Demenz und Alz­heimer nach­haltig besiegen

Ent­gegen weit­ver­brei­teter „Schwarm­in­tel­ligenz“ (Dogma des Phar­ma­kar­tells), dass Demenz und Alz­heimer eine Alters­er­scheinung und daher nicht besiegbar oder gar heilbar seien, sieht die wirk­liche Welt doch viel rosiger aus. Sieht man einmal davon ab, dass Demenz und Alz­heimer in 5 Ent­wick­lungs­stufen ein­ge­teilt (Stufe 5 = sehr schlecht) werden, und dass es nicht wirklich ver­wertbare Studien zu den Stufen 4 und 5 gibt, sind doch die Stu­di­en­ergeb­nisse zu den Ent­wick­lungs­stufen 1–3 mehr als ermutigend.

(von Chris Patron)

Lassen Sie mich vorab einmal den Versuch unter­nehmen zu erklären, was man sich unter der Stufe 3 vor­stellen kann. Der Umfang der Stufe 3 kann durch fol­gende Merkmale gekenn­zeichnet sein:

  • Das Erin­ne­rungs­ver­mögen an Ver­gan­genes (Reisen, Koch­re­zepte, Ein­schalten einer Wasch­ma­schine oder eines Toasters) ist wei­test­gehend nicht mehr vorhanden,
  • Aktu­elles wird prak­tisch sofort wieder ver­gessen, es kann nicht gespei­chert werden,
  • Zusam­men­hänge werden nicht mehr richtig erfasst und wiedergegeben,
  • Kind­heits­er­in­ne­rungen, bei­spiels­weise an die Eltern oder Freunde, werden in der Fan­tasie als aktuell erlebt,
  • Zeiten (Uhr­zeiten, Tage, Monate, Jahre) können nicht mehr richtig ein­ge­ordnet werden,
  • Wort­fin­dungs­pro­bleme, Gegen­stände können nicht mehr mit dem rich­tigen Namen benannt werden, so wird aus einem Apfel eine Birne, oder aus eine Pin­zette eine Nagel­feile etc.,
  • feh­lender Lebensmut, evt. Sterbenswunsch.

Mög­li­cher­weise haben einige von Ihnen schon davon gehört, dass die Ein­nahme von MCT-Ölen (z.B. Kokosöl) eine starke Ver­bes­serung der Sym­ptome von Demenz und Alz­heimer erwarten lassen. Dass MCT-Öle helfen, ist zwi­schen­zeitlich auch keine Frage mehr, sie helfen durch Bildung von Ketonen (Ketone sind Gehirn­nahrung) in der Leber. Leider bleiben bis dato viele weitere Fragen in diesem Zusam­menhang noch unbe­ant­wortet, nämlich, welche Bedin­gungen erfüllt sein müssen, damit u.a. MCT-Öle ihr volles Leis­tungs­spektrum ent­falten können.

Eine Bedingung ist aller­dings schon vorab unab­dingbar, damit MCT-Öle über­haupt wirksam werden können: Es ist unbe­dingt darauf zu achten, dass man so wenig wie möglich Koh­len­hy­drate zu sich nimmt. Denn sobald Sie Koh­len­hy­drate ver­zehren, wird Insulin aus­ge­schüttet, was die Bildung der Ketone in der Leber aus den Fett­zellen be- oder gar ganz ver­hindert. So werden also nur in Abwe­senheit von Insulin Fett­säuren aus den Fett­zellen gebildet, die dann in der Leber zur Bildung der Ketone syn­the­ti­siert werden. Eine koh­len­hy­dratarme Ernährung ist nicht einfach zu bewerk­stel­ligen, sie bedarf großer Dis­ziplin, sodass sie schon aus diesem Grund für viele Men­schen aus­scheiden könnte. Im wei­teren Verlauf werde ich Ihnen die wich­tigsten Nah­rungs­aspekte für das Gehirn aufzeigen.

Was sind die posi­tiven Fak­toren gegen Demenz und Alzheimer?

Wenn Sie Ihr Gehirn bis ins hohe Alter gesund erhalten wollen, machen Sie sich klar, dass das Gehirn ein Muskel ist, der täglich trai­niert werden will. Schon unsere Groß­eltern wussten es. „Wer rastet, der rostet“, und so auch unser Gehirn. „Nutze Dein Gehirn, oder Du ver­lierst es“, so ein eng­li­sches Sprichwort übersetzt.

