Diese Raketensysteme liefert Russland nun an Syrien: Ein russisches S-300 PMU2 Boden-Luft-Raketensystem, Bildquelle Flickr.com, Andrey Korchagin, Bildlizenz: CC BY-NC-SA 2.0
Whistleblower Politik

Russland erkärt Israel den elektronischen Krieg – über Syrien bis zum Mittelmeer

4. Oktober 2018

Die israelische Militär- und Geheimdienstplattform „DEBKAfile“, ein sehr zuverlässiges und Top informiertes Medium, berichtet wieder direkt von der möglichen Front des Ausgangspunktes für einen Dritten Weltkrieg:

Innerhalb von zwei Wochen will Russland nun die syrischenen Streitkräfte mit den russischen S-300-Luftverteidigungssystemen ausstatten und die Navigation im östlichen Mittelmeer blockieren – das sind zwei der drei Maßnahmen, die der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Montag, den 24. September, in Moskau angekündigt hat. Es handle sich hierbei um eine “Reaktion auf Israels Rolle beim Abschuss des russischen Militärflugzeugs IL-20” am 17. September. Die Syrische Luftverteidigungskapazitäten werden dabei auf das Niveau der russischen Militärkräfte in Syrien aufgestockt. Die wichtigste, von Shoigu angekündigte Maßnahme war jedoch: “Russland wird die Satellitennavigation, Bordradargeräte und Kommunikationssysteme von (feindlichen) Kampfflugzeugen blockieren, die Ziele auf syrischem Gebiet, in den Regionen über den Gewässern des Mittelmeeres an der Grenze zu Syrien angreifen wollen.” Der russische Minister betonte, dass wir, wenn diese Maßnahmen “die Hitzköpfe nicht abkühlen, (er bezog sich dabei offensichtlich auf Israel), entsprechend der aktuellen Situation reagieren müssen”.

Die entscheidende Maßnahme, die er angekündigt hat, ist nicht die erstmalige Bewaffnung Syriens mit S-300-Systemen – welche Moskau bisher auf Wunsch Israels zurückgehalten hat -, sondern die Störung der Navigation. Die Militärexperten von DEBKAfile weisen darauf hin, dass dies das erste Mal sei, dass eine große Weltmacht einen elektronischen Krieg gegen ein Land erklärt hat. Nachdem Moskau die israelische Version des Absturzes der Illjuschin mit 15 russischen Soldaten an Bord als unwahr zurückgewiesen hat, warf es den elektronischen Fehdehandschuh vor die Füße der israelischen Armee IDF (Israel Defence Force) und trieb damit die Konfrontation auf ein höheres Level. Diese Herausforderung stellt Premierminister Benjamin Netanyahu und Stabschef Generalleutnant Gady Eisenkot vor drei sehr unangenehme Optionen:

  1. Sie hätten einen Ausweg aus diesem hochriskanten Showdown mit Moskau bis Montag suchen können. Aber dazu ist es jetzt zu spät. Shoigu schlug die Tür für einen leisen und ruhigen Ausweg zu. In jedem Fall kann Israel aber seine Luftoffensive gegen den Iran und die Anwesenheit dessen Proxies in Syrien gar nicht aufgeben, trotz des erhöhten Risikos einer Auseinandersetzung mit Russland, weil dies eine peinlichen Schlappe gegenüber dem Iran und der Hisb’ollah bedeuten würde. In Zukunft könnte die IDF jedoch vorsichtiger handeln und ihre Ziele mit größerer Umsicht auswählen.
  2. Sie könnten Moskaus Herausforderung zu einem elektronischen Duell annehmen. In früheren Begegnungen dieser Art kam Israel am besten weg. 1982 zerstörte die israelische Luftwaffe ein russisches Luftverteidigungsnetz, das von Russland im libanesischen Beqaa-Tal installiert wurde, und in jüngerer Vergangenheit, im Jahr 2007, aktivierten israelische Flugzeuge, bevor sie den iranisch-nordkoreanischen Plutoniumreaktor in Deir Ez-Zour zerstörten, ihr “Suter”-System und „blendeten“ das syrisch-russische Radar, das den Standort schützte. Russische Spezialisten für elektronische Kriegsführung haben seither nach Antworten auf die israelischen Blockade-Methoden gesucht, mussten aber feststellen, dass es schwierig ist, mit den ständigen Weiterentwicklungen Schritt zu halten.Diesmal könnte es aber anders sein. DEBKAfile berichtet, dass die neueste Herausforderung Russlands die Luftwaffe und Marine Israels überfordern könnte. Während sie sich bisher erfolgreich mit elektronischen Gegenspielern bei kleinen Zielen messen konnten, müssen sie nun ansehen, wie der russische Verteidigungsminister eine große Kampfarena von hunderten Kilometern Länge über Syrien hinweg, weiter über das östliche Mittelmeer für die neue Herausforderung ausbreitet. Israel fehlt es an operativer Erfahrung der elektronischen Kriegsführung in solch großem Umfang.
  3. Die israelische Armee IDF ist deutlich weniger besorgt wegen der kommenden Lieferung von S-300-Raketensystemen an Bashar al Assads Armee. Seit Jahren führt die IAF (Israelische Air Force) einen Kampf gegen diese Raketen-Batterien. Aber um diese massiven, russischen Blockaden über dem östliche Mittelmeer auszuschalten, muss Israel möglicherweise die Vereinigten Staaten um Hilfe bitten. Diese Anfrage könnte gestellt werden, wenn Netanyahu am Mittwoch, den 26. September, am Rande der UN-Generalversammlung in New York den Präsidenten Donald Trump trifft.

Quelle: connectiv.events

 


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