Auf der ganzen Welt gibt es – laut der Seite Statista — insgesamt 14.465 Atomsprengköpfe. Die meisten davon sind im Besitz der USA und Russlands. Das Argument, das diese fürchterlichen Waffen rechtfertigen soll, heißt „Abschreckung“. Die Botschaft lautet: „Wer mich angreift ist sofort tot“. Was in dieser Gleichung Angriff = Selbstmord nicht mit berücksichtigt wird, ist der Faktor der globalen klimatischen Auswirkungen von Atomwaffen.

Atombomben wirken bekanntermaßen nicht nur bei der Explosion verheerend, sondern vergiften und töten alles im Umkreis durch ihren radioaktiven Fallout. Sie machen durch die sich nur langsam abbauende Strahlung auf lange Zeit ganze Regionen unbewohnbar. Werden gleich ganze Städte durch große Atombomben vernichtet, wurden nicht nur Millionen Menschenleben, Tiere und Pflanzen ausgelöscht. Riesige Ruß- und Staubwolken aus brennenden Städten würden aufsteigen und den Himmel verdunkeln: der sogenannte atomare Winter, der die Welt verdunkelt und mit radioaktiven Niederschlägen verseucht. Diese Wolke bleibt aber nicht stationär über dem getroffenen Gebiet, sondern zieht mit den Winden um den Globus. Das Ausmaß der Auswirkungen hängt natürlich von der Anzahl der eingesetzten Atomsprengköpfe ab. Bei einem größeren Einsatz von Atombomben breitet sich ein dichter, radioaktiver, dunkler Staubschleier um die Erde aus, durch den Sonnenlicht und ‑wärme nur mühsam hindurchdringt. Radioaktiver Regen vergiftet die Felder für viele Jahre. Weite Teile der Natur und der Tiere sterben ab. Die Lebensmittelversorgung bricht zusammen und Hungersnöte raffen die Menschen dahin.
Die beiden Wissenschaftler Denkenberger und Pearce haben sich mit dem Szenario „Nuklearkrieg zwischen USA und China“ beschäftigt. Sie berechneten, wie groß die oben beschriebenen Auswirkungen anhand eines „Großschadens“ von 7.000 Nuklearsprengköpfen wären, ein „mittelgroßer Atomkrieg“ mit 1000 Atombomben und ein „kleines Szenario“ beim Einsatz von 100 solcher Bomben.
Dabei gehen sie bei den Berechnungen nicht einmal von einem Gegenschlag des getroffenen Landes aus. Zusätzlich nehmen sie den Idealfall an, dass die vorhandenen Lebensmittelreserven der Welt nach diesem Atomschlag effektiv rationiert, verteilt und verwaltet werden. Ebenso lassen sie Verteilungskämpfe in der Bevölkerung um Nahrung außen vor, was schon eine sehr optimistische Annahme ist. Auch die Auswirkungen des radioaktiven Fallouts bleiben unberücksichtigt.

Die Forscher gehen optimistischerweise davon aus, dass die USA mit ihren riesigen Agrarflächen die Auswirkungen des „kleinen Szenarios“ relativ gut überstehen würde und es nicht zu Hungersnöten käme. Es gab 1816 zwar keinen echte Hunger in Nordamerika, aber schwere Ernteeinbußen und enormen Preissteigerungen bei Lebensmitteln. In Europa brachen aber tatsächlich Hungersnöte aus.
Bei allen Modellen mit dem Einsatz von mehr als 100 Atombomben, so die Berechnungen der Forscher, seien die weltweiten Schäden so gravierend, dass in fast allen Ländern der Erde die Lebensmittelversorgung zusammenbrechen und die Menschen zu weiten Teilen verhungern würden. Chaos und Hungerkriege täten ein Übriges.
Generell ist die Schlussfolgerung der Studie, dass es für kein Land der Welt sinnvoll sei, mehr als 100 Atomwaffen zu haben. Alles andere sei im Einsatzfall eine Overkill für den ganzen Planeten, den nur sehr wenige überleben würden.