Werden Men­schen im höheren Alter nicht mehr geistig gefordert, erhöht sich die Wahr­schein­lichkeit um etwa das Dop­pelte, ihre geis­tigen Fähig­keiten zu ver­lieren. Im Umkehr­schluss bedeutet das dann aber auch, dass mit großer Sicherheit davon aus­zu­gehen ist, wenn man im Alter „pro­duktiv“ bleibt, soziale Kon­takte pflegt und sich bei­spielhaft sozial enga­giert, sein Demenz­risiko erheblich redu­ziert. Senioren, die in ihrer Freizeit ihren Geist regel­mäßig trai­nierten, und Fern­sehen gehört nicht in diese Kate­gorie, konnten ihr Alz­heimer- bzw. Demenz-Risiko um ein Viertel senken – im Ver­gleich zu einer Kon­troll­gruppe, die nichts oder wenig taten.

Men­schen, die auch im hohen Alter noch etwas aus sich machen und ihrem Leben einen Sinn geben wollen, noch Ziel­vor­stel­lungen haben, erleben erheb­liche positive Effekte, die sich auch hier­durch aus­drücken und messen lassen, dass sich ihre Ent­zün­dungs­marker im Blut erheblich ver­bessern, die die Ursache vieler Erkran­kungen sind.

Wer aller­dings das Gefühl hat, nicht mehr gebraucht zu werden, erlebt genau das Gegenteil, wird an sich selbst zweifeln und früher oder später in Richtung Depression abdriften. Iso­liert zu sein oder zu werden, führt zu ver­mehrter Frei­setzung von Stress­hor­monen, schnel­lerer Alterung und frü­herem Tod. So „beweist“ sich das Dogma, das Vor­urteil des Medi­zin­kar­tells, fast auto­ma­tisch, dass ein älterer Mensch ganz auto­ma­tisch auf­grund seines fort­ge­schrit­tenen Alters dement werden muss. Welch ein him­mel­schrei­ender Unsinn!

Schon eine nur ein­malige wöchent­liche Akti­vität, Kar­ten­spielen, Kreuz­wort­rätsel lösen, Sudoku, Schach, Sport, Tanzen, Internet (Wissen erweitern, neu­gierig sein) etc., konnte das Risiko von Alz­heimer bzw. Demenz um messbare Pro­zent­punkte senken. Nicht ver­gessen sollte man in diesem Zusam­menhang, dass auch ein aus­rei­chender und gesunder Schlaf eine enorme Aus­wirkung auf unsere Gesundheit und unsere Akti­vi­täten haben. Mit ein wenig Aufwand kann man so schon viel erreichen und erst recht dann, wenn man die Häu­figkeit dieser Akti­vi­täten pro Woche steigert, immer natürlich mit Augenmaß und niemals auf Kosten anderer essen­zi­eller Bedürf­nisse unseres Körpers.

Aber wie kann das sein, dass so ein­fache Tätig­keiten einen der­ar­tigen Erfolg ver­zeichnen können?

Nun, eigentlich ist das ganz einfach, denn Gedanken und Erfah­rungen (Spiele, Sport) ver­ändern die neurale Struktur des Gehirns, das Gehirn wird sozu­sagen neu ver­drahtet, neue Syn­apsen ent­stehen, und wahr­scheinlich bilden sich auch neue Neurone. Spielen ist eine natür­liche Art, unser Gehirn zu akti­vieren; um nicht zu erkranken, muss es häufig sti­mu­liert werden.

Auf den Punkt gebracht: Je mehr Stunden man pro Woche geistig aktiv ist, umso sicherer kann man sein, dass man vor einem geis­tigen Verfall geschützt ist. So soll schon 1 Std. Akti­vität am Tag das Risiko an Alz­heimer bzw. Demenz zu erkranken um die Hälfte redu­zieren. Zei­tungs­lesen hin­gegen soll das Risiko zu erkranken um das 3‑fache steigern!? Mög­li­cher­weise liegt es daran, dass die meisten Nach­richten keinen posi­tiven Inhalt ver­mitteln, sondern ehe Angst ver­breiten. Angst führt wieder zur Aus­schüttung von Stress­hor­monen, mit der Folge der Erhöhung der Ent­zün­dungs­marker und chro­ni­schem Distress. Am Ende kann man sich tat­sächlich auch so zu Tode fürchten.

