Gesundheit, Natur & Spiritualität

Hochbeet: Wie man sich selbst aus dem kleinsten Garten versorgen kann

17. April 2020

Die Seite Agrarheute.com ist immer gut informiert über die Lebensmittelerzeugung, über Im- und Export und über die aktuellen Entwicklungen in Deutschland. Wer zurzeit einmal den Überblick über die Seite liest, kommt ins Grübeln. Um die traumwandlerische Sicherheit der Lebensmittelversorgung, wie wir sie gewöhnt sind, ist es zukünftig wohl nicht so gut bestellt. Es könnte zu Engpässen und Verteuerungen kommen, denn im Zusammenhang mit den Wirtschaftseinbrüchen durch Corona, besonders in der Landwirtschaft, sorgen sich die Länder dieser Erde in erster Linie um sich selbst. 

Präsident Trump will Milch und Fleisch für Milliarden Dollar für die USA einkaufen, die deutsche Getreideernte ist durch den strohtrockenen März und April bedroht, die Bauern stehen wegen der Corona-Krise „im Sturm“, Reisexportierende Länder, wie Thailand, Vietnam, China und Kambodscha schrauben ihre Exporte zurück, um Reserven für das eigene Land anzulegen und horten Lebensmittel. Russland stoppt den Export von Getreideprodukten. Die Erntehelfer für die Spargelbauern konnten nur nach heftigen Protesten der Bauern doch noch eingeflogen werden.

Wir kannten bisher leere Regale in den Supermärkten nicht. Wer hat in den letzten Wochen ganz normales Mehl bekommen? Oder Zucker? Selbst wenn mal eine Charge gekommen war, durfte man maximal 2 Packungen mitnehmen. Oder Hefe? Keine Chance. Werden wir uns auf Lebensmittelknappheiten und höhere Preise einstellen müssen? Und wie sieht es mit frischem Gemüse aus? Wer nicht auf dem Land wohnt und einen Riesengarten hat, der hat keine Chance, sich selbst zu versorgen?

Falsch. Das geht und zwar sogar recht gut auf Balkon oder Terrasse und in jedem kleinen Garten. Es heißt nur „gewusst wie“.

Die beste Methode ist eigentlich eine sehr alte: Das Hochbeet 

Das Beste: Auch wenn Sie keinen richtigen Garten haben, aber irgendwo eine Fläche von etwa zwei mal zwei Metern, können Sie schon loslegen. Ein Hochbeet lässt sich auch auf Terrasse oder Balkon anlegen, im Vorgarten oder auf einem ungenutzten Eckchen, an der Hauswand oder Garage – überall, wo es Ihnen keiner verbieten kann und wo Sonne hinkommt.

Auch, wenn Sie einen Garten oder ein Vorgärtchen haben, dessen Bodenqualität für Gemüse nicht ausreicht – der Untergrund ist gleichgültig. Solange es ein Plätzchen ist, an dem Sie einen Kasten ins Sonnenlicht stellen können, werden Sie etwas erwirtschaften!

Schon in mittelalterlichen Bauern- und Klostergärten war die Urform des Hochbeetes verbreitet, das Hügelbeet. Das Wissen, mit welchen Methoden viel früher und üppiger Gemüse aller Art geerntet werden kann, gibt es schon lange, es ist nur weitgehend verloren gegangen. Die verbesserte Methode, das Hochbeet, ist unter Hobbygärtnern und Anfängern der Geheimtipp, der allerdings immer mehr Freunde findet. Denn das Hochbeet ist ganz besonders unter dem Aspekt der Krisenzeiten ein „Ei des Kolumbus“ – aber auch sonst ein lohnenswertes Projekt für jeden, der ganz einfach frisches Gemüse und Kräuter zur gesunden Ernährung selbst ziehen will.

Diese Form des Gemüseanbaus hat sich bewährt. Sie erleichtert das Gärtnern, vermeidet viele Möglichkeiten der Missernte und bietet viele Vorteile. Und ein Hochbeet sieht auch noch hübsch aus im Garten. Auch für absolute Anfänger ist diese Anbaumethode geeignet.

Was ist nun Besonderes an einem Hochbeet?

