Wirtschaft

Krumme Rohstoffgeschäfte mit Afrika über die Schweiz?: Israelischer Milliardär im Visier der US-Behörden

13. Juli 2018

Wie die Handelszeitung in ihrer neuesten Ausgabe schreibt, steht die Züricher Firma Moku Goldmines seit neuestem auf der Sanktionsliste des amerikanischen Finanzdepartements. Sie gehört dem israelischen Milliardär und langjährigen Glencore-Partner Dan Gertler.

Die Geschäfte zwischen Gertler und Glencore stehen seit jüngstem im Visier der US-Justiz. So soll unter anderem eine Gertler-Firma für Glencore die Beziehungen zur Demokratische Republik Kongo gepflegt haben, und zwar für sechs Millionen Dollar pro Jahr. Unterzeichnet hat 2013 den Beratungsvertrag Pieter Deboutte. Der Belgier ist Gertlers Statthalter im Kongo und sass als Verwaltungsrat in einer Züricher Firma namens Moku Goldmines. Die hiesige Aktiengesellschaft gehört seit 2011 zu 96,95 Prozent der Firmengruppe Fleurette um Rohstoff-Magnat Dan Gertler.

Seit wenigen Wochen steht die Moku Goldmines AG auch auf einer Sanktionsliste des amerikanischen Finanzministeriums. Gemäss dem Sanktionsentscheid sollen Gertler und seine Fleurette Group hunderte Millionen Dollar mit «korrupten Minen- und Öl-Deals» eingestrichen haben. Dies dank seiner «engen Freundschaft zu Präsident Joseph Kabila». Kabila, dessen Amtszeit seit 2016 offiziell beendet sein sollte, hält sich derzeit durch ständige Verschiebungen demokratischer Wahlen an der Macht. Bereits im Wahlkampf 2006 wurde Kabila der Ausverkauf der Rohstoffe des Landes vorgeworfen, an dem vor allem seine Familie verdiene. Er verkaufte Vermögenswerte aus dem Bergbau zu umstrittenen tiefen Preisen (wie z.B. in diesem Artikel beschrieben). Im britischen Parlament wurden 59 Offshorefirmen publik gemacht, die mit Vermögenswerten handeln, 47 davon mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Kabila war 2006 in einer aufwendig mit Hilfe der EU inzenierten „demokratischen“ Wahl an die Macht gekommen.

Der israelische Milliardär Dan Gertler ist schon lange im Visier der US-Justiz. Bereits Ende 2012 stellte diese Rechtshilfe bei den schweizerischen Behörden in Bern wegen Zahlungsflüssen von Gertler-Firmen über Schweizer Banken. Gertlers Schweizer Anwalt Marc Bonnant war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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