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Migranten bringen „weiße Pest“: 48 Tuberkulose-Infizierte an einer Gemeinschaftsschule in Karlsruhe

15. Juli 2019

Die Tuberkulose galt in Deutschland vor 10 Jahren noch als so gut wie ausgerottet, seit einigen Jahren erlebt die tödlichsten Infektionskrankheit der Welt ein fulminantes Comeback. Das Robert Koch- Institut warnte im Oktober 2018 davor, diese ansteckende Krankheit zu unterschätzen. Die Zahl der TBC-Erkrankten in Deutschland bewege sich auf einem hohen Niveau, „Probleme bereiten hohe Erkrankungszahlen bei Migranten, resistente Erreger und die vielen offenen Lungentuberkulosen“, so das RKI in seinem „Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2017“.

In Bad Schönborn ist die Michael-Ende-Gemeinschaftsschule seit einer Woche mit einer regelrechten Tuberkulose-Epidemie konfrontiert. 48 Personen sind mittlerweile infiziert. Schon Anfang Juli berichtete der Landkreis Karlsruhe von mehreren TBC-Erkrankungen, sowohl an der Michael-Ende-Schule, als auch an der Franz-Josef-Kuhn-Grundschule in Bad Schönborn.

Interessant ist nicht nur der Fakt an sich, sondern die ganze Art, wie die Medien jetzt mit dem doch ziemlich alarmierenden Fall umgehen.

Man erinnere sich an die hysterischen Meldungen über die letzte „Masernepidemie“ im April dieses Jahres. Der Spiegel war alarmiert: Seit Silvester 2018/19 haben sich in Deutschland mehr als 230 Menschen mit Masern infiziert! Nordrhein-Westfalen war mit 92 Masernfällen innerhalb von vier Monaten der Spitzenreiter.

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Bei ca. 80 Millionen Einwohnern in Deutschland bedeuten 230 Masernfälle etwa 0,0002875% der Bevölkerung. Aber die Republik war in Masernpanik, Schulen wurden geschlossen, Kinobesucher gewarnt, Prüfungen fielen aus und es wurde die Zwangsimpfung gefordert. Dabei überlebt ein gesunder Mensch die Masern mit hoher Sicherheit. Das Risiko, an Masern zu sterben, liegt in Europa bei etwa 1:10.000. Von 10.000 Masern-Erkrankten stirbt einer.

Bad Schönborn hat 13.064 Einwohner. 48 TBC-Erkrankte in Schönborn sind dagegen ca. 0,369 Prozent der Bevölkerung und kaum jemand berichtet. Dabei führt die Tuberkulose die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. Jährlich werden in Deutschland etwa 6.000 Fälle registriert, davon enden ca. 100 Fälle tödlich, trotz aller medizinischen Fortschritte. Das entspricht dem Verhältnis von 1:60. Vom 60 Tuberkulose-Erkrankten stirbt einer.

Das ist ein wesentlich dramatischeres Verhältnis. Und trotzdem wird es kaum berichtet. Dabei haben die „Umgebungsuntersuchungen“ des Gesundheitsamtes erst angefangen. Jetzt erst wird sie auf alle Schüler der fünften bis neunten Klasse ausgeweitet. Es könnten also noch höhere Ansteckungszahlen dabei herauskommen. Insbesondere dann, wenn das außerschulische Lebensumfeld des Patienten Nummer 1, einem Schüler der achten Klasse, durchleuchtet würde.

Schlagen Ärzte und Behörden Alarm? Wird die Schule geschlossen? Wird eine Zwangsimpfung gegen TBC gefordert? Ruft der Landtag eine Sondersitzung ein? Nein. Im Gegenteil, es wird abgewiegelt. Die tödlichste Infektionskrankheit der Welt, die „weiße Pest“ bricht in einer Schule aus und die Medien wiegeln ab.

Bei TBC gebe es drei Phasen: Die Ansteckung, die Erkrankung und die offene Tuberkulose. Erst in der dritten Phase sei der Erkrankte auch ansteckend. Wie beruhigend. Dann hat der Achtklässler der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule also eine offene Tuberkulose, mit der er in kürzester Zeit fast 50 Menschen angesteckt hat. Laut Statistik stehen die Chancen gut, dass einer davon die Krankheit nicht überlebt. Aber die Schule deswegen zu schließen, sei unangemessen, teilte ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit.

Stattdessen „ermutigt das Gesundheitsamt zur Selbstbeobachtung“. Zu den Symptomen einer Tuberkulose zählen Husten, Fieber und Erschöpfung, Gewichtsabnahme und Nachtschweiß.

Der Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz im Landratsamt Karlsruhe, Dr. Ulrich Wagner, sieht keinen Grund zur Sorge. Tuberkulose sei sehr gut behandelbar. Und im Übrigen könne die körpereigene Abwehr die Tuberkel-Bakterien „ganz gut in Schach halten“, sagte Wagner in einem Interview mit dem SWR.

„Sehr gut behandelbar“ bedeutet eine sechs Monate lange Behandlung mit mehreren Antibiotika und verschiedenen, ziemlich starken Medikamenten. Und das auch nur, wenn es nicht einer von den multiresistenten Bakterien-Stämmen ist, die auch hier in Deutschland schon diagnostiziert wurden und nur durch Hohe Mehrfachmedikationen von Mitteln mit üblen Nebenwirkungen, wie Thiacetazon möglich ist. Häufigste Nebenwirkung der TBC-Medikamente – auch bei normalen TBC-Erkrankungen – sind Polyneuropathien, also vielfache Nervenschäden.

Da nimmt die frohgemute Abwiegelung durch das Gesundheitsamt doch Wunder. Und auch die Gelassenheit der Presse, die flächendeckend überhaupt nicht und lokal bemerkenswert entspannt damit umgeht, erstaunt.

Während allgemein die hohe Anzahl der Migranten eindeutig als Grund des rasanten Ansteigen der Tuberkulosefälle und -ansteckungen bekannt ist, wird in diesem Fall in beredter Verschwiegenheit ausschließlich von „einem Schüler“ oder dem „Achtklässler“ als Infektionsherd gesprochen. Wir „Rezipienten“ solcher Berichte sind es ja schon gewohnt, dass die Codewörter „Männergruppen“ und „Jugendliche“ eigentlich immer „Migranten“ bedeuten. Denn, wenn es keine Migranten waren, werden Übeltäter sofort plakativ als Deutsche identifiziert, wobei es sich auch dann bisweilen aber tatsächlich um Deutsche mit Migrationshintergrund handelt. Die Art der Berichterstattung in diesem Fall, die offensichtliche, unbegründete Verharmlosung der hochgefährlichen Tuberkulose, das Abwiegeln und das bemühte Verschweigen eines möglichen Migrationshintergrundes des „Achtklässlers“ lassen Unerfreuliches ahnen.

Wie sagte schon Herr de Maizière? „Ein Teil der Antworten könnte die Bevölkerung verunsichern.“

 

 


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