Pressefoto Marc Friedrich 2025

Der Staat frisst sich selbst — das Syndrom Raupe Nim­mersatt. Ein Gast­beitrag von Marc Friedrich.

Statt zu sparen, erfindet die Politik neue Steuern. Dabei haben wir gar kein Ein­nah­me­problem, sondern ein mas­sives Aus­ga­be­problem. Noch nie hat der Staat mehr Steuern ein­ge­nommen — über 1 Billion Euro. Und trotzdem will man nun neue Steuern imple­men­tieren und eine Rekord­ver­schuldung von fast 200 Mil­li­arden Euro ver­ab­schieden. Und das obwohl 250 Mil­li­arden Euro Ein­spar­po­tenzial offen auf dem Tisch liegen wenn man nur den Willen hätte, sie zu heben.

Es ist immer das­selbe Muster. Der Staat braucht Geld. Mehr Geld. Noch mehr Geld. Es scheint nie zu reichen und genug zu sein. Doch statt die eigenen Aus­gaben zu hin­ter­fragen, greift er tiefer in unsere Taschen.

Die neu­esten Ideen: eine Plas­tik­abgabe, eine Zucker­steuer, die Besteuerung von Kryptowährungen. Dazu Erhöhungen bei der Tabak­steuer und der soge­nannten Rei­chen­steuer. Krea­tivität kennt keine Grenzen solange es um das Erfinden neuer Lasten geht.

Aber hier ist die unbe­queme Wahrheit: Das Problem ist nicht die Ein­nah­me­seite. Das Problem ist die Aus­ga­ben­seite. Und die ist außer Kon­trolle geraten.

Der Staat ist nicht teuer wegen seiner Kern­funk­tionen. Er ist teuer, weil er sich selbst verwaltet.

Neue Steuern statt Sparwille

Jede neue Steuer ist ein Eingeständnis des Schei­terns. Ein Eingeständnis, dass niemand den Mut hat, die Struk­turen anzu­fassen. Es ist ein­facher, den Bürger zu belasten, als einen Apparat zu refor­mieren, der längst außer Kon­trolle gewachsen ist.

Geplante Mehr­be­las­tungen im Überblick:

  • Plas­tik­abgabe neu
  • Zucker­steuer neu (Geht natürlich um unsere Gesundheit…)
  • Kryptowährungs­be­steuerung neu
  • Tabak­steuer Erhöhung
  • Rei­chen­steuer Erhöhung

Das ist kein Haus­halts­pro­gramm. Das ist Sym­ptom­be­handlung. Die Ursache bleibt unangetastet.

250 Mil­li­arden Einsparpotenzial

Bei meiner Recherche ist etwas sehr deutlich geworden: Es gibt kein Ein­nah­men­problem. Es gibt ein Aus­ga­ben­problem. Und wer ernsthaft rechnet, kommt schnell auf beein­dru­ckende Zahlen.

Ein­spar­po­ten­ziale eine kon­ser­vative Rechnung:

Maßnahme                                                                                                   Potenzial
———————————————————————————————————————-
KI in der Bürokratie ca. 10 % der Staats­stellen obsolet                     80–100 Mrd.
rgergeld abschaffen (Gesamt­kosten 2024: ~47 Mrd. )                           ~47 Mrd.
Staats­ap­parat: Pen­sionen, Bei­hilfe, Son­der­zah­lungen refor­mieren         3050 Mrd.
Kli­ma­sub­ven­tionen (fossile Förde­rungen) streichen                                     ~35 Mrd.
Frühver­rentung abschaffen abschlags­freie Rente vor 67 beenden           ~8 Mrd.
EU-Beitrag neu ver­handeln (Net­to­beitrag 2024: 13,1 Mrd. )                    5–10 Mrd. €
Ent­wick­lungs­hilfe-Minis­terium schließen                                                      ~10 Mrd.
Minis­terien auf 8 redu­zieren, Dop­pel­struk­turen eli­mi­nieren                        5–10 Mrd. €
NGO-Finan­zierung stoppen                                                                        ~180 Mio.
———————————————————————————————————————-

**Gesamt­po­tenzial (kon­ser­vativ)**                                                          **> 250 Mrd. **

(ein­spa­rungen-grafik)


Der Pensionsskandal

Ein Blick auf die Zahlen macht fas­sungslos. 5,4 Mil­lionen Men­schen waren 2024 im öffent­lichen Dienst tätig knapp 12 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. Die jährlichen Per­so­nal­aus­gaben: über 250 Mil­li­arden Euro ein Fünftel aller Staats­aus­gaben, allein für Per­sonal.