Zusam­men­ge­fasst lässt sich sagen: Schon allein durch kör­per­liche Akti­vität, Pflege sozialer Kon­takte, geistige Akti­vität, dem Leben einen Sinn zu geben und froh zu gestalten, redu­ziert sich das Risiko an Alz­heimer bzw. Demenz zu erkranken, um >50 %. Also, aktiv zu bleiben und Lebens­ziele zu ver­folgen, ist ein Lebens­elixier, auf das wir für ein gesundes Gehirn, ein gesundes Leben, bis ins hohe Alter nicht ver­zichten dürfen.

Omega-3-Fett­säuren

Kommen wir nun zu einem wei­teren, enorm wich­tigen Aspekt der Gesund­erhaltung unseres Gehirns. Neben den o.g. Fak­toren gilt es, das Gehirn aus­rei­chend und mit der rich­tigen Nahrung zu ver­sorgen, was nicht so einfach ist. Von ent­schei­dender Bedeutung ist dabei die aus­ge­wogene Ernährung unseres Hip­po­campus, der in etwa der Mitte unseres Gehirns seinen Platz hat. Ein Zuviel oder ein Zuwenig können ihm schaden, sodass eine aus­ge­wogene Ernährung unab­dingbar ist. Was eine aus­ge­wogene Ernährung ist, können Sie in viel­fäl­tiger Art und Weise in vielen Büchern, Zeit­schriften, Internet etc. finden, deshalb erspare ich es mir, hierauf näher ein­zu­gehen. Dafür möchte ich Ihnen einen Aspekt der Ernährung nahe bringen, der für die Gesundheit unseres Gehirns unab­dingbar ist und von dem Sie in dieser Form viel­leicht noch nichts gehört haben. Es geht um die Omega-3-Fett­säuren DHA (Doco­sa­he­xa­en­säure) und EPA (Eico­sapen­taen­säure).

Unter­su­chungen an älteren Men­schen (64 bis 94 Jahre) ergaben, dass die Erkran­kungs­wahr­schein­lichkeit um etwa 60 % redu­ziert werden konnte, wenn sie regel­mäßig einmal pro Woche Fisch ver­zehren, im Ver­gleich zu einer Kon­troll­gruppe, die keinen Fisch zu sich nahm. Eine andere Studie kam zu der Erkenntnis, dass sich das Alz­heimer- bzw. Demenz-Risiko um etwa 50 % redu­ziert, wenn man ca. 200 mg DHA pro Tag zu sich nimmt. Je früher im Leben man mit der Sup­ple­men­tierung von DHA anfängt, umso besser sind die Erfolgsaussichten.

DHA / EPA Omega 3 – die Gehirnnahrung

Ein wesent­licher Bestandteil unseres Gehirns, mit ca. 15 % Anteil, ist die essen­zielle Fett­säure Omega‑3, bestehend aus der Doco­sa­he­xa­en­säure (DHA) und der Eico­sapen­taen­säure (EPA). Beide Säuren spielen eine enorme Schlüs­sel­rolle in der The­rapie bei neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kungen. Das DHA schützt über den Stoff­wechsel die Hirn­sub­stanz, wirkt wachs­tums­an­regend und die Kognition ver­bes­sernd. DHA wird aus der Nahrung direkt in das Hirn­gewebe über­nommen. Geht man von der Tro­cken­masse des Gehirns aus, dann besteht das Gehirn zu ca. 50–60 % aus Fett­zellen, davon ca. 15 % der Fett­säure Omega‑3 DHA. DHA findet man nahezu aus­schließlich in Algen, Kalt­was­ser­fi­schen und Krill.

