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Zen­tral­bank­räuber: Wie die EZB seit Jahren und sys­te­ma­tisch Europäer verarmt

Ist es noch ein Zufall, dass immer die­selben Kreise von „Notfall-Maß­nahmen“ pro­fi­tieren, während immer die­selben Bürger dafür bluten müssen?

Die Euro­päische Zen­tralbank (EZB) fristet ein Dasein fernab öffent­licher Kon­trolle. Sie taucht in den Medien auf, wenn ein „Leitzins“ erhöht oder redu­ziert wird, wird als Retter in der Finanz­krise und vor dem COVID-19 Nie­dergang gefeiert, das, was die EZB tut, wird gemeinhin hinter Begriffen wie „Quan­ti­tative Easing“ oder „Inflation Tar­geting“ versteckt.

Dabei ist die EZB die größte vor­handene Gefahr für den Wohl­stand der Bürger, nicht nur in der Eurozone, sondern darüber hinaus. Die EZB ist ein Bahnhof, auf dem unglaub­liche Geld­summen ver­schoben werden, immer durch Steu­er­zahler gedeckt oder durch Steu­er­zahler finan­ziert und immer zugunsten der Schul­den­buckel, die ihre Regie­rungszeit dazu miss­brauchen, Staats­schulden anzu­häufen, Aus­gaben in absurde Höhen zu treiben, ihre ideo­lo­gi­schen Spleens auf Kosten von Steu­er­zahlern aus­zu­leben, und – nicht zu ver­gessen – sich selbst und ihre Spezl zu bereichern.

Zu kaum einem Zeit­punkt in der Geschichte war der Raub an der Pro­duk­ti­vität von Bürgern so eklatant, wie er es zur Zeit ist. Zu keiner Zeit wurde so vielen immens viel genommen, um wenige damit zu bereichern.
Thorsten Polleit hat heute eine Abbildung ver­öf­fent­licht, die das System „EZB“, ein Ver­ar­mungs­system für Viele und Berei­che­rungs­system für Wenige, sehr gut und anschaulich darstellt:

Quelle: Torsten Polleit

Kurz gesagt zeigt die Abbildung, dass die Geld­menge M3 stetig wächst, während die Kauf­kraft des Euro und somit der Bürger, die ihn als Zah­lungs­mittel nutzen müssen, stetig geringer wird. Im gesamten Zeitraum hat der Euro rund 60% an Kauf­kraft verloren.

Um diese Infor­mation und vor allem den dahin­ter­ste­henden RAUB am Bürger zu ver­stehen, muss man ein wenig aus­holen und zunächst über Geld­menge reden.

Die Geld­menge M3 setzt sich aus M1 und M2 zusammen, M1 umfasst im Wesent­lichen liquide Finanz­mittel (Bargeld), M2 ergänzt kurz­fristige Ein­lagen, M3 ergänzt M1 und M2 um die Repos, also Geld, das sich Banken gegen­seitig leihen, Funds, die große Summen binden und Schuld­ver­schrei­bungen von Unter­nehmen und Staaten. M3 ist die dis­po­nible Geld­menge, die die EZB mit ihren „Ent­schei­dungen“ anvisiert.

Was auch immer die EZB an geld­po­li­ti­schem Instrument ein­setzt, wirkt unmit­telbar auf M3, erhöht oder redu­ziert die in M3 agg­re­gierte Geldmenge.

Damit sind wir zurück bei der Abbildung oben, die seit 2016 einen steten Anstieg der Geld­menge M3 zeigt, dem ein Abstieg an Kauf­kraft (gemessen als Inverse der Inflation) gegen­über­steht. Die EZB, das kann man nach diesem Vorlauf bereits sagen, macht uns alle durch ihre Geld­po­litik ärmer, raubt Bürgern Per­spektive und Wohlstand.

Um dies zu begründen müssen wir etwas weiter zurück gehen als es die Abbildung tut. Wir beginnen im Jahr 2012, einem Jahr, das einer Reihe von Nied­rig­zins­jahren nach­ge­folgt ist, mit einem Leitzins, der um 0% oszil­liert ist. In ihrem Bemühen, den Geld­fluss und die Inflation anzu­kurbeln, haben sich die Mannen bei der EZB etwas ein­fallen lassen, das eigentlich dem EZB-Vertrag wider­spricht: Sie haben direkt in den Markt ein­ge­griffen, um Aktien, Schuld­ver­schrei­bungen von Staaten und Unter­nehmen zu kaufen. Das ist der EZB, wie bereits ange­merkt, eigentlich untersagt, es sei denn, es ist not­wendig, im Rahmen einer „geld­po­li­ti­schen Maß­nahme“. Also ver­packt man den eigenen Markt­ein­griff, die Kor­ruption, die damit ein­hergeht, als „geld­po­li­tische Maß­nahme“, ein Spiel, das seither gespielt wird und die Kurve pro­du­ziert hat, die Polleit oben abge­tragen hat.

