Quelle: http://www.kcpm.de/index.php/Newsflash/Kirchenschaendungen.html

Die igno­rierte Pan­demie: 360 Mil­lionen Christen weltweit verfolgt

Das Jahr 2021 “erlebte die schlimmste Ver­folgung von Christen in der Geschichte” – mit durch­schnittlich 16 Christen, die jeden Tag wegen ihres Glaubens ermordet wurden.

(von Raymond Ibrahim)

Diese Beob­achtung stammt aus der World Watch List-2022 (WWL-2022), die kürzlich von der inter­na­tio­nalen huma­ni­tären Orga­ni­sation Open Doors ver­öf­fent­licht wurde. Der Bericht listet jedes Jahr die Top 50 der Länder auf, in denen Christen wegen ihres Glaubens am meisten ver­folgt werden. Die WWL ver­wendet Daten von Außen­dienst­mit­ar­beitern und externen Experten, um Ver­folgung weltweit zu quan­ti­fi­zieren und zu analysieren.

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Laut WWL-2022, die den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. Sep­tember 2021:

“Über 360 Mil­lionen Christen erleiden wegen ihres Glaubens ein hohes Maß an Ver­folgung und Dis­kri­mi­nierung – ein Anstieg von 20 Mil­lionen gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl ent­spricht einem von sieben Christen weltweit. Dieses Jahr ver­zeichnet die höchste Ver­fol­gungsrate seit der Ver­öf­fent­li­chung der ersten Liste vor 29 Jahren…”

Im selben Berichts­zeitraum wurden 5.898 Christen “wegen ihres Glaubens” ermordet, eine Zahl, die gegenüber 2021 (als “nur” 4.761 Christen getötet wurden) einen Anstieg von 24 % dar­stellt. Außerdem “wurden 6.175 Gläubige ohne Gerichts­ver­fahren fest­ge­nommen, ver­ur­teilt oder inhaf­tiert” und 3.829 entführt.

Viel­leicht noch mehr Aus­druck des Hasses auf das Chris­tentum, wurden 5.110 Kirchen und andere christ­liche Gebäude (Schulen, Klöster usw.) ange­griffen und entweiht.

Wenn man diese Zahlen zu Tages­durch­schnitten zusam­men­rechnet, bedeutet die obige Sta­tistik, dass jeden Tag rund um die Welt mehr als 16 Christen wegen ihres Glaubens ermordet wurden; 27 wurden ent­weder von nicht­christ­lichen Behörden rechts­widrig fest­ge­nommen und inhaf­tiert oder von nicht­christ­lichen Akteuren ent­führt; und 14 Kirchen wurden zer­stört oder entweiht.

Zum ersten Mal seit Ver­öf­fent­li­chung dieser WWL-Berichte schoss Afgha­nistan, das nor­ma­ler­weise jah­relang als die zweit­schlech­teste Nation (nach Nord­korea) ein­ge­stuft wurde, auf den ersten Platz, was bedeutet: “Afgha­nistan ist jetzt für einen Christen der gefähr­lichste Ort der Welt.” Außerdem:

  • Christ­liche Männer sehen dem fast sicheren Tod ent­gegen, wenn ihr Glaube ent­deckt wird.
  • Frauen und Mädchen können viel­leicht dem Tod ent­rinnen, werden aber womöglich mit jungen Taliban-Kämpfern ver­hei­ratet, die ihre “Kriegs­beute” wollen. Nachdem Frauen und Mädchen ver­ge­waltigt wurden, werden sie gehandelt.
  • Das sich instal­lie­rende Taliban-Regime erhielt Zugang zu Auf­zeich­nungen und Berichten, die dabei halfen, Christen zu iden­ti­fi­zieren. Sie wurden oft fest­ge­nommen, um Netz­werke von Christen zu iden­ti­fi­zieren, bevor sie getötet wurden.
  • Taliban-Kämpfer sind immer noch aktiv dabei, Christen anhand bestehender Geheim­dienst­in­for­ma­tionen auf­zu­spüren, und gehen manchmal von Tür zu Tür, um sie zu finden.