Zu den Omega-3-Fett­säuren findet man im Gehirn noch die Fett­säure Omega‑6 (Arach­idon­säure), im Ver­hältnis 1:2, 1‑Teil Omega‑3 zu 2‑Teilen Omega‑6. Das Gehirn ist demnach geradezu „süchtig“ nach Omega‑3 und ‑6 Fett­säuren. Leider kommt von den Omega-3-Fett­säuren über unsere Nah­rungs­auf­nahme nicht sehr viel im Gehirn an. Eine in Amerika durch­ge­führte Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur etwa 0,5 % des auf­ge­nom­menen DHA ins Hirn­gewebe inte­griert wird. Der über­wie­gende Teil wird ver­stoff­wechselt oder rei­chert sich in anderen Geweben an. Die For­scher konnten mit ihrer Studie ebenso belegen, dass die Halb­wertszeit von DHA im Gehirn bei etwa 2,5 Jahren liegt. Das mag recht lang klingen, doch nach ca. 1,5 Monaten nimmt die DHA-Kon­zen­tration im Gehirn schon um etwa 5 % ab, sofern kein DHA zuge­führt wird. Unbe­kannt blieb dabei, welche Aus­wir­kungen eine Omega‑3 Abnahme auf das Gehirn hat. DHA wirkt neu­ro­pro­tektiv, ein ent­spre­chender Mangel begünstigt daher eine Alz­heimer- bzw. Demenz-Erkrankung. Alz­heimer- und Demenz­er­krankte weisen i.d.R. einen deutlich ver­rin­gerten DHA-Wert aus.

Aus Unter­su­chungen an Ratten konnte man zudem erkennen, dass eine 30 %ige Min­derung von DHA im Gehirn Ver­hal­tens­än­de­rungen nach sich zogen. Eine große Pro­ble­matik ent­steht häufig dadurch, dass die Zufuhr von Omega‑3 und ‑6 in einem großen Miss­ver­hältnis stehen. Wie o.e. sollte das Ver­hältnis aus etwa 1‑Teil Omega‑3 zu 2‑Teilen Omega‑6 bestehen. Leider ist der Omega‑6 Anteil häufig viel zu hoch und muss unbe­dingt redu­ziert werden, andern­falls müsste man den Omega‑3 Anteil erheblich erhöhen.

Um Alz­heimer- bzw. Demenz-Erkran­kungen besser in den Griff zu bekommen, kommt man nicht umhin, seine Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten zu ändern und Öle, die reich an Omega-6-Fett­säuren sind, wie bei­spielhaft Mais‑, Distel- und Son­nen­blu­menöl, durch gesunde Alter­na­tiven zu ersetzen, wie Kokosöl, Rapsöl, Oli­venöl und Leinöl, die ein gutes Ver­hältnis von Omega‑3 zu ‑6 Fett­säuren haben. Es ver­steht sich von selbst, dass man aus­schließlich kalt gepresste Öle aus bio­lo­gi­schem Anbau ver­wenden sollte. Ver­schärfend kommt noch hinzu, dass unsere täg­liche Ernährung mit Fleisch­pro­dukten, Käse, Butter und Milch, die reich an bio­ak­tivem Omega‑6 sind, mit der in der Menge absolut schäd­lichen Arach­idon­säure zu einer deut­lichen Ver­schlech­terung des Gesamt­ver­hält­nisses Omega‑3 zu Omega‑6 führen. Diese Omega‑6 Quellen in den Griff zu bekommen, ist nicht ganz so einfach. Die Lösung kann nur sein weg­lassen oder deutlich reduzieren.

Ame­ri­ka­nische For­scher konnten in einer Meta-Analyse auf­zeigen, dass die Ein­nahme von > 1.000 mg DHA /EPA pro Tag die Gedächt­nis­leistung von gesunden Erwach­senen signi­fikant ver­bessern und bei neu­ro­lo­gi­schen und psy­chi­schen Pro­blemen helfen kann. Hierbei wurden gleich mehrere Ansätze deutlich, die für eine The­rapie relevant sind:

