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»Weiß« sei aufdringlich, aggressiv, arrogant und ignorant: Coca-Cola fordert Mitarbeiter auf, »weniger weiß zu sein«

27. März 2021

Die Coca-Cola-Mitarbeiter im US-Bundesstaat New Hampshire werden von der Geschäftsleitung aufgefordert, in ihrem Denken und Handeln »weniger weiß« zu sein. Um das zu erlernen, sollen sie an entsprechenden Online-Kursen teilnehmen. Danach seien sie dann weniger aufdringlich, aggressiv, arrogant und ignorant, also »weniger weiß«.

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Die Geschäftsführung von Coca-Cola im US-Bundesstaat New Hampshire fordert ihre Mitarbeiter auf, in einem mehrstufigen Online-Lehrgang, angeboten von einer Philosophie-Doktorin, zu erlernen, »weniger weiß« zu sein. Weiß zu sein, da sind sich die obersten Brausehersteller mit der Doktorin einig, sei gleichbedeutend damit, aufdringlich, aggressiv, arrogant und ignorant zu sein. Zumindest sind das die Eigenschaften, die die Doktorin in ihrem Lehrgang den »Weißen« zuschreibt. Per Kurs sollen die Mitarbeiter lernen, »Rassismus und unbewusster Voreingenommenheit auf individueller Ebene und in Ihrem gesamten Unternehmen zu begegnen.«

Allerdings stößt das Angebot auf wenig Gegenliebe und Verständnis. Ganz im Gegenteil, es waren Mitarbeiter des Brauseherstellers, die dieses Ansinnen der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht haben. Die Resonanz fällt entsprechenden harsch aus.

Ein Kommentator schreibt: »Wenn ein Unternehmen ein Schulungskit herumschicken würde, in dem schwarze Menschen angewiesen werden, weniger schwarz zu sein, würde die Welt implodieren und es würden Klagen folgen. Ich hoffe wirklich, dass diese Mitarbeiter @CocaCola wegen offensichtlichen Rassismus und Diskriminierung verklagen.«

Ein weiterer Kommentar geht in die gleiche Richtung: »Dies ist geradezu Rassismus unter dem Deckmantel der Bildung. Ersetzen Sie jede andere Rasse durch Weiß und beobachten Sie die Reaktion. Sie können keine Gleichstellung erreichen, indem Sie eine andere Gruppe verunglimpfen.«

Die Geschäftsführung von Coca-Cola New Hampshire drückt sich vor einer eindeutigen Stellungnahme, negiert aber nicht den Aufruf zur Teilnahme.

Noch eine kleine Information am Rande: zur Herstellung eines Liters jener Brause werden über zwei Liter Trinkwasser bester Qualität benötigt. Neben Wasser ist in der Brause jede Menge Zucker enthalten, Kohlensäure, der Farbstoff E150 (der entsteht, wenn Zuckerlösungen mit Schwefelsäure und Ammoniak erhitzt und ist für die dunkle Färbung verantwortlich) und als Säuerungsmittel Phosphorsäure – eine sehr starke anorganische Säure, die in keinem anderen Lebesnmittel toleriert wird. Ergänzend dazu kommen noch ein paar im Labor gezüchtete »natürliche« Aromen wie Ingwer, Orangenblüten, Johannisbrot, Tonkabohnen oder Limettenschalen und Koffein. Prost!