sagt Shen Hanmei, Pro­fessor an der Uni­ver­sität Yunnan in Kunming.

Eine beträcht­liche Zahl von Frauen kam auch aus Nord­korea, ins­be­sondere nach der Hun­gersnot Mitte der 1990er Jahre, Viele haben unter gewalt­tä­tigen Ehe­männern gelitten oder wurden in China in die Pro­sti­tution gezwungen. Wenn sie ver­suchten, in ihr Hei­matland zurück­zu­kehren, endeten sie in Arbeitslagern.

Teil vier: Kampf gegen Schikanen

Im nord­in­di­schen Bun­des­staat Haryama sind Ver­brechen gegen Frauen um 127 Prozent im letzten Jahr­zehnt gestiegen. Junge Männer in Haryama, oft in schlecht bezahlten Jobs oder ohne Job, ohne gute Frei­zeit­mög­lich­keiten außer ein bisschen Cricket, Fußball oder das indische Kabaddi, beläs­tigen oft aus Lan­ge­weile und Frus­tration junge Frauen. Ange­heizt durch Bol­lywood-Filme, in denen „Helden“ den Wider­stand von Frauen brechen, machen sie Jagd auf Mädchen.

Viele Familien treiben ihre unge­bo­renen Mädchen lieber ab, weil es später schwer ist, sie vor sexu­eller Gewalt zu schützen, und weil die Eltern eine teure Mitgift im Fall einer Hochzeit bezahlen müssen.

Eine Gruppe von Elft­kläss­le­rinnen des indi­schen Dorfes Gothra Tappa Dahina ent­fachte eine öffent­liche Revolte, weil sie es satt hatten, auf dem Weg zur Schule in der Nach­bar­stadt von Männern belästigt zu werden.

Die Mädchen ent­schieden sich, den Protest selbst in die Hand zu nehmen. Im ver­gan­genen Mai begannen die Mädchen ihren Hun­ger­streik, inmitten von schwarzen, abge­brannten Feldern, in sen­gender Hitze, unter einem Baum­wollzelt im Zentrum des Dorfes. Die Tem­pe­ratur stieg auf 42 ° C. Einige wurden ohn­mächtig und mussten ins Krankenhaus.

Ihrem Protest schlossen sich der Bür­ger­meister, ihre Mütter und dann auch die Frauen aus anderen Dörfern an.

Einen Monat zuvor hatten die Mädchen die Dorf­schule erfolg­reich abge­schlossen und erfuhren nun beim Besuch der High School in der Nach­bar­stadt das, wovor ihre älteren Schwestern sie gewarnt hatten: Wegen der Männer, die sie beläs­tigten, war ihr Schulweg nicht sicher.

Shakti Sing, ein 20-jäh­riger Col­le­ge­student, sagt, von Bol­lywood-Lie­bes­filmen – in denen oft ein „Held“ den Wider­stand einer Frau bricht und die stark in der Kritik stehen wegen Ver­herr­li­chung von Stalking und Ver­ge­wal­tigung – ginge eine starke Wirkung auf junge Männer aus.

Immerhin gebietet die Polizei des Bun­des­staates solch fehl­ge­lei­teten „Romeos“ Einhalt, indem sie Ein­kaufs­zentren, Col­le­ge­ge­lände und Bus­hal­te­stellen patrouil­liert, wo sich diese noto­ri­schen Stö­ren­friede versammeln.

Das Sit-in der Schü­le­rinnen in Gothra konnte schließlich einen kleinen Sieg ver­zeichnen.  Nach acht Tagen kün­digten Beamte der Schul­be­hörde – die zer­mürbt davon waren, die hit­ze­ge­plagten Mädchen ständig im Fern­sehen zu sehen, da ihr Protest mehr und mehr Auf­merk­samkeit auf sich zog – an, dass ihren For­de­rungen Rechnung getragen werde. Man würde eine elfte und eine zwölfte Klasse in der bestehenden Dorf­schule auf­machen, damit die Mädchen nicht diesen gefähr­lichen Schulweg täglich gehen mussten. Dieser Sieg hat wohl kaum die beläs­ti­genden jungen Männer dis­zi­pli­niert, aber er hat den Mädchen wenigstens mehr Freiheit gebracht.

Suresh Chauhan, der Dorf­bür­ger­meister, der mit den Mädchen pro­tes­tiert hatte, ist jedoch nicht ohne Hoffnung. „Die Chance zur Ver­än­derung liegt in der jün­geren Generation. Die Men­schen sehen ein­ander an und ändern sich selbst. Es bewegt sich etwas, nicht zuletzt wegen eines wei­teren Blicks in die Welt durch Fern­sehen und Smart­phones. Aber: Bildung ist der größte Aus­löser einer Veränderung“.

Die Elft­kläss­le­rinnen, eupho­risch wegen ihres Sieges, gehen schon einige Tage später zu den neuen Räumen in ihrer Dorfschule.

„Bis wir den Hun­ger­streik begannen, wussten wir nicht, wie fort­schrittlich unser Dorf geworden war, wie sie uns unter­stützten, wie sie jetzt denken!

„Die Men­schen ver­stehen  dass wir gleiche Rechte haben, und sie erkennen sie uns zu“, sagt Sujata Chauhan, die Anfüh­rerin des Streiks. In Indien pro­tes­tierten 2018 40 Mil­lionen pro­tes­tierten gegen die Kinderehe!

Zusam­men­fassung:

Von den 1,4 Mil­li­arden Ein­wohnern Chinas gibt es fast 34 Mil­lionen mehr Männer als Frauen – das ent­spricht fast die gesamten Bevöl­kerung Kali­for­niens oder Polens, die niemals eine Frau finden und nur selten Sex haben. Die offi­zielle Ein-Kind-Politik Chinas, die von 1979 bis 2015 in Kraft trat, war ein wich­tiger Faktor für dieses Ungleich­ge­wicht, da Mil­lionen von Paaren ent­schlossen waren, dass ihr Kind ein Sohn sein sollte.

Indien, ein Land, das besonders Söhne und männ­liche Erben bevorzugt, hat laut jüngster Volks­zählung mehr als 37 Mil­lionen Männer. Die Zahl der weib­lichen Neu­ge­bo­renen im Ver­gleich zu Männern ist weiter gesunken, auch wenn das Land ent­wi­ckelter und erfolg­reicher wächst. Das Ungleich­ge­wicht schafft einen Über­schuss an Jung­ge­sellen und ver­stärkt den Men­schen­handel, sowohl für Bräute als auch mög­li­cher­weise für die Pro­sti­tution. Wis­sen­schaftler führen dies auf das Auf­kommen geschlechts­se­lek­tiver Tech­no­logien in den letzten 30 Jahren zurück, die inzwi­schen ver­boten sind, die aber immer noch weit ver­breitet sind.

In den beiden Ländern sind 50 Mil­lionen Männer unter 20 Jahre alt – Folge: Wach­sender Men­schen­handel und Gefahr von Kriegen!

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Netz­frauen Ursula Rissmann-Telle und Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org