  • Omega‑3 DHA / EPA kommt wirklich dahin, wo es hin soll. Eine Omega-3-Gabe durch ein Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel ver­sorgt augen­blicklich Hirn- und Ner­ven­zellen. So besteht die Chance, die Bildung von Neu­ronen und Syn­apsen positiv zu beein­flussen und neurale Schalt­kreise umzu­bauen oder neu zu verknüpfen.
  • In einer Inter­ven­ti­ons­studie über 6 Monate hinweg konnte auf­ge­zeigt werden, dass die täg­liche Auf­nahme von ca. 2.200 mg Omega-3-Fett­säuren aus Fisch­öl­kapseln die Gehirn­funktion ver­bessern konnte, im Ver­gleich zu einer Pla­ce­bo­gruppe, die Son­nen­blu­menöl erhielten.
  • Wei­terhin konnte durch MRT-Unter­su­chungen nach­ge­wiesen werden, dass die graue Hirn­sub­stanz durch die Omega-3-Fett­säuren zunahm und sich die weiße Gehirn­sub­stanz und das Gefäss­vo­lumen positiv veränderte.
  • Zudem fiel auf, dass mit einem ver­bes­serten Omega-3-Index die Wachs­tumsrate des BDNF-Faktor ein wenig zunahm. Die Tri­gly­ceride ver­rin­gerten sich signi­fikant, die Ent­zün­dungs­pa­ra­meter nahmen stärker ab und der EPA-Wert stieg höher an als in der Placebo-Gruppe.
  • Omega‑3 DHA / EPA sorgt dafür, Immun­re­ak­tionen wieder ins Gleich­ge­wicht zu bringen. Es konnte der Nachweis erbracht werden, dass DHA / EPA wirksam auf die Aus­schüttung ver­schie­dener Zytokine sind. Zytokine sind Boten­stoffe, die Ent­zün­dungs­pro­zesse im Körper hemmen, anregen oder steuern können. So können diese Omega-3-Fett­säuren über die Zyto­kinen Boten­stoffe immun-inflamm­a­to­rische Reak­tionen regu­lieren und so auch auf Depres­sionen und Angst­zu­stände positiv Ein­fluss nehmen. Es scheint, dass das Gehirn DHA / EPA spe­zi­fische Rezep­toren hat, die in der Lage sind, Emo­tionen und das Ver­halten zu steuern.

Eine aus­rei­chende Anrei­cherung von Omega-3-Fett­säuren dauert aller­dings seine Zeit, wenn man bedenkt, dass das Gehirn täglich nur etwa 3,8 mg DHA pro Tag auf­nehmen kann. Andere Studien sprechen von max. 0,5 % pro Tag. Wie auch immer, die täg­liche Auf­nahme von DHA geschieht nur in geringen Dosen.

Ist die Sub­sti­tution mit Omega-3-Fett­säuren sinnvoll, wenn man schon wöchentlich mehrfach Fisch konsumiert?

Das Ergebnis der Studien könnte nicht ein­deu­tiger sein. Der Omega-3-Index ver­bessert sich selbst dann noch, wenn wöchentlich regel­mäßig Fisch kon­su­miert wurde. Offenbar reicht die Omega-3-Menge im Fisch nicht aus, um den gleichen posi­tiven Effekt zu erzielen wie mit einer Sub­sti­tution durch Fischöl oder Algenöl. Die Menge, die hier sub­sti­tuiert wurde, lag bei etwa 2.200 mg hoch kon­zen­triertem Fischöl. Um den gleichen Effekt zu erzielen, müsste man täglich etwa eine große Portion fetten Fisch zu sich nehmen.

Zusam­men­ge­fasst:

  • Die Gehirn-Tro­cken­masse besteht zu etwa 15 % aus DHA.
  • DHA wird direkt aus der Nahrung im Gehirn aufgenommen.
  • Die DHA-Kon­zen­tration im Gehirn nimmt zunehmend ab, sobald DHA in der Nahrung fehlt. Die Ver­lustrate liegt bei etwa 5 % nach ca. 1,5 Monaten.
  • Alz­heimer-Pati­enten weisen eine geringe DHA-Kon­zen­tration im Hirn­gewebe aus.
  • Die Gedächt­nis­leistung ver­bessert sich nach­weislich bei einem gesunden Men­schen allein durch die Zufuhr von >1.000 mg Omega‑3 DHA / EPA täglich.
  • DHA kann die Neu­bildung von Syn­apsen und Neu­ronen im Hirn­gewebe anregen.
  • Endo­krine, neu­ronale und immun-spe­zi­fische Regel­kreise sowie das Endo­can­na­bi­no­id­system und die Zytokine-Frei­set­zungen werden reguliert.
  • Bei Depres­sionen, Angst­stö­rungen und bei Ent­zün­dungs­er­kran­kungen haben Omega-3-Fett­säuren als The­ra­peu­tikum großes Potenzial.
  • Selbst bei regel­mä­ßigem Fisch­konsum ist eine optimale Omega-3-Ver­sorgung nicht gewährleistet.
  • Fisch- und Algenöl als Nah­rungs­er­gänzung sind Zeit des Lebens ange­zeigt, ins­be­sondere in der Schwan­ger­schaft und in der Ent­wick­lungs­phase des her­an­rei­fenden Men­schen, aber auch gerade im hohen Alter.
  • Um einen opti­malen Omega-3-Index zu erreichen, ist es ange­zeigt Omega-6-Fette auf ein gesundes Maß zu redu­zieren (siehe Ver­hältnis Omega‑3 zu Omega‑6).