Und die Pen­sionen? Sie haben sich seit 2007 auf inzwi­schen 90 Mil­li­arden Euro jährlich ver­doppelt. Im Schnitt kas­siert ein Pensionär heute rund 3.400 Euro brutto pro Monat fast doppelt so viel wie ein nor­maler Ren­tenempfänger nach 45 Bei­trags­jahren. Dazu kommt die staat­liche Bei­hilfe, die auf Bun­des­ebene allein 6,6 Mil­li­arden Euro kostet. Ein Zwei­klas­sen­system auf Kosten des Steuerzahlers.

Gleich­zeitig liegt das gesetz­liche Ren­ten­niveau bei 48 Prozent hrend Beamte rund 70 Prozent ihrer letzten Bezüge als Pension erhalten. Das ist keine Ungleichheit mehr. Das ist struk­tu­relle Ungerechtigkeit.

Die Pen­si­ons­bombe in Zahlen:

  •   90,3 Mrd. € — hrliche Pen­si­ons­aus­gaben 2024
  • 902,9 Mrd. € — Pen­sionsrückstel­lungen des Bundes, Stand 2024
  •       ~3.400 € — durch­schnitt­liche Brut­to­pension 2025
  •       ~1.100 € — durch­schnitt­liche Net­to­rente eines Bei­trags­zahlers 2024


Mein Vor­schlag:
Pen­si­ons­niveau auf 48 Prozent absenken gleichauf mit der gesetz­lichen Rente. Alle Son­der­leis­tungen wie die Bei­hilfe streichen. Beamte müssen ins all­ge­meine Sozi­al­system ein­zahlen wie alle anderen auch. Für jeden neu ein­ge­stellten Beamten müssen zwei gehen. Das­selbe gilt für Gesetze: Für jedes neue Gesetz sollten min­destens fünf abge­schafft werden.

Die Frühver­rentung ein Luxus, den wir uns nicht leisten können

Allein im Jahr 2024 gingen knapp 270.000 Men­schen als besonders langjährig Ver­si­chertevor­zeitig in Rente ohne Abschläge, zwei Jahre vor dem regulären Ren­ten­alter. Fast 29 Prozent aller neuen Alters­renten ent­fallen auf diese Gruppe. Die Ren­ten­ver­si­cherung blickt mit wach­sender Sorge auf diese Ent­wicklung: Diese Men­schen beziehen früher mehr Leis­tungen und zahlen kürzer ein.

Würde die abschlags­freie Frühver­rentung abge­schafft und die Regel­al­ters­grenze kon­se­quent auf 67 ange­hoben, könnten laut Prognos-Institut bis zu 8 Mil­li­arden Euro jährlich ein­ge­spart werden und gleich­zeitig das Fachkräfte­problem entschärft werden.

Die EU-Zah­lungen: Soli­darität ohne Gegenwert

Deutschland ist seit Jahren größter Net­to­zahler der Europäischen Union. 13,1 Mil­li­arden Euro überwies Deutschland 2024 netto mehr in den EU-Haushalt, als es zurücker­hielt 157 Euro pro Kopf, mehr als jedes andere EU-Mitglied.

Das ist nicht Soli­darität. Das ist Selbst­aufgabe. Ver­hand­lungen über eine fairere Las­ten­ver­teilung sind längst überfällig. Allein hier schlummern kon­ser­vativ gerechnet 5 bis 10 Mil­li­arden Euro jährliches Ein­spar­po­tenzial.

