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Früh­sexua­li­sierung in der Kita – Re-Edu­cation 2.0

Dr. Erwin Rigo

Seit den frühen 1970er-Jahren – ver­stärkt jedoch ab etwa 2005 – findet eine tief­grei­fende ideo­lo­gische Umge­staltung von Bildung und Erziehung statt, ins­be­sondere im Bereich der früh­kind­lichen Sexu­al­erziehung. Diese Ent­wicklung stellt sich ver­deckt als Teil eines global koor­di­nierten sozia­lis­tisch-neo-mar­xis­ti­schen Trans­for­ma­ti­ons­pro­jekts dar, das über inter­na­tionale Orga­ni­sa­tionen, nationale Bil­dungs­systeme und reform­päd­ago­gische Kon­zepte umge­setzt wird.

Für jeden kri­ti­schen Geist ist die stetig stei­gende Zunahme einer sozia­lis­tisch geprägten, kol­lek­ti­vis­ti­schen Bil­dungs­po­litik seit der Gründung des World Eco­nomic Forum (WEF) 1971 erkennbar, die Mehrheit beklagte lediglich die Ame­ri­ka­ni­sierung. Ein­fluss­reiche Akteure wie inter­na­tionale Orga­ni­sa­tionen (UNO, WHO, UNESCO, IWF, WTO), poli­tische Eliten, Medi­en­häuser und Stif­tungen haben schritt­weise ihre Wir­kungs­macht aus­gebaut. Besonders her­vor­ge­hoben wird die Rolle der WHO, die sich von einer bera­tenden Gesund­heits­or­ga­ni­sation zu einer global norm­set­zenden Instanz, auch für früh­kind­liche Bildung ent­wi­ckelt hat.

Ein zen­traler Fokus liegt auf den WHO-Stan­dards für die Sexu­al­auf­klärung in Europa, die im Jahr 2011 gemeinsam mit der deut­schen Bun­des­zen­trale für gesund­heit­liche Auf­klärung (BZgA) ver­öf­fent­licht wurden und in Baden-Würt­temberg in den Lehrplan auf­ge­nommen wurde. Während frühere Vor­gaben noch 2005 als Emp­feh­lungen galten, werden diese Stan­dards inzwi­schen überall als fak­tisch ver­bindlich in Bil­dungs­ein­rich­tungen umge­setzt. Seither werden Sexu­al­päd­agogen gezielt ent­spre­chend aus­ge­bildet und bereits in Kitas und Grund­schulen eingesetzt.

Besondere Bedenken sind ange­bracht, wenn man auf die Inhalte der WHO-BZgA-Matrix für Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren blickt. Dort wird gefordert, dass Klein­kinder unter päd­ago­gi­scher Anleitung „lust­volle Erfah­rungen kör­per­licher Nähe“ machen, früh­kind­liche Mas­tur­bation the­ma­ti­sieren, unter­schied­liche Bezie­hungs- und Fami­li­en­formen ken­nen­lernen sowie ein Bewusstsein für Geschlechts­iden­tität und sexuelle Vielfalt ent­wi­ckeln sollen. Die Tat­sache, dass viele Kinder eher ver­wirrt als auf­ge­klärt werden, wird hin­ge­nommen und nicht the­ma­ti­siert. Kinder sollen außerdem lernen, zwi­schen „guten“ und „schlechten“ Geheim­nissen zu unter­scheiden und ihre „sexu­ellen Rechte“ („Dein Körper gehört Dir!“) wahr­nehmen. Diese Inhalte muss man als ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gisch pro­ble­ma­tisch sehen, die miss­brauchs­an­fällig und ethisch nicht zu recht­fer­tigen sind.

Ohne pau­schale Kritik anbringen zu wollen kann man diese Stan­dards als Fehl­ent­wick­lungen reform­päd­ago­gi­scher Tra­di­tionen betrachten, ins­be­sondere die basis­de­mo­kra­tisch geprägten Ideen John Deweys („Learning by Doing“, Lehrer als Begleiter, soziale Inter­aktion). Diese Kon­zepte werden jedoch – zur Abschwä­chung der berech­tigten Kritik – in einer Weise ange­wandt, die ihre ursprüng­liche Intention ver­fäl­schen und zu einer sexua­li­sierten Praxis führen. Reform­päd­ago­gische Schlag­worte wie Eman­zi­pation, Vielfalt und Toleranz werden dabei als Legi­ti­ma­ti­ons­in­stru­mente genutzt.

