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Corona-Alibi für den Überwachungsstaat: „Covi-PASS“ – es ist längst alles vorbereitet!

9. Juni 2020

Es ist immer wieder interessant, wie dumm die Deutschen gehalten werden. Die britischen Medien berichten, sogar die indische Webseite „greatgameindia.com“ widmet dem europäischen Projekt des digitalen Covid-19-Gesundheitsausweis einen langen Artikel. Das Ding ist fertig entwickelt und man wird es einführen, liebe Leser. Und nun geben Sie doch mal die Wörter „Covi-Pass“, gerne auch zusammen mit „50 Millionen“ ein. Deutsche Treffer? Ja, einen: Die Seite „Schwulissimo“ berichtet kurz, aber immerhin, und steht damit allein auf weiter Flur.

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Das britische Cybersicherheitsunternehmen VST Enterprises hat in Zusammenarbeit mit der britischen Regierung eine digitale Anwendung namens „COVI-PASSTM“ entwickelt. Damit soll „Ihre Covid-19-Testhistorie und Immunantwort sowie andere relevante Gesundheitsinformationen“ mithilfe eines proprietären Matrixcodes namens „VCode“ verfolgt werden können. Alles nur zu Ihrem Besten, lieber Leser. Und eine richtig schicke, futuristische Webseite dazu gibt es auch von der VT Enterprises.

Auf dieser COVI-PASSTM-Website wird die verwendete Technologie als „der sicherste digitale Gesundheitspass der Welt“ bezeichnet, der auf einer patentierten, von EU und UN geprüften und für gut befundenen Technologie basiert sowie von der Europäischen Kommission mit dem Gütesiegel „Seal of Excellence“ ausgezeichnet ist. Die Technologie wird bereits bei verschiedenen Projekten der Vereinten Nationen verwendet, schreibt die COVI-PASS Seite.
Von der UN ausgezeichnet? Na, da können wir ja alle sehr beruhigt sein:
VCode® verfügt über mehr als 2,2 Billionen verschiedene Codevarianten, um eine Reihe von durchgeführten Scans sowie Benutzeranmeldung, Zeit, Gesichtserkennung, Touch-ID, Geo-Zäune und Marke des Mobilteils sicherzustellen.“

Natürlich ist es ein biometrischer, RFID-fähiger, digitaler Coronavirus-Gesundheitspass, dessen Daten von entsprechenden Geräten überall ausgelesen werden können, und es wird auch schon angedeutet, dass das Ding „nahezu alle Aspekte des Lebens der Bürger zum Zwecke der Effizienz und Stärke des öffentlichen Gesundheitsmanagements“ erfasst, archiviert und kommuniziert. Der so traumhaft sichere VCode® ist nach dieser Darstellung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselungs-Protokoll-Technologie, die über eine Verschlüsselungssoftware in „Militärqualität“ verfügt. Damit verknüpft der schicke COVI-PASSTM beispielsweise ein zertifiziertes Covid-19-Testergebnis mit der Gesundheits- und Immunreaktion des Benutzers/Inhabers und – Achtung! – soll auch anzeigen, wo es ein sicheres, authentifiziertes, biometrisches Gateway gibt, wo die Daten ausgelesen werden, „so dass die Personen sicher zur Arbeit und ins Leben zurückkehren können“. Was schon halb andeutet, dass man ohne diesen Ausweis nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurück kann.

(COVI-PASSTM can be used as an authenticated gateway for Public Services, Business and their key employees to assist in managing a safe workplace.)

Damit da keine Zweifel aufkommen, welche Bereiche des Lebens alle überwacht werden und erfasst, archiviert und ausgewertet, hier eine Beschreibung und eine Schemazeichnung, was COVI-PASSTM so alles von Ihnen weiß, direkt von der Webseite:

„Mit VCode® kann jeder Benutzer sofort unterwegs Informationen in Online- und Offline-Umgebungen abrufen.

Informationen können auf verschiedene Arten verteilt werden, basierend auf der demografischen und/oder früheren Interaktion des Benutzers.

VCode® verlinkt direkt auf jede Form von Informationen wie: Websites, Videos, Fotos, Bücher, Dokumente und vieles mehr.

Weisen Sie Ihrem eigenen VCode® jede Form von Informationen sicher zu. Ihr VCode® kann alles an Identitätsdetails speichern, im Falle von Notfallinformationen, Gesundheitsakten, Zahlungsmethoden, Autokennzeichen, Visitenkartendetails, Links zu sozialen Medien und vielem mehr, alles aus demselben Code.

