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Trotz Coronavirus: Der Handel mit Wildtieren aus Asien nach Europa boomt (+Video)

16. Juni 2020

Indonesien ist für den Raubbau wegen Palmöl bekannt und Orang Utans, aber auch für den Fledermauseintopf, trotz Corona. Außerdem gibt es in Indonesien trotz des Coronavirus immer noch die sogenannten ‘wet markets’. Auf diesen Märkten werden nicht nur Tiere, wie Fledermäuse, verkauft, sondern auch seltene Vögel. Die Polizei von Surabaya machte einen grausamen Fund, denn sie fanden Gelbhaubenkakadus, eine vom Aussterben bedrohte Art, in Plastikflaschen, die ins Ausland geschmuggelt werden sollten.

Jedes Jahr werden in Indonesien mehr als 10.000 Papageien von Schmugglern gefangen, auch für Europa. Viele sterben bereits, bevor sie das Zielort erreicht haben. Obwohl bekannt ist, dass Lebendtiertransporte die größten Ursache für Infektionen und Seuchen sind, boomt der Handel auch mit Wildtieren weiter.

Trotz Coronavirus – Der illegale Handel in Indonesien mit exotischen Vögeln boomt, auch nach Europa

Das Coronavirus 2019-nCoV hält die Welt in Atem, denn es breitet sich weiter aus. Immer mehr Länder fordern, dass der Handel mit Wildtieren ausgesetzt wird. Doch war Ihnen bekannt, dass der Handel mit Wildtieren aus Asien auch nach Europa boomt?

Es gibt weltweit Millionen wild lebender Tiere in Gefangenschaft – in Zoos, Themenparks, Delfinarien, Zirkussen u.s.w. Es gibt auch viele andere einzelne gefangene Tiere, die für die menschliche Unterhaltung ausgenutzt werden. Viele dieser Tiere werden unter schlechten Bedingungen gehalten – vernachlässigt, leidend oder missbraucht. Der illegale Handel zum Beispiel mit Affen ist ein Milliardengeschäft. Ein Gorillababy kann bis zu 250.000 Dollar kosten. Sehr gefragt als Haustiere in wohlhabenden Häusern oder als Darsteller in kommerziellen Zoos, haben Baby-Schimpansen einen Preis von 12.500 $. Der Handel mit Wildtieren, auch in den Sozialen Netzwerken, boomt. Viele Tiere werden in normalen Linienflugzeugen geschmuggelt, wie der mit Drogen vollgepumpte Orang-Utan. Er wurde auf dem internationalen Flughafen in Bali im Koffer gefunden. Immer wieder werden bei Razzien wilde Tiere sichergestellt. So wurden 2019 im Juli Tausende wilde Tiere bei mehreren Razzien sichergestellt, darunter 23 Primaten, 30 Großkatzen, mehr als 4.300 Vögel, fast 1.500 lebende Reptilien und fast 10.000 Schildkröten. Darunter waren auch seltene Papageien, die zusammengepfercht in einem Käfig in Indien gefunden wurden, oder tote Zebrafische, die beim Schmuggel nach Brasilien umkamen.

Lebendtiertransporte sind größte Ursache für Infektionen und Seuchen

Im globalen Handel stellen Tierseuchen eine permanente Bedrohung dar. Bestimmte Seuchen können vom Tier auf den Menschen übertragbar sein, die sogenannten Zoonosen.

Schon lange wird China wegen des Handels mit Wildtieren kritisiert. So werden Tiger und Bären in Massentierhaltungen gehalten, da Knochen von Tigern und die Gallenflüssigkeit von Bären als Heil- und Potenzmittel gelten. Auch die Haut von Elefanten wird gehandelt, sie dient ebenfalls als Heilmittel. Doch nicht nur in China boomt der Handel mit Wildtieren, sondern auch in Indonesien.

Es sind Bilder, die tief ins Mark gehen und jegliche Vorstellung von Perversion überschreiten. Trotz der Intelligenz der Tiere fangen Menschen in Sumatra mit Netzen die Flughunde und transportieren sie nach Medan, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Sumatra Utara. Dort werden sie verkauft und auf schreckliche Weise getötet. Flughunde sollen angeblich gegen Asthma und andere Lungenkrankheiten helfen.

Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus wird auch in Indonesien ein Verbot des Handels mit Wildtieren gefordert. Dog Meat Free Indonesia, eine Koalition mehrerer Tierschutzorganisationen, schrieb einen Brief an Präsident Joko Widodo und forderte „entschlossene und sofortige Maßnahmen“, um die mit den Tiermärkten des Landes verbundenen Risiken zu verhindern. Die Menschen sind besorgt, dass sich das Virus  über den riesigen Archipel von mehr als 17.000 Inseln ausbreiten könnte. Stand 19. Mai 2020 gibt es etwa 18.500 bestätigte Fälle des Coronavirus in Indonesien. 

Kakadus werden in Plastikflaschen geschmuggelt

Experten glauben, dass in der Region nur 7.000 Vögel dieser Art frei leben.

Die Polizei von Surabaya (Indonesien) hat eine Ladung mit mehreren Plastikflaschen beschlagnahmt. Im Inneren befanden sich Dutzende Kakadus mit gelber Haube, eine vom Aussterben bedrohte Art. Sie waren für das Ausland bestimmt. Nach der Festnahme nahmen Agenten die Vögel zu Untersuchungen und ließen sie dann in einem Wald frei.

LIVING BIRDS CRAMMED INTO PLASTIC BOTTLES Port in Jakarta, Indonesia- April 2020

Jedes Jahr werden in Indonesien mehr als 10.000 Papageien von Schmugglern gefangen. Etwa 40% von ihnen sterben während der Reise zum Bestimmungsort des Käufers. In einigen Ländern Asiens, des Nahen Ostens und Europas sind die exotischen Vögel sehr gefragt und fördern so den illegalen Handel.

Am 05. Mai 2020 konnte der Schmuggel von 980 Vögeln aus Balikpapan, Ost-Kalimantan, bei ihrer Einreise nach Surabaya verhindert werden. Hier handelte es sich um Kolibris, Papageien und andere seltene Vögel.

Konfiszierte 980 Vögel aus Balikpapan, Ost-Kalimantan, am Samstag (05.09.2020)

Die Task Force des Umweltministeriums vereitelt den mutmaßlichen Versuch des Vogelschmuggels

Oriental White Eyes

Wie thejakartapost.com am 09. Mai 2020 berichtete, konnte das Ministeriums für Umwelt und Forstwirtschaft verhindern, dass Hunderte von Oriental White Eyes, einer geschützten Art, ins Ausland geschmuggelt wurden. Sie wurden illegal im Mount Leuser National Park in Aceh gefangen. Das Team der Umwelt- und Forstschutz- und Strafverfolgungsbehörde von Nord-Sumatra sicherte 1.266 Vögel, die in einem öffentlichen Bus nach Medan, Nord-Sumatra, geschmuggelt wurden. „Wir haben Hunderte von Vögeln in 30 Pappkartons gefunden, für die es keine offiziellen Dokumente gibt. Wir haben alle Vögel beschlagnahmt“, sagte Agus am Samstag gegenüber der Jakarta Post .

 

Es wird immer noch mit lebenden Tieren gehandelt, wenn auch zum Teil illegal.

Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org