Politik

Seine Königliche Hoheit, Georg Friedrich Prinz von Preußen, möchte seine Schlösser wieder

16. Oktober 2019

Das „Neue Deutschland“ nörgelt erwartungsgemäß los: „Herr Prinz von Preußen ist streng genommen gar kein Prinz“. Wer hätte auch etwas anderes von diesem Medium erwartet?

Nun ja, Ihr lieben Roten, der Adel und seine Privilegien sind seit 1919 abgeschafft? Klar. Warum auch nicht? Kann man ja einfach so mal beschließen. Genauso, wie Ihr den lieben Gott abgeschafft habt. Das interessiert den nur nicht… und die Adelshäuser interessiert das auch nicht wirklich.

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Seht mal, die Geschichte lehrt ein anderes. Zum Beispiel einer der Vorgänger von Herrn „Prinz-von-Preußen“, der Herr Friedrich-von-Staufen, aka Stauferkaiser Friedrich II, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, war in seiner Kindheit verwaist und vorübergehend sehr wahrscheinlich ein armer Gassenjunge, den ein paar treue Diener versteckten, um sein Leben vor Mordanschlägen seiner eigenen Verwandtschaft zu schützen. Einige seiner ruhmreichen Anverwandten hatten nämlich selbst Ambitionen auf den Kaiserthron. Man streute sogar Gerüchte, Friedrichs Vater sei gar nicht Kaiser Heinrich, sondern irgendein Metzger, um den Thronanspruch des Kronprinzen auszuhebeln. Und doch hat dieser Mann Weltgeschichte als Kaiser eines großen Reiches geschrieben, war eine absolute Ausnahmepersönlichkeit und einer der berühmtesten Herrscher der abendländischen Geschichte. Also aufgepasst, ein kaiserliches Geblüt schafft man nicht einfach ab, nur weil das nicht in die rote Weltsicht passt.

Als es noch einen Kaiser in Deutschland gab, hat übrigens auch die SPD damals, im Jahr 1914 beschlossen, nicht als „vaterlandslose Gesellen“ im Angesicht des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges in die Geschichte einzugehen und stellte sich auf die Seite des Deutschen Kaisers Wilhelm II, der dies mit dem Spruch quittierte „Ich kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche!“.

Im Spiegel mäkelt Herr Stefan Kuzmany herum, dass die Hohenzollern nun wieder Ansprüche auf die von den Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg enteigneten Besitztümer anmelden. Nicht nur das, das Oberhaupt der „Prinz-von-Preußen“-Sippe fordert auch noch ein unbegrenztes, kostenloses Wohnrecht im Schloss Cecilienhof oder einem anderen, angemessenen, ehemaligen Anwesen der Kaiserfamilie. Unverschämtheit.

Herr Kuzmany verfällt darob in schriftliche Schnappatmung. Lieber Leser, raten Sie mal, was er als erstes an Vorwürfen und Schuldzuweisungen auspackt und dem 1976 geborenen Prinz von Preußen um die Ohren haut?

Genau: Unter seinen Vorfahren waren welche, die mit den Nazis sympathisierten. Sehr originell und ist ja ansonsten nirgendwo vorgekommen. Wussten Sie, dass Mahatma Gandhi einen Brief an Adolf Hitler mit der Anrede „Lieber Freund“ schrieb? Wussten Sie, dass Edward, Prince of Wales und Thronfolger des Vereinten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, Kaiser von Indien in spe, viele herzliche und von großer Sympathie getragene Briefe an Adolf Hitler schrieb?

Aber Herr Kuzmany hat grundsätzlich etwas gegen den Adel:

„Adel? Eine Plage für Land und Leute – Tatsächlich ist es aber so: Der Adel ist im Allgemeinen, die Hohenzollern ganz speziell sind seit jeher eine Plage für Land und Leute. Ihren Reichtum haben sie wie alle sogenannten Edelleute durch Unterdrückung der Bevölkerung zusammengerafft. In der sowjetischen Besatzungszone ist Unrecht geschehen, die Enteignung der Nachfahren dieser ausbeuterischen Warlords zählt jedoch gewiss nicht dazu.“

