Wikipedia (Wikipedia-Landtagsprojekt Thüringen), Olaf Kosinsky, Link zum Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/2016-02-25_Plenum_im_Th%C3%BCringer_Landtag_by_Olaf_Kosinsky-11.jpg Bildlizenz: CC BY-SA 3.0 DE
Politik

Björn Höckes „ZDF-Eklat“ und die Folgen – Wenn das linke Staatsfernsehen seine eigene Blamage postet

18. September 2019
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Björn Höcke ist ein Politiker, an dem sich auch im konservativen Lager die Geister scheiden. Meine Kragenweite ist er auch nicht. Nur, was sich beim ZDF zugetragen hat, ist von einem Niveau, das man kaum noch unterkellern kann.

Das ZDF hatte ihn zu einem 10 bis 12-minütigen Interview zu den bundespolitischen Auswirkungen der Landtagswahlen in den neuen Bundesländern gebeten und offenbar in der Einladung auch erwähnt, es werde um „Sprache“ gehen. Was dann tatsächlich gemacht wurde, kann man durchaus als abgefeimtes und heimtückisches Verhalten bezeichnen. Es ging nämlich ausschließlich um Sprache. Um dem Ganzen einen Aufhänger zu verschaffen, wurden AfD-Politikern im Vorfeld Zitate vorgelesen, von denen sie beantworten sollten, ob sie aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“ stammen oder aus dem Buch von Björn Höcke. Die Zitate waren (sehr sicher absichtlich) relativ uninteressant, ohne jeden Gewaltaufruf, Hetze oder erkennbaren Nazismus und hätten in dieser Diktion und Sprachwahl auch von damaligen SPD- oder Zentrumspolitikern stammen können. Denn damals fanden sich in diesen Parteien durchaus Patrioten:

„Einigkeit und Recht und Freiheit – dieser Dreiklang aus dem Liede des Dichters gab in Zeiten innerer Zersplitterung und Unterdrückung der Sehnsucht aller Deutschen Ausdruck; er soll auch jetzt unseren harten Weg zu einer besseren Zukunft begleiten.“

(Friedrich Ebert (SPD), Rede zum dritten Jahrestag der Weimarer Verfassung)

Die AfD-Politiker reagierten meistens mit Lachen und sagten fast alle, sie hätte weder das eine nochdas andere Buch gelesen. Allein, dass sie diese wenig besagenden Sätze nicht zuordnen wollten, war den Leuten vom ZDF schon ein Beweis dessen, dass zwischen Adolf Hitlers und Björn Höckes Sprache kein Unterschied sei und Herr Höcke damit als Nazi überführt. Dümmer geht‘s nimmer.

 

Erstaunlich war, wie ruhig und besonnen Björn Höcke blieb. Man sah ihm zwar an, dass er von der Unverschämtheit, ihm mit aller Gewalt Nazi-Diktion anzuhängen genervt war, aber er behielt die Façon. Der Versuch wurde penetrant wiederholt und entsprechend macht auch ein „Meme“ die Runde:

Irgendwann hatte Björn Höcke dann sichtlich genug und sein Pressemensch griff ein und beschwerte sich über die ganze infame Art und Weise, wie ein Interview über die bundespolitischen Auswirkungen der Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen zu einem unfairen Verhör über Wörter, wie „Lebensraum“ und „entartet“ als Nazisprache ausartete. Björn Höcke wandte richtigerweise ein, dass in jeder Diskussion über Naturschutz der „Lebensraum der Rotmilane“ oder Fledermäuse etc. pp. Thema sei, ohne dass diese Tiere einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion planen, aber vergeblich. Es war offensichtlich Aufgabe des Interviewers, Björn Höcke mit allen Mitteln zu diskreditieren. Diese 14 Minuten sollte man sich antun, da setzt schon Fremdschämen für die eigenen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ein.