Der Kasten, in dem Sie das Hochbeet anlegen, wird in einer erprobten Reihenfolge mit Holz-, Küchen- und Gartenabfällen befüllt. Er ist im Prinzip eine Art Komposthaufen „andersherum“, in dem die frischen, pflanzlichen Abfälle unten, unter der oberen, fruchtbaren Erdschicht verrotten. Dieser Zerfallsvorgang unten produziert Wärme, durch die die Pflanzen sozusagen von unten beheizt werden. Sie wachsen daher früher und besser und tragen länger. Die erste Ernte kann bis zu sechs Wochen früher eingefahren und weiter in den Herbst hinausgeschoben werden. Das steigert den Ertrag deutlich!

Die Pluspunkte eines Hochbeetes:

  • Das Verrotten unten im Kasten erzeugt nicht nur Wärme, sondern am Ende auch fruchtbare Erde, deren Nährstoffe den Gemüsepflanzen nach und nach zur Verfügung gestellt werden. Sie haben reichere Ernten als auf normalen Gartenbeeten.
  • Noch ein Vorteil: Sie können alle Ihre pflanzlichen Küchenabfälle wunderbar dazu nutzen. Anstatt die Mülltone zu füllen, machen Sie beste Komposterde daraus.
  • Sie sind nicht von irgendeiner Bodenqualität abhängig. Wühlmäuse, Maulwürfe, Kaninchen und andere Schädlinge vernichten Ihre schöne Gemüseernte nicht.
  • Sogar Schnecken kommen nicht so leicht an Ihre leckeren Gemüsepflanzen (hier gibt es aber einiges zu beachten!)
  • Sie müssen beim Bearbeiten nicht auf dem Boden herumknieen, schonen Ihren Rücken und Ihre Gelenke. Besonders für ältere Personen ist das wichtig.
  • Es kommt erfahrungsgemäß auch weniger Unkraut hoch. Meistens verbreiten sich Unkräuter durch Ableger, die nicht in den Hochbeetkasten gelangen können, oder durch Flugsamen, die weniger oft auf der Hochbeeterde landen, weil sie meistens flach über dem Boden verteilt werden. Aber auch das Unkraut, was eingetragen wird, können Sie mühelos entfernen. Sie müssen sich nicht bücken und die weiche Erde des Hochbeetes erleichtert auch das Herausziehen des Unkrautes.

Woraus baue ich nun ein Hochbeet?

Natürlich lassen sich die Hochbeete auch als fertige Bausätze in allen möglichen Preisklassen aus dem Internet bestellen oder im Gartenmarkt kaufen. Das ist jedoch nicht billig

Man kann es aber ganz leicht selber bauen. Auch hier gibt es verschiedene Anleitungen im Internet. Nicht alle taugen viel.

Ein erster Selbstversuch vor einigen Jahren mit im Netz angepriesener Kaninchendrahtumzäunung, die an Holzpfähle genagelt als Behältnis diente, ist zwar sehr preiswert, aber keine gute Idee. Das Ganze verbog sich, wölbte aus und verlor vollkommen die Form, trocknete viel zu schnell aus und die Erde bröselte zwischen den Maschen heraus. Außerdem geht dadurch zu viel der Verrottungswärme verloren – und damit ein entscheidender Vorteil des Hochbeetes.

Empfehlenswert sind Kästen aus Holz. Am widerstandsfähigsten ist das von Natur aus ölhaltige Lärchenholz oder Akazienholz, denn die Feuchtigkeit, die Organismen und die Wärme im Hochbeet befördern auch eine Verrottung des Holzes. Druckimprägniertes Holz hält ebenfalls einige Jahre länger als rohes Holz.

Wenn man eine Charge Fehlfarben oder zweite Wahl Terrassendielen in einem Bau- und Gartenmarkt für wenig Geld bekommt, ist das ideal.

Auch Blech- oder Betonplatten sind geeignet und halten sehr lang, sehen nur nicht besonders schön aus. Stapelbare Garten-Betonsteine dagegen sind eine ansehnliche und auch haltbare Lösung und sehr unkompliziert, wenn man nach sechs bis acht Jahren die Erde des Hochbeetes austauschen sollte.

Stein ist eine sehr gute Lösung. Wer also Ziegelsteinwände oder eine Trockenmauer als Behältnis errichten möchte, hat damit die dauerhafteste Lösung. Naturstein und Ziegel sind witterungsbeständig, verrottungsresistent und isolieren auch gut, so dass die Wärme im Hochbeet bleibt. Sogar Dachziegel können als Baumaterial dienen.