Ach, tatsächlich? Und heute ist es anders? Die heutigen Republiken und Demokratien führen keine Kriege? Wer zieht uns denn heute das Fell über die Ohren? Wer erwürgt uns denn heute mit Steuern, Vorschriften, Maulkörben, Politischer Korrektheit, Strafzahlungen und Abgaben. Wohin wir uns auch wenden, was wir auch erarbeiten, verkaufen oder kaufen wollen, ja sogar beim Vererben von bereits mehrfach versteuertem Vermögen, beißt der liebe Staat überall einen gewaltigen Brocken weg:

  • Mineralölsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Sektsteuer
  • Biersteuer
  • Branntweinsteuer
  • Alkopopsteuer
  • Abgeltungssteuer
  • Einkommenssteuer
  • Vermögenssteuer
  • Kapitalertragsteuer
  • Erbsteuer, Kaffeesteuer
  • Spielbankabgabe
  • Wett- und Lotteriesteuer
  • Luftverkehrssteuer
  • Feuerschutzsteuer
  • Schankerlaubnissteuer
  • Kinosteuer (Vergnügungssteuer)
  • Kraftfahrzeugsteuer
  • Tabaksteuer
  • Umsatzsteuer
  • Mehrwertsteuer
  • Tanzsteuer (Vergnügungssteuer)
  • Finanztransaktionssteuer
  • Einfuhrumsatzsteuer
  • Aktiensteuer
  • Grundsteuer
  • Jagd- und Fischereisteuer
  • Gewerbesteuer
  • Grunderwerbssteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Kirchensteuer
  • Schenkungssteuer
  • Hundesteuer
  • Zwischenerzeugnissteuer
  • Ökosteuer (im Strompreis enthalten)
  • Versicherungsteuer
  • Importsteuer
  • Zölle
  • Zweitwohnungssteuer
  • (bald auch noch) CO2-Steuer

usw. usf.

So eine brutale Abzocke gab es unter dem Deutschen Kaiser nicht:

„Auch im deutschen Kaiserreich, welches ja gemeinhin in der Vorstellung der bundesdeutschen Bürger ein Hort der Unfreiheit, der Ausbeutung und des Duckmäusertums war, hütete man sich, die Einkünfte der Untertanen allzu stark zu besteuern. Nach der Steuerreform von Johannes von Miquel im Jahre 1893 lag der Einkommensspitzensteuersatz bei vier (!!) Prozent und wurde erst ab 100.000 Mark Jahreseinkommen erhoben.“

Wir würden heute über solche Steuersätze jubeln. Der Bürger und Souverän gibt heute mit Einkommenssteuern und Sozialabgaben etwa die Hälfte seines Einkommens an den Staat ab. Aber das ist ja noch lange nicht alles. Dazu kommen ja auch noch die Mehrwert- und viele andere Steuern (siehe oben). Da bleibt oft deutlich weniger als die Hälfte übrig.

Aus der Jubiläumsausgabe der Deutschen Bundesbank 1975:

Arbeitslosigkeit und Steuern im deutschen Kaiserreich von 1895 bis 1913 Im Kaiserreich entstanden jedes Jahr 375.000 neue Arbeitsplätze, hunderte von Schulen und zehntausend Krankenhäuser. Die Deutsche Bundesbank schrieb 1975 in ihrer Jubiläumsschrift (Seite 31): Die jährliche Arbeitslosigkeit überstieg zwischen 1895 und 1913 lediglich in den Jahren 1901 und 1902 die Grenze von 3 Prozent und sank in den konjunkturellen Boomjahren auf etwa 1 Prozent ab.

Auf alle Erwerbspersonen umgerechnet, waren demzufolge im schlechtesten Jahr 1,5 Prozent arbeitslos. So wurde anders als in dem schon von erheblich höherer Arbeitslosigkeit betroffenen England Arbeitslosigkeit noch nicht als wirtschafts- und sozialpolitisches Hauptproblem angesehen.

Die steuerlichen Höchstsätze stellten sich auf 5 Prozent, bzw. für Aktiengesellschaften auf 6 Prozent. Auch bei einem hohen Kommunalzuschlag von beispielsweise 200 Prozent, betrug die Belastung für einer natürlichen Person mit 100,000 Goldmark Einkommen: 4 Prozent Staatssteuern, dazu 200 Prozent Gemeindezuschlag = 8 Prozent und 25 Prozent Staatssteuerzuschlag = 1 Prozent, alles zusammen demnach 13 Prozent. Bei Aktiengesellschaften 14 Prozent.

