Migranten bringen “weiße Pest”: 48 Tuber­kulose-Infi­zierte an einer Gemein­schafts­schule in Karlsruhe

Die Tuber­kulose galt in Deutschland vor 10 Jahren noch als so gut wie aus­ge­rottet, seit einigen Jahren erlebt die töd­lichsten Infek­ti­ons­krankheit der Welt ein ful­mi­nantes Comeback. Das Robert Koch- Institut warnte im Oktober 2018 davor, diese anste­ckende Krankheit zu unter­schätzen. Die Zahl der TBC-Erkrankten in Deutschland bewege sich auf einem hohen Niveau, „Pro­bleme bereiten hohe Erkran­kungs­zahlen bei Migranten, resis­tente Erreger und die vielen offenen Lun­gen­tu­ber­ku­losen“, so das RKI in seinem „Bericht zur Epi­de­mio­logie der Tuber­kulose in Deutschland für 2017“.
In Bad Schönborn ist die Michael-Ende-Gemein­schafts­schule seit einer Woche mit einer regel­rechten Tuber­kulose-Epi­demie kon­fron­tiert. 48 Per­sonen sind mitt­ler­weile infi­ziert. Schon Anfang Juli berichtete der Land­kreis Karlsruhe von meh­reren TBC-Erkran­kungen, sowohl an der Michael-Ende-Schule, als auch an der Franz-Josef-Kuhn-Grund­schule in Bad Schönborn.
Inter­essant ist nicht nur der Fakt an sich, sondern die ganze Art, wie die Medien jetzt mit dem doch ziemlich alar­mie­renden Fall umgehen.
Man erinnere sich an die hys­te­ri­schen Mel­dungen über die letzte „Masern­epi­demie“ im April dieses Jahres. Der Spiegel war alar­miert: Seit Sil­vester 2018/19 haben sich in Deutschland mehr als 230 Men­schen mit Masern infi­ziert! Nord­rhein-West­falen war mit 92 Masern­fällen innerhalb von vier Monaten der Spitzenreiter.

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Bei ca. 80 Mil­lionen Ein­wohnern in Deutschland bedeuten 230 Masern­fälle etwa 0,0002875% der Bevöl­kerung. Aber die Republik war in Masern­panik, Schulen wurden geschlossen, Kino­be­sucher gewarnt, Prü­fungen fielen aus und es wurde die Zwangs­impfung gefordert. Dabei überlebt ein gesunder Mensch die Masern mit hoher Sicherheit. Das Risiko, an Masern zu sterben, liegt in Europa bei etwa 1:10.000. Von 10.000 Masern-Erkrankten stirbt einer.
Bad Schönborn hat 13.064 Ein­wohner. 48 TBC-Erkrankte in Schönborn sind dagegen ca. 0,369 Prozent der Bevöl­kerung und kaum jemand berichtet. Dabei führt die Tuber­kulose die welt­weite Sta­tistik der töd­lichen Infek­ti­ons­krank­heiten an. Jährlich werden in Deutschland etwa 6.000 Fälle regis­triert, davon enden ca. 100 Fälle tödlich, trotz aller medi­zi­ni­schen Fort­schritte. Das ent­spricht dem Ver­hältnis von 1:60. Vom 60 Tuber­kulose-Erkrankten stirbt einer.
Das ist ein wesentlich dra­ma­ti­scheres Ver­hältnis. Und trotzdem wird es kaum berichtet. Dabei haben die „Umge­bungs­un­ter­su­chungen“ des Gesund­heits­amtes erst ange­fangen. Jetzt erst wird sie auf alle Schüler der fünften bis neunten Klasse aus­ge­weitet. Es könnten also noch höhere Anste­ckungs­zahlen dabei her­aus­kommen. Ins­be­sondere dann, wenn das außer­schu­lische Lebens­umfeld des Pati­enten Nummer 1, einem Schüler der achten Klasse, durch­leuchtet würde.