In wieweit ist eine his­to­rische Her­leitung der Sexu­al­päd­agogik über ein­fluss­reiche Denker und Prak­tiker wie Sigmund Freud, Wilhelm Reich, Alfred Kinsey und Alex­ander S. Neill gerecht­fertigt? Haben doch deren Arbeiten – trotz beacht­licher wis­sen­schaft­licher Leis­tungen – ent­scheidend zur Nor­ma­li­sierung früh­kind­licher Sexua­lität bei­getragen. Besonders Kinsey und Reich werden als ideo­lo­gische Weg­be­reiter der sexu­ellen Revo­lution dar­ge­stellt, deren Kon­zepte später poli­tisch instru­men­ta­li­siert worden sind.

In diesem Zusam­menhang muss ein kri­ti­scher Rück­blick dem ver­tuschten Kentler-Expe­riment gewidmet werden, bei dem in Deutschland über Jahr­zehnte hinweg Kinder und Jugend­liche gezielt bei pädo­philen Pfle­ge­vätern unter­ge­bracht wurden – legi­ti­miert durch sexu­al­päd­ago­gische und eman­zi­pa­to­rische Theorien. Dass es sich dabei um ein staatlich gedecktes Groß­ex­pe­riment mit schwer­wie­genden Folgen han­delte, das nie ange­messen auf­ge­ar­beitet worden ist, bleibt ein Skandal. Ver­gleichbare Miss­brauchs­skandale in kirch­lichen Insti­tu­tionen und an reform­päd­ago­gi­schen Ein­rich­tungen wie der Oden­wald­schule kann man also als struk­tu­relle Folge dieser Ideo­logien inter­pre­tiert sehen.

John Money und Judith Butler müssen Im Kontext der heu­tigen Gender-Debatte heute als zen­trale Figuren in der Fort­setzung des Pro­jekts benannt werden. Money prägte das Konzept der sozialen Geschlechts­iden­tität und führte umstrittene medi­zi­nische Expe­ri­mente, Geschlechts-Umwand­lungen bis Ende der 70er-Jahre an der Johns Hopkins Uni­ver­sität über 15 Jahre an Kindern durch. Butler ent­wi­ckelte darauf auf­bauend die These, Geschlecht sei primär sozial kon­struiert. Diese Ideen haben maß­geblich zur Ent­stehung der Gender-Ideo­logie, der LGBTQ-Agenda und zur Ent­kopplung von bio­lo­gi­schem Geschlecht und Iden­tität bei­getragen und sind heute fester Bestandteil schu­li­scher Bildungsprogramme.

In Deutschland wird ins­be­sondere Uwe Sielert als Schlüs­sel­figur der modernen Sexu­al­päd­agogik gesehen, der Kentlers Kon­zepte wei­ter­ent­wi­ckelt und mit Gender-Theorien ver­bunden hat. Seine „Sexu­al­päd­agogik der Vielfalt“ ist heute über Institute, staat­liche Stellen und NGOs weit ver­breitet und findet Eingang in Kitas, Schulen und kirch­liche Ein­rich­tungen. Ziel dieser Kon­zepte scheint die Desen­si­bi­li­sierung kind­licher Scham­grenzen zu sein, was als päd­ago­gische Vor­stufe zu sexu­ellem Miss­brauch inter­pre­tiert werden kann.

Diese Ent­wick­lungen scheinen in die Agenda 2030 von UNO, WHO und WEF ein­ge­bettet zu sein. Umfas­sende Sexu­al­erziehung wird dort als Schlüssel zur gesell­schaft­lichen Trans­for­mation ver­standen, wobei explizit gefordert wird, Kinder mög­lichst früh mit Sexua­lität ver­traut zu machen. Das führt zwangs­läufig zur Ent­machtung der Eltern, staat­liche und supra­na­tionale Akteure werden gestärkt und fami­liäre Struk­turen sys­te­ma­tisch geschwächt.

Kinder sind keine „kleinen Erwach­senen“, natürlich haben sie auch Sexua­lität und durch­laufen indi­vi­duelle Ent­wick­lungs­phasen, die nicht kol­lektiv vor­ver­lagert werden dürfen. Früh­sexua­li­sierung kann man deshalb als Form psy­chi­scher Gewalt ver­stehen, die natür­liche Ent­wick­lungs­pro­zesse stört und lang­fristige gesell­schaft­liche Schäden ver­ur­sacht. Abschließend ist daher ein offener öffent­licher Diskurs über die Grenzen staat­licher Erziehung längst über­fällig, der die Rolle inter­na­tio­naler Orga­ni­sa­tionen und den Schutz der kind­lichen Ent­wicklung zum Fokus haben muss.

 

Wer noch tiefer in die The­matik der Umer­ziehung ein­steigen möchte, dem emp­fehle ich mein Buch „Umer­ziehung zum neuen Men­schen“, das im Dezember 2025 erschienen ist.

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