Die Bun­des­kassen sind leer – geht’s jetzt den Rentnern an den Kragen?

Weltweit ver­schenkt Deutschland das hiesige Steu­ergeld nach dem Gieß­kan­nen­prinzip, trickst mit dem Bun­des­haushalt, höchst­rich­terlich fest­ge­stellt und jetzt fehlen 60 Mil­li­arden Euro. 

Nun werden Ein­schnitte bei den Staats­aus­gaben diskutiert. 

Wenn es nach so manchem GRÜNEN oder Wirt­schafts­experten geht, auch bei den Renten!

Vor Kurzem erst erklärte der GRÜNE-baden-würt­tem­ber­gische Finanz­mi­nister Daniel Bayaz, die Rente sei nicht in Stein gemeißelt. Damit meinte er eigentlich die Müt­ter­rente und die Rente mit 63, deren ent­schie­dener Gegner er ohnehin ist. Selbst die Rente mit 67 hält er für nicht haltbar.

„Man muss sich fragen, ob solche sozialen Pro­jekte noch in die Zeit passen“, gab der GRÜNE zum Besten. Als mög­liches Modell nannte Bayaz, dass man jedes zusätz­liche gewonnene Jahr Lebens­er­wartung auf­teile in vier Monate zusätz­liche Arbeit und acht Monate zusätz­lichen Ruhestand.

Auch die „Wirt­schafts­weise“ Veronika Grimm, Mit­glied des Sach­ver­stän­di­gen­rates Wirt­schaft, sprach sich für solche Ein­spa­rungen bei Rentnern aus.

Konkret sagte sie: „Prin­zi­piell sind Ein­spa­rungen bei den Renten möglich. Zum Bei­spiel die Rente ab 63 oder die Müt­ter­rente könnte man zur Dis­po­sition stellen. Und bei der Anpassung von Bestands­renten könnte man weniger Auf­wüchse vorsehen“.

Aller­dings ist der Begriff „Rente mit 63“ irre­führend. Vielmehr hängt in Deutschland der Ren­ten­beginn nicht nur von der Ver­si­che­rungszeit, sondern auch vom Geburtsjahr ab. So konnten alle vor 1953 Gebo­renen noch ohne Abschläge mit 63 Jahren in den Ruhe­stand gehen. Doch das gilt nicht mehr für alle Men­schen, die zwi­schen 1953 und 1963 geboren sind. Das Ein­tritts­alter ver­schiebt sich mit dem Geburtsjahr gra­duell nach oben, weil das Ren­ten­alter schritt­weise ange­hoben wird. Beim Geburts­jahrgang 1964 oder später kann man dann erst ab 65 Jahren in Rente gehen.

Letztlich aber geht es um die Abkehr vom Nar­rativ, dass der Staat in einer Krise alles kom­pen­siert. Dieses Ver­sprechen ist Poli­tikern nach nicht mehr zu halten. Gleich gar nicht ange­sichts klammer Kassen. Und auch nicht bei der Rente.

Dem­entgegen sind Sozi­al­ver­bände über die Dis­kus­sionen um Ren­ten­kür­zungen oder Rente mit 70 empört.

Michaela Engel­meier, Vor­sit­zende des Sozi­al­ver­bandes Deutschland, meinte dazu: „Was die Ren­ten­ver­si­cherung betrifft: Ja, der Bun­des­zu­schuss ist der größte Posten im Bun­des­haushalt und das ist nichts Neues. Aber es geht hier um das Ein­kommen von 21 Mil­lionen, die Jahr für Jahr ihre Bei­träge in eben diese Ren­ten­ver­si­cherung ein­ge­zahlt haben. Das muss uns als Gesell­schaft etwas wert sein.“

Kai Bur­meister, Vor­sit­zender des Deut­schen Gewerk­schafts­bunds Baden-Würt­temberg, nannte die For­derung nach einem erhöhten Ren­ten­ein­tritts­alter gar sozial- und gesell­schafts­po­li­tisch gefährlich.

Damit liegt er gewiss nicht falsch!

 

Der Artikel erschien zuerst bei guidograndt.de