Nach Afgha­nistan erhielten zehn weitere Nationen die gleiche Eti­ket­tierung “extreme Ver­folgung”. Das bedeutet, dass diese Orte für Christen nur unwe­sentlich sicherer sind. Das sind: Nord­korea (#2), Somalia (#3), Libyen (#4), Jemen (#5), Eritrea (#6), Nigeria (#7), Pakistan (#8), Iran (#9), Indien (Platz 10) und Saudi-Arabien (Platz 11). In diesen Ländern sind Christen Ver­folgung aus­ge­setzt, die von Beläs­tigung, Schlägen, Ver­ge­wal­tigung, Inhaf­tierung oder Abschlachtung reicht, nur weil sie als Christen iden­ti­fi­ziert werden oder eine Kirche besuchen.

Bemer­kenswert ist, dass die “extreme Ver­folgung”, der Christen in neun dieser 11 schlimmsten Nationen aus­ge­setzt sind, ent­weder von isla­mi­scher Unter­drü­ckung her­rührt oder in Nationen mit mus­li­mi­scher Mehrheit statt­findet. Diese Situation bedeutet, dass 82 % der absolut schlimmsten Ver­fol­gungen im Namen des Islam stattfinden.

Dieser Trend wirkt sich auf die gesamte Liste aus: Die Ver­folgung, die Christen in 39 der 50 Nationen auf der Liste erfahren, kommt ent­weder von isla­mi­scher Unter­drü­ckung her oder tritt in Nationen mit mus­li­mi­scher Mehrheit auf. Die über­wäl­ti­gende Mehrheit dieser Nationen wird von irgend­einer Form von shari’a (isla­mi­sches Recht) regiert. Sie kann ent­weder direkt von der Regierung oder der Gesell­schaft oder häu­figer von beiden durch­ge­setzt werden, obwohl Gesell­schaften – Fami­li­en­mit­glieder, die ins­be­sondere über kon­ver­tierte Ver­wandte empört sind – ten­den­ziell eif­riger in ihrer Anwendung sind.

In einem Abschnitt mit dem Titel “Ermutigt: Die ‘Tali­ba­ni­sierung’ West­afrikas und darüber hinaus” deutet der Bericht darauf hin, dass sich dieser Trend verschlimmert:

“Der Fall von Kabul hat eine neue Stimmung der Unver­wund­barkeit unter anderen dschi­ha­dis­ti­schen Gruppen weltweit ange­heizt [sic]. Die Gruppen glauben, dass sie für ihre expan­sio­nis­ti­schen Agenden keinen ernst­haften Wider­stand vom dem Westen haben werden und beuten Nationen mit schwachen oder kor­rupten Regie­rungen aus … Sub­sahara-Afrika, schon länger der Ort, an dem die Gewalt gegen Christen am höchsten ist, sieht sich mit einem wei­teren steilen Anstieg der dschi­ha­dis­ti­schen Gewalt kon­fron­tiert, wobei befürchtet wird, dass ein erheb­licher Teil der Region einer Desta­bi­li­sierung aus­ge­setzt ist …”

In einem anderen Abschnitt führt der Bericht weiter aus:

“In Nigeria und Kamerun richtet Boko Haram wei­terhin Chaos an, die Gruppe Isla­mi­scher Staat ist in West­afrika und Mosambik aktiv, und Al Shabab kon­trol­liert große Teile Somalias. Es scheint, als ob nichts getan werden kann, um den Vor­marsch des isla­mi­schen Extre­mismus aufzuhalten.

“Wir wissen, wie die radikale isla­mische Ideo­logie für Gläubige aus­sieht, weil wir sie im Irak und in Syrien gesehen haben. Als ISIS Teile des Nahen Ostens eroberte, wurden Christen hin­ge­richtet, ent­führt, sexuell atta­ckiert und gejagt. Wo Gruppen wie Boko Haram und al Shabab aktiv sind, sind ähn­liche Bedro­hungs­lagen unver­meidlich. Als die Taliban die Kon­trolle über Afgha­nistan über­nahmen, ver­suchten sie, gemäßigt zu erscheinen – doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Chris­tentum etwas anderes als ein Todes­urteil sein wird.”

Obwohl der Islam wei­terhin den Löwen­anteil der Ver­folgung auf­weist, führt der reli­giöse Natio­na­lismus in nicht-mus­li­mi­schen Ländern auch dazu, dass sie in den Rängen auf­steigen. In Myanmar (#12),

“Zum Chris­tentum Kon­ver­tierte … werden von ihren bud­dhis­ti­schen, mus­li­mi­schen oder urein­ge­bo­renen Stam­mes­fa­milien und ‑gemein­schaften ver­folgt, weil sie ihren frü­heren Glauben ver­lassen und sich damit aus dem Gemein­schafts­leben ent­fernt haben. Gemeinden, die ‘aus­schliesslich bud­dhis­tisch’ sein wollen, machen christ­lichen Familien das Leben unmöglich, indem sie ihnen nicht erlauben, die Was­ser­res­sourcen der Nach­bar­schaft zu nutzen.”

