Wirtschaft & Finanzen

Huch! Inflation!?! Der CDU-Wirtschaftsrat merkt was!

1. September 2021

Warnen ist momentan die Lieblingsbeschäftigung der Politik und ihrer Darsteller. Allen voran Karl Lauterbach, vom Volke auch liebevoll die „wandelnde Alarmhupe“ genannt. Er warnt vor ganz vielen Dingen, schon immer. Zurzeit warnt er dauernd vor neuen Varianten des Coronavirus, eine heutige Meldung bei n-tv dürfte ihn noch schriller werden lassen.  Der Wirtschaftsrat der CDU warnt auch – und zwar vor einer Inflation, die aber bereits da ist und gerade weiter Fahrt aufnimmt. Schön, dass der Wirtschaftsrat das auch schon merkt, nur… jetzt vor dem Feuer zu warnen, wo der Qualm schon aus den Fenstern quillt, iss bissi spät, oder?

Die Inflation ist da. Was wir Bürger schon seit zirka einem Jahr wissen, weil unser üblicher Einkaufswagen von Woche zu Woche immer teurer wird. Das ist zwar nur eine „Teuerung“ und noch keine „Inflation“, aber für den Bürger und sein Geld reicht das. Und der schlaue Wirtschaftsrat merkt noch etwas und findet das gar nicht gut: Die dauerhaft hohe Inflation werde massiv kleingeredet.

Jetzt schimpft der CDU-Wirtschaftsrat mit der EZB und der FED in den USA. Die haben alles falsch gemacht. Die Notenbanken des Westens haben es sich zu leicht gemacht und mit Nullzinsen und inflationsbegünstigenden Maßnahmen sich „weitere Spielräume verschafft“, aber damit eine dauerhaft höhere Inflation akzeptiert, kritisiert der Rat. Ja stimmt. Und ihre Frau Kanzlerin, unsere allseits geliebte Chefin dieser CDU, hat das eifrig mit betrieben, indem sie mit vollen Händen die Steuergelder der Deutschen wie Konfetti verteilt hat, Millionen hierher eingeladen, bestens versorgt und verköstigt, Banken gerettet, Konzerne gerettet, mitgewirkt daran, der Deutschen Bundesbank ein Ein-Billionen-Loch ins Kontor zu schlagen (Target2-Salden) und die deutsche Einlagensicherung der Banken für Europa zur Verfügung zu stellen. Wo war denn der CDU-Wirtschaftsrat da?

In der Eurozone sind die Verbraucherpreise innerhalb eines Jahres um angeblich 3,1 Prozent gestiegen. Jens Weidmann, unser Bundesbankpräsident, glaubt eher, dass die Teuerungsrate um die fünf Prozent liegt. Wenn ich heute genau das einkaufe im Supermarkt, was ich vor zwei Jahren eingekauft habe an normalen Lebensmitteln – und das sind die Ausgaben, die unvermeidbar sind und die wirklich zu Buche schlagen – reden wir von über 10 Prozent Teuerung. Jens Weidmann ist ehrlicher als andere. Er rechnet mit einem starken Anstieg der Teuerung in der nächsten Zeit. „Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung fünf Prozent gehen könnten“. Das wird nicht reichen.

Es kommen noch einige Faktoren dazu, die wenig mit der Politik der Zentralbanken zu tun haben, wie beispielsweise, dass die weltgrößten Chip-Hersteller ihre Preise massiv anheben. Die Halbleitertechnik ist unverzichtbar für die moderne Technik und alle diese Produkte, die darauf basieren. Nicht nur Produkte mit Halbleitertechnik, die in den Markt verkauft werden (wie Autos, Computer, Smartphones, Fernseher, alle Arten von Hitech), auch die Produktionstechnik für solche Produkte selbst ist darauf angewiesen. Diese Güter werden doppelt teurer werden. Erst durch die gestiegenen Preise der Produktionstechnik und deren Maschinen und dann durch die gestiegenen Komponentenpreise der Produkte selbst. Insbesondere dann, wenn China die Hände auf die Seltenen Erden und andere Bodenschätze in Afghanistan legen kann und die Preise diktiert – und das sieht ganz danach aus.

Und ein weiterer Turbo für die Inflation kommt auf uns zu: Die Energiekosten werden immens steigen. Jetzt schon, so schreiben die Deutschen Wirtschafts-Nachrichten, hat die Geldentwertung die höchste Geschwindigkeit seit dreißig Jahren bereits erreicht. Der größte Treiber sind dabei die Energiekosten. Die CO2 Zertifikate für die Produktionsstätten in Europa und die Probleme durch die Energiewende und die Klimaziele, mit denen die Energiebranche zu kämpfen hat, verschlingen massenhaft Geld. Solar und Wind sind teure Energien – und unzuverlässig.