Schlagen Ärzte und Behörden Alarm? Wird die Schule geschlossen? Wird eine Zwangs­impfung gegen TBC gefordert? Ruft der Landtag eine Son­der­sitzung ein? Nein. Im Gegenteil, es wird abge­wiegelt. Die töd­lichste Infek­ti­ons­krankheit der Welt, die „weiße Pest“ bricht in einer Schule aus und die Medien wiegeln ab.
Bei TBC gebe es drei Phasen: Die Anste­ckung, die Erkrankung und die offene Tuber­kulose. Erst in der dritten Phase sei der Erkrankte auch anste­ckend. Wie beru­higend. Dann hat der Acht­klässler der Michael-Ende-Gemein­schafts­schule also eine offene Tuber­kulose, mit der er in kür­zester Zeit fast 50 Men­schen ange­steckt hat. Laut Sta­tistik stehen die Chancen gut, dass einer davon die Krankheit nicht überlebt. Aber die Schule des­wegen zu schließen, sei unan­ge­messen, teilte ein Mit­ar­beiter des Gesund­heits­amtes mit.
Statt­dessen „ermutigt das Gesund­heitsamt zur Selbst­be­ob­achtung“. Zu den Sym­ptomen einer Tuber­kulose zählen Husten, Fieber und Erschöpfung, Gewichts­ab­nahme und Nachtschweiß.
Der Leiter der Abteilung Gesund­heits­schutz im Land­ratsamt Karlsruhe, Dr. Ulrich Wagner, sieht keinen Grund zur Sorge. Tuber­kulose sei sehr gut behan­delbar. Und im Übrigen könne die kör­per­eigene Abwehr die Tuberkel-Bak­terien „ganz gut in Schach halten“, sagte Wagner in einem Interview mit dem SWR.
„Sehr gut behan­delbar“ bedeutet eine sechs Monate lange Behandlung mit meh­reren Anti­biotika und ver­schie­denen, ziemlich starken Medi­ka­menten. Und das auch nur, wenn es nicht einer von den mul­ti­re­sis­tenten Bak­terien-Stämmen ist, die auch hier in Deutschland schon dia­gnos­ti­ziert wurden und nur durch Hohe Mehr­fach­me­di­ka­tionen von Mitteln mit üblen Neben­wir­kungen, wie Thia­ce­tazon möglich ist. Häu­figste Neben­wirkung der TBC-Medi­ka­mente – auch bei nor­malen TBC-Erkran­kungen — sind Poly­neu­ro­pa­thien, also viel­fache Nervenschäden.
Da nimmt die froh­gemute Abwie­gelung durch das Gesund­heitsamt doch Wunder. Und auch die Gelas­senheit der Presse, die flä­chen­de­ckend über­haupt nicht und lokal bemer­kenswert ent­spannt damit umgeht, erstaunt.
Während all­gemein die hohe Anzahl der Migranten ein­deutig als Grund des rasanten Ansteigen der Tuber­ku­lo­se­fälle und ‑anste­ckungen bekannt ist, wird in diesem Fall in beredter Ver­schwie­genheit aus­schließlich von „einem Schüler“ oder dem „Acht­klässler“ als Infek­ti­onsherd gesprochen. Wir „Rezi­pi­enten“ solcher Berichte sind es ja schon gewohnt, dass die Code­wörter „Män­ner­gruppen“ und „Jugend­liche“ eigentlich immer „Migranten“ bedeuten. Denn, wenn es keine Migranten waren, werden Übel­täter sofort pla­kativ als Deutsche iden­ti­fi­ziert, wobei es sich auch dann bis­weilen aber tat­sächlich um Deutsche mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund handelt. Die Art der Bericht­erstattung in diesem Fall, die offen­sicht­liche, unbe­gründete Ver­harm­losung der hoch­ge­fähr­lichen Tuber­kulose, das Abwiegeln und das bemühte Ver­schweigen eines mög­lichen Migra­ti­ons­hin­ter­grundes des „Acht­klässlers“ lassen Uner­freu­liches ahnen.
Wie sagte schon Herr de Mai­zière? „Ein Teil der Ant­worten könnte die Bevöl­kerung verunsichern.“