 

Dann aber kommt der absolute Höhepunkt der Infamie. Man diskutiert nun, nach der Intervention durch den Pressebeauftragten der AfD, ob das Interview nun abgebrochen wird oder nicht. Man will von Seiten der AfD einen Neuanfang, da Björn Höcke sich dann besser auf die Fragen einstellen könne. Nein, es gebe keinen Neuanfang, das mache man grundsätzlich auch nicht mit anderen Politikern. Sicher, das stimmt wahrscheinlich, nur werden die Politiker der etablierten Parteien nicht so heimtückisch und absolut böswillig attackiert.

Björn Höcke sagt nun auf einmal nach dem ganzen Hin und Her (wörtliche Mitschrift!):

„Passen sie auf: Dann haben wir ein manifestes Problem, und dann wird das entsprechende Konsequenzen haben. Ich kann Ihnen sagen, dass das massive Konsequenzen hat: In der vertraulichen Zusammenarbeit zwischen Politiker und Journalist. Es geht doch darum, und das spüren Sie doch auch, dass wir mittlerweile in einem Stadium angekommen sind, wo Politiker und Journalisten nicht mehr offen miteinander reden können, weil man das Gefühl hat als Politiker – jedenfalls als AfD-Politiker – dass der Journalist nicht mehr neutral ist, sondern dass er irgendwie einen politischen Auftrag exekutiert.“

Das ist sprachlich zwar ziemlich ungeschickt, dennoch eine vollkommen richtige Analyse der Stimmungslage und des Sentiments, das in der Bevölkerung sehr weit verbreitet ist, auch unter Nicht-AfD-Wählern. Was machen die Medien daraus? Sie melden Schlagzeilen wie: „Höcke droht ZDF-Reporter mit ‚massiven Konsequenzen‘“ oder „AfD-Mann Höcke bricht ZDF-Interview ab – mit einer Drohung“ usw. usf.

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Die Diskussion, ob nun das „Interview“ beendet wird oder nicht, geht noch ein paar Minuten weiter. Darauf entspinnt sich diese Konversation:

Björn Höcke: „Passen Sie auf: Wir beenden das Interview. Nur, dann ist klar… wir wissen nicht, was kommt. Dann ist klar, dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird.“

ZDF: „Ist das eine Drohung?“

Björn Höcke: „Nein! Das ist nur eine Aussage, weil ich auch nur ein Mensch bin. Ich bin auch nur ein Mensch.“

ZDF: „Und was könnte kommen? Wenn Sie sagen, wir wissen nicht, was kommt?“

Björn Höcke: „Vielleicht werde ich auch mal eine interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein.“

Das Ganze wird in den Mainstreammedien so dargestellt, als habe Björn Höcke dem ZDF-Inquisitor damit gedroht, dass der Vorfall mit dem abgebrochenen „Interview“ für ihn (den ZDF-Inquisitor) persönlich „massive Konsequenzen“ haben werde, WEIL er, Björn Höcke, ja einmal Macht haben würde und sich an dem unfairen Interviewer rächen werde.

Was komplett an den Haaren herbeigezogen ist.

Wieder einmal hat sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk als böswillig, unsachlich und als Schande für den Berufsstand des Journalisten geoutet.

Das Einzige, was man Björn Höcke wirklich vorwerfen muss ist, dass er so bodenlos naiv war zu glauben, dass er bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten anständig und nach den Regeln des Journalismus behandelt werden würde.

Wer allerdings tatsächlich glasklar davon redet, man müsse „diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat“, ist der ach-so-gute Herr Grönemeyer. Hätten Sie diese Aussage eher Herrn Grönemeyer oder Herrn Hitler zugeschrieben?

„Wenn der Tag kommt, an dem die Frage auftaucht: Deutschland oder die Verfassung, dann werden wir Deutschland nicht wegen der Verfassung zugrunde gehen lassen.“

Zitat Friedrich Ebert (SPD),
überliefert von Otto Geßler: Reichswehrpolitik in der Weimarer Zeit.

 


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