Bei „Dunkelflaute“ (Weder Sonne noch Wind, alles steht still) droht flächendeckender Blackout, und Deutschland muss von den Nachbarn für viel Geld Strom kaufen, den diese wiederum mit ihren flexiblen und leistungsstarken Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken produzieren – die bei uns gerade fast komplett abgeschafft werden. Bei zu viel Wind und Sonne muss Deutschlands Energiebranche den Strom den Nachbarn die Gurgel runterwürgen und das ebenfalls teuer bezahlen, denn die Nachbarn müssen dann schlagartig und hektisch ihre Kraftwerke drosseln, damit die Netzspannung nicht ins Nirwana abschießt.

Denn was Frau Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock „Das Netz ist der Speicher“ (Oh-mein-Goooott!) offenbar nicht weiß: Das europäische Netz braucht eine Spannung von 50 Hertz und toleriert maximal 45 oder 55 Hertz, also ±10 %. Sonst bricht es schlagartig zusammen. Speicher ist das Netz allenfalls für 10 bis 15 Sekunden. Frau Baerbock stellt sich das Stromnetz offenbar wie einen Wasserturm vor, aus dem man das Wasser so lange herauslaufen lassen kann, bis er leer ist und dann tröpfelt es noch eine Weile. Die Noteingriffe der Stromerzeuger häufen sich jetzt schon. Wie lange die Nachbarn Deutschlands den Heckmeck noch mitmachen, ist ungewiss, und der ganze Klimazauber kostet Unsummen, den am Schluss wir Bürger bezahlen. Und dazu werden immer weniger in der Lage sein.

Jetzt schon können sich viele Deutsche kaum noch ihren Strom leisten. Es ist von Energiearmut die Rede. Die Hans Böckler-Stiftung hat sich damit im Jahr 2015 einmal sehr differenziert auseinandergesetzt.

Festzustellen ist auch hier: Im Vergleich zum Nominallohn sind die Preise für Strom, Gas und Heizöl wesentlich schneller gestiegen als die Einkommen. Mehreren Millionen Haushalte droht zusätzlich Energiearmut durch massiv gestiegene Heizölpreise. Wie viele Menschen in Deutschland unter Energiearmut leiden, wird in keiner amtlichen Statistik erfasst. 2012  wurde 321.539 Menschen wegen Zahlungsrückständen von ihren Energieunternehmen die Stromversorgung abgesperrt. Bei der Entwicklung der Energiepreise durch den Klimaschutz wird sich diese Zahl drastisch erhöhen: Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten schreiben: Die „Klima-Inflation“ kommt: Preise für CO2-Zertifikate gehen durch die Decke.

Die Preise für Emissionen des Naturgases Kohlenstoffdioxid (CO2) im europäischen Zertifikatehandel steigen rasant. Am Montag, den 30. August 2021 wurde mit 61 Euro je emittierter Tonne wieder ein neuer Allzeitrekord aufgestellt. Zum Vergleich: Anfang des Jahres 2021 betrug der Preis pro Tonne 30 Euro und hat sich gestern im Vergleich verdoppelt. Seit Anfang 2021 wurden mehr als 40 Allzeitrekorde gebrochen. Die Preise werden natürlich die Produkte enorm verteuern und auf die Bevölkerung durchschlagen. Deutschland geht einer breitflächigen Verarmung entgegen.

Dazu kommt, um das Maß noch übervoll zu machen, dass  zusätzlich zur bisher schon beispiellosen Geldschwemme die Schleusentore noch ein Stück weiter geöffnet werden: Regierungen und Zentralbanken haben seit März 2020 bereits mehr als zwanzig Billionen Dollar ins globale Finanzsystem eingespeist, um dessen Zusammenbruch zu verhindern. Aber das reicht nicht mehr. Letzte Woche griff der IWF zur Bazooka: 456 Milliarden Sonderziehungsrechte (SZR) an seine 190 Mitglieder vergeben. Die Summe entspricht einem Wert von 650 Milliarden US-Dollar oder 548 Milliarden Euro und ist die höchste, die der IWF je ausgezahlt hat. Kristalina Georgiewa, geschäftsführende Direktorin des IWF, sprach von einer „historischen Entscheidung.“ Die SZR-Zuteilung werde „Vertrauen schaffen und die Widerstandsfähigkeit und Stabilität der Weltwirtschaft fördern.“

Das wird sie nicht. Und vor allem wird diese Geldschwemme die Geldentwertung weiter in den Turbo schicken. Wer die Augen offen hat, weiß und sieht das – und deckt sich mit Sachwerten ein. Ganz vorneweg mit dem Edelmetall, das seit Menschengedenken das wahre Geld war und ist: Gold und Silber – aber auch Kupfer. In der ersten Jahreshälfte haben die Deutschen so viel physisches Gold gekauft, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, schreiben die DWN. Diese Leute wollen keine Papierzertifikate, auf denen ihnen das Recht auf soundsoviel Unzen Gold zugesichert wird. Sie wollen physisches Gold. Etwas was sie wirklich besitzen, anfassen und draufbeißen können. Denn ein Papierzertifikat ist nur ein Versprechen. Wenn es die andere Seite nicht einhält oder nicht einhalten kann oder es sie nicht mehr gibt, geht man leer aus. Physisches Gold und Silber im eigenen Besitz halten das Versprechen, DAS Krisenmetall zu sein.