Krumme Roh­stoff­ge­schäfte mit Afrika über die Schweiz?: Israe­li­scher Mil­li­ardär im Visier der US-Behörden

Wie die Han­dels­zeitung in ihrer neu­esten Ausgabe schreibt, steht die Züricher Firma Moku Gold­mines seit neu­estem auf der Sank­ti­ons­liste des ame­ri­ka­ni­schen Finanz­de­par­te­ments. Sie gehört dem israe­li­schen Mil­li­ardär und lang­jäh­rigen Glencore-Partner Dan Gertler.
Die Geschäfte zwi­schen Gertler und Glencore stehen seit jüngstem im Visier der US-Justiz. So soll unter anderem eine Gertler-Firma für Glencore die Bezie­hungen zur Demo­kra­tische Republik Kongo gepflegt haben, und zwar für sechs Mil­lionen Dollar pro Jahr. Unter­zeichnet hat 2013 den Bera­tungs­vertrag Pieter Deboutte. Der Belgier ist Gertlers Statt­halter im Kongo und sass als Ver­wal­tungsrat in einer Züricher Firma namens Moku Gold­mines. Die hiesige Akti­en­ge­sell­schaft gehört seit 2011 zu 96,95 Prozent der Fir­men­gruppe Fleu­rette um Roh­stoff-Magnat Dan Gertler.
Seit wenigen Wochen steht die Moku Gold­mines AG auch auf einer Sank­ti­ons­liste des ame­ri­ka­ni­schen Finanz­mi­nis­te­riums. Gemäss dem Sank­ti­ons­ent­scheid sollen Gertler und seine Fleu­rette Group hun­derte Mil­lionen Dollar mit «kor­rupten Minen- und Öl-Deals» ein­ge­strichen haben. Dies dank seiner «engen Freund­schaft zu Prä­sident Joseph Kabila». Kabila, dessen Amtszeit seit 2016 offi­ziell beendet sein sollte, hält sich derzeit durch ständige Ver­schie­bungen demo­kra­ti­scher Wahlen an der Macht. Bereits im Wahl­kampf 2006 wurde Kabila der Aus­verkauf der Roh­stoffe des Landes vor­ge­worfen, an dem vor allem seine Familie ver­diene. Er ver­kaufte Ver­mö­gens­werte aus dem Bergbau zu umstrit­tenen tiefen Preisen (wie z.B. in diesem Artikel beschrieben). Im bri­ti­schen Par­lament wurden 59 Off­shore­firmen publik gemacht, die mit Ver­mö­gens­werten handeln, 47 davon mit Sitz auf den Bri­ti­schen Jung­fern­inseln. Kabila war 2006 in einer auf­wendig mit Hilfe der EU inze­nierten “demo­kra­ti­schen” Wahl an die Macht gekommen.
Der israe­lische Mil­li­ardär Dan Gertler ist schon lange im Visier der US-Justiz. Bereits Ende 2012 stellte diese Rechts­hilfe bei den schwei­ze­ri­schen Behörden in Bern wegen Zah­lungs­flüssen von Gertler-Firmen über Schweizer Banken. Gertlers Schweizer Anwalt Marc Bonnant war für eine Stel­lung­nahme nicht zu erreichen.
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