Politik

Rache ist Blutwurst – Skandal auf der Islamkonferenz!

2. Dezember 2018

Innenminister Horst Seehofer hat‘s zur Zeit über alle Maaßen schwer. Da muss er schon das Wahldebakel in Bayern verantworten, weil Mutti ihm das Ritter-Kostüm weggenommen hat, mit dem er doch als Retter und Kämpfer gegen die Flüchtlingsflut und die bösen Islamisten ins Feld ziehen wollte. Sogar Widerworte hat der Horst sich getraut, der Mutti zu geben und hat seinen Freund, den Hans-Georg, gegen Mutti in Schutz genommen. Aber dann hat der depperte Hans-Georg doch das Maul zu weit aufgerissen und deswegen war der Horst dann lieber mal brav.

Sogar eine Islamkonferenz hat er extra gemacht, aber wie man‘s macht, macht man’s falsch.

Da bemüht man sich, spielt sogar statt einer zünftigen Blasmusik im Hintergrund dös arabische Gedudel, dös grausliche, und das als Bayer. Und dann die Tafel: So scheee hams ois herg‘richtet und eingedeckt. Mit Kerzerln überall und a Mords-Büffääh hot‘s aaa gem. Mei, da denkt ma, ma hat ois recht g‘macht. Sogar für die Körndlfresser war genug dabei ..

Ja schon. Vegetarisch, vegan, Hühnchen, alles. Aber eben auch ein paar Platten mit Häppchen – und auch ein paar, bei denen Leberwurst und Blutwurst mit dabei waren. Ööha!, würde der bayrische Moslem jetzt sagen, denn das geht gar nicht. Erstens: Wurst aus Schweinefleisch ist allein schon haram, aber eine Wurst aus Schwein und dann noch mit Tierblut drin, das ist doppelharam mit drei Ausrufezeichen. Deshalb schächten ja die Muslime die Tiere, also schneiden ihnen lebendig die Kehle durch und lassen sie sterbend komplett ausbluten, damit sie kein Tierblut mehr im Fleisch haben. Das ist islamische Kultur und auch mittlerweile jedem dummen, primitiven, deutschen Köter bekannt.

Es sei nicht gut beleuchtet gewesen, heißt es und es hätte leicht passieren können, dass die geladenen, muslimischen Gäste aus Versehen nicht erkannt hätten, was sie da an Häppchen zu sich nehmen. Was wäre dann wohl passiert? Ja mei, hätte der Horst vielleicht gesagt, sie wer‘n scho ned platz‘n wie der Dracula vom Weihwasser.
Aber das löst das nun im Raum stehende Problem nicht.

Der Elefant im Raum, ein Raum, der überdies auch noch ein Porzellanladen der Meißen-Manufaktur ist, der Elefant im Raum heißt: Was zum Teufel hat das Innenministerium geritten, einen solchen Fauxpas zu begehen und das zum wiederholten Mal? War das Absicht und gegen die Muslime gerichtet?

Wenn es eine Veranstaltung gewesen wäre, wo unter anderem auch ein paar Muslime anwesend sind, dann wäre das in Ordnung gewesen. Dann sorgt man eben dafür, dass für jede Gruppe genügend da ist. Vegetarisch, Vegan, koscher, halal, Nussallergiker, glutenfrei – was so an gängigen religiösen, ideologischen oder gesundheitlichen Anforderungen gegeben ist. Da pappt man ein Schildchen dran, so dass jeder weiß, was genau da auf dem Buffet liegt. So schwer ist das nicht.

Bei einer Islamkonferenz muss man aber ernsthaft damit rechnen, dass da tatsächlich Muslime auftauchen. Also hätte man sich sehr wohl denken können, dass Schweinefleisch und insbesondere Blutwurst zu so einer Gelegenheit nicht so wirklich der Ropper sind. Zumal es die Male davor schon genauso schiefgegangen ist und es deswegen bereits Verstimmungen gab. Hat man wirklich so eine flache Lernkurve im Innenministerium?

Die Medien verdächtigen den armen Innenminister Horst Seehofer, die Leber- und Blutwursthäppchen sozusagen als bayerisch-kulinarische Sprenggürtel eingeschmuggelt zu haben. Man fragt sich, ob der Innenminister ein Zeichen setzten wollte: „War es eine mehr oder weniger versteckte Ansage nach dem Motto: Wir Nicht-Muslime lassen uns von euch nicht bestimmen, was auf den Teller kommt? Gar eine persönliche Botschaft von Horst Seehofer, der bekanntlich der Meinung ist, der Islam gehöre nicht zu Deutschland?“

Ach, nein, Innenminister Seehofer mag Schlachtplatte lieben, aber das wäre das erste Mal, dass er als politischer Selbstmord-Attentäter seine Polit-Karriere in die Luft jagen würde, bei aller Begeisterung für die deutsche Leberwurst.

Gehen wir einmal davon aus, dass die Speisenzusammenstellung nicht von Horst Seehofer persönlich überprüft und so beschlossen wurde. Gehen wir mal davon aus, dass da ein Sachbearbeiter, der sowas immer macht, an ein Catering-Unternehmen Ort, Zeit, Personenzahl und Anlass des Events übermittelt hatte. Dann kam wahrscheinlich, wie das so ist, der Speisenplan zum Abzeichnen ins Innenministerium.

Hier ist der einzige wahrscheinliche Punkt, an dem die Mission „Rache ist Blutwurst“ vielleicht ausgeheckt wurde.

Möglichkeit 1: Niemand hat sich was dabei gedacht. Machen wir ja immer so, ist für jeden was dabei, fertig. Nicht sehr wahrscheinlich, denn es hatte ja beim letzten Mal schon ziemlich Verstimmung gegeben. Da würde der dafür Zuständige im Innenministerium doch diesmal vorsichtshalber das „Schweinerne“ weglassen. So eine Zigarre holt man sich nicht zweimal ab.

Möglichkeit 2: Jemand im Innenministerium, der damit zu tun hat, hat das genau so bestellt und wollte dem armen Horsti eine reinbügeln. Derjenige kann sich jetzt kichernd die Hände reiben. Rache gelungen. Jedenfalls, solange er nicht als Verursacher entdeckt wird.

Möglichkeit 3: Jemand beim Caterer hat entweder die Zusatzbemerkung „Kein Schweinefleisch!“ übersehen oder der spezielle Anlass „Islamkonferenz“ wurde nicht übermittelt… oder da ist jemand beschäftigt, der die Wurststücke diabolisch grinsend auf die Platten hindekoriert hat. Weil er Muslime nicht mag, vielleicht. Oder weil er Seehofer nicht mag. Oder beides.


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