Damit haben sie einen Staat finanziert. Das muss man sich in heutiger Zeit mal vorstellen, wo einem alles nur weggenommen wird, wo steigende (Versteckte) Steuern und Abgaben erforderlich sind. Da ist es schon eigenartig, dass unsere Bürger sich das so gefallen lassen. Arme mussten gar nichts bezahlen – allerdings bei drittklassigem Wahlrecht.“

 100.000 Deutsche Goldmark waren eine Menge Geld. Wieviel, darauf gibt Wikipedia einen Hinweis:

Umrechnungshinweise (Kaufkraft) laut Hamburger Staatsarchiv und Statistischem Bundesamt (Quelle Fredrik Matthaei[1]):

  • 1 Goldmark (1873–1899) = 9,86 Euro
  • 1 Goldmark (1900–1912) = 5,17 Euro
  • 1 Goldmark (1913/14) = 4,87 Euro
  • 1 Papiermark (1915) = 3,73 Euro

Also zu Kaisers Zeiten etwa zwischen 800.000 und 500.000 heutiger Euro.
steuerfrei. Noch Fragen?

Und noch etwas zu den „schrecklichen“ Kaiserjahren aus Wikipedia:

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„Die Periode der „Goldmark“ von 1871 bis Ende Juli 1914 gilt als relativ geldwertstabil. Dies lag unter anderem daran, dass eine Papiergeldinflationierung anfangs durch den ‚Goldanker‘ gebremst wurde. Durch die Kreditgeldschöpfung der Banken und die Buchgeldzunahme wurde dies jedoch ab ca. 1900 zunehmend unterlaufen. Andererseits hätte eine konsequente Einhaltung bzw. Übertragung des „Goldankers“ auch in Bezug auf die Geldschöpfung deflationistische Auswirkungen erzeugt, da die verfügbare Goldmünzmenge wesentlich langsamer als die anderen Waren- und Dienstleistungsmengen aufgrund der allgemeinen Industrialisierung anstieg. Der gemittelte Inflationsindex von 1871 bis 1895 lag bei etwa null Prozent (bei allerdings relativ großen Preisschwankungen); 1895 hatte die Goldmark also die gleiche Kaufkraft wie 24 Jahre zuvor.“

Das alles führt dazu, dass der Gedanke, wieder einen Kaiser als Staatsoberhaupt zu haben, wieder die gute, alte Zeit zurückzuholen, bei sehr vielen ein wehmütiges Lächeln ins Gesicht zaubert, statt Entsetzen hervorzurufen. Die Sehnsucht nach stabilen Verhältnissen und einer väterlichen, treusorgenden Führungsfigur, nach Ordnung, Gerechtigkeit und Ruhe wächst in einem großen Teil der Europäer stark an. Wenn es eine königliche Hochzeit oder ein tief blaublütiges Baby anzuschauen gibt, hängen die Leute begeistert vor dem Fernseher oder jubeln vor den Kathedralen. Die Faszination ist ungebrochen und Könige und Kaiser haben tiefere Wurzeln in den Herzen der Menschen, als es der Berliner Republik lieb ist.

Und, sieh an, wir haben ihn ja, den legitimen Thronerben. Er könnte ja. Und wer sagt, dass er nicht doch vielleicht wieder dem Ruf der wechselhaften Geschichte Folge leisten würde, riefe sie denn?

Der bescheidene, ruhige Herr Prinz-von-Preußen, seine Familie und deren Geschichte erfreuen sich jedenfalls regen Zuspruches. Die Seite des Adelsgeschlechtes www.preussen.de verzeichnet stabil hohe Besucherzahlen 7000 Besucher zählt sie pro Tag und jeden Tag gibt es viele Zuschriften.

Die Verhandlungen über die Rückgabe von Hunderten Kunstwerken und Kostbarkeiten laufen schon seit Jahren zwischen der Bundesrepublik und dem Haus Hohenzollern. Doch erst kürzlich meldete Seine Königliche Hoheit – ebenjener Herr Prinz-von-Preussen – den Anspruch auf ein Wohnrecht in einem Hohenzollernschloss für die Familie an. Gibt es vielleicht demnächst Gründe, warum die alte Kaiserfamilie eine angemessene Residenz braucht?


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