Sensible Informationen können nur von Personen mit Erlaubnis auf Anfrage gelesen werden.“ 

Sehr zutreffend steht über dem Piktogramm der  – ebenfalls markenrechtlich geschützte – Slogan „Ein Code, unendliche MöglichkeitenTM“. All diese Daten werden damit in der Hand von Firmen und Konzernen liegen.

Die Schemazeichnung erklärt, was alles auf Ihrem COVI-PASSTM gespeichert werden wird:

  • Ihre Arbeitsplatz-Identifikationsnummer
  • Ihre detaillierten Kontaktdaten (soziale Medien, Arbeit, Reparaturwerkstatt etc.)
  • Ihre nationale Identifikationsnummer (Personalausweis, Sozial-ID)
  • Ihre Passnummer
  • Ihre Reisetickets
  • Ihre Eintritts-Tickets für Veranstaltungen
  • Ihre detaillierten, medizinischen Daten
  • Ihre zahnärztlichen Befunde
  • Ihre Notfallkontakte (I.C.E. = in case of emergency)
  • Ihr Kryptowährungs-Portemonnaie
  • Details über Ihre Ausbildung und Qualifikationen
  • Welche Zahlungsdienste Sie benutzen (Paypal, Kreditkarten, etc.)
  • Der letzte Begriff ist interpretierbar. „Loyalty Schemes“ sind Punkteprogramme. Sie werden in der Wirtschaft schon länger zur Kundenbindung benutzt (wie Payback). Treue Kunden erhalten Bonuspunkte, die sie für Belohnungen einlösen können. Da es aber auch – siehe China – solche Loyalty Schemes mit Bonuspunkten für angepasstes, soziales Verhalten gibt (leichterer Zugang zu begehrten Wohnungen, zusätzliche, freie Tage, freies Reisen) sowie Strafpunkte für unerwünschtes Verhalten (Sperrung von Reisemöglichkeit, Sperrung des Kontos für X Tage, etc.), wäre auch diese Deutung durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Jetzt schon gibt es Sportmarketingunternehmen wie zum Beispiel die Redstrike Group, die mit VST Enterprises zusammenarbeitet, um die Technologie für größere Sportveranstaltungen zu entwickeln und einzuführen. Dasselbe wird auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen gelten. Die Menschen dürfen und können damit erst dann wieder in das Alltagsleben mit all seinen Möglichkeiten zurückkehren, wenn sie „offiziell getestet“ wurden und so einen Ausweis mit sich führen. Ansonsten wird ihnen schlicht der Zutritt verwehrt.

So lesen wir auf der COVI-PASSTM-Seite:

„Die Redstrike Group und ihr Partner, das in Manchester ansässige Cyber-Sicherheitsunternehmen VST Enterprises, liefern bahnbrechende, digitale Passlösungen an Regierungen, Gesundheitsorganisationen, Sportverbände, Ligen und Clubs auf der ganzen Welt. Mit dem VCode Digital Health Passport können Personen, die offiziell getestet wurden, in einer sicheren Umgebung wieder zur Arbeit und zu den täglichen Aktivitäten zurückkehren.“

Leider haben die bescheuerten, irren „Aluhüte“ wieder einmal Recht behalten.

Lieber Leser, erinnern Sie sich noch?
Da hatte doch der globale Wunderknabe Bill Gates in einem Kommentar der Washington Post seine Gedanken und Voraussagen zur „Wiedereröffnung der Wirtschaft“ und der Rückkehr zum „normalen Leben“ kundgetan:

„Eine noch bessere Lösung wäre die breite, freiwillige Einführung digitaler Tools. Zum Beispiel gibt es Apps, mit denen Sie nachvollziehen können, wo Sie waren. Wenn Sie einmal positiv getestet worden sind, können Sie diesen Verlauf überprüfen oder ihn an jeden weitergeben, der Sie nach Ihren Kontakten fragt. Und manche haben vorgeschlagen, Telefonen zu ermöglichen, andere Telefone in ihrer Nähe mithilfe von Bluetooth zu erkennen und Geräusche zu senden, die Menschen nicht hören können. Wenn jemand positiv getestet wird, sendet sein Telefon eine Nachricht an die anderen Telefone, und deren Besitzer können [dann auch] getestet werden. Wenn ein Großteil der Leute diese Art von Anwendung installieren würden, würde dies wahrscheinlich einigen helfen.“

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.