Plastik ist nicht empfehlenswert. Es wird unter Witterungseinfluss und Sonneneinstrahlung brüchig und zerbröselt. Außerdem enthält es Weichmacher, der sich im Laufe der Zeit verflüchtigen und die Gifte auch in die Erde – und damit in die Pflanzen – abgibt. Das wollen Sie nicht auf Ihrem Teller.

Eine Möglichkeit zum Abfluss von überflüssigem Wasser am Boden muss bei allen Hochbeet-Varianten unbedingt gegeben sein. Sonst kann im Extremfall das Ganze zu einer Sumpflandschaft werden, die Ihre mühsam gehätschelten Pflanzen verfaulen lässt. Je mehr groben Holzabfall (Äste, Wurzeln) Sie als unterste Schicht haben, desto unwahrscheinlicher wird eine Staunässe in der Erde selbst, aber wenn das Wasser unten im Hochbeet lange Zeit steht, wird es dort faulig und schimmelig und beeinträchtigt das gesunde Kompostieren. Solange das Wasser irgendwie unten heraus fließen kann, ist die Gefahr gebannt.

Ich habe sogar schon eine alte Badewanne auf Ziegelsteinklötzen als Hochbeet gesehen. Auch das funktionierte, da das überflüssige Wasser durch den Ablauf seinen Weg hinaus finden konnte.

Was muss ich beim Bau beachten?

Die Länge Ihres Hochbeetes ist Ihnen überlassen. Je nach Konstruktion wird es halt instabil, wenn Sie es zu lang bauen.

Machen Sie es nicht breiter als etwa einen Meter bis einen Meter zwanzig, damit Sie bequem von jeder Seite bis in die Mitte reichen können beim Arbeiten. Die Höhe sollte bis zu Ihrer Hüfte reichen. Bauen Sie zu hoch, werden Ihre Arme schnell lahm, machen Sie es zu tief, müssen Sie sich beim Gärtnern im halb gebückten Zustand bewegen, was schnell zu ordentlichen Rückenschmerzen führt. Und es ist ja gerade ein Vorteil des Hochbeetes, das Gärtnern sehr angenehm zu machen.

Wenn Sie das Hochbeet auf Grasboden oder Erde bauen, sollten Sie als Erstes auf den Boden und unter das Hochbeet einen engmaschigen Kaninchen- oder Kükendraht legen, damit Wühlmäuse, Mauswürfe und andere Schädlinge sich nicht von unten ihren Weg ins Hochbeet bahnen.

Jetzt errichten Sie Ihren Kasten so, wie Sie das geplant haben. Wer den Kasten noch mit Teichfolie auslegt, verlängert die Lebenszeit seines Hochbeetes enorm, weil das Holz dann nicht angegriffen wird und auch Steinmauern nicht wegen durchdringender Feuchtigkeit unansehnlich werden. Aber den Abfluss für Wasser nicht vergessen!

Womit befülle ich das Hochbeet?

Sobald der Rahmen steht und alles fertig ist, geht es ans Befüllen.

Hier gibt es einiges zu beachten. Es werden drei verschiedene Schichten aufeinander gelagert. Jede davon sollte etwa 25 Zentimeter dick sein, je nachdem wie hoch das Hochbeet ist. Allerdings darf die oberste Erdschicht nicht unter 20 Zentimeter dick sein. Die unterste kann auch nur 15 Zentimeter ausmachen.

Als unterste Schicht geben Sie Äste und Zweige hinein. Auch Wurzelknollen, Tannenzapfen und Holzstücke, die auf dem Waldboden herumliegen, bilden eine gute, grobe Unterlage. Dazwischen bleibt viel Luft, so dass die darüber liegende Schicht gut belüftet wird, die Organismen darin Sauerstoff bekommen und Feuchtigkeit nach unten abfließen kann. Im Laufe der Jahre zersetzen sich diese Holzabfälle. Damit die Grünabfälle darüber nicht zu sehr in die Zwischenräume der Äste und Zweige fallen, kann man Grassoden oder eine Schicht feinere Zweige dicht kreuz und quer wie eine Matte darauflegen. Trotzdem wird durch das Verrotten unten die Erde mehrere Jahre lang absacken.

Die zweite Schicht besteht aus feineren und weicheren Grünabfällen wie Gehäckseltes, pflanzliche Küchenabfälle (Kartoffelschalen, Kohlstrünke, Salatblätter, altes Obst etc.) oder Rasenschnitt, Laub und Fallobst. Diese Pflanzenreste verrotten am schnellsten und hier entsteht die meiste Wärme. Das Grobholz darunter isoliert diese Verrottungsschicht auch vom kalten Boden, so dass die Zersetzungsvorgänge nicht durch die Bodenkälte verlangsamt werden. Der richtige Aufbau der Schichten ist also sehr wichtig!