In zahl­reichen Studien konnte die Wirk­samkeit von Omega-3-Fett­säuren belegt werden:

Sie

  • sind blut­ver­dünnend
  • wirken ent­zün­dungs­hemmend
  • schützen das Herz
  • sind gerin­nungs­hemmend
  • beugen Throm­bosen vor
  • bewahren vor Demenz und Alzheimer
  • hemmen Krebs­zellen
  • redu­zieren Arthrose-Schmerzen
  • erhöhen die Konzentrationsfähigkeit
  • sorgen für eine höhere geistige Leis­tungs­fä­higkeit usw.

Wenn Sie Omega‑3 Pro­dukte kaufen, achten Sie auf den Kon­zen­tra­ti­ons­gehalt des DHA / EPA im Produkt, die sehr unter­schiedlich aus­fallen können. Bei einem Gehalt von etwa 300 mg DHA und 150 mg EPA pro Kapsel haben Sie nichts ver­kehrt gemacht.

Vormals konnte man aus­schließlich Omega-3-Fett­säuren tie­ri­schen Ursprungs aus Fischöl oder Krill erwerben, heut­zutage kann man im Handel auch hoch dosierte Omega-3-Fett­säuren auf rein pflanz­licher Basis aus Algen kaufen. Diese Algen werden von Krill und Fischen gefressen und sorgen so dafür, dass sie über­haupt Omega-3-Fett­säuren ent­halten. Die Algen sind demnach die ursprüng­liche natür­liche Quelle von Omega‑3 und sollten bevorzugt genommen werden.

Die Höhe der Dosierung hängt im Wesent­lichen davon ab, wie hoch Ihr Verzehr von Omega‑6 und ihr Fleisch­verzehr ist. Je mehr Fleisch Sie kon­su­mieren und je mehr Omega-6-Fett­säuren Sie zu sich nehmen, umso mehr Omega-3-Fett­säuren müssen Sie sub­sti­tu­ieren. Zu den Ver­hält­nissen von Omega-3- zu Omega-6-Fett­säuren gibt es keine ein­deu­tigen Angaben, das reicht von einem Ver­hältnis von 2:1 bis zu einem Ver­hältnis von 5:1. Hier liegen einfach noch keine ein­deu­tigen Erkennt­nisse vor.

Als ein Maß für Gesunde wird jedoch empfohlen:

  • 600 mg DHA und 300 mg EPA pro Tag und
  • 1.100 bis 1.600 mg ALA pro Tag (Hanföl, Leinöl, Kokosöl, ent­spricht etwa 1EL pro Tag)

Ein Maß für die richtige Dosierung bei Krankheit zu finden, ist weitaus schwie­riger. Die u.a. Tabelle kann daher nur ein Anhalts­punkt sein. Bei erhöhter Sub­sti­tution von Omega-3-Fett­säuren ist aber unbe­dingt darauf zu achten, dass Omega-3-Fett­säuren blut­ver­dün­nende Wirkung haben. Nehmen Sie also schon blut­ver­dün­nende Medi­ka­mente ein oder haben Sie eine erhöhte Blu­tungs­neigung, dann ist besondere Vor­sicht geboten, das Blut könnte zu dünn­flüssig werden. Besprechen Sie daher die richtige Dosierung immer mit Ihrem Arzt oder The­ra­peuten. Denken Sie auch an Neben­wir­kungen oder Wech­sel­wir­kungen mit Medikamenten!

Bitte betrachten Sie fol­gende Dosie­rungs­an­gaben bei Beschwerden mit der nötigen Vor­sicht. Sie können nur ein Anhalts­punkt sein, nicht mehr und nicht weniger. Die vorab erwähnten Fak­toren sind unbe­dingt zu beachten. Auch sei nochmals erwähnt, eine gesunde, auf Sie abge­stimmte Dosierung immer mit Ihrem Arzt oder The­ra­peuten zu besprechen. 