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Der zuneh­mende hin­du­is­tische Natio­na­lismus hat Indien auf Platz 10 der “extrem ver­fol­genden” Nationen katapultiert:

“Die Chris­ten­ver­folgung in Indien hat sich ver­schärft, da hin­du­is­tische Extre­misten darauf abzielen, das Land von ihrer Präsenz und ihrem Ein­fluss zu säubern. Die Extre­misten betrachten indische Christen und andere reli­giöse Min­der­heiten nicht als echte Inder und denken, dass das Land von Nicht-Hindus gesäubert werden sollte. Dies hat zu sys­te­ma­ti­schen – und oft gewalt­tä­tigen – Angriffen auf Christen und andere reli­giöse Min­der­heiten geführt, ein­schließlich der Nutzung sozialer Medien zur Ver­breitung von Des­in­for­ma­tionen und zum Schüren von Hass. Die COVID-19-Pan­demie hat Ver­folgern eine neue Waffe an die Hand gegeben. In manchen Gegenden wurden Christen bei der Ver­teilung staat­licher Hilfs­gelder vor Ort absichtlich über­sehen und sogar beschuldigt, das Virus ver­breitet zu haben.”

Mehrere andere Nationen haben COVID-19 auf die eine oder andere Weise aus­ge­nutzt, um Christen zu dis­kri­mi­nieren oder zu ver­folgen. Zum Bei­spiel gab “COVID-19 den chi­ne­si­schen Behörden (Nr. 17) einen Grund, viele Kirchen zu schließen – und sie geschlossen zu halten.”

Auf ähn­liche Weise hat in Katar “die Gewalt gegen Christen stark zuge­nommen, weil viele Kirchen nach den COVID-19-Beschrän­kungen geschlossen bleiben mussten”. Darüber hinaus machte Katar – “Gast­geber der dies­jäh­rigen Welt­meis­ter­schaft, wo Kon­ver­titen aus dem Islam beson­derer phy­si­scher, psy­chi­scher und (bei Frauen) sexu­eller Gewalt aus­ge­setzt sind” – einen Sprung um 11 Plätze (jetzt Platz 18, von Platz 29 im letzten Jahr) nach oben.

In Ban­gla­desch (Nr. 29) for­derten lokale Behörden mus­li­mische Kon­ver­titen zum Chris­tentum, die wie ihre mus­li­mi­schen Kol­legen staat­liche Hilfe suchten, auf, “zum Islam zurück­zu­kehren oder nichts zu erhalten”. Wie ein Ban­gla­de­scher erklärte: “Wir sehen, dass viele Dorf­be­wohner und Nachbarn Hilfs­leis­tungen von der Regierung erhalten, doch wir Christen bekommen keine Unterstützung.”

In der Republik, die “schwer von der COVID-19-Pan­demie getroffen wurde … wurde Christen die staat­liche Hilfe ver­weigert und ihnen wurde gesagt, sie sollten zum Islam kon­ver­tieren, wenn sie essen wollten”.

Ein wei­terer bemer­kens­werter Trend betrifft die wach­sende Zahl von Binnen- oder Außen­ver­trie­benen – 84 Mil­lionen: “eine beträcht­liche Zahl [von ihnen] sind Christen, die vor reli­giöser Ver­folgung fliehen”. Den­je­nigen Christen, die als Flücht­linge in benach­barten mus­li­mi­schen Ländern landen, “kann huma­nitäre und andere prak­tische Hilfe von den Behörden ver­weigert werden”.

Außerdem:

“Christ­liche Frauen, die aus ihren Häusern fliehen und Sicherheit suchen, berichten, dass sexuelle Über­griffe die häu­figste Quelle der Ver­folgung sind, mit meh­reren Berichten über Frauen und Kinder, die Ver­ge­wal­tigung, sexu­eller Skla­verei und mehr aus­ge­setzt sind, sowohl in Lagern als auch auf Reisen auf der Suche nach Sicherheit. Armut und Unsi­cherheit ver­schlimmert ihre Ver­wund­barkeit, da einige in die Pro­sti­tution gezogen werden, um zu über­leben. Da sich der Dschi­ha­dismus aus­breitet und Nationen desta­bi­li­siert, können wir erwarten, dass sich dieser christ­liche Exodus weiter vervielfacht.”