Kli­ma­sub­ven­tionen: 35 Mil­li­arden für den fal­schen Weg

Ein Gut­achten im Auftrag des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­riums beziffert kli­maschädliche staat­liche Sub­ven­tionen auf 35,8 Mil­li­arden Euro jährlich Die­sel­pri­vileg, Kero­sin­steu­er­be­freiung, Indus­trie­strom­ra­batte, Pend­ler­pau­schale. Sub­ven­tionen, die fossile Ener­gieträger künstlich ver­bil­ligen und gleich­zeitig den Haushalt belasten.

Wer diese streicht, spart Geld und schützt den Markt vor ver­zer­renden staat­lichen Ein­griffen. Das ist kein linkes Kli­ma­pro­gramm. Das ist ökono­mische Vernunft.

KI könnte den Staat revo­lu­tio­nieren wenn man es ließe

Allein der Einsatz von Künst­licher Intel­ligenz in der Bürokratie hätte das Potenzial, jährlich 80 bis 100 Mil­li­arden Euro ein­zu­sparen. Rund 10 Prozent der Stellen beim Staat würden obsolet nicht durch Ent­las­sungen, sondern durch natürliche Fluk­tuation und Digi­ta­li­sierung von Pro­zessen, die heute noch Tau­sende von Beamten händisch bear­beiten.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ein Bau­antrag noch immer Monate dauert, Steu­er­for­mulare händisch geprüft werden und Sozi­albehörden mit ver­al­teten Sys­temen arbeiten. Außer einem: Der Staat hat kein Interesse daran, sich selbst überflüssig zu machen.

Das Par­kin­sonsche Gesetz als Staatsprinzip

Par­kinsons Law besagt: Arbeit dehnt sich aus, um die verfügbare Zeit zu füllen. Für Bürokratien gilt das Pendant: Behörden dehnen sich aus, um das verfügbare Budget zu ver­brauchen und fordern danach mehr.

Der Staat ist nicht teuer wegen Polizei, Justiz oder Infra­struktur. Er ist teuer, weil er sich selbst ver­waltet, seine eigene Kom­plexität regu­liert und die Folgen seiner eigenen Fehler managt. Das Ergebnis: ein Apparat, der wächst, obwohl er schrumpfen müsste.

Seit 2009 wächst die Zahl der Beamten wieder vor allem durch Per­so­nalzuwächse bei Polizei, Kin­der­be­treuung und im Bil­dungs­be­reich. Gleich­zeitig beklagen die­selben Behörden Fachkräfte­mangel. Das ist kein Wider­spruch. Das ist System.

Fazit:

Herr Klingbeil, statt die Bürger und die Wirt­schaft in der momen­tanen ange­spannten Situation weiter zu belasten wäre es sinnvoll, endlich bei sich selbst anzu­fangen und zu sparen statt neue Schulden und Steuern zu kre­ieren. Mehr als 250 Mil­li­arden Euro Ein­spar­po­tenzial. Diese Zahl ist kon­ser­vativ gerechnet. Sie liegt offen auf dem Tisch. Man muss sie nur heben wollen.

Statt­dessen erfindet die Politik Zucker­steuern. Das sagt alles über den Zustand dieses Landes.

 


Über den Autor

Marc Friedrich ist Deutsch­lands erfolg­reichster Sach­buch­autor (7 SPIEGEL Best­seller in Folge), aus­ge­wie­sener Finanz­ex­perte, gefragter Redner, YouTube-Star, bekannt aus Funk und TV, Vor­denker, Frei­geist und Hono­rar­be­rater. Sein neu­ester SPIEGEL Best­seller trägt den Titel Die größte Revo­lution aller Zeiten Warum unser Geld stirbt und wie Sie davon pro­fi­tieren” und beschäftigt sich aus­schließlich mit den Themen Bitcoin, Zyklen und Geld­ge­schichte. Außerdem ist Marc Friedrich Gründer und Initiator des Invest­ment­briefs Friedrich Report, in dem Ana­lysen zu ein­zelnen Aktien, aber auch zu Roh­stoffen und Bitcoin veröffent­licht werden. Mehr Infor­ma­tionen: www.friedrich-partner.de; www.marc-friedrich.de und friedrich.report Twitter und Instagram: @marcfriedrich7

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