Die fol­genden Angaben stammen größ­ten­teils aus kli­ni­schen Studien, die häufig hohe Dosen ein­setzen. Lassen Sie sich aber nicht davon ver­leiten, gehen Sie davon aus, dass auch geringere Dosen ihre positive Wirk­samkeit ganz sicher ent­falten werden. Die u.a. Gesamt­summe stellt immer das richtige Ver­hältnis von DHA zu EPA dar.

Bei­spiel: 3.000 mg DHA / EPA sind die Summe aus 2.000 mg DHA und 1.000 mg EPA.

  • Maku­la­de­ge­ne­ration und Pro­sta­ta­krebs: 5.000 mg DHA / EPA pro Tag zeigten eine deut­liche Ver­bes­serung bei allen Studienteilnehmern.
  • Sys­te­mi­scher Lupus Ery­the­ma­todes: 3.000 mg DHA / EPA pro Tag konnte in manchen Studien die Akti­vität reduzieren.
  • Rheuma (rheu­ma­toider Arthritis): 3.000 mg DHA / EPA pro Tag, um the­ra­peu­tische Erfolge zu erzielen gel­tende Mindestdosis.
  • Chro­ni­schen Ent­zün­dungen: 2.500 mg DHA / EPA pro Tag über 4 Monate hinweg zeigten in Studien ein­deutige Redu­zierung der Ent­zün­dungen. Auch Angst­zu­stände wurden reduziert.
  • Asthma: 1.000 mg DHA / EPA pro Tag können bei Asthma hilf­reich, aller­dings sollten die Omega-3-Fett­säuren > 1 Jahr ein­ge­nommen werden.
  • Herz­pro­bleme, Herz­er­krankung, Herz­in­suf­fi­zienz: 1.000 mg DHA / EPA pro Tag dau­erhaft einnehmen.
  • Depression / Ängste: 700 bis 1.700 mg DHA / EPA pro Tag dau­erhaft einnehmen.
  • Schwan­ger­schaft: 650 mg DHA / EPA pro Tag.
  • Chro­nisch ent­zünd­liche Darm­er­kran­kungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa): 500 bis 800 mg DHA / EPA pro Tag wirken entzündungshemmend.
  • Vor­sorge: All­gemein sollte man grund­sätzlich die emp­fohlene Min­dest­dosis von 300 mg bis 600 mg DHA / EPA für einen gesunden Erwach­senen zur Vor­sorge einnehmen.
  • Dia­betes: Möchten Sie bei Dia­betes Omega-3-Fett­säuren ein­nehmen, dann sollten Sie das immer mit Vitamin E und wei­teren Anti­oxi­dantien (z. B. Asta­x­anthin, OPC, Aro­niasaft uvm.) kom­bi­nieren. In hohen Dosen ein­ge­nommen können Omega-3-Fett­säuren die Glu­co­se­to­leranz negativ beein­flussen, wenn nicht genügend Anti­oxi­dantien zugegen sind.

Grund­sätzlich sollte man die Tages­dosis Omega-3-Fett­säuren in min­destens zwei Ein­zel­dosen auf­teilen und zu den Mahl­zeiten ein­nehmen. Das ver­bessert die Resorption und ver­sorgt so Ihren Körper gleich­mä­ßiger mit Omega-3-Fett­säuren. Omega-3-Fett­säuren können dau­erhaft ein­ge­nommen werden; liegen chro­nische Beschwerden vor, sollte die Min­destein­nah­me­dauer 3 Monate nicht unterschreiten.

Alles in allem sollten Omega-3-Fett­säuren für ein gesundes Leben bis ins hohe Alter ein unab­ding­barer Bestandteil der Ernährung sein. Natürlich ist die Omega-3-Fett­säure kein Wun­der­mittel, aber es kann bei vielen Erkran­kungen in Kom­bi­nation mit gesunden Lebens- und Nah­rungs­er­gän­zungs­mitteln eine große Hilfe zur Gesundung und Gesund­erhaltung des mensch­lichen Orga­nismus sein.