2012 ist das Jahr, in dem APP an den Start geht. APP steht für Asset Purchase Pro­gramme, ein direkter Ein­griff in den Markt, der als geld­po­li­tische Maß­nahme unter dem Rubrum „Quan­ti­tative Easing“ ver­kauft wird. Tat­sächlich ist es ein Transfer auf der Bilanz der EZB. Die EZB kreiert im Rahmen von APP rund 5 Bil­lionen Euro und kauft damit im Wesent­lichen Schuld­ver­schrei­bungen der Schul­den­buckel in der Eurozone, also der Regie­rungen der Euro­zonen-Länder, um die ent­spre­chenden Länder vor dem finan­zi­ellen Nie­dergang zu bewahren.

Die EZB ist in der schönen Position, derzeit noch in der schönen Position, Geld aus dem Nichts schaffen zu können. Wenn bei der EZB ent­schieden wird, Schuld­ver­schrei­bungen des Bundes im Wert von 30 Mil­li­arden Euro zu erwerben, dann reicht dazu ein Anruf bei einem Händler. Das Geld wird als Zahl dem Geschäfts­konto des Händlers gut geschrieben und erblickt auf diese Weise das Licht der Welt, gleich­zeitig wird den gekauften Assets in Höhe von 30 Mil­li­arden Euro in der Bilanz der EZB ein Gegen­posten in Form von „lia­bi­lities“ zuge­sellt, abermals aus dem Nichts, im Nennwert der Ausgabe. Die Geld­menge hat mit einem Feder­strich um 30 Mil­li­arden Euro zuge­nommen. Kein Geld­schein wurde gedruckt. Keine Münze geprägt. Dennoch ist mehr Geld im Umlauf. APP hat auf diese Weise den maxi­malen Wert von 5 Bil­lionen Euro erreicht, inves­tiert in im Wesent­lichen Staats­ob­li­ga­tionen der Mit­glieds­staaten der Eurozone.

Das­selbe Spiel hat sich mit PEPP wie­derholt (Pan­demic Emer­gency Purchase Pro­gramme). Dieses Mal wurden rund 3,75 Bil­lionen Euro aus dem Nichts geschaffen, um abermals im Wesent­lichen Staats­ob­li­ga­tionen zu erwerben und die immensen Schulden, die Regie­rungen im Rahmen der Plan­demie gemacht haben, zu finan­zieren – aus dem Nichts. Kein Gold, kein Silber, kein Roh­stoff irgend­einer Art deckt die neue Geld­menge. Anders als Sie benötigt die EZB keine Sicher­heiten, um Geld zu „erschaffen“, es reicht der Name „EZB“, noch. Die Sta­bi­lität der Maß­nahmen der EZB lebt vom Glauben der Inves­toren daran, dass die EZB seriöse Geld­po­litik auf Basis einer fun­dierten Bilanz macht.

Indes: Die letzten Jahre hat die EZB mit einer nega­tiven Bilanz beendet, 7,9 Mil­li­arden Euro haben im Jahr 2024 gefehlt, 1,3 Mil­li­arden Euro im letzten Jahr. Alles kein Problem, für eine Geld­druck­ma­schine, solange denen, die sie betreiben, Ver­trauen ent­ge­gen­ge­bracht und die Steu­er­zahler der Eurozone mit ihren Steuern den „Gegenwert“ zum FIAT-Geld der EZB schaffen, zum Geld, das im Wesent­lichen geschaffen wird, um Schulden von Regie­rungen zu finan­zieren, also nicht etwa dazu, INVES­TIERT zu werden.

Alles, was die EZB im Rahmen von APP und PEPP ange­häuft hat, ist Inves­toren und Regie­rungen zugute gekommen. Bezahlt haben es die Steu­er­zahler der Eurozone im Wesent­lichen über ihre Kauf­kraft, darüber, dass der EURO in nur 10 Jahren rund 60% seiner Kauf­kraft ver­loren hat. Bürger können sich mit einem Euro immer weniger kaufen – ein direktes Ergebnis der Geld­po­litik der EZB.

Nun könnte man eine solche Geld­po­litik viel­leicht akzep­tieren, wenn sie Bürgern zugute käme, Märkte sta­bi­li­sieren würde, Wohl­stand schaffen würde, Pro­spe­rität gene­rieren würde, Wachstum zur Folge hätte. Hat sie aber nicht. Die Politik ist eine monu­mentale Form des Rent See­kings, mit dem sich Wenige bei Vielen bedienen, Wenige immer reicher und Viele immer ärmer werden. Mit anderen Worten: Wir haben es hier mit Raub zu tun.

„Unsere Demo­kratie“ scheint im Wesent­lichen ein Berei­che­rungs­in­stru­men­tarium für eine bestimmte Clique darzustellen …


Zuerst erschienen bei ScienceFiles.org.

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