Obwohl sich der Bericht auf die 50 am schlimmsten ver­fol­genden Nationen beschränkt, scheint es, dass die Ver­folgung im All­ge­meinen auf der ganzen Welt zunimmt. Obwohl Nord­korea bei­spiels­weise jetzt auf Platz 2 ran­giert, erklärt der Bericht als Spie­gelbild dessen, wie schlimm die Lage ins­gesamt geworden ist, dass “der Ver­fol­gungswert für Nord­korea [im Ver­gleich zum letzten Jahr] in Tat und Wahrheit gestiegen ist, obwohl sein Rang gesunken ist.”

Ebenso sind Hass­ver­brechen gegen das Chris­tentum in West­europa auf einem All­zeithoch. Laut einem Bericht der Orga­ni­sation für Sicherheit und Zusam­men­arbeit in Europa vom 16. November 2021 war min­destens ein Viertel, wenn nicht sogar viele mehr, aller im Jahr 2020 in Europa regis­trierten Hass­ver­brechen anti­christlich – was einem Anstieg von 70 % im Ver­gleich bis 2019 ent­spricht. Das Chris­tentum ist außerdem die Religion, die am stärksten von Hass­ver­brechen betroffen ist, dicht gefolgt vom Judentum. Aller­dings gibt es weltweit deutlich weniger Juden (etwa 15 Mil­lionen) als Christen (2.8 Mil­li­arden).

Obwohl die Medien selten die Hin­ter­männer dieser anti­christ­lichen Hass­ver­brechen iden­ti­fi­zieren, von denen sich viele um den Van­da­lismus an Kirchen drehen, ist es bezeichnend, dass die euro­päi­schen Nationen, die am meisten leiden, zufällig auch die größte mus­li­mische Bevöl­kerung Europas haben – nämlich Deutschland (wo anti­christ­liche Hass­ver­brechen gegen Christen sich seit 2019 mehr als ver­doppelt haben) und Frank­reich (wo Berichten zufolge jeden Tag zwei Kirchen atta­ckiert werden, einige, wie in der mus­li­mi­schen Welt, mit mensch­lichen Fäkalien).

Als Spie­gelbild dafür, wie schlimm die Ver­folgung anderswo auf der Welt geworden ist, hat es keine west­eu­ro­päische Nation auf die Top-50-Liste geschafft.

Am Ende ist der viel­leicht beun­ru­hi­gendste Trend, dass die Zahl der ver­folgten Christen jährlich weiter zunimmt. Wie man sieht, erleben laut den neu­esten Sta­tis­tiken 360 Mil­lionen Christen auf der ganzen Welt “ein hohes Maß an Ver­folgung und Dis­kri­mi­nierung”. Dies ent­spricht einem Anstieg von 6 % gegenüber 2021, als 340 Mil­lionen Christen das gleiche Maß an Ver­folgung erlebten; und diese Zahl stellte einen Anstieg von 31 % gegenüber 2020 dar, als 260 Mil­lionen Christen das gleiche Maß an Ver­folgung erlebten; und diese Zahl stellte einen Anstieg von 6 % gegenüber 2019 dar, als 245 Mil­lionen das gleiche Maß an Ver­folgung erlebten; und diese Zahl stellte eine Stei­gerung von 14 % gegenüber 2018 dar, als es 215 Mil­lionen waren.

Kurz gesagt, die Ver­folgung von Christen, die bereits ent­setzlich war, hat in den letzten fünf Jahren um fast 70 % zuge­nommen, ohne Anzeichen eines Nachlassens.

Wie lange wird es dauern, bis sich dieser scheinbar unum­kehrbare Trend in jene Nationen aus­breitet, die derzeit für ihre Reli­gi­ons­freiheit gefeiert werden?

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Raymond Ibrahim, Autor von “Sword and Sci­mitar, Fourteen Cen­turies of War between Islam and the West” (“Schwert und Krumm­säbel, 14 Jahr­hun­derte Krieg zwi­schen Islam und Westen”), ist Dis­tin­guished Senior Fellow am Gate­stone Institute, Shillman Fellow am David Horowitz Freedom Center und Judith Rosen Friedman Fellow am Middle East Forum.


Quelle: gatestoneinstitute.org