CBD bei Demenz bzw. Alzheimer

Eine weitere, sehr inter­es­sante Mög­lichkeit Demenz / Alz­heimer erfolg­reich zu behandeln bietet sich durch die Anwendung von Can­nabis-Ölen „CBD“ an. CBD nimmt schon heute in der Behandlung von Demenz und Alz­heimer Erkran­kungen eine positive Rolle ein.

Natür­liches CBD wirkt

  • neural sti­mu­lierend
  • anti­oxi­dativ und entzündungshemmend

Richtig dosiert auch ohne jede Nebenwirkung.

In den letzten Jahren wurde die Funk­tio­na­lität des Endo­can­na­bi­no­id­system (ECS) bei neu­ro­de­ge­nera­tiven Erkran­kungen wie Demenz bzw. Alz­heimer unter­sucht. Dabei fand man heraus, dass einer der beiden wich­tigsten Endo­can­na­binoid-Rezep­toren, der CB1-Rezeptor, in den Bereichen des Gehirns vor­kommt, die für das Lernen und das Gedächtnis zuständig sind. Und hier ent­steht sozu­sagen die ent­schei­dende Ver­bindung, denn die pflanz­lichen Can­na­bi­noide (CBD) docken an den CB1-Rezeptor an und akti­vieren ihn genauso wie die kör­per­ei­genen endo­genen Can­na­bi­noide. So kann das von der Hanf­pflanze extra­hierte CBD helfen, posi­tiven Ein­fluss auf neu­ro­lo­gische Erkran­kungen zu ent­falten. Das hier­durch sti­mu­lierte kom­plexe Ner­ven­system ist so in der Lage, erfolg­reich Alz­heimer- bzw. Demenz-Sym­ptome ein­zu­dämmen. CBD kann man als neu­ro­nales Sti­mulans betrachten. Zudem wirkt CBD als anti­oxi­da­tiver Zell­schutz, denn oxi­da­tiver Stress führt zu Ent­zün­dungen im Orga­nismus, es werden freie Radikale frei­ge­setzt, die anti­oxi­dative Fähigkeit der kör­per­ei­genen Zellen wird erheblich beein­trächtigt und es kommt zum Verlust von Neu­ronen und Syn­apsen. Oxi­da­tiver Stress steht in direktem Zusam­menhang mit Alz­heimer bzw. Demenz.

Um der ver­mehrten Bildung freier Radi­kaler Herr zu werden, kann es sehr hilf­reich sein, neben einer gesunden Ernährung CBD als anti­oxi­da­tives Mittel ein­zu­setzen. Es ver­langsamt oxi­da­tiven Stress und lindert neu­ro­lo­gische Sym­ptome. In Studien wurde über die anti­oxi­da­tiven Eigen­schaften und positive Ergeb­nisse von Can­na­bidiol (CBD) berichtet.

Ent­zün­dungs­pro­zesse tragen zum Fort­schreiten der Neu­ro­de­ge­neration bei. Neu­ro­de­ge­nerative Erkran­kungen wie Alz­heimer oder Demenz sind daher i.d.R. immer begleitet von Ent­zün­dungen des Ner­ven­ge­webes des Gehirns, aber auch bei anderen Erkran­kungen lassen sich häufig Ent­zün­dungen des Gehirns fest­stellen. So kommt der Anwendung von CBD große Bedeutung zu, da es Ent­zün­dungs­pro­zesse im Gehirn lindern und ein­zu­dämmen vermag.

Weitere positive Eigen­schaften des CBD konnten bei Alz­heimer- oder Demenz-Pati­enten fest­ge­stellt werden, die an Angst­zu­ständen, Aggres­si­vität, Schmerzen, Schlaf­stö­rungen und noch anderen Ver­hal­tens­stö­rungen leiden. CBD wirkt in diesen Fällen beru­higend und Begleit­erschei­nungen dieser Art konnten erheblich gelindert werden. CBD kann daher ein sehr wohl­tu­endes Mittel der Wahl sein. In jedem Fall ist bei der Ver­wendung von Can­na­bidiol als Anti­oxidans auf die richtige Dosierung zu achten, ein Zuviel kann auch in das Gegenteil umschlagen und negative Folgen nach sich ziehen. Die ein­fachste Art CBD-Hanföl zu sich zu nehmen ist, mit­hilfe einer Pipette das Hanföl unter die Zunge zu träufeln, wo es über die Mund­schleimhaut sehr einfach auf­ge­nommen werden kann.