Til Schweiger, Bildquelle: Flickr.com, Bildlizenz: Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

Til Schweiger wegen Facebook-Rüpelei vor Gericht

Als Gen­tleman auf Facebook ist Leinwand-Held Til Schweiger nicht bekannt. Aber, wie so oft, wer sich selbst auf der Seite des Wahren, Guten und Gerechten ver­ortet, der denkt meist, ihn kann niemand und nichts anfechten.

Sexy Til Schweiger mit der unsexy Sit­tich­stimme wird jetzt ein Facebook-Post zum Ver­hängnis. Ein kleiner, pat­ziger Schlag­ab­tausch, und Schweiger über­reißt die Nummer. Gerade Til Schweiger, der gern ver­schnupft ist, wenn die Medien nicht freundlich mit ihm umspringen oder seine Filme eine schlechte Kritik bekommen, haut gern mit der flachen Hand in den Brei­teller und freut sich, wenn es spritzt. Für solche Leute hatte meine Groß­mutter selig einen hüb­schen Aus­druck. „Mimofant“ nannte sie das. Ein Elefant im Aus­teilen, ein Mimose im Einstecken.

Am Freitag, den 17. November um 12:00 Uhr muss Herr Schweiger vor Gericht erscheinen. Eine Sulz­ba­cherin hat ihn wegen der Ver­letzung der Per­sön­lich­keits­rechte ver­klagt. Er hatte ihre per­sön­liche Nach­richt samt seiner Antwort ver­öf­fent­licht, nun geht die Saar­län­derin juris­tisch gegen ihn vor.

 

 

Das Ganze rührt von einem der mar­kigen Sprüche her, die der Schau­spieler schon mal macht. Schweiger hatte vor der Bun­des­tagswahl im Sep­tember mit Aplomb ange­kündigt, er werde, falls die AfD in den Bun­destag ein­ziehe, Deutschland ver­lassen. Die Klä­gerin war eine von vielen, die ihn an sein „Ver­sprechen“ erin­nerte, und for­derte Einlösung.

 

Vier gegen die BankDieser Chat, bei dem der volle Name der Dame erscheint, ist nun Gegen­stand der Gerichts­ver­handlung. Der Klä­gerin geht es dabei nicht einmal um die etwas plumpe Anzüg­lichkeit und wenig char­mante Anmache, und da kann Schweiger eigentlich noch recht froh sein. Eine gewisse Staats­se­kre­tärin hätte ein so direktes Angebot zum Schä­fer­stündchen, überdies wenig geschmackvoll mit einem „Spritz-Emoji“ deko­riert, wahr­scheinlich kaum überlebt. Der Klä­gerin geht es, dem Gerichts­sprecher zufolge, aber aus­schließlich darum, dass ihre per­sön­liche Nach­richt unab­ge­sprochen als Screenshot öffentlich gemacht wurde. Sie ver­langt Unterlassung.

Das Gericht hat das per­sön­liche Erscheinen beider Seiten ange­ordnet. Sollte Herr Schweiger nicht erscheinen können, so ließ der Sprecher wissen, brauche er eine „besondere Ent­schul­digung“. Til Schweiger hat bisher nicht reagiert. Sein Management in Berlin sagte, man wolle sich in der Sache nicht äußern. Eine Ent­scheidung wird an dem Termin am Freitag nicht fallen, sagte Richter Dr. Wern.