Darüber kommt die Erdschicht, in der die Pflanzen im Hochbeet wachsen. Füllen Sie diese zuunterst mit einfacher Gartenerde – oder Erde, die Sie irgendwo einfach ausgraben. Das sollten nur etwa 5 Zentimeter sein. Darauf geben Sie etwa 10 Zentimeter reifen Kompost. Als letzte Schicht kommt Blumenerde obendrauf.

Ein guter Rat: Seien Sie bei einfacher Gartenerde ein bisschen vorsichtig. Je nachdem, wo Sie die entnehmen, könnten Sie unabsichtlich Schneckeneier in das Hochbeet einbringen! Erde, die in schattigen Winkeln, unter Büschen und an Mauern immer schön kühl und feucht liegt, enthält ziemlich sicher Schneckeneier. Die Tiere schlüpfen dann bereits im Paradies, nämlich Ihrem Hochbeet, fressen sich massenhaft durch und vermehren sich –  und ruinieren Ihnen die Pflanzen.

Ein Vorteil des Hochbeetes, schwer zugänglich für Schädlinge zu sein, wäre damit zunichte gemacht, und Sie schauen frustriert auf abgefressene Keimlinge, und müssen neu bepflanzen und Schneckengift ausstreuen oder jeden Abend mit Taschenlampen die Schnecken von Hand abpflücken.

Eine nicht sehr bekannte Möglichkeit zur Anzucht von Keimlingen ist Kokoserde. Sie ist in gepressten Briketts erhältlich und kann ungeheuer viel Wasser speichern, wodurch man weniger oft gießen muss. Sie ist die organischste Erde, die man in Gartengeschäften kaufen kann und ideal zur Anzucht. Gerade Keimlinge können in der lockeren, faserigen Erde hervorragend gedeihen, im Haus oder Gewächshaus vorgezogen werden und mit dem Ballen der Kokoserde ins Hochbeet ausgebracht werden. Sobald die Kokoserde-Briketts gewässert werden, nehmen sie ungeheuer an Volumen zu. Eine Mischung aus Kokoserde, Blumenerde und etwas Sand ist für die meisten Pflanzen ideal. Der Sand stellt den Pflanzen ganz natürlich die benötigten Mineralstoffe zur Verfügung.

Es gibt noch zwei weitere Aspekte, die für die Kokoserde sprechen.

Einmal, dass Sie dann keinen Torf benutzen, zu dessen Gewinnung meistens Hochmoore abgestochen werden, was wertvolle natürliche Biotope vernichtet und nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Wenn Sie keinen Torf verwenden, betreiben Sie aktiv Naturschutz!

Zum anderen: Sie können die trockenen, gepressten Briketts leicht lagern, und damit Vorratshaltung betreiben (wenn Sie genug Platz haben).

Saatgut und was man darüber wissen muss

Was Sie unter dem Gesichtspunkt der Vorsorge auch unbedingt einlagern sollten, ist Samen für die Gemüsepflanzen. Auch an so etwas kommen Sie im Ernstfall kaum.

Ganz wichtig: Besorgen Sie sich „samenfestes Saatgut“! Das sind Samen, aus deren  Früchten Sie wiederum die Samen für das nächste Jahr gewinnen können. Das ist keineswegs selbstverständlich. Die meisten Gemüsepflänzchen und Samenpackungen, die Sie in Gartenmärkten bekommen, sind so genannte F1-Hybriden, also besonders ertragreiche oder robuste Kreuzungen, die aber keine brauchbaren Samen hervorbringen. Auch auf vielen Samentütchen steht irgendwo klein „F1-Hybride“ drauf, achten Sie einmal darauf.

Sie sollten sich zur Sicherheit immer samenfestes Saatgut besorgen und vorrätig halten, was Ihnen die Möglichkeit zur Samengewinnung für das nächste Jahr gibt!

Fertige Jungpflanzen aus dem Gartencenter sind eine sichere Bank und bequem. Sie lernen aber nicht, wie sie selbst Keimlinge aus dem Samen ziehen. Das klappt nämlich nicht immer gleich auf Anhieb. Wenn Sie dann ihre mühsam herangepäppelten Keimlinge verdorrt von zuwenig Wasser oder verfault von zuviel Wasser oder erfroren und matschig auf dem Balkon wiederfinden, ist das sehr frustrierend.

