Wirtschaft & Finanzen

US-Staatsschulden in 2 Monaten um 2 Billionen auf 26.003.751.512.345 US-$ gestiegen

19. Juni 2020

Die Schulden der USA wachsen so schnell, wie nie zuvor. In den letzten zwei Monaten sind die US-Staatsschulden fast so schnell gewachsen, wie in den drei Jahren zuvor.

Dass die USA faktisch pleite sind, ist kein Geheimnis. Alleine in den letzten drei Jahren sind sie um Schnitt um eine Billion pro Jahr gestiegen, das bedeutet, dass die US-Schulden in dieser Zeit jeden Tag um ca. drei Milliarden gestiegen sind. Man muss kein Prophet oder Wirtschaftsexperte sein, um zu verstehen, dass das Land de facto pleite ist, wenn der Staatshaushalt in einer derartigen strukturellen Schieflage ist.

Dass die USA überhaupt noch wirtschaftlich als Supermacht gelten, haben sie nur dem Dollar zu verdanken. Noch immer werden ca. 60 Prozent des Welthandels in Dollar abgewickelt. Wer also international eine Waren (egal, ob Öl oder Weizen) kaufen will, braucht in der Regel Dollar. Solange die Welt die Dollars weiterhin nachfragt, können die USA ihre Haushaltspolitik weiter betreiben, obwohl sie strukturell eher einer Finanzpyramide ähnelt, als einem Staatshaushalt.

Das ist auch der Grund, warum die USA so viele Kriege führen. Im Gegensatz zu den Märchen, die uns die „Qualitätsmedien“ erzählen, führen die USA ihre Kriege nicht für Demokratie und Menschenrechte, sondern gegen jeden, der sich vom Dollar abwendet. Alle Länder und Regierungen, die Washington in den letzten Jahrzehnten zu Feinden erklärt hat, hatten vor allem eines gemeinsam: Sie wollten ihre Bodenschätze auch in anderen Währungen handeln als in Dollar. Das trifft auf den Irak unter Sadam zu, oder auf Libyen unter Gaddafi, der mit dem „Gold-Dinar“ gleich eine goldgedeckte Währung für ganz Afrika einführen wollte. Es trifft auf Venezuela, den Iran und auch Russland zu. Russland hatte schon vor Jahren die Frechheit, an der Petersburger Börse sein Öl auch in anderen Währungen, als dem Dollar zu handeln.

All das ist nicht neu und den meisten bekannt, wer die Details nicht kennt, der findet hier einen Artikel, in dem das genau erklärt wird.

Mit ihren Sanktionen schwächen die USA jedoch selbst ihren Dollar. Immer mehr Länder wenden sich nur deshalb vom Dollar ab, weil sie befürchten müssen, im Falle von US-Sanktionen keinen Zugang mehr zu Dollars zu haben und damit lebenswichtige Waren nicht mehr kaufen zu können. Putin hat es mal sehr treffend formuliert, als er sagte, die USA würden mit ihren Sanktionen an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Wörtlich sagte er über US-Sanktionen:

„Diejenigen, die die entsprechenden Entscheidungen treffen, schießen sich nicht nur ins Knie, sondern etwas höher.“

Dieser Prozess beschleunigt sich immer mehr. Als Donald Trump im Januar 2017 sein Amt antrat, lag die US-Staatsverschuldung noch bei 19,947 Billionen Dollar. Am 31. März 2020 lag sie bereits bei 23,7 Billionen Dollar. Und heute haben die US-Staatsschulden die Marke von 26 Billionen übersprungen, wie das russische Fernsehen gemeldet hat. Dort wurde um 15.36 Uhr deutscher Zeit die Zahl von 26.003.751.512.345 gemeldet.

Aber auch diese Zahl ist nun, fünf Stunden später, auch schon wieder veraltet. Während ich diese Zeilen schreibe, zeigt die Staatsschulden-Uhr der USA bereits über 26,1 Billionen an.

Dass manche Schuldenuhren derzeit für die USA noch 24 Billionen anzeigen, liegt daran, dass sie die Auswirkungen der beschlossenen Programme der US-Regierung gegen die Corona-Folgen noch nicht berücksichtigt haben. Im März hat die US-Regierung den CARES-Act beschlossen, der zwei Billionen Dollar umfasst, im Mai folgte der HEROES-Act, der drei Billionen Dollar umfasst. Diese fünf Billionen beginnen nun, sich in den Staatsschulden der USA wiederzufinden.

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Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt insgesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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Thomas Röper – www.anti-spiegel.ru