Weitere Pflege des Hochbeetes

Die Grünabfälle im Beet verrotten und werden zu fruchtbarem Kompost. Allerdings nimmt der Kompost weniger Raum in Anspruch als die Grünabfälle und daher sackt die Erdhöhe im Hochbeet jedes Jahr ein ab und man muss neue Erde auffüllen. Am besten nehmen Sie reifen Kompost vermischt mit Kokos-, Blumen- oder Gartenenerde und schichten das darüber, bevor Sie neu anpflanzen.

 

Die meisten Gemüsepflanzen sind „Starkzehrer“ und brauchen eine sehr nährstoffreiche Erde. Nach etwa sechs bis acht Jahren sind die groben Holzabfälle ebenfalls verrottet und die Nährstoffe im Hochbeet weitgehend erschöpft. Dann sollte man, wenn möglich, die komplette Füllung des Hochbeetes austauschen. Die Erde aus dem Hochbeet können Sie im Garten oder in der freien Natur ausbringen.

Idealerweise legen Sie ein zweites Hochbeet neben dem ersten an. Dort stapeln Sie die erste Schicht des Grobabfalls (den Sie sich auch in der Stadt aus Parks und bewachsenen Straßenböschungen besorgen können). Darauf werfen Sie alles an Grünabfällen aus der Küche, was so anfällt. Ist diese Schicht dick genug, können Sie dann wieder  loslegen, nachdem Sie die obere Erdschicht darauf geschüttet haben.

Es reicht aber auch, wenn Sie einfach jedes Jahr etwas gute Erde oben nachlegen. Nur ist der Wärmeeffekt von unten durch Verrotten halt dann irgendwann nicht mehr gegeben.

Ein Hochbeet trocknet wegen seiner lockeren Erde schnell aus, sobald es länger nicht regnet. Gießen Sie daher im Sommer reichlich und regelmäßig, damit Ihre Pflanzen nicht vertrocknen.

Ist es egal, was ich anpflanze?

Bepflanzen Sie das Hochbeet im ersten Jahr nur mit „Starkzehrern“, also Gemüsepflanzen, die sehr viele Nährstoffe brauchen und auch diesen nährstoffreichen Boden vertragen. Kinderleicht und für Anfänger geeignet sind zum Beispiel Tomaten, Zucchini, Gurken, Kürbis, Kohlrabi, Brokkoli, Knoblauch und Zwiebeln. Da können Sie kaum was falsch machen. Auch Basilikum und Petersilie verträgt den starken Boden gut. Insbesondere Zucchini sind ideal für Anfänger. Sie produzieren Unmengen an Früchten. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht zu groß werden, sonst werden sie hart und holzig und schmecken nicht mehr so gut. Eine sollte man aber tatsächlich ausreifen lassen, um aus den Kernen neue Samen für das nächste Jahr zu gewinnen. Sie werden staunen, die Dinger schlagen Ihren Unterschenkel leicht an Größe.

Wer etwas mehr Gartenerfahrung hat, kann auch Möhren und Bohnen, Lauch und Sellerie anpflanzen, diese Pflanzen benötigen aber schon gewisse Grundkenntnisse.

Im zweiten Jahr können Sie außerdem dazu Blumenkohl, Salate,  Paprika, Peperoni und Ringelblumen anpflanzen. Die gedeihen in dem nicht mehr ganz so nährstoffreichen Boden jetzt auch problemlos.

Im dritten Jahr kommen Erbsen, Radieschen, Erdbeeren, Spinat und Rucola (Rauke) und auch Kartoffeln dazu.

Ein bisschen Wissen darüber, welche Pflanzen in unmittelbarer Nachbarschaft gut miteinander auskommen, sollte man sich auch aneignen, denn auf einem Hochbeet stehen die Pflanzen sehr dicht. Tomaten vertragen sich nicht mit Erbsen oder Knoblauch, Kohlpflanzen gedeihen weniger gut in direkter Nachbarschaft mit Kartoffeln oder Zwiebeln,  Zucchini vertragen sich mit allen, besonders gut mit Zwiebeln. Radieschen mögen keine Gurken. Hier eine Liste mit einigen der wichtigsten Pflanzen und ihre Sympathien und Antipathien: